Überblick
Microsoft Access ist das Datenbanksystem aus dem Office-Paket, das Unternehmen schon seit vielen Jahren nutzen, um maßgeschneiderte Datenverwaltungslösungen ohne aufwendige Softwareentwicklung zu erstellen. Dieser Einsteigerkurs vermittelt die Grundlagen relationaler Datenbanken am konkreten Beispiel von Access — vom Verständnis des Datenbankkonzepts über die praktische Tabellenkonstruktion bis hin zur Erstellung von Abfragen, Formularen und Berichten. Access kombiniert ein vollwertiges relationales Datenbankmanagementsystem mit einer visuellen Entwicklungsumgebung, die auch ohne Programmierkenntnisse zugänglich ist. Wer verstehen möchte, wie Daten strukturiert gespeichert, miteinander verknüpft und gezielt ausgewertet werden, findet in Access einen idealen Einstiegspunkt. Der Kurs spricht gezielt Personen an, die bisher nur tabellarisch in Excel gearbeitet haben und nun den Schritt zu echten relationalen Datenstrukturen gehen möchten. Im Unterschied zu einer Excel-Tabelle arbeitet Access mit Beziehungen zwischen Datensätzen — das macht die Software für alle Aufgaben unverzichtbar, bei denen Daten aus mehreren Kategorien konsistent und ohne Redundanz verwaltet werden sollen.
Kursinhalte & Lernziele
Einführung in relationale Datenbanken und Access Access ist nicht einfach eine größere Tabellenkalkulation — es folgt grundlegend anderen Prinzipien. Bevor die erste Datenbank angelegt wird, schafft dieser Block das konzeptionelle Fundament: Was ist ein relationales Datenmodell, welche Probleme löst es, und welche Arten von Aufgaben sind typische Access-Anwendungsfälle in Unternehmen? Die Teilnehmenden lernen die Access-Oberfläche kennen, verstehen den Aufbau einer MDB-/ACCDB-Datei und können die typischen Datenbankkomponenten (Tabellen, Abfragen, Formulare, Berichte, Makros) benennen.
- Grundprinzipien relationaler Datenbanken: Tabellen, Zeilen, Spalten, Beziehungen
- Access als Datenbankmanagementsystem: Einsatzgebiete und Grenzen
- Die Access-Benutzeroberfläche: Navigationsbereich, Menüband, Entwurfsansicht
- Tabellen, Abfragen, Formulare, Berichte und Makros als Bausteine einer Anwendung
- Datentypen in Access: Text, Zahl, Datum, Ja/Nein, AutoWert, Anlage
- Überblick: Wie unterscheidet sich Access von Excel?
Tabellen, Schlüssel und Beziehungen Das Herzstück jeder relationalen Datenbank ist die Beziehungsstruktur zwischen den Tabellen. In diesem Block lernen die Teilnehmenden, wie man Tabellen korrekt entwirft, Redundanzen vermeidet und Datensätze über Schlüsselfelder miteinander verknüpft. Am Beispiel einer Kundenverwaltung mit Bestellungen und Artikeln wird das Konzept der Normalisierung greifbar und direkt angewendet.
- Primärschlüssel definieren und deren Bedeutung für die Datenintegrität verstehen
- Fremdschlüssel einrichten und Beziehungen im Beziehungsfenster verwalten
- 1:n- und m:n-Beziehungen erkennen und korrekt modellieren
- Referenzielle Integrität aktivieren und deren Auswirkungen auf Lösch- und Aktualisierungsoperationen verstehen
- Feldeigenschaften konfigurieren: Gültigkeitsregeln, Standardwerte, Indizes
- Datenbankschema eines Beispielprojekts lesen und nachbauen
Abfragen und SQL-Grundlagen Abfragen sind das zentrale Werkzeug, um Daten aus einer oder mehreren Tabellen gezielt zu extrahieren und auszuwerten. Access bietet dafür sowohl eine grafische Entwurfsansicht als auch eine SQL-Ansicht — ein wertvoller Einstieg in die wichtigste Datenbanksprache der Welt. Die Teilnehmenden formulieren Abfragen mit Filtern, Sortierungen, berechneten Feldern und Gruppierungen.
- Auswahlabfragen im Entwurfsraster: Felder wählen, sortieren, filtern
- Berechnete Felder: Ausdrücke formulieren und Datumsberechnungen durchführen
- Parameterabfragen: Benutzereingaben als Filterkriterien einbinden
- Aggregatfunktionen: Summen, Mittelwerte und Zählungen mit Gruppierungen
- SQL-Grundlagen: SELECT, FROM, WHERE, ORDER BY, GROUP BY
- Kreuztabellenabfragen für kompakte Auswertungen erstellen
- Aktionsabfragen im Überblick: Aktualisierungs- und Anfügeabfragen
Formulare und Berichte Damit andere Personen Daten komfortabel eingeben und lesen können, braucht eine Access-Anwendung Formulare und Berichte. Dieser Block zeigt, wie man benutzerfreundliche Eingabemasken gestaltet und Berichte für den Druck oder den Export strukturiert.
- Formulare mit dem Formularassistenten erstellen und in der Entwurfsansicht anpassen
- Steuerelemente einsetzen: Textfelder, Kombinationsfelder, Kontrollkästchen, Schaltflächen
- Unterformulare für verknüpfte Tabellen anlegen und einbetten
- Berichte mit dem Berichts-Assistenten erstellen und in Gruppen gliedern
- Berechnungen in Berichten: Summen, Seitenanzahl, Datumsstempel
- Berichte im PDF-Format exportieren und drucken
- Makros für einfache Automatisierungen: Formulare öffnen, Daten filtern, Berichte ausgeben
- Eine vollständige kleine Anwendung zusammensetzen: Dateneingabe, Suche, Auswertung
- Navigation im Datenbankfenster mit einem Switchboard oder Navigationsformular steuern
- Datenbankdatei komprimieren, reparieren und sichern
- Daten aus Excel importieren und in Access-Tabellen übergeben
- Fertige Anwendung auf ihre Alltagstauglichkeit testen und dokumentieren
Lernziele:
- die Grundprinzipien relationaler Datenbanken erklären und auf praktische Szenarien anwenden
- eine Access-Datenbank von Grund auf anlegen und strukturieren
- Tabellen mit geeigneten Datentypen und Feldformaten erstellen
- Primär- und Fremdschlüssel definieren und Beziehungen zwischen Tabellen einrichten
- referenzielle Integrität verstehen und in der Datenbankstruktur sicherstellen
- Auswahlabfragen (SELECT) per Abfrageentwurf und SQL-Ansicht formulieren
- Parameterabfragen und Ausdrücke für gefilterte Auswertungen einsetzen
- Formulare für die Dateneingabe und -anzeige erstellen und anpassen
- Berichte für die strukturierte Datenausgabe und den Druck konfigurieren
- Makros für wiederkehrende Aufgaben in Access einsetzen
- eine komplette kleine Datenbankanwendung für einen realen Anwendungsfall bauen
- den Unterschied zwischen Access und serverseitigen Datenbanksystemen einschätzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Einsteiger ohne Datenbankvorerfahrung, die relationale Datenstrukturen praktisch kennenlernen möchten. Besonders angesprochen sind Personen, die bereits mit Office-Programmen arbeiten und die Grenzen von Excel bei der Datenverwaltung kennen.
- Büroangestellte und Sachbearbeiter, die Verwaltungsaufgaben strukturierter abwickeln wollen
- Personen, die im Job regelmäßig mit Kundendaten, Bestellvorgängen oder Artikellisten arbeiten
- Quereinsteiger aus nicht-technischen Berufen, die IT-Grundkenntnisse ausbauen möchten
- Personen, die den Einstieg in Datenbankthemen als Vorstufe zu fortgeschritteneren Datenbanksystemen suchen
- Mitarbeitende aus kleinen und mittleren Unternehmen, die eigene Datenbanklösungen erstellen wollen
Grundlegende PC-Kenntnisse sowie Erfahrung im Umgang mit Windows-Programmen genügen für den Einstieg. Vorkenntnisse in Datenbankprogrammierung oder SQL sind nicht notwendig. Wer Excel für einfache Listen und Tabellen nutzt, bringt bereits ein gutes konzeptionelles Grundverständnis für den Umgang mit strukturierten Daten mit. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt — eine Kombination aus betreuten Lernphasen und selbstständigem Üben. Je nach Angebot sind Voll- oder Teilzeitformate verfügbar.
Ablauf & Abschluss
Die Inhalte werden schrittweise aufgebaut: Konzeptverständnis zuerst, dann direkte Anwendung in Access. Übungsaufgaben begleiten jeden Themenblock, sodass neue Kenntnisse sofort am Programm gefestigt werden. Besonders die Abfrage- und Beziehungsmodule setzen auf praxisnahe Szenarien, die sich an typischen betrieblichen Aufgaben orientieren — Kundendaten, Bestellhistorien, Artikel- und Lagerverwaltungen. Das Abschlussprojekt, eine kleine vollständige Anwendung, verbindet alle Lernbausteine miteinander und zeigt, was mit Access in kurzer Zeit erreichbar ist. Fragen können in den betreuten Phasen direkt gestellt und geklärt werden.
Der Kurs hat eine Dauer von mehr als einer Woche bis zu einem Monat und kann in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden. Für Teilnehmende ohne jede Datenbankvorerfahrung ist es empfehlenswert, die Übungsaufgaben parallel zur Kurszeit in eigener Zeit zu wiederholen — Access-Kenntnisse festigen sich deutlich schneller durch aktives Anwenden als durch reines Zusehen.
Nach Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Diese bestätigt die erworbenen Access-Grundkenntnisse und kann als Nachweis für Bewerbungen oder als Unterlage für interne Qualifikationsmaßnahmen genutzt werden. Der Kurs bereitet außerdem auf weiterführende Qualifikationen im Datenbankbereich vor — wer nach Access tiefer in SQL oder serverbasierte Datenbanksysteme wie SQL Server oder MySQL einsteigen möchte, hat hier die notwendige konzeptionelle Grundlage gelegt.
Nutzen & Perspektiven
Access-Kenntnisse haben einen direkten praktischen Nutzen, der sich oft schon kurz nach dem Kurs im Arbeitsalltag zeigt. Wer bisher Daten in unübersichtlichen Excel-Tabellen gepflegt hat, bemerkt schnell, wie viel strukturierter und fehlerärmer die Arbeit mit einer relationalen Datenbank wird. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen, wo keine IT-Abteilung für die Erstellung einfacher Datenverwaltungslösungen zuständig ist, sind Mitarbeitende mit Access-Kenntnissen ausgesprochen wertvoll. Der Einstieg in relationale Datenbanken über Access hat über den unmittelbaren Nutzen hinaus einen weiteren Vorteil: Die Konzepte — Tabellen, Beziehungen, Abfragen, Schlüsselfelder — gelten universell für alle Datenbanksysteme. Wer Access beherrscht, lernt SQL Server, MySQL oder PostgreSQL erheblich leichter als jemand, der ohne Datenbankgrundlagen in ein serverseitiges System einsteigt. Access fungiert als ideale Lernumgebung für datenbankkonzeptionelles Denken. Schließlich bietet Access als Desktop-Datenbanksystem auch für Arbeitgeber einen klaren Vorteil: Mitarbeitende, die eigene Lösungen für Routineaufgaben entwickeln können, entlasten IT-Abteilungen und beschleunigen interne Prozesse. Die Investition in Access-Grundkenntnisse zahlt sich deshalb nicht nur für die Einzelperson, sondern auch für das Unternehmen aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet Microsoft Access von Excel?
Excel ist eine Tabellenkalkulation, die für Berechnungen und überschaubare Listen geeignet ist. Access ist ein relationales Datenbanksystem: Es verwaltet Daten in mehreren verknüpften Tabellen, vermeidet Redundanzen und ermöglicht komplexe Abfragen. Für größere Datenmengen, mehrere Benutzer oder verknüpfte Datensätze ist Access die deutlich besser geeignete Lösung.
Brauche ich Programmierkenntnisse für diesen Kurs?
Nein. Der Kurs führt in Access ohne Programmiervorkenntnisse ein. Grundlegende Aufgaben wie Tabellen anlegen, Abfragen formulieren und Formulare erstellen lassen sich in Access per grafischer Oberfläche erledigen. Ein SQL-Grundverständnis wird im Kurs vermittelt, muss aber nicht vorher mitgebracht werden.
Für welche Aufgaben im Berufsalltag ist Access sinnvoll?
Access eignet sich für alle Szenarien, in denen strukturierte Daten aus mehreren Kategorien verwaltet werden: Kundenstammdaten mit Bestellhistorien, Inventarverzeichnisse, Kontaktdatenbanken, Buchungssysteme oder Projektdokumentationen. Überall dort, wo Excel schnell unübersichtlich wird und Datenkonsistenz wichtig ist, hat Access klare Vorteile.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Nach dem Kurs erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Wer weitergehende Zertifizierungen anstrebt, kann im Anschluss Microsoft-Spezialisierungen im Datenbankbereich oder SQL-Kurse belegen — die in diesem Kurs erworbenen Grundlagen sind dafür eine solide Basis.
Ist Access noch zeitgemäß oder bereits veraltet?
Access ist Teil von Microsoft 365 und wird von Microsoft weiterentwickelt. Für lokale Einzel- oder Kleingruppenanwendungen in Unternehmen ist Access nach wie vor ein praktisches und verbreitetes Werkzeug. Für sehr große Datenmengen oder viele gleichzeitige Nutzer wird in der Regel ein serverseitiges Datenbanksystem bevorzugt — der Einstieg über Access bleibt aber konzeptionell wertvoll.
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