Überblick
Die Microsoft Power Platform hat sich in wenigen Jahren von einer Nischenentwicklung zu einer der meistgenutzten Plattformen für betriebliche Anwendungsentwicklung entwickelt. Mit Power Apps lassen sich Geschäftsanwendungen ohne klassische Programmierkenntnisse erstellen, mit Power Automate werden Abläufe automatisiert, mit Power BI werden Daten visuell aufbereitet und mit Power Virtual Agents entstehen intelligente Chatbots. Dieser Kurs bereitet Sie auf zwei offizielle Microsoft-Zertifizierungen vor: PL-100 (Power Platform App Maker) richtet sich an Anwender und Fachanwender, die in ihrem Arbeitsumfeld eigenständig Apps und Automationen entwickeln; PL-200 (Power Platform Functional Consultant Associate) ist die nächste Stufe für Personen, die Power-Platform-Lösungen für Kunden oder Fachabteilungen konzipieren und implementieren.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Power Platform App Maker (PL-100) Der PL-100 zielt auf Fachkräfte, die in ihrer täglichen Arbeit die Power Platform als Werkzeug nutzen, um eigene Lösungen zu entwickeln — ohne tiefe IT-Ausbildung, aber mit dem Wunsch, Prozesse effizient zu digitalisieren. Das Modul behandelt die gesamte Bandbreite der App-Erstellung: von der Anforderungsanalyse über den Aufbau einer Canvas-App bis zur Veröffentlichung und Pflege in der eigenen Organisation.
- Canvas-App-Design: Screens, Navigation, Controls, Formeln und Datenquellen
- Konnektoren: SharePoint, Excel, Dataverse und benutzerdefinierte Konnektoren
- Power Automate-Flows aus Canvas-Apps heraus triggern
- Formelbibliothek: Filter(), LookUp(), Patch(), Collect() und Fehlerbehandlung
- Testen, Debuggen und Veröffentlichen von Canvas-Apps
- Benutzerrollen und Freigaben in Power Apps einrichten
Modul 2 — Power Platform Functional Consultant (PL-200) Während der PL-100 die persönliche Entwicklungskompetenz fokussiert, richtet sich der PL-200 an Personen, die Power-Platform-Projekte für andere konzipieren und betreuen. Dies erfordert ein tieferes Verständnis von Dataverse als Datenbankplattform, von Lösungsarchitektur und von den Verwaltungsaspekten der Plattform. Das Modul deckt alle prüfungsrelevanten Bereiche des PL-200 ab und vermittelt gleichzeitig die praktische Projekterfahrung, die Consultant-Rollen erfordern.
- Dataverse-Datenmodellierung: Tabellen, Spalten, Beziehungen und Metadaten
- Geschäftsregeln, Plugins und Power Automate-Integration in Dataverse
- Modellgesteuerte Apps: Formulare, Ansichten, Sitemap und Dashboards
- Solutions für ALM (Application Lifecycle Management): Managed vs. Unmanaged
- Sicherheitskonzepte: Business Units, Teams, Rollen und Feldberechtigungen
- Integrationen mit Azure Logic Apps, Azure Functions und externen APIs
Modul 3 — Power BI und Datenvisualisierung im Power-Platform-Kontext Power BI ist der Reporting-Arm der Power Platform und eng mit Dataverse und Power Apps verknüpft. Dieses Modul konzentriert sich auf die Verbindung zwischen operativen Power-Platform-Lösungen und ihrer Auswertung in Power BI — ein Kernkompetenzfeld sowohl für App Maker als auch für Functional Consultants.
- Power BI Desktop: Daten importieren, transformieren (Power Query) und modellieren
- DAX-Grundformeln für berechnete Spalten und Measures
- Berichtselemente: Tabellen, Diagramme, Karten und Slicer
- Dataverse-Connector in Power BI und Direktabfrageoptionen
- Veröffentlichen im Power BI Service und Einbetten in Power Apps
- Row-Level Security für mehrmandantenfähige Berichte
Der Kurs ist stark praxisorientiert aufgebaut. Die Laboreinheiten decken reale Einsatzszenarien ab, die in Unternehmen täglich vorkommen — von der Urlaubsantragsapp über den Kundenauftragsworkflow bis zum Management-Dashboard.
- Entwickeln einer vollständigen Canvas-App für Bestandsverwaltung von Grund auf
- Aufbau einer modellgesteuerten App für Kundenbeziehungsmanagement auf Dataverse
- Erstellen eines mehrstufigen Genehmigungsworkflows mit Power Automate
- Konfigurieren eines Business Process Flows für Verkaufschancen
- Aufbau eines Dataverse-Datenmodells mit Beziehungen und Geschäftsregeln
- Erstellen und Veröffentlichen einer Solution mit Managed-Layer-Struktur
- Deployment einer Lösung von einer Entwicklungs- in eine Produktionsumgebung
- Power BI-Bericht aus Dataverse-Tabellen aufbauen und in Power Apps einbetten
- DLP-Richtlinien für eine Power-Platform-Umgebung definieren und testen
- Entwicklung eines einfachen Power Virtual Agents-Chatbots mit Trigger-Phrasen
- Integration einer Canvas-App mit Microsoft Teams als Tab-Anwendung
- Abschlussprojekt: Vollständige Low-Code-Lösung für einen fiktiven Fachabteilungsbedarf
Theorie und Praxis verzahnen sich im Combined-Learning-Format so, dass jeder Unterrichtsblock unmittelbar in Laboraufgaben mündet. Praxiserfahrene Trainer führen durch die Inhalte und unterstützen bei Fragen in Echtzeit.
Lernziele:
- Canvas-Apps in Power Apps von Grund auf entwickeln und in Microsoft 365 integrieren
- Modellgesteuerte Apps auf Basis von Dataverse-Entitäten und Geschäftsregeln aufbauen
- Datenmodelle in Microsoft Dataverse planen, erstellen und pflegen
- Automatisierte Workflows in Power Automate mit verschiedenen Triggertypen entwickeln
- Business Process Flows zur Steuerung mehrstufiger Arbeitsprozesse konfigurieren
- Power BI-Berichte und Dashboards mit Power-Platform-Datenquellen erstellen
- Sicherheitsrollen, Umgebungen und Deployment-Strategien in der Power Platform verwalten
- Lösungen (Solutions) in Power Platform für Versionsverwaltung und Migration nutzen
- Anforderungen aus Fachabteilungen in technische Power-Platform-Konzepte übersetzen
- Integrationen zwischen Power Platform, Microsoft Teams, SharePoint und Azure planen
- Governance-Konzepte und DLP-Richtlinien in der Power Platform Administration umsetzen
- Power Virtual Agents für einfache Helpdesk- und FAQ-Szenarien konfigurieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an zwei überlappende Gruppen: Einerseits Fachanwender und Business Analysten, die mit PL-100 ihre eigenständige App-Entwicklungskompetenz zertifizieren lassen wollen; andererseits Power-Platform-Einsteiger in IT-nahen Rollen, die mit PL-200 den Consultant-Pfad einschlagen.
- Fachanwender und „Power User" in M365-Umgebungen, die Prozesse selbst digitalisieren
- Business Analysten, die Anforderungen in Power-Platform-Lösungen übersetzen
- IT-Administratoren, die Power-Platform-Projekte technisch begleiten
- Consultant-Einsteiger, die im Microsoft-Partner-Ökosystem arbeiten möchten
- Quereinsteiger mit analytischem Hintergrund, die Low-Code-Entwicklung erlernen
Für den PL-100-Teil sind keine Programmierkenntnisse erforderlich, aber Erfahrung mit Microsoft 365 (insbesondere SharePoint und Excel) ist sehr hilfreich, da viele Übungen auf diesen Datenquellen basieren. Der PL-200-Teil setzt ein solides Grundverständnis der Power Platform voraus — idealerweise aus dem PL-100-Modul oder eigener Praxis. Kenntnisse in Datenmodellierung oder Datenbankkonzepten (Tabellen, Beziehungen, Abfragen) erleichtern den Einstieg in Dataverse erheblich.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt. Jeder Theorieblock wird direkt durch geführte Laboraufgaben vertieft, sodass die erlernten Konzepte unmittelbar in die Praxis überführt werden. Trainer stehen für Fragen im Chat und per Videokonferenz zur Verfügung. Hausaufgaben und eigenständige Projektarbeiten zwischen den Unterrichtseinheiten festigen die Lerninhalte. Wer bevorzugt in einem der Lernzentren arbeiten möchte, steht dort ein eingerichteter Arbeitsplatz zur Verfügung.
Die Weiterbildung ist als Vollzeitmaßnahme konzipiert und dauert je nach individuell gewählter Modulkombination mehr als einen Monat bis zu drei Monate. Die Doppelzertifizierungsvorbereitung (PL-100 + PL-200) erfordert entsprechend mehr Lernzeit als ein einzelner Zertifizierungspfad — die Vollzeitstruktur schafft dafür den notwendigen Rahmen.
Nach Abschluss des Kurses erhalten die Teilnehmenden eine Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Der Kurs bereitet auf zwei offizielle Microsoft-Zertifizierungsprüfungen vor: PL-100 (Power Platform App Maker) und PL-200 (Power Platform Functional Consultant Associate). Beide Prüfungen werden separat bei einem autorisierten Microsoft-Testcenter abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Power Platform-Kompetenzen gehören zu den gefragtesten Qualifikationen im Microsoft-Ökosystem: Unternehmen aller Größen suchen Fachkräfte, die Fachabteilungen dabei unterstützen können, Prozesse ohne lange IT-Projekte zu digitalisieren. Wer PL-100 und PL-200 kombiniert beherrscht, kann sowohl als eigenständiger App Maker in einer Fachabteilung als auch als Consultant im Microsoft-Partner-Ökosystem arbeiten — eine seltene Kombination aus Breite und Tiefe. Der Kurs ist bewusst so aufgebaut, dass er beide Zertifizierungspfade vollständig abdeckt, ohne auf einem der beiden abzukürzen. Das zahlt sich bei Bewerbungen aus: Arbeitgeber, die Power-Platform-Rollen ausschreiben, sehen in der Doppelzertifizierung ein Signal für ernsthafte Auseinandersetzung mit der Plattform — nicht nur oberflächliche Selbststudiumskenntnisse. Langfristig eröffnet der PL-200 den Weg zu weiteren Dynamics-365- und Power-Platform-Zertifizierungen, etwa PL-400 (Power Platform Developer) für tiefergehende Entwicklungsarbeit oder spezifische Dynamics-365-Tracks wie MB-910 oder MB-210. Die hier erworbene Kombination aus Low-Code-Entwicklung und Lösungsarchitektur ist ein starkes Fundament für eine Karriere in der digitalen Transformation von Unternehmen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen PL-100 und PL-200?
PL-100 (App Maker) zielt auf Fachanwender, die eigenständig Apps und Automationen für ihren eigenen Arbeitsbereich entwickeln. PL-200 (Functional Consultant) richtet sich an Personen, die Power-Platform-Lösungen für andere konzipieren und implementieren — mit tieferem Fokus auf Dataverse-Architektur, Solution Lifecycle Management und Kundenanforderungen.
Muss ich programmieren können, um diesen Kurs zu absolvieren?
Nein. Power Platform ist eine Low-Code-Plattform, die bewusst ohne klassische Programmierung auskommt. Power Apps nutzt eine Excel-ähnliche Formelsprache, und Power Automate arbeitet mit grafischen Workflow-Editoren. Für den PL-200-Teil sind analytische Fähigkeiten wichtiger als Programmierkenntnisse.
Sind die Prüfungsgebühren im Kurs enthalten?
Prüfungsgebühren für PL-100 und PL-200 sind üblicherweise nicht im Kurspreis enthalten und werden separat bei einem autorisierten Testcenter gebucht. Bitte klären Sie dies direkt mit dem Anbieter.
Für welche Berufsfelder öffnet diese Doppelzertifizierung Türen?
Mit PL-100 und PL-200 qualifizieren Sie sich für Rollen wie Power Platform Developer, Business Applications Consultant oder Digital Transformation Specialist. Im Microsoft-Partner-Ökosystem ist der PL-200 oft Voraussetzung für Beratungsprojekte rund um Dynamics 365 und Power Platform.
Welche Zertifizierungen bauen auf PL-100 und PL-200 auf?
Aufbauend auf diesem Fundament können Sie PL-400 (Power Platform Developer) für tiefergehende Entwicklungsarbeit oder Dynamics-365-spezifische Zertifizierungen wie MB-910, MB-210 oder MB-800 anstreben. Power BI-Spezialisierungen (PL-300) sind ebenfalls ein natürlicher Folgeschritt.
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