Überblick
OKR — Objectives and Key Results — ist eine Zielmethode, die von Google weltweit bekannt gemacht wurde und heute in agilen Produkt- und Projektorganisationen als Standard gilt. Diese Weiterbildung vermittelt, wie das OKR-Framework in der Praxis funktioniert: von der richtigen Formulierung ambitionierter Ziele über die Definition messbarer Key Results bis hin zur Einbettung des Frameworks in Teamroutinen und Produktzyklen. Ergänzend werden die digitalen Kollaborations- und Managementwerkzeuge behandelt, die für die praktische OKR-Arbeit in modernen Teams unverzichtbar sind: Microsoft Teams für Kommunikation und Teamorganisation, Scrum-Grundlagen als methodischer Rahmen für Produktteams sowie die Grundprinzipien des IT Service Managements nach ITIL 4.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: OKR – Das Framework in Theorie und Praxis Das Herzstück der Weiterbildung. Hier lernen Teilnehmende OKRs von Grund auf kennen — von der Entstehungsgeschichte über die Grundprinzipien bis zur praktischen Umsetzung in Produktteams und Projekten.
- Ursprung und Verbreitung von OKR: von Intel über Google bis zum heutigen Einsatz
- Struktur eines OKR: Objective als qualitativer Richtungsanker, Key Results als messbare Meilensteine
- Unterschied zwischen OKRs und anderen Zielsystemen wie KPIs, SMART-Zielen oder BSC
- OKR-Zyklen: Quarterly OKRs, Monthly Check-ins und Weekly Status-Updates
- Company-, Team- und Individual-OKRs und ihre gegenseitige Ausrichtung (Alignment)
- OKR-Formulierungsregeln: was ein gutes Objective ausmacht, was einen messbaren Key Result auszeichnet
- Häufige Fehler: zu viele OKRs, falsche KR-Formulierungen, fehlende Review-Disziplin
- Tools und Plattformen für OKR-Tracking: Überblick über gängige Software-Optionen
- OKR als kulturelle Veränderung: psychologische Sicherheit und Transparenz als Voraussetzungen
Modul 2: Scrum-Grundlagen im agilen Produktumfeld OKR und Scrum ergänzen sich in modernen Produktteams: Scrum liefert den Arbeitsprozess, OKR liefert den Zielrahmen. Dieses Modul gibt Teilnehmenden das Scrum-Grundwissen, das für die Kombination beider Methoden notwendig ist.
- Die vier Werte des Agile Manifesto als Fundament agiler Zusammenarbeit
- Scrum-Rollen: Scrum Team, Scrum Master und Product Owner im Überblick
- Sprint-Struktur: Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospective
- Scrum-Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog und Increment
- Definition of Done als Qualitätskriterium im Entwicklungsprozess
- Zusammenspiel von Scrum-Sprints und OKR-Quartalen in Produktteams
Modul 3: Microsoft Teams im Team- und Projektmanagement Digitale Zusammenarbeit braucht die richtigen Werkzeuge. Dieser Modul zeigt, wie Microsoft Teams als zentrale Plattform für die OKR-Begleitung und Projektarbeit genutzt wird — von der täglichen Kommunikation bis zur strukturierten Meeting-Vorbereitung.
- Funktionen und Einsatzmöglichkeiten von Microsoft Teams im Projekt- und Produktkontext
- Erstellen und Verwalten von Team-Kanälen und strukturierten Chat-Gruppen
- Planung und Durchführung effektiver Meetings mit Breakout-Räumen und strukturierter Agenda
- Nutzung von Microsoft Planner für Aufgaben- und Sprintverwaltung
- Teams-Integration mit Outlook, OneNote und SharePoint für nahtlose Projektorganisation
- OKR-Check-in-Meetings in Teams strukturiert vorbereiten und nachbereiten
Modul 4: ITIL 4 – IT Service Management Grundlagen Im IT- und Produktumfeld begegnen Projektmanagerinnen und Projektmanager immer häufiger ITIL-Konzepten. Dieser Modul vermittelt die Grundlagen, die für die Zusammenarbeit mit IT-Serviceteams und für die Einordnung von OKRs in Service-Management-Prozesse notwendig sind.
- Zentrale Konzepte des IT Service Managements: Wert, Ergebnis, Nutzen, Garantie
- Die sieben ITIL-4-Leitprinzipien und ihre praktische Anwendung im Projektalltag
- Die vier Dimensionen des ITIL-4-Service-Value-Systems
- Aufbau und Aktivitäten der Service-Wertschöpfungskette
- Überblick über relevante ITIL-Management-Practices: Change Enablement, Incident Management, Continual Improvement
- Verbindung von ITIL-Service-Verbesserungszyklen und OKR-Quartalsphasen
Praxisblock: OKR-Design und Teamanwendung Dieser Block verbindet alle Modulinhalte zu einer integrierten Praxis: Teilnehmende entwickeln eigene OKRs, üben Formulierungen, simulieren Check-in-Meetings und besprechen, wie das Framework in unterschiedlichen Teamkontexten wirkt.
- Entwicklung eines vollständigen OKR-Sets (3 Objectives, je 3–5 Key Results) für ein Beispielproduktteam
- Kritische Prüfung von OKR-Formulierungen aus der Praxis: was funktioniert, was scheitert
- Simulation eines OKR-Check-in-Meetings inklusive Scoring und Diskussion
- Retrospektive: Was hat das Team aus dem letzten OKR-Zyklus gelernt?
- Planung der OKR-Einführung in einem Team: Schritte, Stolpersteine, Erfolgsfaktoren
- Übergang von klassischen Zielsystemen zu OKR: Kommunikationsstrategie für das Team
- Diskussion: Wie werden OKRs mit Scrum-Sprints zeitlich abgestimmt?
- Anwendung von Teams-Funktionen für das OKR-Tracking im Berufsalltag
- Abschlussbesprechung: individuelle Anwendungsfälle aus den Teilnehmenden-Kontexten
Teilnehmende verlassen den Kurs nicht mit Theorie allein, sondern mit einem konkret ausgearbeiteten OKR-Konzept, das sie direkt in ihrer eigenen Arbeitsumgebung einsetzen können.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses können Teilnehmende folgendes
- das OKR-Framework als Methode zur Zieldefinition und Zielverfolgung beschreiben und erklären
- Objectives formulieren, die inspirierende, qualitative Richtungsziele darstellen
- Key Results so definieren, dass sie messbar, terminierbar und eindeutig erreichbar oder nicht erreichbar sind
- OKR-Zyklen planen, starten, überprüfen und retrospektiv auswerten
- Ziele auf Team- und Individualebene mit strategischen Unternehmenszielen verknüpfen (Kaskadierung)
- typische Fehler bei der OKR-Einführung erkennen und vermeiden
- Scrum-Teamrollen und Scrum-Artefakte benennen und deren Funktion im agilen Projektumfeld erklären
- Microsoft Teams als Plattform für Teamorganisation, Aufgabenmanagement und Meetings einsetzen
- ITIL-4-Grundbegriffe verwenden und IT-Service-Prozesse in ihrer OKR-Planung berücksichtigen
- die Verbindung zwischen agilen Produktzyklen und OKR-Messzyklen herstellen
- Ergebnisse aus OKR-Reviews in die nächste Planungsrunde einfließen lassen
- Teams im Übergang von klassischer Zielvorgabe zu selbstverantwortlicher OKR-Arbeit begleiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fach- und Führungskräfte in der Produkt- und Projektarbeit, die ihre Zielarbeit von klassischer Vorgabenlogik auf ein agiles, transparentes Framework umstellen wollen.
- Projektmanagerinnen und Projektmanager, die OKR als Ergänzung zu bestehenden Methoden einführen wollen
- Product Owner und Product Manager, die OKR-Zyklen mit Scrum-Sprints kombinieren wollen
- Scrum Master, die das OKR-Framework als Führungswerkzeug für ihre Teams verstehen wollen
- Teamleitende, die mehr Eigenverantwortung und Zielorientierung im Team etablieren wollen
- IT-Fachkräfte mit Interesse an der Verbindung von ITIL und agilen Managementmethoden
Grundkenntnisse in Projektmanagement oder agiler Arbeitsweise sind empfohlen, aber keine formale Voraussetzung. Der Kurs setzt voraus, dass Teilnehmende grundlegend mit digitalen Tools umgehen können und Interesse an strukturierten Arbeitsprozessen mitbringen. Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind nützlich, da internationale Fachliteratur und Scrum-Terminologie überwiegend auf Englisch verfasst sind.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Blended-Learning-Format statt: Theorieeinheiten werden online bereitgestellt und können flexibel erarbeitet werden; live moderierte Sessions vertiefen die Inhalte und ermöglichen direktes Feedback. Der Praxisblock ist als interaktive Gruppenarbeit angelegt, bei der Teilnehmende eigene OKR-Formulierungen entwickeln und gemeinsam diskutieren. Microsoft Teams dient nicht nur als Kurslernplattform, sondern wird gleichzeitig als praktisches Kollaborationswerkzeug genutzt und verinnerlicht.
Der Kurs wird in Vollzeit oder Teilzeit durchgeführt. Die genaue Stundenzahl richtet sich nach dem gebuchten Format; das Programm ist so konzipiert, dass alle vier Modulbereiche vollständig durchlaufen werden. Angaben zu Kurszeiten und Umfang sind bei der Anbieterberatung erhältlich.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat mit der Bezeichnung "OKR im Produkt- und Projektmanagement". Dieses Zertifikat dokumentiert die im Kurs erworbenen Kompetenzen und kann als Qualifikationsnachweis bei der Bewerbung für Produkt- und Projektmanagementrollen vorgelegt werden. Das Zertifikat ist ein trägerinternes Dokument und kein Hersteller- oder Verbandszertifikat.
Nutzen & Perspektiven
OKR hat sich als führende Methode für Zielmanagement in agilen Produktorganisationen weltweit etabliert. Unternehmen, die das Framework einführen, berichten regelmäßig von höherer Transparenz über Prioritäten, stärkerem Team-Alignment und besserer Messbarkeit von Fortschritt. Wer OKRs bedienen, formulieren und moderieren kann, bringt eine Fähigkeit mit, die in wachsenden Produktteams zunehmend nachgefragt wird. Die Kombination von OKR-Methodik, Scrum-Grundlagen und ITIL-4-Wissen ist besonders wertvoll, weil sie die drei in modernen IT- und Produktorganisationen am häufigsten genutzten Rahmenwerke in einem Kurs zusammenbringt. Wer alle drei versteht und miteinander verbinden kann, kann als Vermittler zwischen Produktteam, IT-Service-Bereich und strategischer Führungsebene wirken. Schließlich fördert dieser Kurs etwas, das über Methoden hinausgeht: das Denken in Zielen und Ergebnissen statt in Aktivitäten und Stunden. Diese Perspektive ist in jeder Rolle wertvoll — ob als Projektleitung, als Teamführung oder als Product Owner, der zwischen Stakeholdern und Entwicklungsteam vermittelt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet OKR von herkömmlichem Zielmanagement?
OKR trennt das qualitative Ziel (Objective) klar von den messbaren Indikatoren (Key Results). Statt Aufgaben zu erfüllen, geht es darum, konkrete, überprüfbare Ergebnisse zu erzielen. OKRs werden typischerweise quartalsweise gesetzt und öffentlich im Team geteilt — Transparenz und Eigenverantwortung sind strukturell eingebaut, nicht auf Führungsinitiative angewiesen.
Muss ich Vorkenntnisse in Scrum oder ITIL mitbringen?
Nein. Scrum und ITIL 4 werden im Kurs auf Grundlagenniveau eingeführt. Das Kursprogramm ist so gestaltet, dass auch Personen ohne formale Vorkenntnisse in diesen Rahmenwerken den Anschluss finden. Vorwissen beschleunigt den Einstieg, ist aber keine Zugangsvoraussetzung.
Erhalte ich ein offizielles OKR-Zertifikat?
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab, das die erworbenen Kompetenzen im OKR-Framework und den ergänzenden Bereichen dokumentiert. Es handelt sich nicht um ein Verbands- oder Herstellerzertifikat. Für eine formale PSM-I-Zertifizierung (Scrum.org) wäre eine separate Prüfung erforderlich.
Kann ich OKRs auch ohne Scrum einsetzen?
Ja. OKR ist ein eigenständiges Framework, das unabhängig von Scrum funktioniert. Es passt ebenso gut zu klassischen Projekten, Kanban-Workflows oder hybriden Methoden. Im Kurs wird gezeigt, wie OKR in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt werden kann — Scrum dient als häufiges Praxisbeispiel, nicht als Pflichtrahmen.
Für welche Teamgrößen eignet sich OKR?
OKR funktioniert in Teams ab ca. 3 Personen bis hin zu Organisationen mit mehreren tausend Mitarbeitenden. Der Kurs behandelt vorwiegend den Team- und Abteilungskontext, zeigt aber auch, wie OKR auf Unternehmensebene kaskadiert wird. Für die Einführung in großen Organisationen gibt es eigene Change-Management-Anforderungen, die im Kurs thematisiert werden.
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