Überblick
Diese Weiterbildung kombiniert zwei Microsoft-Zertifizierungspfade, die auf den ersten Blick unterschiedlich erscheinen, in modernen IT-Organisationen aber häufig zusammenwirken: Desktop-Administration und Power Platform-Entwicklung. Der Kursinhalt zur Desktop-Administration orientiert sich an MD-102 „Microsoft 365 Certified: Endpoint Administrator Associate", dem aktuell gültigen Nachfolger der früheren MD-100/MD-101-Prüfungen, die 2022 von Microsoft zurückgezogen und durch MD-102 konsolidiert wurden. Dieser Teil behandelt das Management von Windows-Endgeräten über Microsoft Intune, Microsoft Endpoint Manager und Entra ID. Der Power-Platform-Teil entspricht der PL-200-Zertifizierung „Microsoft Power Platform Functional Consultant Associate" und umfasst Dataverse-Datenmodellierung, Power Apps, Power Automate und Power BI in Deployment- und Administrationsszenarien. Die Kombination ist für IT-Rollen attraktiv, die sowohl Endgeräte als auch Business-Anwendungen verwalten und modernisieren müssen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Endgeräteverwaltung mit Microsoft Intune und Endpoint Manager (MD-102-Ausrichtung) Hinweis: Die ursprünglichen Prüfungen MD-100 (Windows Client) und MD-101 (Managing Modern Desktops) wurden von Microsoft 2022 zurückgezogen und in der Nachfolgeprüfung MD-102 „Endpoint Administrator" konsolidiert. Der Kursinhalt in diesem Modul richtet sich daher an den aktuellen MD-102-Lernzielen aus. Wer eine Zertifizierung anstrebt, legt heute die MD-102-Prüfung ab. Das Modul behandelt das vollständige Lifecycle-Management von Unternehmens-Endgeräten. Von der Ersteinrichtung über Richtliniendeployment bis zur Sicherheitsüberwachung werden alle relevanten Intune-Szenarien abgedeckt.
- Microsoft Intune: Mandantenarchitektur, Rollen, Konnektoren und Lizenzen
- Device Enrollment: Azure AD Join, Hybrid-Join, Autopilot und manuelle Registrierung
- Konfigurationsprofile: ADMX-Templates, OMA-URI, Endpoint Protection und Compliance-Baseline
- App-Management: MSIX/MSI-Deployment, Win32-Apps, Store-Apps über Intune
- Compliance-Richtlinien und bedingter Zugriff: Gerätezustandsbewertung und Blockierung
- Windows Update for Business und Autopatch: Update-Rings, Feature-Update-Deployment
Modul 2 — Sicherheit und Identity für Endgeräte (MD-102-Ausrichtung) Sicherheit am Endpunkt ist mehr als Antivirenprogramme. Dieses Modul behandelt Microsoft Defender for Endpoint als integrierte Sicherheitsplattform und die Einbettung von Geräten in die Microsoft-Identitätsinfrastruktur.
- Microsoft Defender for Endpoint: Onboarding, Threat & Vulnerability Management, EDR
- Endpoint Security-Richtlinien: Antivirus, Disk Encryption (BitLocker), Attack Surface Reduction
- Entra ID für Geräte: Geräteobjekte, Compliance-Status, Conditional Access für Endgeräte
- Windows Hello for Business: Konfiguration und Rollout für passwortfreie Authentifizierung
- Privileged Access Workstations und Least-Privilege-Konzepte für Endpoints
- Microsoft Purview Information Protection auf Endpunkten: Klassifizierung und DLP
Modul 3 — Power Platform Grundlagen und Dataverse (PL-200) Microsoft Power Platform besteht aus Power Apps, Power Automate, Power BI und Power Virtual Agents. Kern dieser Plattform ist Dataverse als relationales Datenmodell. Dieses Modul legt das konzeptionelle und technische Fundament für alle weiteren Power-Platform-Inhalte.
- Power Platform-Architektur: Umgebungen, Lösungen, Connectors, Gateways
- Dataverse: Tabellen, Spalten, Datentypen, Beziehungen und Lookups
- Sicherheitsmodell in Dataverse: Geschäftseinheiten, Sicherheitsrollen, Feldberechtigungen
- Lösungskonzept in Power Platform: verwaltete und nicht verwaltete Lösungen, ALM
- Dataverse-Integration mit Microsoft 365, Teams und Azure
- Import/Export und Datenmigration in Dataverse-Umgebungen
Modul 4 — Power Apps und Power Automate (PL-200) Power Apps ermöglicht die schnelle Entwicklung von Unternehmensanwendungen ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse. Power Automate automatisiert repetitive Aufgaben über Connectors und Flows. Beide Werkzeuge werden in ihren produktiven Einsatzkontexten behandelt.
- Canvas-Apps: Formeln, Steuerelemente, Datenquellen, responsive Layouts
- Modellgesteuerte Apps: Formulare, Ansichten, Sitemap, Dashboards aus Dataverse-Tabellen
- Power Automate: Cloud Flows, Desktop Flows (RPA), Business Process Flows
- Fehlerbehandlung und Monitoring in Power Automate
- Power BI: Datenmodelle, Berichte, Dashboards, Row-Level Security
- Dataverse-Integration mit Power BI für betriebliche Auswertungen
Beiden Kursbestandteilen ist ein hohes Maß an praktischen Laborübungen zugeordnet, die in konfigurierten Microsoft-Umgebungen durchgeführt werden.
- Aufbau einer vollständigen Intune-Umgebung mit Enrollment, Profil-Deployment und Compliance-Check
- Konfiguration von Windows Autopilot für ein Rollout-Szenario
- Einrichten von Conditional-Access-Richtlinien für Endgeräte-Compliance
- Erstellen einer Canvas-App, die auf Dataverse-Daten zugreift
- Aufbau eines mehrstufigen Power-Automate-Flows mit Fehlerbehandlung und Benachrichtigung
- Konzeption und Erstellung eines Dataverse-Datenmodells für ein fiktives Unternehmensbeispiel
- Power-BI-Dashboard mit Live-Daten aus Dataverse erstellen und veröffentlichen
- Troubleshooting-Übungen zu typischen Intune-Enrollment-Fehlern
Lernziele:
- Windows-Endgeräte über Microsoft Intune und Microsoft Endpoint Manager zentral verwalten und konfigurieren
- Enrollment-Szenarien für Windows-, iOS- und Android-Geräte planen und durchführen
- Compliance-Richtlinien und Gerätekonfigurationsprofile in Intune erstellen und deployen
- Microsoft Entra ID für hybrides Identitäts- und Gerätemanagement einsetzen
- Windows Autopilot für Zero-Touch-Deployment konfigurieren
- Die Komponenten der Microsoft Power Platform und deren Integration kennen und nutzen
- Dataverse als relationales Datenmodell für Unternehmensanwendungen konzipieren
- Canvas-Apps und modellgesteuerte Apps mit Power Apps erstellen und konfigurieren
- Automatisierte Workflows in Power Automate aufbauen und troubleshooten
- Power BI-Berichte und Dashboards für betriebliche Entscheidungsunterstützung entwickeln
- Sicherheits- und Zugriffsrollen in Dataverse und der Power Platform konfigurieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an IT-Fachkräfte, die sowohl Endgerätemanagement als auch Low-Code-Anwendungsentwicklung in Microsoft-Umgebungen verantworten oder anstreben. Typische Teilnehmerprofile umfassen
- IT-Administratoren mit Windows-Client-Hintergrund, die in moderne Endpoint-Management-Tools einsteigen möchten
- Systemadministratoren in Microsoft-365-Umgebungen, die ihre Kenntnisse um Power Platform erweitern wollen
- IT-Generalisten in kleinen und mittleren Unternehmen, die breite Microsoft-Kompetenzen aufbauen
- Fachkräfte in IT-Operations oder Help-Desk-Rollen mit Weiterentwicklungsabsichten
- Junior-Developer-Profilen mit Interesse an Microsoft-Plattformen und Low-Code-Ansätzen
Grundkenntnisse in Windows-Administration und Microsoft-365-Diensten sind für den Endpoint-Management-Teil hilfreich. Für den Power-Platform-Teil ist allgemeines IT-Grundverständnis ausreichend; Erfahrung mit Datenbankkonzepten oder Geschäftsprozessmodellierung erleichtert das Verständnis von Dataverse. Tiefgreifende Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht erfolgt im Live-Virtualisierungsformat mit strukturierten Theoriephasen und anschließenden Laborübungen in konfigurierten Microsoft-Umgebungen. Für Intune-Inhalte werden Testmandanten und Enrollment-Übungsumgebungen genutzt; für Power Platform stehen dedizierte Entwicklungsumgebungen zur Verfügung. Vor-Ort-Teilnahme am Lernzentrum und HomeOffice-Variante sind gleichermaßen möglich.
Die Weiterbildung ist auf einen Zeitraum von mehr als einem Monat bis zu drei Monaten im Vollzeitformat ausgelegt. Die Dauer variiert je nach individuellem Lernplan und Vorkenntnissen. Individuelle Teilzeitstarts können vereinbart werden.
Der Kurs bereitet auf zwei externe Zertifizierungsprüfungen vor: MD-102 „Microsoft 365 Certified: Endpoint Administrator Associate" (Nachfolger der ausgelaufenen MD-100/MD-101) und PL-200 „Microsoft Power Platform Functional Consultant Associate". Beide Prüfungen werden separat bei Pearson VUE abgelegt. Der Bildungsträger stellt eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung aus. Die MD-102-Zertifizierung ist „Role-Based"-Zertifikat von Microsoft und zeitlich begrenzt gültig (Rezertifizierung alle ein bis zwei Jahre über Microsoft Learn).
Nutzen & Perspektiven
MD-102 ist die aktuell relevante Zertifizierung für Endpoint-Administrator-Rollen in Microsoft-365-Umgebungen. Intune, Autopilot und Microsoft Defender for Endpoint sind in Unternehmen mit moderner Geräteflotte Standard — und entsprechend hoch ist die Nachfrage nach Personen, die diese Werkzeuge konfigurieren und betreiben können. Die Abkehr von klassischen GPO-basierten Verwaltungsmodellen hin zu cloudbasiertem Management ist in vielen Unternehmen noch nicht abgeschlossen, weshalb Endpoint-Administrator-Kompetenzen am Markt gut nachgefragt werden. PL-200 adressiert eine wachsende Nachfrage nach Power-Platform-Fachkräften, die nicht nur entwickeln, sondern Lösungen deployen, konfigurieren und administrieren können. In Organisationen, die Microsoft 365 und Dynamics 365 einsetzen, ist Power Platform zunehmend die Plattform der Wahl für interne Prozessautomatisierung — und Fachkräfte, die sowohl IT-Betrieb als auch Power-Platform-Konfiguration beherrschen, sind in dieser Übergangsphase besonders gefragt. Die Kombination beider Zertifizierungen schafft ein Profil, das in kleinen und mittleren Unternehmen mit gemischter IT-Verantwortung ebenso attraktiv ist wie in größeren Organisationen, die crossfunktionale IT-Generalisten oder Brückenpositionen zwischen IT-Betrieb und Business-Anwendungen suchen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum steht MD-100 im Kurstitel, obwohl die Prüfung nicht mehr existiert?
Die MD-100- und MD-101-Prüfungen wurden von Microsoft 2022 zurückgezogen. Sie sind durch die konsolidierte MD-102-Prüfung „Endpoint Administrator Associate" ersetzt worden. Der Kursinhalt orientiert sich an den aktuellen MD-102-Lernzielen. Für eine Zertifizierung legen Sie heute die MD-102-Prüfung ab.
Was ist der Unterschied zwischen MD-102 und dem früheren MD-100/MD-101?
MD-100 prüfte Windows-Client-Grundkenntnisse, MD-101 das Management moderner Desktops. Microsoft hat beide in der MD-102-Prüfung zusammengeführt und dabei den Fokus stärker auf cloudbasiertes Management mit Intune und Autopilot sowie auf Microsoft Entra ID gelegt. Klassische on-premises-Administrationsinhalte spielen eine kleinere Rolle.
Was prüft die PL-200-Prüfung?
PL-200 „Microsoft Power Platform Functional Consultant" prüft die Fähigkeit, Power Platform-Lösungen zu konfigurieren, Dataverse-Datenmodelle zu entwerfen, Power Apps und Power Automate einzusetzen und Lösungen in Microsoft-365-Umgebungen zu deployen. Es ist eine praxisorientierte Rolle-Based-Zertifizierung von Microsoft.
Muss ich programmieren können, um PL-200 abzulegen?
Tiefgreifende Programmierkenntnisse sind für PL-200 nicht erforderlich. Power Platform ist als Low-Code-Plattform konzipiert. Kenntnisse in Power Fx (der Formelsprache von Power Apps) sind hilfreich, aber während des Kurses erlernbar. Für fortgeschrittene Szenarien können Grundkenntnisse in JavaScript oder C# nützlich sein, sind aber keine Pflichtvoraussetzung.
Wie lange ist die MD-102-Zertifizierung gültig?
Microsoft Role-Based-Zertifizierungen wie MD-102 erfordern eine jährliche Rezertifizierung über eine kostenlose Online-Erneuerungsprüfung auf Microsoft Learn. Wer die Verlängerung innerhalb des Gültigkeitsfensters nicht vornimmt, verliert den Zertifizierungsstatus.
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