Überblick
Android ist das meistverbreitete Betriebssystem der Welt und läuft auf Milliarden von Geräten — von Smartphones und Tablets über Smart-TVs bis hin zu Haushaltsgeräten und Industrieterminals. Wer professionell Android-Apps entwickeln möchte, braucht ein solides Fundament aus Architekturverständnis, sauberem Programmierstil und praxisorientiertem Know-how. Diese Weiterbildung vermittelt genau das: Sie beginnt bei den Grundlagen der Android-Plattform, führt durch die wichtigsten Konzepte der App-Entwicklung und endet bei fortgeschrittenen Themen wie Konnektivität, Hintergrunddiensten, Sicherheit und systematischem Testen. Angehende Mobile Developers erwerben hier die Fähigkeiten, die sie benötigen, um eigenständig vollständige, marktreife Android-Applikationen zu konzipieren, zu entwickeln und zu veröffentlichen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen der Android-Entwicklungsumgebung und Plattformarchitektur In diesem Einstiegsmodul lernen die Teilnehmer die Android-Plattform von Grund auf kennen. Die Entwicklungsumgebung Android Studio wird eingerichtet und konfiguriert, das Android SDK sowie das Build-System Gradle werden erklärt. Grundlegende Projektstrukturen, Ressourcenverwaltung und der erste Start eines Emulators bilden die praktische Basis.
- Installation und Konfiguration von Android Studio sowie dem Android SDK
- Aufbau eines Android-Projekts und Bedeutung der Manifest-Datei
- Ressourcenverwaltung (Layouts, Strings, Drawables, Dimensionen)
- Emulator-Einrichtung und Debugging über ADB
- Gradle-Build-System und Abhängigkeitsverwaltung
- Grundprinzipien der Android-Plattformarchitektur (Linux-Kernel, HAL, ART)
Modul 2 — Benutzeroberflächen und App-Komponenten Die Gestaltung ansprechender und benutzerfreundlicher Oberflächen steht im Mittelpunkt dieses Moduls. Von einfachen View-Hierarchien bis hin zu komplexen RecyclerView-Strukturen und Material-Design-Komponenten werden alle relevanten UI-Bausteine behandelt. Zudem werden das Activity-Lifecycle-Modell und der Einsatz von Fragments für flexible, wiederverwendbare UI-Bausteine ausführlich erklärt.
- Layouts und View-Hierarchien (LinearLayout, ConstraintLayout, RelativeLayout)
- Interaktive Widgets und Event-Handler (Button, EditText, Spinner, CheckBox)
- RecyclerView, Adapter und ViewHolder-Pattern für Listen und Gitter
- Material Design Guidelines und Theme-Anpassungen
- Activity-Lifecycle: Zustände, Callbacks und deren korrekte Nutzung
- Fragments erstellen, einbinden und miteinander kommunizieren
Modul 3 — Datenspeicherung, Netzwerk und Konnektivität Moderne Apps müssen Daten effizient speichern und mit externen Diensten kommunizieren. Dieses Modul deckt alle gängigen Persistenzstrategien ab und führt in die Netzwerkprogrammierung ein. Besonderer Wert wird auf sauberes asynchrones Programmieren gelegt, damit die Benutzeroberfläche jederzeit reaktionsfähig bleibt.
- SharedPreferences für einfache Schlüssel-Wert-Datenspeicherung
- SQLite-Datenbank direkt ansprechen und Room Persistence Library einsetzen
- JSON-Verarbeitung mit Gson oder Moshi
- HTTP-Kommunikation mit Retrofit und OkHttp
- Asynchrone Verarbeitung mit Coroutines oder AsyncTask (deprecated, Migrationspfad)
- Netzwerkzustand erkennen und Offline-Szenarien behandeln
Modul 4 — Sicherheit, Testen und Veröffentlichung Der abschließende Themenblock widmet sich den professionellen Querschnittsthemen, die eine produktionsreife App auszeichnen. Defensive Programmierpraktiken schützen die App vor häufigen Schwachstellen, systematisches Testen erhöht die Codequalität, und der Veröffentlichungsprozess im Google Play Store wird Schritt für Schritt durchgespielt.
- Berechtigungsmodell von Android (Runtime Permissions, Permission Groups)
- Datenverschlüsselung und sicherer Umgang mit sensiblen Nutzerdaten
- Schutz gegen häufige mobile Angriffsvektoren (SQL Injection, Insecure Data Storage, Improper Platform Usage)
- Unit-Tests mit JUnit und Mockito
- UI-Tests mit Espresso und den Android Testing Support Libraries
- App-Signierung, Versionierung und Deployment im Google Play Store
Praktische Übungen und Projektarbeit
- Entwicklung einer vollständigen Beispiel-App von der Idee bis zum Deployment
- Implementierung einer Datenbankanbindung mit Room und Live-Daten-Aktualisierung
- Einbindung einer öffentlichen REST-API und Anzeige der Ergebnisse in einer RecyclerView
- Navigation mit dem Android Navigation Component und Deep Links
- Implementierung von Push-Benachrichtigungen über Firebase Cloud Messaging
- Fehlerbehandlung und Logging mit Timber
- Code-Qualitätsprüfung mit Lint und statischen Analyse-Tools
- ProGuard/R8-Konfiguration zur Code-Verschleierung und Größenoptimierung
- Erstellen eines signierten Release-APK und App Bundle (AAB)
- Beta-Test-Prozess über Google Play Internal Testing
- Performance-Profiling mit Android Profiler (CPU, Memory, Network)
- Barrierefreiheit: TalkBack-Kompatibilität und Content Descriptions korrekt setzen
Das gesammelte Praxiswissen aus den Modulen wird in einem abschließenden Mini-Projekt konsolidiert. Die Teilnehmer setzen ein vollständiges App-Konzept um, das alle erlernten Technologien integriert und den realen Entwicklungsalltag widerspiegelt. Nach Abschluss aller Praxisaufgaben steht eine individuelle Feedbackrunde, in der der persönliche Code reviewt und Verbesserungspotenziale gemeinsam erarbeitet werden.
Lernziele:
- Die Architektur des Android-Betriebssystems und den Android-Application-Stack vollständig verstehen
- Benutzeroberflächen mit XML-Layouts und dem Android Studio Designer professionell gestalten
- Activities und Fragments richtig einsetzen und den App-Lebenszyklus präzise steuern
- Intents zur Kommunikation zwischen Komponenten und Apps korrekt verwenden
- Persistente Datenspeicherung über SharedPreferences, SQLite und Room umsetzen
- Netzwerkzugriffe und REST-API-Anbindungen mit modernen Bibliotheken realisieren
- Hintergrunddienste und asynchrone Verarbeitung mit Services und WorkManager implementieren
- Push-Benachrichtigungen über Firebase Cloud Messaging integrieren
- Defensive Programmiertechniken zur Absicherung gegen häufige Angriffsvektoren anwenden
- Unit-Tests und Instrumented Tests mit JUnit und Espresso schreiben
- Apps im Google Play Store vorbereiten, signieren und veröffentlichen
- Leistung und Speicherverbrauch mit dem Android Profiler messen und optimieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen mit ersten Kenntnissen in objektorientierter Programmierung, die gezielt in die professionelle Android-Entwicklung einsteigen oder ihre Kenntnisse systematisch vertiefen möchten.
- Quereinsteiger mit Java- oder Kotlin-Grundkenntnissen, die in die mobile Softwareentwicklung wechseln wollen
- Webentwickler und Backend-Entwickler, die ihre Kenntnisse auf mobile Plattformen ausweiten möchten
- IT-Professionals, die im Berufsalltag zunehmend mit mobilen Unternehmensapplikationen konfrontiert werden
- Berufsrückkehrer und Umschüler, die eine aktuelle, marktgängige Entwicklerkompetenz aufbauen wollen
- Freelancer, die ihr Dienstleistungsangebot um Android-Entwicklung erweitern möchten
Grundlegende Kenntnisse in einer objektorientierten Programmiersprache — vorzugsweise Java oder Kotlin — werden empfohlen. Vorkenntnisse in der Android-Entwicklung sind nicht erforderlich. Vor Seminarbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, in dem gemeinsam ein individueller Lernplan erarbeitet wird. Der Anbieter unterstützt dabei, bestehende Wissenslücken zu identifizieren und gezielt zu schließen. Grundlegende Computer-Kenntnisse und der sichere Umgang mit einem Betriebssystem (Windows, macOS oder Linux) werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird überwiegend als Combined Learning angeboten, was eine flexible Kombination aus Präsenz- und Online-Phasen ermöglicht. Theoretische Inhalte werden durch Live-Coding-Demonstrationen veranschaulicht, praktische Übungsaufgaben festigen das Gelernte unmittelbar. Ergänzend stehen Selbstlernmaterialien, Übungsaufgaben und Musterlösungen zur Verfügung. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen statt, um individuelle Fragen und eine intensive Betreuung zu gewährleisten. Teilzeitmöglichkeiten ermöglichen die Vereinbarkeit mit beruflichen oder familiären Verpflichtungen.
Die Standarddurchführung des Kurses umfasst mehr als drei Tage bis zu einer Woche im Vollzeit-Format. Alternativ ist eine Durchführung über mehrere Wochen bis hin zu mehreren Monaten im Teilzeit-Format möglich. Der genaue Umfang richtet sich nach dem individuellen Lernplan und den persönlichen Vorkenntnissen. Flexible Start- und Teilzeittermine können auf Anfrage vereinbart werden.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmer ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat des Anbieters. Das Zertifikat bestätigt die erworbenen Kenntnisse in der professionellen Android-App-Entwicklung und wird von Arbeitgebern als Qualitätsnachweis anerkannt. Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat mit internationalem Geltungsbereich, das die Grundlage für weiterführende Zertifizierungen im mobilen Entwicklungsumfeld bilden kann.
Nutzen & Perspektiven
Die Android-Entwicklung gehört zu den gefragtesten IT-Qualifikationen auf dem deutschen und internationalen Arbeitsmarkt. Unternehmen aller Branchen — von Logistik über Gesundheit bis hin zu Finanzdienstleistungen — suchen qualifizierte Entwickler, die in der Lage sind, robuste, sichere und benutzerfreundliche Apps für das meistgenutzte mobile Betriebssystem der Welt zu bauen. Mit dieser Weiterbildung schaffen Teilnehmer die Grundlage, um unmittelbar in Entwicklungsprojekte einzusteigen oder sich für weiterführende Zertifizierungen wie den Google Associate Android Developer zu qualifizieren. Darüber hinaus ist der Kurs inhaltlich auf die Anforderungen des modernen Arbeitsmarkts abgestimmt: Themen wie defensive Programmierung, systematisches Testen und Performance-Optimierung sind Fähigkeiten, die in professionellen Entwicklungsteams täglich gefragt sind und den Unterschied zwischen einem Junior Developer und einem produktionsfähigen Entwickler ausmachen. Die Teilnehmer verlassen die Weiterbildung nicht nur mit theoretischem Wissen, sondern mit einem konkreten Portfolio an umgesetzten App-Projekten, die sie im Bewerbungsprozess einsetzen können. Für Personen, die eine geförderte Weiterbildung anstreben, kommt bei AZAV-zertifizierten Trägern eine Finanzierung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters in Betracht. Auch Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben können je nach persönlicher Situation greifen. Eine individuelle Förderberatung vor Kursbeginn hilft, die optimale Finanzierungsmöglichkeit zu ermitteln.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in der Android-Entwicklung?
Nein, Android-spezifische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Empfohlen werden Grundkenntnisse in einer objektorientierten Programmiersprache wie Java oder Kotlin. Vor Kursbeginn wird gemeinsam ein individueller Lernplan erarbeitet, der auf Ihren Vorkenntnissen aufbaut.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Sie erhalten ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat des Anbieters. Dieses Zertifikat dokumentiert Ihre Kenntnisse in der professionellen Android-App-Entwicklung und wird von Arbeitgebern als relevanter Qualifikationsnachweis anerkannt.
Kann der Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Darüber hinaus können je nach Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr oder Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben greifen. Eine individuelle Förderberatung klärt die beste Option.
Wird der Kurs in Vollzeit oder Teilzeit angeboten?
Beides ist möglich. Die Standarddurchführung erfolgt im Vollzeit-Format über mehrere Tage bis eine Woche. Alternativ stehen Teilzeit-Modelle über mehrere Wochen bis Monate zur Verfügung. Flexible und individuelle Starttermine können mit dem Anbieter abgestimmt werden.
Welche Programmiersprache wird im Kurs verwendet?
Der Kurs deckt die Android-Entwicklung mit Java und Kotlin ab. Kotlin ist heute die von Google bevorzugte Sprache für Android, wird aber auch Java als Einstiegssprache behandelt. Im Kurs werden die Unterschiede und Vorteile beider Ansätze praxisnah erläutert.
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