Überblick
Stabile, effiziente und verbesserungsfähige Prozesse sind die Grundlage jeder leistungsfähigen Organisation. Wer Abläufe analysieren, neu gestalten und dauerhaft optimieren will, benötigt ein solides Methodenrepertoire aus dem Prozessmanagement. Dieser Kurs gibt einen praxisnahen Überblick über die zentralen Methoden, die in der Produktentwicklung, im Projektmanagement und in der operativen Steuerung von Unternehmen eingesetzt werden. Lean-Prinzipien, Six-Sigma-Konzepte, BPMN-Modellierung und Kaizen-basierte Verbesserungszyklen bilden das Kerncurriculum. Teilnehmende lernen, Prozessprobleme zu erkennen, Schwachstellen methodisch zu analysieren und konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln.
Kursinhalte & Lernziele
Prozessmodellierung mit BPMN: Bevor Prozesse verbessert werden können, müssen sie sichtbar gemacht werden. In diesem Block erlernen Teilnehmende die Grundlagen der Business Process Model and Notation (BPMN 2.0) als Industriestandard zur Prozessdokumentation. Die Modellierung schafft eine gemeinsame Sprache zwischen Fachbereichen und IT.
- Elemente und Symbole der BPMN 2.0 (Tasks, Gateways, Events, Pools, Lanes)
- Swimlane-Diagramme für bereichsübergreifende Prozesse erstellen
- Sequenz- und Nachrichtenflüsse korrekt abbilden
- Modellierungswerkzeuge im Überblick (Camunda Modeler, Signavio, draw.io)
- Typische Modellierungsfehler erkennen und vermeiden
- Ist-Prozess-Aufnahme: Workshops, Interviews und Begehungen als Methoden
Lean Management und Wertstromanalyse: Lean-Prinzipien, ursprünglich aus der Automobilindustrie, werden heute in nahezu jeder Branche eingesetzt. Dieser Modulblock vermittelt das Grundverständnis für Wertschöpfung und Verschwendung sowie die praktische Anwendung des Value Stream Mapping.
- Die 7+1 Verschwendungsarten (Muda) im Produktions- und Dienstleistungskontext
- Wertstromanalyse: Ist-Zustand aufnehmen, Soll-Zustand gestalten
- Push- versus Pull-Prinzip und Takt-Zeit-Berechnung
- 5S-Methode zur Arbeitsplatz- und Prozessorganisation
- Rüstzeitoptimierung mit SMED
- Lean in der Verwaltung und im Servicebereich: Besonderheiten und Ansatzpunkte
Six Sigma — DMAIC-Zyklus und statistische Prozesssteuerung: Six Sigma liefert ein datengetriebenes Vorgehensmodell zur Reduzierung von Prozessvariabilität und Fehlerquoten. Teilnehmende lernen den DMAIC-Zyklus als strukturierten Problemlösungsrahmen kennen und erhalten eine Einführung in die dazugehörigen Analysemethoden.
- Define: Projektcharter, Problemstellung, Zieldefinition und Stakeholderanalyse
- Measure: Datenerhebung, Messystemanalyse (Gauge R&R) und Baseline-Kennzahlen
- Analyze: Ishikawa-Diagramm, 5-Why, Pareto-Analyse und Regressionsgrundlagen
- Improve: Lösungsgenerierung, Pilotierung und Nutzenbewertung
- Control: Regelkarten (SPC), Kontrollpläne und dauerhafte Prozessstabilisierung
- Six-Sigma-Kennzahlen: DPMO, Sigma-Level und Prozesskennzahlen verstehen
Kontinuierlicher Verbesserungsprozess und FMEA: Prozessoptimierung ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Daueraufgabe. Dieser Block behandelt die methodischen Werkzeuge für strukturierte, iterative Verbesserung — inklusive der Risikoanalyse mit der Fehler-Möglichkeiten- und Einfluss-Analyse (FMEA).
- PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) als Grundmodell für KVP
- Kaizen-Events planen und moderieren: Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung
- FMEA: Risikoidentifikation, Bewertung nach Auftretens-, Bedeutungs- und Entdeckungswahrscheinlichkeit
- Standardarbeitsanweisungen (SOPs) erstellen und im Team verankern
- KPIs für Prozessüberwachung: Durchlaufzeit, Fehlerquote, Kundenzufriedenheit
- Lessons-Learned-Prozesse und Wissenstransfer im Team
Praxis-Block — Methoden anwenden und Projekte gestalten
- Ist-Prozess eines Bestellvorgangs in BPMN modellieren
- Wertstromsanalyse für einen administrativen Freigabeprozess durchführen
- Verschwendungsarten in einem Fallbeispiel aus der Logistik identifizieren
- DMAIC-Projekt für einen realen Qualitätsmangel skizzieren und strukturieren
- Messsystemanalyse für einen definierten Prüfprozess planen
- Pareto-Analyse auf einen Beschwerdegrund-Datensatz anwenden
- Kaizen-Event für eine Abteilung mit hoher Fehlerquote konzipieren
- FMEA für einen neuen Produktionsprozess gemeinsam erstellen
- KPI-Dashboard für eine Prozessverantwortliche Stelle entwerfen
- Soll-Prozess mit Quick Wins und langfristigen Maßnahmen priorisieren
- Rollout-Plan für einen optimierten Prozess im Unternehmen erarbeiten
- Abschluss-Präsentation: Ergebnisse eines fiktiven Verbesserungsprojekts vorstellen
Die behandelten Methoden sind branchenübergreifend einsetzbar und finden in Industrie, Handel, Gesundheitswesen, öffentlicher Verwaltung und IT-Organisationen gleichermassen Anwendung. Teilnehmende bauen im Kurs eine Methodenbox auf, die sie unmittelbar im Berufsalltag einsetzen können — unabhängig davon, ob sie ein formales Prozessmanagement-Projekt leiten oder Verbesserungen im eigenen Aufgabenbereich vorantreiben. Virtuelles Klassenzimmer und Teilzeitoptionen ermöglichen die Vereinbarkeit des Kurses mit laufender Berufstätigkeit. Der Kurs ist sowohl in Vollzeit- als auch in Teilzeitvarianten verfügbar.
Lernziele:
- Prozesse mit BPMN 2.0 normgerecht modellieren und dokumentieren
- Verschwendungsarten nach dem Lean-Modell identifizieren und eliminieren
- Den DMAIC-Zyklus (Define, Measure, Analyze, Improve, Control) anwenden
- Grundlegende statistische Prozesssteuerung (SPC) verstehen und interpretieren
- Kennzahlen (KPIs) für Prozessleistung definieren und messbar machen
- Wertstromanalyse (Value Stream Mapping) zur Visualisierung von Material- und Informationsflüssen einsetzen
- Kaizen-Events und kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP) planen und durchführen
- Fehlerursachen mit Ishikawa-Diagramm und 5-Why-Methode systematisch analysieren
- Prozessrisiken erkennen und mit FMEA bewerten
- Standardisierung und Dokumentation optimierter Prozesse sicherstellen
- Change-Management-Grundlagen für die Einführung neuer Prozesse anwenden
- Prozessverbesserungsprojekte im Team koordinieren und kommunizieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte und Führungskräfte, die Prozessverantwortung übernehmen oder ausbauen wollen — unabhängig von ihrer Branche oder bisherigen Rolle.
- Projektmanager und Projektleiter, die Prozessoptimierung in ihre Arbeit integrieren wollen
- Qualitätsmanager und Qualitätsbeauftragte mit Interesse an erweiterten Methoden
- Produktionsleiter, Operations-Manager und Supply-Chain-Fachkräfte
- IT-Projektleiter und Business-Analysten, die Geschäftsprozesse modellieren und verbessern
- Quereinsteiger aus kaufmännischen Berufen, die systematisches Prozessdenken erlernen möchten
Der Kurs setzt keine formalen Vorkenntnisse in Prozessmanagement-Methoden voraus. Hilfreich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium mit Bezug zu betriebswirtschaftlichen, technischen oder organisatorischen Themen. Grundkenntnisse in Microsoft Excel oder vergleichbaren Tabellenkalkulationsprogrammen sind von Vorteil, da einige Analyseübungen tabellarische Daten verwenden. Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Niveau werden für die Kursdurchführung im virtuellen Klassenzimmer empfohlen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im virtuellen Klassenzimmer statt, was eine live-synchrone Lernumgebung mit direktem Austausch zwischen Trainer und Teilnehmenden schafft. Trainergeleitete Impulse wechseln sich mit Einzel- und Gruppenübungen ab. Fallbeispiele aus realen Unternehmensumgebungen werden methodisch durchgearbeitet. Die Aufnahme realer Praxissituationen der Teilnehmenden in die Übungsszenarien ist typisch für dieses Format und fördert den Transfer. Ergänzend stehen digitale Materialien und Methodenvorlagen zum Download bereit.
Der Kurs ist je nach Zeitmodell in Teilzeit oder Vollzeit verfügbar. Mit 48 Terminen eines Anbieters besteht eine breite Auswahl an Einstiegsterminen. Der genaue Stundenumfang richtet sich nach dem gewählten Kursformat; Teilzeitteilnehmende verteilen die Lerninhalte typischerweise über mehrere Wochen, Vollzeitteilnehmende schliessen in kompakterer Form ab.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Trägerzertifikat, das die Absolvierung des Kurses und die erworbenen Kompetenzen im Prozessmanagement bescheinigt. Das Zertifikat trägt den Kurstitel und ist als Nachweis gegenüber Arbeitgebern einsetzbar. Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat, nicht um ein staatlich anerkanntes Abschlusszeugnis oder eine externe Verbandszertifizierung. Für Teilnehmende, die eine formale Six-Sigma-Zertifizierung (z. B. Green Belt) anstreben, schafft dieser Kurs eine fundierte Grundlage.
Nutzen & Perspektiven
Prozessmanagement-Kompetenz ist eine der vielseitigsten Qualifikationen im beruflichen Alltag — sie ist in der Produktion genauso gefragt wie in der IT, im Gesundheitswesen oder im öffentlichen Dienst. Wer Prozesse mit BPMN modellieren, Schwachstellen mit Six-Sigma-Methoden analysieren und Verbesserungen mit Lean-Prinzipien umsetzen kann, verfügt über ein Handwerkzeug, das unmittelbar im Berufsalltag wirksam ist. Der Kurs verbindet konzeptionelles Methodenwissen mit direkter Anwendung: Teilnehmende verlassen den Kurs nicht nur mit theoretischem Hintergrundwissen, sondern mit einem strukturierten Methodenset, das sie sofort in reale Verbesserungsprojekte einbringen können. Das ist der Unterschied zu allgemeinen Management-Seminaren, die Methoden nur oberflächlich streifen. Für Unternehmen, die kontinuierliche Verbesserung als strategisches Ziel verfolgen, sind Mitarbeitende mit diesem Methodenrepertoire ein echter Mehrwert. Die Investition in Prozessmanagement-Qualifikation rechnet sich erfahrungsgemäss bereits bei der ersten systematischen Optimierung eines kritischen Unternehmensprozesses.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in Six Sigma oder Lean, um teilzunehmen?
Nein, der Kurs setzt keine Vorkenntnisse in diesen Methoden voraus. Er vermittelt die Grundlagen aller behandelten Ansätze und eignet sich daher auch für Einsteiger ins Prozessmanagement.
Kann ich nach dem Kurs eine Green-Belt-Zertifizierung ablegen?
Der Kurs vermittelt Six-Sigma-Grundlagen auf einem Niveau, das als Vorbereitung für eine Green-Belt-Qualifizierung geeignet ist. Eine offizielle Green-Belt-Zertifizierung erfordert zusätzlich ein abgeschlossenes Praxisprojekt und wird separat bei einem anerkannten Six-Sigma-Institut abgelegt.
In welchen Branchen sind diese Methoden einsetzbar?
Die im Kurs behandelten Methoden — BPMN, Lean, DMAIC, Kaizen — sind branchenunabhängig konzipiert. Sie werden in Industrie, Logistik, IT, Gesundheitswesen, Handel und öffentlicher Verwaltung gleichermaßen angewendet.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs von einem klassischen Projektmanagement-Kurs?
Während Projektmanagement-Kurse die Steuerung von zeitlich begrenzten Vorhaben ins Zentrum stellen, fokussiert dieser Kurs auf die Analyse und dauerhafte Optimierung wiederkehrender Abläufe. Beide Kompetenzen ergänzen sich gut, sind aber inhaltlich distinct.
Ist der Kurs auch in Teilzeit durchführbar?
Ja, der Kurs ist als Teilzeitvariante verfügbar und lässt sich mit laufender Berufstätigkeit verbinden. Das virtuelle Klassenzimmer ermöglicht eine standortunabhängige Teilnahme.
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