Überblick
Diese Weiterbildung vermittelt fundierte Kenntnisse in der Entwicklung und dem Administration von Microsoft SQL Server. Im Mittelpunkt stehen zwei klassische MOC-Kursprogramme (20464 — Developing Microsoft SQL Server Databases und 20465 — Designing Database Solutions for Microsoft SQL Server), deren Inhalte zu Transact-SQL, Datenbankdesign, Leistungsoptimierung und Hochverfügbarkeit auch in aktuellen SQL-Server-Versionen (ab 2016 bis zur aktuellen Version 2022) relevant sind. Die dazugehörigen MCSE-Data-Platform-Prüfungen wurden von Microsoft 2021 eingestellt; die Kurs-Fachinhalte sind davon unabhängig und bilden eine solide DBA- und Datenbankentwickler-Grundlage. Der Kurs richtet sich an Personen, die SQL Server produktiv einsetzen, verwalten oder weiterentwickeln wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Datenbankentwicklung mit T-SQL (MOC 20464) Dieser Block deckt alle wesentlichen Aspekte der aktiven Datenbankentwicklung ab. Teilnehmende lernen, wie Daten effizient abgefragt, verändert und über gespeicherte Prozeduren abstrahiert werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt der korrekten Transaktionssteuerung und der Nutzung von SQL Server-spezifischen Sprachkonstrukten, die über den ANSI-SQL-Standard hinausgehen.
- T-SQL-Grundlagen: SELECT, WHERE, GROUP BY, HAVING, ORDER BY
- JOINs (INNER, OUTER, CROSS, SELF JOIN) und Mengenoperatoren (UNION, INTERSECT, EXCEPT)
- Subqueries, korrelierte Unterabfragen und Common Table Expressions (CTEs)
- Window Functions: ROW_NUMBER, RANK, DENSE_RANK, LAG, LEAD, PARTITION BY
- DML-Operationen: INSERT, UPDATE, DELETE, MERGE
- Gespeicherte Prozeduren schreiben, Parameter übergeben und Rückgabewerte nutzen
- Scalar Functions und Table-Valued Functions entwickeln
- Trigger (DML und DDL) erstellen und deren Einsatz abwägen
- Transaktionen, ROLLBACK, COMMIT und Isolationsstufen (READ UNCOMMITTED bis SERIALIZABLE)
Datenbankdesign und Lösungsarchitektur (MOC 20465) Gutes Datenbankdesign entscheidet darüber, ob eine Anwendung langfristig wartbar und skalierbar bleibt. Dieser Block behandelt die Entwurfsprinzipien relationaler Datenbanken sowie Designentscheidungen für performante und hochverfügbare SQL-Server-Lösungen. Auch Themen wie Partitionierung, Komprimierung und das physische Speicherlayout werden behandelt.
- Normalisierung (1NF bis 3NF, BCNF) und Denormalisierungs-Kompromisse verstehen
- Entity-Relationship-Diagramme erstellen und in physische Schemas überführen
- Index-Typen: Clustered, Non-Clustered, Covering Index, Filtered Index
- Partitionierte Tabellen und Partitionsfunktionen für große Datenmengen
- Datenbankdateien, Filegroups und Datenspeicherung strukturieren
- Komprimierung (Row-, Page-Level) und Sparse Columns
- Hochverfügbarkeit: Always On Availability Groups konfigurieren
- Backup-Strategien: Full Backup, Differential Backup, Transaction Log Backup und Restore
- Point-in-Time Recovery und Recovery Point Objective (RPO) planen
SQL Server Administration und Betrieb Neben der Entwicklung deckt die Weiterbildung wesentliche DBA-Aufgaben ab. Dazu gehören Benutzerverwaltung, Performance-Monitoring und die Überwachung des SQL-Server-Betriebs mit den integrierten Werkzeugen. SSMS ist das zentrale Werkzeug für alle administrativen Tätigkeiten.
- SQL Server Management Studio (SSMS) effektiv nutzen: Query Editor, Object Explorer, Scripting
- Logins, Datenbankbenutzer, Rollen und Berechtigungen verwalten
- SQL Server Agent für Wartungsaufgaben und Job-Scheduling einsetzen
- Performance-Monitoring mit Activity Monitor, Dynamic Management Views (DMVs) und Extended Events
- Execution Plans lesen, analysieren und Abfragen gezielt optimieren
- Index-Wartung: Reorganize vs. Rebuild, Statistiken aktualisieren
- SQL Server Profiler und Query Store für Workload-Analyse
Praxisblock Die Labs laufen in einer virtuellen SQL-Server-Umgebung, in der Teilnehmende eigenständig Datenbankstrukturen aufbauen, Abfragen optimieren und Backup-/Restore-Szenarien durchspielen.
- Relationale Datenbank von ERD bis zur physischen Implementierung entwerfen
- Komplexe T-SQL-Abfragen mit CTEs und Window Functions schreiben und optimieren
- Gespeicherte Prozedur mit Fehlerbehandlung (TRY/CATCH) und Transaktionen entwickeln
- Index-Strategie für eine gegebene Abfragelast analysieren und anpassen
- Full-Backup, Differential-Backup und Log-Backup-Kette erstellen und wiederherstellen
- Point-in-Time-Recovery in der Lab-Umgebung durchführen
- DMV-Abfragen zur Identifikation blockierender Prozesse und teurer Abfragen nutzen
- SQL Server Agent-Job für automatisierte Index-Wartung konfigurieren
- Always On Availability Group im Lab aufbauen und Failover-Verhalten testen
- SSIS-Paket für einfachen ETL-Prozess (CSV → SQL-Tabelle) erstellen
- Row-Level Security für mandantenfähige Datenbankstruktur implementieren
- SSRS-Report auf Basis einer gespeicherten Prozedur erstellen und formatieren
Die Labs sind in einer gehosteten virtuellen Umgebung zugänglich; kursbegleitende Unterlagen werden bereitgestellt. Teilnehmende arbeiten direkt mit SQL Server Management Studio und können die Lab-Ergebnisse als Portfolio-Beispiele nutzen. Der Kurs schließt mit einer Übersicht über aktuelle SQL-Server-Features (ColumnStore Indexes, In-Memory OLTP, JSON-Support, Graph-Daten) ab, damit Absolventinnen und Absolventen auch in neueren Produktversionen orientiert sind.
Lernziele:
- T-SQL-Abfragen formulieren: SELECT, JOINs, Subqueries, CTEs und Window Functions
- Datenbankschemas, Tabellen, Indizes und Constraints korrekt modellieren
- Gespeicherte Prozeduren, Funktionen und Trigger entwickeln und debuggen
- Transaktionssteuerung und Isolationsstufen in SQL Server verstehen und anwenden
- Abfrageoptimierung durch Execution Plans, Index-Tuning und Statistiken verbessern
- SQL Server Backup-Strategien (Full, Differential, Transaction Log) planen und umsetzen
- Hochverfügbarkeits-Optionen: Always On Availability Groups, Database Mirroring und Log Shipping kennen
- SQL Server-Sicherheit: Login-Konzepte, Schema-Berechtigungen und Row-Level Security
- Datenbankdesign-Prinzipien: Normalisierung, ERD, physisches Design und Partitionierung
- SQL Server Integration Services (SSIS) für ETL-Prozesse grundlegend einsetzen
- SQL Server Reporting Services (SSRS) für strukturierte Berichte nutzen
- Monitoring und Trouble-Shooting mit SQL Server Management Studio (SSMS) und DMVs
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen mit IT-Grundkenntnissen, die professionell mit SQL Server arbeiten oder eine DBA-Karriere einschlagen wollen.
- Anwendungsentwickler, die SQL-Grundkenntnisse zu produktionssicherem T-SQL ausbauen wollen
- Junior-DBAs und Systemadministratoren, die SQL Server in ihre Tätigkeiten integrieren
- BI- und Reporting-Fachkräfte, die Datenbankzugriffe selbst formulieren und optimieren
- IT-Quereinsteiger mit logisch-analytischem Denken und ersten Programmiererfahrungen
- Datenbankdesigner, die ihre ERD-Kenntnisse in SQL-Server-spezifisches Wissen überführen wollen
Grundkenntnisse in relationalen Datenbanken und einfachen SQL-Abfragen erleichtern den Einstieg erheblich. Kenntnisse in mindestens einer Programmiersprache sind hilfreich für den Einstieg in T-SQL und gespeicherte Prozeduren. Allgemeine IT-Grundlagenkenntnisse (Betriebssysteme, Netzwerk) werden vorausgesetzt; eine Windows-Server-Administration ist nicht erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Theorie-Einheiten, in denen Konzepte erklärt und visualisiert werden, wechseln sich mit direkten Lab-Phasen in SQL Server Management Studio ab. Fallstudien (z. B. Datenbankdesign für eine fiktive Bestellplattform) geben den technischen Inhalten einen beruflichen Kontext. Der Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt; Selbststudium mit den mitgelieferten Kursunterlagen ergänzt die Live-Einheiten.
Der Kurs wird überwiegend in Vollzeit angeboten; Teilzeit-Varianten sind je nach Anbieter möglich. Der Umfang richtet sich nach den gewählten Modulen; Kursunterlagen zu beiden MOC-Kursprogrammen sind inklusive.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Lehrgangs- und Qualifizierungszertifikat. Die MCSE Data Platform-Prüfungen, auf die die MOC-Kurse 20464/20465 ursprünglich vorbereitet haben, wurden von Microsoft im Jahr 2021 eingestellt. Wer eine aktuelle Microsoft-Datenbankzertifizierung anstrebt, sollte die aktuellen Prüfungspfade (z. B. DP-300 für Azure Database Administrator) prüfen. Die fachlichen Kursinhalte zu T-SQL, Datenbankdesign und SQL Server-Administration sind davon unabhängig und gelten auch für aktuelle SQL-Server-Versionen.
Nutzen & Perspektiven
SQL Server ist einer der meistverbreiteten relationalen Datenbankserver weltweit und in deutschen Unternehmen nach wie vor sehr weit verbreitet — sowohl On-Premises als auch als Azure SQL Database in der Cloud. Wer T-SQL sicher beherrscht und Datenbankstrukturen solide entwerfen kann, ist in nahezu jeder IT-Abteilung mit Microsoft-Stack gefragt. Die Kombination aus Entwicklungs- und Administrationsinhalten macht den Kurs besonders vielseitig: Teilnehmende lernen nicht nur, wie Abfragen formuliert werden, sondern auch warum ein bestimmter Index eine Abfrage um den Faktor zehn beschleunigt und welche Backup-Strategie für welchen Recovery-Bedarf geeignet ist. Dieses Zusammenspiel aus Code und Betrieb unterscheidet einen souveränen Datenbankspezialisten von jemandem, der nur SQL-Syntax kennt. Für Personen, die langfristig in Richtung Cloud-Datenbanken weitergehen wollen, liefert dieser Kurs das relationale Fundament, das für Azure SQL Database, Azure Synapse Analytics oder SQL Server on Azure VMs gleichermaßen gilt. Der Schritt zur DP-300-Zertifizierung (Azure Database Administrator Associate) baut direkt auf den hier erworbenen Kenntnissen auf.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind die MCSE-Data-Platform-Prüfungen noch gültig?
Nein. Microsoft hat die MCSE-Zertifizierungen inklusive MCSE Data Management and Analytics im Jahr 2021 eingestellt. Die fachlichen Kurs-Inhalte zu T-SQL, Datenbankdesign und SQL Server-Administration sind davon unabhängig und gelten auch für aktuelle SQL-Server-Versionen.
Welche aktuellen Microsoft-Zertifizierungen bauen auf diesen Inhalten auf?
Die Prüfung DP-300 (Azure Database Administrator Associate) ist der nächste logische Schritt für Absolventen dieses Kurses. Sie setzt SQL-Server-Kenntnisse voraus und erweitert diese um Azure SQL Database und verwaltete Instanzen.
Benötige ich eine eigene SQL-Server-Installation für den Kurs?
Nein. Die Labs laufen in einer gehosteten virtuellen Umgebung, die vollständig eingerichtet ist. Eine eigene SQL-Server-Lizenz oder Installation ist für die Kursteilnahme nicht notwendig.
Welche SQL-Server-Version wird im Kurs verwendet?
Der Kurs behandelt Konzepte, die über mehrere SQL-Server-Versionen gültig sind. Die Labs arbeiten mit einer aktuellen SQL-Server-Version; kernsprachliche T-SQL-Konstrukte und Administrationsprinzipien sind von Version 2016 bis zur aktuellen Version 2022 weitgehend stabil.
Kann ich diesen Kurs ohne Programmierkenntnisse belegen?
Grundlegende SQL-Kenntnisse (einfache SELECT-Abfragen) reichen als Einstieg. Tiefe Programmierkenntnisse in C# oder Java sind nicht erforderlich, aber logisch-analytisches Denken und Bereitschaft zum strukturierten Codewriting sind wichtig für den T-SQL-Teil.
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