Überblick
Ladung sicher zu verstauen und zu sichern ist eine gesetzliche Pflicht und eine täglich relevante Aufgabe im Güter- und Personenverkehr. Diese modulare Qualifizierung richtet sich an Fahrende, die Transporte mit körperlichen Gütern durchführen und dabei nachweislich nach den anerkannten Regeln der Technik handeln wollen. Die Weiterbildung folgt den Vorgaben der VDI-Richtlinie 2700a und schließt mit einem Ausbildungsnachweis ab, der bundesweit als Qualifikationsnachweis für Ladungssicherung akzeptiert wird. Der Kurs vermittelt in bis zu 27 Unterrichtseinheiten die Grundlagen und die Praxis, die Fahrpersonal benötigt, um Transporte sicher, haftungssicher und ohne Güterverlusst zu bewältigen.
Kursinhalte & Lernziele
Block 1: Rechtliche Grundlagen und Verantwortlichkeiten Wer haftet, wenn Ladung unterwegs verrutscht oder ein Unfall entsteht? In diesem Einstiegsblock klären Teilnehmende, welche gesetzlichen Regelungen für das Fahrpersonal gelten und welche Pflichten bei der Ladungssicherung konkret bestehen.
- Haftung des Fahrpersonals, des Halters und des Verladers nach StVO und StVZO
- EU-Richtlinien und nationale Rechtsgrundlagen zur Ladungssicherung
- Bußgeldkatalog und Konsequenzen bei fehlerhafter Sicherung
- Pflichten des Fahrpersonals vor Fahrtantritt und während der Fahrt
- Bedeutung und Gültigkeit des Ausbildungsnachweises nach VDI 2700a
- Dokumentation und Nachweispflichten bei gewerblichen Transporten
Block 2: Physik und Technik der Ladungssicherung Ladung zu sichern bedeutet zunächst, die wirkenden Kräfte zu verstehen. Dieser Block vermittelt das physikalische Fundament, auf dem alle praktischen Sicherungsstrategien aufbauen.
- Massenträgheit, Schwerkraft und Beschleunigungskräfte bei typischen Fahrmanövern
- Berechnung der Sicherungskräfte in Längs-, Quer- und Hochrichtung
- Reibungszahlen verschiedener Materialkombinationen und ihr Einfluss auf die Sicherung
- Schwerpunktlage und Lastverteilung über die Achsen
- Zulässige Achslasten, Stützlast und Gesamtgewicht
- Mathematische Grundlagen für die Sicherungsberechnung nach VDI 2700a
Block 3: Sicherungsmittel und ihre Anwendung Zurrgurte, Antirutschmatten, Keilhölzer, Netze und Stahlseile — die Auswahl und der fachgerechte Einsatz dieser Mittel entscheidet über den Erfolg der Ladungssicherung. Teilnehmende lernen die Eigenschaften und Grenzen jedes Mittels kennen.
- Arten von Zurrmitteln und ihre Kennzeichnung (Gurtbreite, LC-Wert, lashing capacity)
- Zustand, Pflege und Austauschkriterien für Sicherungsmittel
- Antirutschmatten: Materialien, Einsatzbereiche und Einfluss auf die Sicherungskraft
- Zurrtechniken: Niederzurren, Diagonalzurren, Direktzurren im Vergleich
- Formschluss als bevorzugte Methode und Voraussetzungen für dessen Anwendung
- Hilfsmittel wie Kanten- und Eckenschutz, Klemmbretter und Spannsicherungen
Block 4: Planung und Praxis der Ladungssicherung Wissen in die Praxis überführen: In diesem Block arbeiten Teilnehmende an realen Ladebeispielen, entwickeln Sicherungskonzepte und üben die korrekte Dokumentation. Praxisaufgaben und Übungen
- Erstellen eines Sicherungskonzepts für eine einfache Stückgutladung auf dem Planenauflieger
- Berechnung der benötigten Zurrkräfte für eine gemischte Ladung mit unterschiedlichen Schwerpunkten
- Auswahl der geeigneten Sicherungsmittel für Paletten-, Fass- und Coilladung
- Kontrolle einer bereits aufgebauten Ladung auf Fehler und Schwachstellen
- Dokumentation eines Transports mit Nachweis der erfüllten Sicherungsanforderungen
- Durchführung einer Sicherungsprüfung vor Fahrtantritt anhand einer Checkliste
- Besprechung von Unfallbeispielen und Analyse der Ursachen
- Berechnung der Sicherungskraft bei kombinierten Methoden (Formschluss + Niederzurren)
- Praxisbeispiele für Kühlgüter, Stahlprodukte, Holzladungen und Schüttgut in Behältern
- Erörterung typischer Fehler bei Berufskraftfahrenden und wie sie vermieden werden
- Fachgespräch zu schwierigen Ladesituationen, die im Berufsalltag vorkommen
- Ausfüllen der Abschlussdokumentation und Vorbereitung auf den Ausbildungsnachweis
Die Praxisübungen folgen strikt den anerkannten Regeln der Technik, wie sie in der VDI 2700a niedergelegt sind. Wer den Nachweis anstrebt, muss zeigen, dass er oder sie nicht nur die Theorie kennt, sondern auch im Ernstfall korrekt handelt.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung können Teilnehmende folgendes
- die physikalischen Kräfte benennen, die auf Ladung bei Beschleunigung, Bremsung und Kurvenfahrt einwirken
- zulässige Zuladung, Achslast und Gesamtgewicht korrekt berechnen und einhalten
- Ladungssicherungsmittel wie Zurrgurte, Antirutschmatten und Keilhölzer fachgerecht auswählen und einsetzen
- Niederzurren, Diagonalzurren und Direktzurren als Methoden unterscheiden und situationsgerecht anwenden
- Formschluss als primäre Sicherungsstrategie bei entsprechender Ladefläche umsetzen
- Schwerpunktlage und Lastverteilung rechnerisch bestimmen und optimieren
- geltende gesetzliche Vorschriften (StVO, StVZO, EU-Richtlinien) im Zusammenhang mit Ladungssicherung einhalten
- Sicherungskräfte nach VDI 2700a berechnen und Sicherungskonzepte dokumentieren
- typische Fehler bei der Ladungssicherung erkennen und vermeiden
- Ladungssicherungsmaßnahmen bei Teilladungen und kombinierten Güterarten eigenständig planen
- Verantwortung als Fahrpersonal gegenüber Arbeitgeber, Auftraggeber und Behörden rechtssicher wahrnehmen
- den Ausbildungsnachweis gemäß VDI 2700a als Beleg fachlicher Kompetenz vorzeigen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Qualifizierung richtet sich an Berufskraftfahrerinnen und Berufskraftfahrer in der Güterbeförderung, die Transporte auf öffentlichen Straßen sicher und rechtskonform durchführen wollen.
- LKW-Fahrerinnen und LKW-Fahrer in Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung
- Busfahrerinnen und Busfahrer, die auch Gepäck- oder Gepäckabtransporte übernehmen
- Fuhrparkverantwortliche, die Fahrerinnen und Fahrer fachlich begleiten
- Quereinsteiger in die Logistikbranche mit entsprechendem Führerschein
- Personen, die einen anerkannten Nachweis ihrer Ladungssicherungskompetenz benötigen
Für die Teilnahme wird ein Führerschein der Klasse C, CE oder D vorausgesetzt. Grundkenntnisse im Transportwesen, etwa aus dem Berufsalltag als Fahrerin oder Fahrer, erleichtern den Einstieg erheblich. Besondere Vorkenntnisse in Physik oder Mathematik sind nicht erforderlich — alle notwendigen Berechnungsgrundlagen werden im Kurs erarbeitet.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht verbindet Theorieinput mit praktischen Rechenbeispielen und fallbasierten Übungen. Kurzvideos, Folientexte und reale Ladungsbilder veranschaulichen, wie physikalische Grundlagen und gesetzliche Anforderungen im Arbeitsalltag zusammenwirken. Kleingruppen ermöglichen es, individuelle Fragen aus dem Berufsalltag einzubringen und gezielt zu klären. Die Praxisphase wird so gestaltet, dass alle Teilnehmenden aktiv an der Entwicklung von Sicherungskonzepten mitwirken, nicht nur zuschauen.
Der Kurs umfasst bis zu 27 Unterrichtseinheiten (UE). Die genaue Stundenzahl kann je nach gewähltem Modul und Anbieter variieren; das Programm ist als modulare Qualifizierung angelegt, sodass einzelne Schwerpunkte vertieft werden können, wenn der Bedarf dies erfordert.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss einen Ausbildungsnachweis gemäß VDI 2700a. Dieser Nachweis belegt, dass die Inhaberin oder der Inhaber die Anforderungen der VDI-Richtlinie 2700a kennt und Transporte nach den anerkannten Regeln der Technik sichern kann. Der Nachweis ist bundesweit anerkannt und kann bei Kontrollen durch Polizei oder Gewerbeaufsicht vorgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Falsch gesicherte Ladung ist eine der häufigsten Ursachen für schwere Transportunfälle im Straßengüterverkehr. Fahrpersonal, das einen anerkannten Nachweis nach VDI 2700a besitzt, zeigt Arbeitgebern und Auftraggebern, dass es diese Verantwortung ernst nimmt und fachlich dafür gerüstet ist. In einem Berufsfeld, in dem Haftungsfragen immer häufiger auf das Fahrpersonal selbst zurückfallen, schützt ein solider Nachweis vor Konsequenzen bei Kontrollen. Darüber hinaus steigert die Qualifizierung die alltägliche Arbeitssicherheit erheblich. Wer versteht, welche Kräfte auf die Ladung wirken und wie Sicherungsmittel korrekt eingesetzt werden, handelt nicht aus Gewohnheit, sondern aus Wissen — und kann auch in ungewohnten Ladesituationen fundierte Entscheidungen treffen, anstatt zu improvisieren. Der Ausbildungsnachweis ist zudem ein Dokument, das im Lebenslauf und bei Bewerbungen in Logistikunternehmen einen klaren Mehrwert bietet. In einer Branche, in der fachliche Qualifikationen zunehmend nachgewiesen werden müssen, ist eine VDI-2700a-konforme Zertifizierung ein sichtbarer Beleg praktischer Fachkompetenz.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Ausbildungsnachweis nach VDI 2700a?
Die VDI-Richtlinie 2700a legt fest, wie Fahrpersonal zur Ladungssicherung zu qualifizieren ist. Der Ausbildungsnachweis belegt, dass die Inhaberin oder der Inhaber diese Qualifizierung absolviert und die Regeln der Technik zur Ladungssicherung gelernt hat. Er ist bundesweit anerkannt und kann bei Kontrollen durch Behörden vorgelegt werden.
Für welche Fahrzeugklassen gilt diese Qualifizierung?
Die Weiterbildung richtet sich an Fahrpersonal mit Führerschein der Klasse C, CE (LKW) oder D (Bus), das Gütertransporte auf öffentlichen Straßen durchführt. Auch Fuhrparkverantwortliche profitieren von den vermittelten Inhalten.
Wie viele Stunden umfasst der Kurs?
Der Kurs umfasst bis zu 27 Unterrichtseinheiten (UE). Als modulare Qualifizierung können Umfang und Schwerpunkte je nach individuellem Bedarf angepasst werden. Der genaue Zeitplan wird bei der Anmeldung abgestimmt.
Sind Mathematikkenntnisse für die Teilnahme erforderlich?
Nein. Alle Berechnungen — zum Beispiel für Sicherungskräfte, Achslastverteilung oder Zurrkräfte — werden im Kurs von Grund auf erarbeitet. Grundschulmathematik reicht als Basis aus; der Schwerpunkt liegt auf Verständnis und praktischer Anwendung, nicht auf komplexer Algebra.
Was passiert bei einer Polizeikontrolle, wenn die Ladung nicht gesichert ist?
Ungesicherte oder falsch gesicherte Ladung ist ein Verstoß gegen die StVO und kann zu Bußgeldern, Verwarnungen und im Schadensfall zu zivilrechtlicher oder strafrechtlicher Haftung führen. Ein gültiger Ausbildungsnachweis allein schützt nicht vor Konsequenzen, wenn die Ladung tatsächlich nicht gesichert ist — er belegt aber die Qualifikation des Fahrpersonals und wirkt im Zweifelsfall entlastend.
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