Überblick
Qualitätssicherung ist Projektarbeit – mit klaren Messkriterien, definierten Prozessstandards und kontinuierlichem Verbesserungsanspruch. Wer in der Qualitätssicherung Projekte verantwortet und dabei Künstliche Intelligenz effektiv einsetzen möchte, braucht ein breites Methoden- und Zertifizierungsportfolio: agiles IT-Projektmanagement inklusive Scrum-Master-Zertifizierung, KI-gestütztes Projektmanagement, Lean Management nach dem Six-Sigma-Ansatz und professionelles Qualitätsmanagement nach TÜV-Standard. Genau das bündelt diese Weiterbildung. Sie besteht aus fünf aufeinander aufbauenden Modulen und schließt mit vier Zertifizierungen ab: einem Scrum-Zertifikat, einem Six-Sigma-White-Belt-Zertifikat, einem TÜV-Qualitätsmanager-Zertifikat sowie dem trägereigenen Abschluss als KI-Projektmanager in der Qualitätssicherung. Der Kurs ist AZAV-zertifiziert und kann bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen über einen Bildungsgutschein gefördert werden.
Kursinhalte & Lernziele
Agile IT-Projektleitung: Mitarbeiterführung in agilen Projekten mit Scrum-Master-Zertifizierung Agile Projektleitung in IT-Kontexten erfordert mehr als methodisches Scrum-Wissen — sie erfordert die Fähigkeit, selbstorganisierte Teams zu führen, Impediments zu beseitigen und Qualitätsziele in iterativen Zyklen konsequent zu verfolgen. Dieses Modul vermittelt Scrum vollständig und bereitet auf die Scrum-Master-Zertifizierung vor. Die Zertifizierungsvorbereitung orientiert sich am PSM-I-Format, abhängig vom jeweiligen Angebot.
- Grundlagen des IT-Projektmanagements und Abgrenzung zu klassischen Ansätzen
- Agiles Manifest und der Wandel vom klassischen zum agilen Projektmanagement
- Scrum: Rollen (Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam), Artefakte und Events vollständig verstehen
- Sprint-Planung, Sprint-Durchführung, Sprint-Review und Retrospektive strukturiert durchführen
- Anforderungsmanagement und kontinuierliche Verbesserung im agilen Projektverlauf
- Qualitätssicherung in Scrum: Definition of Done, Akzeptanzkriterien und der Umgang mit technischen Schulden
KI-Engineering: KI-gestütztes Projektmanagement Künstliche Intelligenz verändert, wie Projektmanagement-Aufgaben erledigt werden – von der automatisierten Risikoerkennung bis zur KI-gestützten Statusberichterstattung. Dieses Modul gibt einen strukturierten Einstieg in KI-Technologien und deren konkreten Einsatz im QS-Projektalltag.
- Grundlagen der Künstlichen Intelligenz: Typen, Lernverfahren und Anwendungsfelder im Überblick
- KI-Technologien und -Lösungen: Klassifikation, Prognose, Natural Language Processing
- Prompt Engineering: Aufgaben strukturiert an KI-Tools übergeben
- Integration von KI in Projektmanagement-Prozesse: Risikoanalyse, Ressourcenplanung, Statusberichte
- KI-Tools im Projektalltag: Grenzen, Fehlerquellen und Qualitätsprüfung
- Verantwortungsvoller KI-Einsatz: Transparenz, Bias-Risiken und menschliche Entscheidungshoheit
Kommunikationsmanagement und Konfliktmanagement Projekte scheitern seltener an Methoden als an Kommunikationsproblemen. Dieses Modul trainiert professionelle Gesprächsführung, rhetorische Sicherheit und konstruktive Konfliktlösung – für Projektleiter in QS-Umgebungen, wo Qualitätsmängel oft heikel kommuniziert werden müssen.
- Professionelle Kommunikation in Projekten: Berichte, Eskalationen und Feedbackgespräche
- Gesprächstechniken und Rhetorik für Projektleitende in herausfordernden Situationen
- Konflikte in QS-Projekten erkennen, analysieren und konstruktiv moderieren
- Selbstmanagement und persönliche Wirkung in anspruchsvollen Projektsituationen
- Führungskommunikation: Teams motivieren und Vertrauen in QS-Kontexten aufbauen
- Stakeholder-Kommunikation bei sensiblen Qualitätsbefunden und Mängelrügen
Lean Management mit Six-Sigma-White-Belt-Zertifizierung Lean und Six Sigma sind die dominierenden Methoden zur Prozessoptimierung in Industrie und Dienstleistungsorganisationen. Dieses Modul vermittelt die Grundprinzipien und bereitet auf das Six-Sigma-White-Belt-Zertifikat vor.
- Lean-Ideen und Grundkonzepte: Verschwendungsarten erkennen und systematisch eliminieren
- Kaizen-Ansatz: kontinuierliche Verbesserung als Haltung und Methode im Projektalltag
- Lean Production und Lean Administration: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
- Push- und Pull-Systeme: Just-in-Time-Logik in Projektmanagement-Kontexten
- Six Sigma White Belt: DMAIC-Zyklus, Prozesskennzahlen und Messgrundlagen
- Verbindung von Lean-Prinzipien und agilen Projektmanagement-Methoden
Qualitätsmanagement mit TÜV-Zertifizierung Qualitätsmanagement ist die Säule, auf der die anderen Module aufbauen: Ohne definierte Qualitätsziele, Prozessstandards und Audit-Mechanismen bleibt Projektoptimierung wirkungslos. Dieses Modul vermittelt professionelles QM auf Basis von ISO-9001-Grundlagen und bereitet auf das TÜV-Zertifikat vor.
- Identifikation, Gestaltung, Steuerung und kontinuierliche Optimierung von Geschäftsprozessen
- Strategische Ausrichtung von Prozessen auf langfristige Qualitätsziele
- QFD (Quality Function Deployment) zur systematischen Anforderungsübersetzung in Prozessmerkmale
- FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse) zur präventiven Fehlervermeidung
- KPIs und Leistungsindikatoren für kontinuierliche Prozessbewertung und -steuerung
- Audit-Durchführung und -Dokumentation nach anerkannten QM-Standards
Praxis-Block: KI, Projektmanagement und Qualitätssicherung in integrierten Projektsimulationen Die fünf Module werden in praxisnahen Szenarien zusammengeführt, die reale QS-Projektsituationen mit KI-Unterstützung simulieren.
- Scrum-Board für ein QS-Projekt einrichten und drei Sprints vollständig simulieren
- KI-Tool für ein Risikoassessment in einem Qualitätsprojekt einsetzen und bewerten
- Prompt-Engineering-Übung: Statusbericht via KI-Tool strukturieren lassen
- FMEA für einen simulierten Produktionsprozess durchführen und dokumentieren
- Lean-Waste-Analyse für einen Verwaltungsprozess durchführen
- Six-Sigma-Kennzahlen für einen Beispielprozess berechnen und interpretieren
- Qualitätsprozess mit ISO-9001-Logik vollständig dokumentieren
- Audit-Checkliste für einen QM-Bereich entwickeln und erproben
- Kommunikationssimulation: Qualitätsmangel strukturiert an Stakeholder eskalieren
- Konfliktlösungsgespräch in einer QS-Projektsituation moderieren
- Abschluss-Portfolio: vollständige Projektdokumentation über alle fünf Module
- Präsentation: integriertes QS-Projektkonzept mit KI-Einsatz vor fiktivem Lenkungsausschuss
Die Praxissimulationen verbinden absichtlich alle Lernfelder: Ein vollständiges QS-Projekt kann nicht ohne Scrum-Steuerung, KI-Unterstützung, Lean-Optimierung und QM-Dokumentation geführt werden. Diese Durchgängigkeit ist das Kernmerkmal des Kurses.
Lernziele:
- Agile IT-Projekte mit Scrum methodisch leiten und die Scrum-Master-Rolle verantwortlich übernehmen
- IT-Projektmanagement klassisch und agil steuern und hybride Modelle anwenden
- KI-Technologien und deren Anwendung im Projektmanagement einordnen und gezielt nutzen
- Prompt Engineering und KI-Tools für Projektmanagement-Aufgaben effektiv einsetzen
- Kommunikation in Projekten professionell gestalten und Konflikte konstruktiv lösen
- Lean-Management-Prinzipien (Kaizen, Push/Pull, Lean Production) im Projektalltag anwenden
- Six Sigma White Belt: Grundlagen der Six-Sigma-Methodologie für Prozessoptimierungen verstehen
- Qualitätsmanagementsysteme auf Basis von ISO-9001-Grundlagen strukturieren und steuern
- QFD und FMEA zur systematischen Prozessanalyse und Fehlervermeidung einsetzen
- KPIs und Audits zur kontinuierlichen Prozessbewertung und -verbesserung nutzen
- TÜV-Zertifizierung im Qualitätsmanagement vorbereiten und ablegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen mit Berufserfahrung oder einem abgeschlossenen Bildungsabschluss, die in QS- und PM-Rollen einsteigen oder aufsteigen möchten.
- Fachkräfte aus technischen Bereichen, die in Projektmanagement- oder QS-Verantwortung wechseln wollen
- Projektleitende, die ihr Qualitätsmanagement-Wissen systematisch ausbauen möchten
- QS-Mitarbeitende, die agile Methoden und KI-Einsatz in ihre Arbeit integrieren wollen
- Personen, die mehrere Zertifizierungen (Scrum, Six Sigma, TÜV-QM) in einem zusammenhängenden Kurs erwerben möchten
- Interessenten, die den beruflichen Ein- oder Aufstieg im Qualitätsmanagement- und Projektmanagement-Bereich planen
Eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studienabschluss oder ausreichende Berufserfahrung ist Voraussetzung für die Teilnahme. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie grundlegende EDV- und Englischkenntnisse werden erwartet. Ein internes Auswahlgespräch gehört zum Aufnahmeprozess. Ausnahmen in Absprache mit dem Anbieter und dem jeweiligen Kostenträger sind möglich.
Ablauf & Abschluss
Das Combined-Learning-Format verbindet angeleitete Unterrichtsphasen mit betreutem Selbststudium. Die fünf Module sind sequenziell aufgebaut — Scrum und agile Grundlagen bilden die methodische Basis, auf der KI-Engineering, Kommunikation, Lean und QM aufbauen. Praxissimulationen in jedem Modul verankern das Wissen in realistischen QS-Szenarien. Der Kurs findet in Vollzeit statt.
Die Gesamtdauer beträgt mehr als drei und bis zu sechs Monate in Vollzeit. Das Scrum-Modul umfasst ca. acht Wochen, die übrigen vier Module je ca. vier Wochen. Diese zeitliche Struktur stellt sicher, dass alle Zertifizierungen ausreichend vorbereitet werden.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende vier Zertifikate: ein Scrum-Zertifikat (Vorbereitung auf PSM I oder äquivalentes Format), ein Six-Sigma-White-Belt-Zertifikat, ein TÜV-Zertifikat im Qualitätsmanagement sowie das trägereigene Abschlusszertifikat „KI Projektmanager in der Qualitätssicherung". Scrum- und TÜV-Zertifikate werden von den jeweiligen ausstellenden Organisationen vergeben; das Trägerzertifikat dokumentiert die Gesamtweiterbildung.
Nutzen & Perspektiven
Vier Zertifizierungen in einem Kurs – das ist der offensichtliche quantitative Vorteil. Der tiefere Wert liegt jedoch in der inhaltlichen Kohärenz: Scrum-geführte QS-Projekte, die KI-gestützte Risikoanalysen einbeziehen und nach Six-Sigma-Kennzahlen gesteuert werden, sind kein akademisches Konstrukt, sondern gelebte Realität in vielen Industrieunternehmen und Dienstleistungsorganisationen. Wer nach dieser Weiterbildung in ein QS-Team eintritt, spricht mehrere Fachsprachen gleichzeitig: die Sprache der agilen Projektteams, die Sprache der Qualitätsmanager, die Sprache der Lean-Optimierenden und – zunehmend wichtig – die Sprache der KI-gestützten Prozessautomatisierung. Diese Kombination ist auf dem Arbeitsmarkt selten und deshalb besonders wertvoll. Die TÜV-Zertifizierung im Qualitätsmanagement ist ein weithin bekanntes und anerkanntes Qualitätssignal, das unabhängig von einzelnen Branchen oder Arbeitgebern Gültigkeit besitzt. In Kombination mit dem Scrum-Zertifikat entsteht ein Profil, das methodisch sowohl klassische als auch agile QS-Projektarbeit abdeckt – und das in Bewerbungsprozessen deutlich differenziert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche vier Zertifikate erhalte ich in diesem Kurs?
Sie erhalten ein Scrum-Zertifikat (Vorbereitung auf PSM I oder äquivalentes Format), ein Six-Sigma-White-Belt-Zertifikat, ein TÜV-Zertifikat im Qualitätsmanagement sowie das trägereigene Abschlusszertifikat „KI Projektmanager in der Qualitätssicherung".
Was ist der Unterschied zwischen Lean Management und Six Sigma?
Lean Management fokussiert auf die Eliminierung von Verschwendung und die Optimierung von Prozessflüssen (z. B. Kaizen, Pull-Systeme). Six Sigma ergänzt dies durch statistische Methoden zur Fehlerreduktion und Prozessstabilisierung (DMAIC-Zyklus). Der Kurs vermittelt beides und zeigt, wie sie sich im QS-Projektalltag ergänzen.
Welche Rolle spielt KI in der Qualitätssicherung konkret?
KI-Tools werden im Kurs für konkrete PM-Aufgaben eingesetzt: Risikoerkennung, automatisierte Statusberichte via Prompt Engineering und Prozessauswertungen. Das Modul schult auch den kritischen Umgang mit KI-Outputs und die Grenzen des Einsatzes in QS-Kontexten.
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studienabschluss oder ausreichende Berufserfahrung ist Voraussetzung. Zusätzlich sind Deutsch in Wort und Schrift, grundlegende EDV- und Englischkenntnisse erforderlich. Ein internes Auswahlgespräch gehört zum Aufnahmeprozess.
Wie lange dauert der Kurs?
Der Kurs dauert in Vollzeit mehr als drei bis zu sechs Monate. Das Scrum-Modul umfasst ca. acht Wochen, die übrigen vier Module je ca. vier Wochen.
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