Überblick
Die PL-100-Zertifizierung richtet sich an die Rolle des Power Platform App Makers — Personen, die Geschäftsprozesse digitalisieren, indem sie mit Microsoft Power Apps Canvas-Apps bauen, Daten mit dem Microsoft Dataverse verwalten und einfache Automatisierungen mit Power Automate umsetzen. Im Unterschied zu klassischen Entwicklerrollen steht dabei der Low-Code-Ansatz im Vordergrund: App Maker kennen die Geschäftsprozesse ihres Unternehmens und übersetzen sie eigenständig in digitale Lösungen — ohne tiefe Programmierkenntnisse. Dieser Kurs bereitet gezielt auf die offizielle Microsoft-Prüfung PL-100 vor und vermittelt das gesamte Prüfungscurriculum strukturiert und anwendungsorientiert.
Kursinhalte & Lernziele
Power Apps Canvas-Apps entwickeln Canvas-Apps sind der Kern der App-Maker-Rolle. Auf einer leeren Leinwand entwirft man Benutzeroberflächen, die genau auf einen Geschäftsprozess zugeschnitten sind — vom Formular für Reisekostenabrechnungen bis zur App für die Lagerverwaltung. Das Modul führt durch den gesamten Entwicklungsprozess, von der ersten Designentscheidung bis zur Veröffentlichung.
- Erstellen von Canvas-Apps mit dem Power Apps Studio (web-basiert und Desktop-App)
- Hinzufügen und Konfigurieren von Steuerelementen (Formulare, Galerien, Schaltflächen, Medien)
- Schreiben von Power Fx-Formeln für Datenfilterung, Berechnungen und Navigationslogik
- Verbinden von Canvas-Apps mit SharePoint-Listen, Excel-Tabellen, Dataverse und SQL Server
- Responsives Design und barrierefreie Gestaltung von Canvas-Apps
- Veröffentlichung, Freigabe und Versionsverwaltung von Canvas-Apps
Microsoft Dataverse und Datenmodellierung Der Dataverse ist die Datenbankschicht der Power Platform. Im Gegensatz zu einfachen SharePoint-Listen bietet er relationale Datenmodelle, Sicherheitsrollen auf Zeilenebene und Businesslogik direkt im Datenspeicher. Wer professionelle Power Platform-Lösungen baut, kommt am Dataverse nicht vorbei.
- Anlegen und Konfigurieren von Tabellen, Spalten, Beziehungen (1:n, n:n) und Nachschlagefeldern
- Definieren von Geschäftsregeln (Business Rules) für Validierung und automatische Feldwerte
- Erstellen und Verwalten von Sicherheitsrollen für row-level und field-level Sicherheit
- Umgebungen (Environments) in Power Platform planen und verwalten
- Lösungen erstellen, Komponenten hinzufügen und zwischen Umgebungen exportieren und importieren
Power Automate für Prozessautomatisierung Power Automate ergänzt Power Apps um die automatische Verarbeitung von Ereignissen. Im App-Maker-Kontext geht es typischerweise um Genehmigungsworkflows, automatische E-Mails oder die Synchronisation zwischen verschiedenen Systemen — alles ohne Serverinfrastruktur oder eigenen Code.
- Erstellen von Cloud Flows mit Triggern aus Power Apps, SharePoint, Outlook und Teams
- Aufbau von Genehmigungsprozessen (Approval Flows) mit mehreren Genehmigungsstufen
- Verwendung von Bedingungen, Schleifen und parallelen Verzweigungen in Flows
- Einsatz von Standardkonnektoren (Microsoft 365, SharePoint, Dataverse) und Premium-Konnektoren
- Fehlerbehandlung und Überwachung von Flows in der Power Automate-Verwaltungsoberfläche
Power BI Grundlagen und Power Platform-Integration App Maker sind oft auch für die Visualisierung von Prozessdaten verantwortlich. Power BI ermöglicht es, aus Dataverse- und SharePoint-Daten aussagekräftige Dashboards zu erstellen, die Entscheidungsträger im Unternehmen nutzen können.
- Verbinden von Power BI Desktop mit Dataverse- und SharePoint-Datenquellen
- Erstellen von Berichten mit Diagrammen, Tabellen und Datenschnitten
- Veröffentlichen von Berichten im Power BI-Service und Freigabe an Kollegen
- Einbetten von Power BI-Berichten in Canvas-Apps
Praxisszenarien und Examensvorbereitung Die Prüfung PL-100 testet keine Einzelfakten, sondern das Verständnis dafür, welches Power Platform-Werkzeug in welcher Situation sinnvoll eingesetzt wird. Dieses Modul arbeitet typische Anwendungsfälle aus der Praxis durch und zeigt, wie man aus einer Problemstellung die richtige Lösungsarchitektur ableitet.
- Analyse von Anforderungsszenarien und Auswahl des passenden Power Platform-Werkzeugs
- Canvas-App vs. Model-Driven App: Entscheidungskriterien und Vor- und Nachteile
- Umsetzung eines vollständigen Fallbeispiels: App, Flow, Dataverse-Modell und Dashboard
- Verständnis von Umgebungsstrategien für Entwicklung, Test und Produktion
- Übersicht über lizenzpflichtige Features (Premium Connectors, Dataverse) und deren Auswirkungen auf die Architektur
- Typische Prüfungsaufgaben aus den Themenbereichen App-Entwicklung, Datenmodellierung und Automatisierung
- Durcharbeiten von offiziellen Microsoft Learn-Lernpfaden als Prüfungsgrundlage
- Vergleich von Dataverse for Teams vs. vollständigem Dataverse
- Sicherheits- und Compliance-Fragen in Power Platform-Umgebungen
- Governance und Center of Excellence (CoE) Starter Kit als Unternehmenskonzept
- Herausforderungen bei der unternehmensweiten Einführung von Low-Code-Plattformen
- Best Practices für nachhaltige, wartbare App-Designs
Lernziele:
- Canvas-Apps mit Power Apps von Grund auf entwerfen und mit Datenquellen verbinden
- Den Microsoft Dataverse als zentrales Datenmodell für Power Platform-Lösungen einsetzen
- Tabellen, Spalten, Beziehungen und Geschäftsregeln im Dataverse anlegen und konfigurieren
- Power Automate-Flows für automatische Benachrichtigungen, Genehmigungsprozesse und Datensynchronisation erstellen
- Dashboards und interaktive Berichte mit Power BI Desktop und dem Power BI-Service aufbauen
- Sicherheitsrollen und Zugriffsberechtigungen in Power Platform-Umgebungen verwalten
- Lösungen (Solutions) als transportable Deployment-Einheiten anlegen und in andere Umgebungen übertragen
- Die Grundkonzepte von Model-Driven Apps im Vergleich zu Canvas-Apps erklären und einsetzen
- Verbindungen zu externen Datenquellen (SharePoint, Excel, SQL Server) in Power Apps herstellen
- Connectors und benutzerdefinierte Konnektoren in Power Automate konfigurieren
- Formeln und Ausdrücke in Power Apps (Power Fx) für Benutzerinteraktionen und Datentransformationen schreiben
- Den Lebenszyklus einer Power Platform-Lösung von der Anforderungsaufnahme bis zur Bereitstellung begleiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte, die in ihrem Unternehmen Prozesse digitalisieren möchten, und an IT-affine Personen, die eine Zertifizierung als Einstieg in die Power Platform-Welt anstreben.
- Fachanwender mit Business-Hintergrund (HR, Einkauf, Vertrieb, Logistik), die eigene Apps entwickeln möchten
- IT-Koordinatoren ohne Softwareentwicklungshintergrund, die als Bindeglied zwischen Fachbereich und IT fungieren
- Junior-Entwickler, die sich im Microsoft-Ökosystem auf Low-Code spezialisieren möchten
- Power Platform-Einsteiger, die eine strukturierte Prüfungsvorbereitung suchen
- Personen, die die PL-100-Zertifizierung als Sprungbrett für weitere Power Platform-Spezialisierungen nutzen möchten
Programmierkenntnisse sind ausdrücklich keine Voraussetzung — der Low-Code-Ansatz der Power Platform ist gerade dafür konzipiert, Nicht-Entwickler zu befähigen. Hilfreich sind grundlegende Kenntnisse im Umgang mit Microsoft 365 (SharePoint, Excel, Teams) sowie ein Verständnis dafür, wie Daten in Tabellen strukturiert werden. Eigene Erfahrungen mit Geschäftsprozessen im eigenen Fachbereich erleichtern das Verständnis der Praxis-Szenarien erheblich.
Ablauf & Abschluss
Die Prüfungsvorbereitung kombiniert strukturierte Wissensvermittlung mit dem Durcharbeiten von Fallbeispielen und Übungsaufgaben. Das Lernmaterial orientiert sich am offiziellen Microsoft-Prüfungscurriculum. Teilnehmende arbeiten mit der Power Platform-Weboberfläche in eigenen Testumgebungen — so entsteht praktisches Verständnis neben dem theoretischen Wissen. Selbstlernphasen mit Microsoft Learn-Inhalten sind fester Bestandteil des Kursprogramms.
Individuelle Start- und Teilzeitoptionen stehen zur Verfügung. Der Umfang hängt von den Vorkenntnissen ab — wer bereits mit Power Apps gearbeitet hat, kann gezielter auf die Prüfungslücken fokussieren.
Die Weiterbildung bereitet auf die Ablage der offiziellen Microsoft-Prüfung PL-100 (Microsoft Power Platform App Maker) vor. Die Prüfung wird bei einem autorisierten Microsoft-Testcenter abgelegt. Bei bestandener Prüfung wird die Microsoft-Zertifizierung „Microsoft Certified: Power Platform App Maker Associate" vergeben. Ergänzend erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Lehrgangszertifikat.
Nutzen & Perspektiven
Die Fähigkeit, selbst digitale Lösungen zu bauen, ohne auf die IT-Abteilung warten zu müssen, ist in modernen Unternehmen ein echter Wettbewerbsvorteil. Zertifizierte Power Platform App Maker können Prozesse in ihrem Fachbereich direkt umsetzen — das verkürzt Entwicklungszyklen und entlastet IT-Teams. Die PL-100-Zertifizierung signalisiert Arbeitgebern, dass man das Microsoft-Low-Code-Ökosystem nicht nur nutzt, sondern versteht. Power Platform ist tief in Microsoft 365 integriert und damit in Millionen von Unternehmen bereits lizenziert. Wer als App Maker zertifiziert ist, spielt in einem Markt, in dem die Infrastruktur oft schon vorhanden ist — es fehlt nur das Know-how, sie produktiv einzusetzen. Das ist eine attraktive Positionierung am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig ist PL-100 ein bewusst gesetzter Einstiegspunkt. Die Rolle des App Makers ist das Fundament für weiterführende Power Platform-Zertifizierungen — wer später in die Rolle des Functional Consultants (PL-200) oder des Solution Architects (PL-600) wechseln möchte, baut auf genau den Kenntnissen auf, die hier gelegt werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen PL-100 und PL-200?
PL-100 (App Maker) richtet sich an Low-Code-Anwender aus dem Fachbereich, die selbst einfache Apps und Automatisierungen erstellen. PL-200 (Functional Consultant) setzt Programmierkenntnisse und tiefere Power Platform-Architekturkenntnisse voraus und zielt auf IT-Berater, die Kundenanforderungen in komplexe Lösungen übersetzen. PL-100 ist der empfohlene Einstieg für Personen ohne IT-Hintergrund.
Brauche ich eine bezahlte Power Platform-Lizenz für den Kurs?
Für die Übungen wird eine Power Platform-Testumgebung genutzt — Microsoft stellt kostenlose Developer-Umgebungen zur Verfügung. Einzelne Premium-Features (z. B. Premium Connectors, voller Dataverse-Zugang) setzen eine entsprechende Lizenz voraus; im Kurs werden solche Features beschrieben, aber Übungen konzentrieren sich auf das prüfungsrelevante Spektrum.
Ist PL-100 auch eine Voraussetzung für höhere Power Platform-Zertifizierungen?
PL-100 ist keine formale Voraussetzung für PL-200, PL-400 oder PL-600. Inhaltlich baut jedoch das App-Maker-Wissen auf den Grundlagen auf, die alle weiteren Power Platform-Rollen benötigen. Viele Kandidaten nutzen PL-100 als strukturierten Einstieg in das Microsoft Power Platform-Zertifizierungsprogramm.
Wie ist die PL-100-Prüfung aufgebaut?
Die Prüfung besteht aus Multiple-Choice-, Drag-and-Drop- und Szenario-Fragen, die alle im Power Platform-Dokumentations- und Prüfungscurriculum veröffentlichten Themenbereiche abdecken. Microsoft aktualisiert den Prüfungsinhalt regelmäßig; der Kurs orientiert sich an der aktuell gültigen Fassung des Exam Skills Outline.
Kann ich den Kurs in Teilzeit absolvieren?
Ja — individuelle Teilzeitoptionen und Starttermine können vereinbart werden. Das Prüfungsprogramm ist dasselbe; lediglich der zeitliche Ablauf wird an die persönliche Verfügbarkeit angepasst.
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