Überblick
Die Microsoft Power Platform hat sich zur führenden Low-Code-Plattform für Unternehmensanwendungen entwickelt. Sie ermöglicht es funktionalen Beratern, Geschäftsprozesse zu automatisieren, individuelle Applikationen zu erstellen und datengetriebene Entscheidungen zu unterstützen — ohne tiefes Programmierwissen vorauszusetzen. Dieser Kurs PL-200 vermittelt alle Kenntnisse und Fertigkeiten, die für die externe Zertifizierungsprüfung Microsoft Certified: Power Platform Functional Consultant Associate notwendig sind. Teilnehmende lernen, Anforderungen zu analysieren, Stakeholder einzubeziehen und passgenaue Power-Platform-Lösungen zu konzipieren und zu konfigurieren.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Einführung in die Power Platform und die Rolle des funktionalen Beraters Der Kurs beginnt mit einem Gesamtüberblick über die Power Platform und ihre vier Kernprodukte. Teilnehmende lernen, welche Rolle ein funktionaler Berater in Projekten einnimmt: Er überbrückt die Lücke zwischen fachlichen Anforderungen und technischer Umsetzung. Das Modul vermittelt, wie Anforderungsworkshops strukturiert werden, wie Stakeholder identifiziert und eingebunden werden und wie Lösungskonzepte dokumentiert werden.
- Überblick über Power Apps, Power Automate, Power BI und Power Virtual Agents
- Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines Functional Consultants
- Methoden der Anforderungsaufnahme und Business-Process-Analyse
- Einführung in die Power Platform Admin Center und Umgebungsverwaltung
- Lizenzierungsoptionen und Governance-Grundlagen
Modul 2 — Arbeiten mit Dataverse Dataverse ist der Datenspeicher im Herzen der Power Platform und bietet ein flexibles, rollenbasiertes Datenverwaltungssystem. In diesem Modul erstellen Teilnehmende Datenmodelle, konfigurieren Beziehungen und setzen Sicherheitsrollen um. Dataverse bildet die Grundlage für modellgetriebene Apps und viele Power-Automate-Flows.
- Erstellen und Konfigurieren von Tabellen, Spalten und Beziehungen in Dataverse
- Sicherheitsrollen und Zugriffsrechte einrichten
- Lösungen erstellen und verwalten
- Importieren und Exportieren von Daten via Power Query
- Datenvalidierung, Geschäftsregeln und berechnete Felder
Modul 3 — Power Apps: Canvas Apps und modellgetriebene Apps Power Apps ist das zentrale Werkzeug zur Erstellung von Geschäftsanwendungen. Teilnehmende bauen praxisnah sowohl Canvas Apps (frei gestaltbar) als auch modellgetriebene Apps (auf Dataverse-Basis) und lernen, wie sie angepasste Benutzererfahrungen für unterschiedliche Geräteklassen entwickeln.
- Benutzeroberfläche von Power Apps kennenlernen
- Canvas Apps mit Formeln, Steuerelementen und Datenquellen erstellen
- Modellgetriebene Apps mit Formularen, Ansichten und Dashboards aufbauen
- Navigation, Responsive Design und Barrierefreiheit berücksichtigen
- Apps testen, verteilen und in Teams integrieren
Modul 4 — Power Automate, Power Virtual Agents und Power BI Dieses Modul verbindet die drei weiteren Kernprodukte der Power Platform. Teilnehmende erstellen automatisierte Workflows, konfigurieren Chatbots für den Self-Service und analysieren Geschäftsdaten in interaktiven Dashboards.
- Cloud Flows und Desktop Flows mit Power Automate erstellen
- Trigger, Bedingungen, Schleifen und Fehlerbehandlung in Flows konfigurieren
- Power Virtual Agents für FAQ- und Prozess-Chatbots konfigurieren
- Gesprächspfade, Entitäten und Eskalationen in Chatbots gestalten
- Power BI Berichte und Dashboards erstellen und teilen
Praxisblock (Übungen und Prüfungsvorbereitung)
- Anforderungsanalyse einer fiktiven Vertriebsprozess-Digitalisierung
- Aufbau eines vollständigen Dataverse-Datenmodells
- Erstellen einer Canvas App für die mobile Datenerfassung
- Erstellen einer modellgetriebenen App für das CRM-Management
- Automatisierter Genehmigungsworkflow mit Power Automate
- Konfiguration eines Power Virtual Agent-Chatbots
- Erstellung eines Power BI Dashboards mit interaktiven Filtern
- Integration eines KI-Builders zur automatischen Formularverarbeitung
- Konfiguration von Konnektoren für Microsoft und Drittanbietersysteme
- Erstellen und Verwalten von Power-Platform-Umgebungen
- Governance-Konfiguration und DLP-Richtlinien für Power Apps
- Prüfungssimulation mit typischen PL-200-Fragestellungen
Alle Übungen basieren auf realen Unternehmensszenarien und bereiten direkt auf Prüfungssituationen vor. Die praxisnahe Arbeit mit echten Power-Platform-Mandanten stellt sicher, dass Teilnehmende nach Kursabschluss unmittelbar produktiv werden können.
Lernziele:
- Anforderungsaufnahmen strukturiert durchführen und Geschäftsprozesse analysieren
- Fachexperten und Stakeholder in den Lösungsentwurf einbinden
- Power Apps (Canvas und modellgetriebene Apps) konzipieren, erstellen und veröffentlichen
- Dataverse als zentrale Datenbasis konfigurieren und Datenmodelle entwerfen
- Power Automate zur Automatisierung von Workflows und Geschäftsprozessen einsetzen
- Power Virtual Agents für chatbasierte Self-Service-Lösungen konfigurieren
- Power BI für Datenanalyse, Berichte und Dashboards nutzen
- KI Builder und kognitive Dienste in Power-Platform-Lösungen integrieren
- Konnektoren und APIs für Systemintegrationen verwenden
- Portale für externe Nutzer auf Basis von Power Pages konfigurieren
- Auf die externe Prüfung PL-200 gezielt vorbereiten und typische Prüfungsszenarien üben
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachleute, die als Brücke zwischen Fachabteilung und IT-Entwicklung agieren möchten.
- Business Analysten und Prozessberater, die digitale Lösungen umsetzen wollen
- IT-Administratoren, die den Einstieg in Low-Code-Entwicklung suchen
- Power-Platform-Einsteiger mit Interesse an der Functional-Consultant-Zertifizierung
- Projektmanager und Functional Leads in Microsoft-365-Umgebungen
- Personen, die gezielt die Prüfung PL-200 ablegen möchten
Grundkenntnisse in Microsoft 365 werden vorausgesetzt. Erfahrung mit Datenbankkonzepten oder CRM-Systemen ist von Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Programmierkenntnisse sind nicht notwendig, Grundkenntnisse in Excel-Formeln erleichtern den Einstieg in die Power Apps-Formelsprache. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem ein Lernplan je nach Vorkenntnissen erstellt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet vorwiegend im Combined-Learning-Format statt, das Präsenzeinheiten mit Online-Selbstlernphasen verbindet. Online-Seminare sind ebenfalls verfügbar. Instruktionseinheiten werden durch umfangreiche Laborsessions ergänzt, in denen Teilnehmende direkt in echten Power-Platform-Mandanten arbeiten. Ergänzend kommen Fallstudien und Prüfungssimulationen zum Einsatz, die den Transfer in die Praxis sicherstellen.
Die Kursdauer beträgt in Vollzeit typischerweise mehr als eine Woche bis zu einem Monat. In Teilzeit verlängert sich der Zeitraum entsprechend. Genaue Stundenangaben richten sich nach dem individuellen Lernplan und können im Beratungsgespräch besprochen werden. Sowohl Vollzeit- als auch Teilzeiteinstiege sind verfügbar.
Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Lehrgangszertifikat. Wer zusätzlich die externe Microsoft-Prüfung PL-200 ablegt und besteht, erwirbt das international anerkannte Herstellerzertifikat Microsoft Certified: Power Platform Functional Consultant Associate. Dieses Zertifikat ist ein branchenweit anerkannter Leistungsnachweis für die Arbeit mit der Microsoft Power Platform.
Nutzen & Perspektiven
Die Fähigkeit, Geschäftsprozesse mit Low-Code-Werkzeugen zu digitalisieren, ist eine der gefragtesten Qualifikationen auf dem aktuellen IT-Arbeitsmarkt. Functional Consultants mit Power-Platform-Kenntnissen sind in Projekten zur digitalen Transformation unverzichtbar, weil sie schnell funktionsfähige Lösungen liefern können, ohne vollständige Softwareentwicklungsressourcen zu binden. Unternehmen aus Handel, Gesundheitswesen, Logistik und Finanzdienstleistungen investieren massiv in Power-Platform-Kompetenz. Mit der Zertifizierung PL-200 signalisieren Fachkräfte, dass sie nicht nur einzelne Power-Platform-Produkte bedienen können, sondern den gesamten Beratungs- und Umsetzungsprozess beherrschen — von der Anforderungsaufnahme bis zur Übergabe produktiver Anwendungen. Das unterscheidet zertifizierte Functional Consultants klar von reinen Anwendern. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist dieser Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach Situation in Anspruch genommen werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierung erhalte ich nach diesem Kurs?
Der Kurs bereitet gezielt auf die Microsoft-Prüfung PL-200 vor. Nach bestandener Prüfung erhalten Sie das Herstellerzertifikat Microsoft Certified: Power Platform Functional Consultant Associate. Zusätzlich stellt der Träger ein trägerinternes Lehrgangszertifikat aus.
Brauche ich Programmierkenntnisse für diesen Kurs?
Nein, Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Power Platform ist eine Low-Code-Plattform. Grundkenntnisse in Excel-Formeln erleichtern den Einstieg, sind aber kein Muss.
Was unterscheidet einen Functional Consultant von einem Power-Platform-Anwender?
Ein Functional Consultant übernimmt die gesamte Beratungs- und Umsetzungsverantwortung: Anforderungsanalyse, Stakeholder-Management, Lösungsdesign und Konfiguration. Dieser Kurs deckt genau diesen erweiterten Kompetenzbereich ab.
Ist dieser Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz und weitere Förderoptionen können in Frage kommen. Individuelle Beratung bei der Agentur für Arbeit wird empfohlen.
Welche Branchen suchen Power Platform Functional Consultants?
Praktisch alle Branchen mit Microsoft-365-Umgebungen: Handel, Industrie, Gesundheitswesen, Finanzdienstleistungen, öffentliche Verwaltung und Unternehmensberatung. Die Nachfrage übersteigt derzeit das Angebot an qualifizierten Consultants.
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