Überblick
Low-Code-Plattformen verändern, wie Software entsteht. Wer heute digitale Produkte entwickeln will, braucht nicht zwingend jahrelange Erfahrung in maschinennaher Programmierung – moderne Entwicklungsumgebungen machen es möglich, leistungsstarke Applikationen durch visuelle Werkzeuge, vorgefertigte Komponenten und KI-gestützte Assistenz zu realisieren. Dieser Kurs vermittelt das konzeptionelle und technische Fundament, das dafür nötig ist: von der Architekturplanung über den Einsatz gängiger Low-Code-Werkzeuge bis hin zu Qualitätssicherung und Deployment. Das Ergebnis sind einsatzfähige Applikationen, die in realen Arbeitskontexten Bestand haben.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen und Plattformlandschaft Der erste Themenblock legt das konzeptionelle Fundament: Was unterscheidet Low-Code von No-Code und klassischer Softwareentwicklung, und wo liegt der praktische Mehrwert? Anhand von Marktüberblicken lernen Teilnehmende die wichtigsten Plattformen kennen und entwickeln ein Gespür dafür, welches Werkzeug für welchen Anwendungsfall geeignet ist.
- Abgrenzung Low-Code, No-Code und traditionelle Programmierung
- Marktführende Plattformen und ihre Stärken (z. B. Power Apps, OutSystems, Mendix, Appsmith)
- Architekturmuster für Low-Code-Anwendungen
- Lizenzmodelle und Kosten im Überblick
- Einrichtung der Entwicklungsumgebung
Applikationsentwicklung und Datenanbindung Hier steht die konkrete Umsetzung im Mittelpunkt: Wie baut man Benutzeroberflächen, wie modelliert man Daten, und wie verbindet man externe Dienste? Die Teilnehmenden arbeiten schrittweise an einem eigenen Anwendungsprojekt, das über alle Module hinweg wächst und verfeinert wird.
- Visuelle UI-Bausteine: Formulare, Listen, Dashboards, Navigation
- Datenmodellierung und Datenbankanbindung in Low-Code-Umgebungen
- REST-API-Integration und Webhook-Konfiguration
- Authentifizierung und Benutzerrollenkonzepte
- Versionierung und Kollaborationsfeatures der Plattformen
Geschäftslogik, Workflows und KI-Assistenz Moderne Low-Code-Plattformen bringen eingebaute Automatisierungs- und KI-Module mit. Dieser Block behandelt, wie Geschäftsregeln ohne klassischen Code abgebildet werden und wie KI-Funktionen den Entwicklungsalltag beschleunigen.
- Regelwerke und Conditional Logic konfigurieren
- Workflow-Automatisierung: Trigger, Aktionen, Bedingungen
- Integration von KI-gestützten Komponenten (z. B. Dokumentenklassifikation, Textanalyse)
- Fehlerbehandlung und Logging in automatisierten Abläufen
- Leistungsoptimierung und Skalierbarkeitsüberlegungen
Praxis-Block In diesem abschließenden Praxisteil werden alle erlernten Fähigkeiten zusammengeführt. Die Teilnehmenden realisieren ein vollständiges Applikationsprojekt von der Anforderungserhebung bis zum Produktivbetrieb.
- Anforderungsanalyse und Projektplanung für Low-Code-Vorhaben
- Eigenständiges Aufbauen einer mehrseitigen Geschäftsapplikation
- Einbinden externer APIs und Datenbankstrukturen in das eigene Projekt
- Testing-Strategien: Unit-Tests, Integrationstests, User-Acceptance-Tests
- Sicherheitsreview und Datenschutzprüfung vor dem Deployment
- Deploymentprozess und Staging-Umgebungen
- Dokumentation und Übergabe an andere Teammitglieder
- Optimierung der Ladezeiten und Benutzererfahrung
- Präsentation und gemeinsame Auswertung der Projektergebnisse
- Feedback-Iterationen und Weiterentwicklung nach erstem Go-live
- Ausblick: Skalierung, Wartung und Plattformwechsel
- Marktentwicklung: Wohin entwickeln sich Low-Code-Plattformen bis 2027?
Die Kombination aus strukturierter Theorie, geleiteten Übungen und einem eigenverantworteten Abschlussprojekt sorgt dafür, dass die Lerninhalte nicht abstrakt bleiben, sondern direkt in die Praxis überführt werden.
Lernziele:
- Grundkonzepte und Einsatzszenarien von Low-Code-Plattformen erläutern und abgrenzen
- Eigene Applikationen auf Low-Code-Plattformen planen, strukturieren und umsetzen
- Visuelle Designwerkzeuge nutzen, um benutzerfreundliche Oberflächen zu gestalten
- Geschäftslogik über regelbasierte und konfigurationsgetriebene Mechanismen abbilden
- Datenbanken und externe Schnittstellen (APIs) in Low-Code-Projekte einbinden
- Workflows und Automatisierungen ohne klassischen Code konfigurieren
- KI-Assistenten gezielt in den Entwicklungsprozess integrieren
- Sicherheitsanforderungen bei der Applikationsentwicklung berücksichtigen
- Anwendungen testen, debuggen und produktiv einsetzen
- Vor- und Nachteile von Low-Code gegenüber traditioneller Entwicklung sachlich einschätzen
- Projekte in Teamstrukturen koordinieren und übergeben
- Dokumentation und Wissenstransfer für Low-Code-Lösungen strukturiert gestalten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Menschen, die digital affin sind und einen konkreten Einstieg in moderne Softwareentwicklung suchen, ohne den klassischen mehrjährigen Entwicklerpfad gehen zu müssen.
- Quereinsteiger und Berufswechsler mit digitalem Interesse und Grundkenntnissen in der Nutzung digitaler Werkzeuge
- Fachkräfte aus Produkt-, Prozess- oder Projektumfeldern, die eigene digitale Lösungen entwickeln wollen
- Gründer und kreative Köpfe, die Prototypen oder MVPs ohne Entwicklerteam aufbauen möchten
- Personen mit ersten Berührungspunkten zu Software- oder Product-Engineering, die ihr Profil erweitern wollen
- Berufstätige, die in ihrer Branche Digitalisierungsprozesse aktiv mitgestalten wollen
Vorausgesetzt werden grundlegende Kenntnisse in der Bedienung digitaler Werkzeuge und Webanwendungen sowie ein Sprachstand von mindestens B2 Deutsch in Wort und Schrift. Erste Berührungspunkte mit Themen wie Softwareentwicklung, Produktmanagement oder digitalem Engineering erleichtern den Einstieg, sind aber keine Pflichtvoraussetzung. Wer bereits mit einfachen Tabellenkalkulationen, CRM-Systemen oder ähnlichen datengetriebenen Tools gearbeitet hat, kommt gut vorbereitet in den Kurs.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs arbeitet mit einem verzahnten Lernansatz: Konzeptblöcke werden direkt in geführte Hands-on-Übungen überführt, sodass Theorie und Praxis nie länger als eine Kurseinheit auseinanderliegen. Live-Demonstrationen an konkreten Plattformen, begleitete Aufgabenstellungen in der Entwicklungsumgebung und ein wachsendes Abschlussprojekt geben dem Lernen eine klare Richtung. Peer-Feedback und Gruppenauswertungen von Projektzwischenständen ergänzen die individuelle Arbeit. Unterlagen, Referenzmaterialien und Plattformzugänge stehen über die Kursphase hinaus zur Verfügung.
Genaue Gesamtstunden richten sich nach der individuellen Modulwahl und Angebotsausprägung; der Kurs ist auf einen strukturierten Einstieg in Low-Code-Entwicklung ausgelegt und damit zeitlich so konzipiert, dass ausreichend Raum für das eigene Praxisprojekt bleibt. Angeboten wird der Kurs in Vollzeit- und Teilzeitvarianten. Der Unterricht findet überwiegend online statt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat mit dem Titel „Low Code Software Engineering". Dieses Zertifikat dokumentiert die erworbenen Kenntnisse gegenüber Arbeitgebern und dient als Nachweis für die praktische Projektarbeit. Externe Hersteller-Zertifizierungen werden in diesem Kurs nicht direkt abgelegt, bilden aber eine mögliche Ergänzung im Anschluss.
Nutzen & Perspektiven
Low-Code-Kenntnisse gehören zu den am stärksten nachgefragten digitalen Fähigkeiten im deutschsprachigen Arbeitsmarkt der kommenden Jahre. Unternehmen aller Größen suchen Mitarbeitende, die digitale Lösungen schnell und kosteneffizient entwickeln können – ohne monatelange Entwicklungszyklen. Wer diesen Kurs absolviert, kann genau das vorweisen: die Fähigkeit, echte Anwendungen von Grund auf zu konzipieren und zu realisieren. Die Stärke des erlernten Ansatzes liegt in seiner Vielseitigkeit. Low-Code-Kompetenz lässt sich in nahezu allen Branchen einsetzen – von der Prozessautomatisierung im Gesundheitswesen über interne Tools im Handel bis hin zu Kundenportalen in der Finanzbranche. Das macht das erworbene Profil flexibel und zukunftssicher. Besonders wertvoll ist die Kombination aus technischem Verständnis und praktischem Output: Wer den Kurs abschließt, hat nicht nur gelernt, sondern auch gebaut. Das eigene Abschlussprojekt dient als Bestandteil des persönlichen Portfolios und macht das Erlernte gegenüber potenziellen Arbeitgebern oder Auftraggebern greifbar und nachweisbar. Darüber hinaus öffnet Low-Code-Kompetenz auch den Einstieg in verwandte Felder: Wer versteht, wie Datenmodelle funktionieren, wie APIs angebunden werden und wie Workflows konfiguriert werden, denkt zwangsläufig strukturierter über digitale Systeme nach. Das ist ein Kompetenz-Fundament, das auch dann wertvoll bleibt, wenn man sich später in klassische Programmierung oder Cloud-Administration weiterentwickeln will. Low-Code ist nicht der Endpunkt, sondern häufig der effektivste Einstiegspunkt in eine digitale Karriere.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich programmieren können, um diesen Kurs zu belegen?
Nein. Der Kurs setzt keine Kenntnisse in klassischen Programmiersprachen voraus. Grundkenntnisse im Umgang mit digitalen Werkzeugen und Webanwendungen genügen als Einstieg. Wer bereits mit CRM-Systemen, Tabellenkalkulationen oder ähnlichen Tools gearbeitet hat, findet einen besonders guten Anknüpfungspunkt.
Welche Plattformen werden konkret behandelt?
Der Kurs vermittelt plattformübergreifendes Know-how und orientiert sich an marktführenden Tools wie Microsoft Power Apps, OutSystems und vergleichbaren Lösungen. Das erlaubnt, das Gelernte auch auf neue Plattformen zu übertragen, die in der eigenen Arbeitsstelle eingesetzt werden.
Gibt es ein Abschlussprojekt?
Ja. Ein eigenverantwortetes Applikationsprojekt begleitet den gesamten Kurs und wird im Praxis-Block fertiggestellt. Das Projekt kann anschließend als Portfolio-Bestandteil genutzt werden, um erworbene Fähigkeiten zu belegen.
Welcher Abschluss wird am Ende ausgestellt?
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat „Low Code Software Engineering". Externe Hersteller-Zertifizierungen sind kein Bestandteil dieses Kurses, können aber im Anschluss separat abgelegt werden.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Kurs wird sowohl als Vollzeit- als auch als Teilzeitvariante angeboten und findet überwiegend online statt. Die genaue Angebotsform variiert je nach Anbieter; beim jeweiligen Kursangebot sind die aktuellen Termine und Formate einsehbar.
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