Überblick
Die Microsoft Power Platform hat sich zu einem zentralen Werkzeug für die digitale Transformation in Unternehmen entwickelt. Der Kurs PL-400 Power Platform Developer Associate richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die tief in die technischen Möglichkeiten der Plattform einsteigen, eigene Erweiterungen bauen und komplexe Geschäftsprozesse automatisieren möchten. Der Kurs wurde von Microsoft als offizielle Vorbereitung auf die Prüfung PL-400 konzipiert; nach deren Bestehen wird die Zertifizierung Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate verliehen. Teilnehmer lernen, Canvas Apps und modellgesteuerte Apps zu entwickeln, Power Automate-Flows zu erstellen, den Dataverse zu erweitern und benutzerdefinierte Komponenten mit dem Power Apps Component Framework zu bauen.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs ist in klar abgegrenzte Themenbereiche gegliedert, die den vollständigen Prüfungsinhalt der PL-400-Prüfung abdecken. Canvas Apps in Power Apps: Dieser Block bildet die Grundlage der Power-Platform-Entwicklung und führt Teilnehmer durch alle Aspekte der Canvas-App-Erstellung. Von der Datenbindung über die Benutzeroberflächen-Gestaltung bis hin zu fortgeschrittenen Formeln werden alle relevanten Konzepte praxisnah behandelt.
- Erstellen von Canvas Apps mit verschiedenen Layouts und Bildschirmen
- Datenbindung an SharePoint, Dataverse, SQL und OData-Quellen
- Power Fx-Formeln: Delegation, Filter, Lookup und komplexe Berechnungen
- Variablen, Kollektionen und lokale Datenspeicherung
- Fortgeschrittene Steuerelemente: Galerien, Formulare, Media und Maps
- Performance-Optimierung und Delegierbarkeit bei großen Datenmengen
Modellgesteuerte Apps und Microsoft Dataverse: Modellgesteuerte Apps basieren vollständig auf dem Dataverse und bieten eine standardisierte Benutzeroberfläche für Unternehmensanwendungen. Dieser Block behandelt die Datenmodellierung im Dataverse sowie die Anpassung der App-Oberfläche.
- Dataverse-Tabellen, Spalten, Beziehungen und Schlüssel
- Formulare, Ansichten und Dashboards in modellgesteuerten Apps
- Business Rules für clientseitige Validierungen und Feldsichtbarkeit
- JavaScript und TypeScript für clientseitige Skripte
- Sicherheitsrollen, Teams und Column-Level Security
- ALM: Managed und Unmanaged Solutions, Deployment-Pipelines
Power Automate und Prozessautomatisierung: Power Automate ist das zentrale Werkzeug für die Automatisierung von Geschäftsprozessen innerhalb und außerhalb der Power Platform. Teilnehmer lernen, Cloud Flows und Desktop Flows zu entwickeln und mit externen Systemen zu verbinden.
- Cloud Flows: Trigger, Aktionen, Bedingungen und Schleifen
- Genehmigungsworkflows und adaptive Karten für Teams
- Fehlerbehandlung und Retry-Logik in Flows
- Desktop Flows (RPA) für die Automatisierung von Legacy-Anwendungen
- Custom Connectors für REST-APIs mit OAuth und API-Keys
- Überwachung und Troubleshooting von Flows im Admin Center
Power Apps Component Framework und Plugins: Das fortgeschrittene Entwicklermodul behandelt die technischen Erweiterungsmöglichkeiten der Plattform. PCF-Komponenten werden mit TypeScript entwickelt und ermöglichen vollständig benutzerdefinierte UI-Elemente. Plugins greifen direkt in den Dataverse-Verarbeitungslebenszyklus ein.
- PCF-Komponentenentwicklung mit TypeScript und React
- Manifest-Konfiguration und Komponentenregistrierung
- Dataverse-Plugins mit C#: Pre- und Post-Operation, Sync und Async
- Plugin-Registrierung und -Debugging mit Plugin Registration Tool
- Webressourcen: JavaScript, HTML und CSS in modellgesteuerten Apps
- Azure Functions als serverseitige Erweiterungen
Praxis-Übungsszenarien im Labor Alle Kursmodule werden durch hands-on Laborübungen begleitet, in denen Teilnehmer direkt in Microsoft-Entwicklungsumgebungen arbeiten.
- Erstellen einer vollständigen Canvas App für ein Inventarverwaltungssystem
- Implementierung einer modellgesteuerten App für das Kundenmanagement auf Basis von Dataverse
- Entwicklung eines mehrstufigen Genehmigungsworkflows mit Power Automate und Teams
- Erstellen eines Custom Connectors für eine externe Wetter-API
- Entwicklung einer PCF-Komponente für eine interaktive Datumseingabe
- Implementierung eines Dataverse-Plugins für automatische Feldberechnungen bei Datensatzerstellung
- Sicherheitskonfiguration mit Rollen, Teams und Feldebenen-Sicherheit
- Deployment einer Lösung von der Entwicklungsumgebung in die Produktionsumgebung über Pipelines
- Fehlersuche in einem nicht funktionierenden Flow mittels Run History und Telemetrie
- JavaScript-Skript für eine clientseitige Validierung in einer modellgesteuerten App
- PCF-Komponente mit externem Datenaufruf und Fehlerbehandlung
- Abschlusslabor: Vollständige Unternehmensanwendung mit Canvas App, modellgesteuerter App und automatisierten Prozessen
Nach den Laborübungen werden die Lösungen der Teilnehmer gemeinsam besprochen und Best Practices herausgearbeitet. In Prüfungsvorbereitungseinheiten werden typische PL-400-Aufgabenformate geübt.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmer in der Lage, folgende Aufgaben eigenständig und kompetent auszuführen.
- Canvas Apps in Power Apps von Grund auf zu erstellen und mit fortgeschrittenen Datenbindungen zu konfigurieren
- Formeln, Variablen und Kollektionen in Canvas Apps effizient einzusetzen
- Modellgesteuerte Apps auf Basis von Dataverse-Tabellen zu entwickeln und anzupassen
- Power Automate-Flows für Geschäftsprozesse zu entwerfen, zu testen und zu überwachen
- Den Microsoft Dataverse durch benutzerdefinierte Tabellen, Spalten und Beziehungen zu erweitern
- Business Rules und clientseitige Skripte in modellgesteuerten Apps zu implementieren
- Plugins für den Dataverse mit C# zu entwickeln und zu registrieren
- Custom Connectors für externe APIs zu erstellen und in Power Apps zu integrieren
- Das Power Apps Component Framework (PCF) einzusetzen, um wiederverwendbare UI-Komponenten zu entwickeln
- Lösungen zu verpacken und über Application Lifecycle Management (ALM) bereitzustellen
- Sicherheitskonzepte wie Umgebungsrollen, Sicherheitsprofile und Column-Level Security zu konfigurieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an technisch versierte Fachkräfte, die Power Platform als Entwicklungsplattform professionell einsetzen möchten.
- Softwareentwickler und IT-Profis mit Interesse an Low-Code-Entwicklung und Microsoft-Plattformen
- Power-Platform-Anwender, die ihre Kenntnisse auf Entwicklerniveau ausbauen möchten
- Dynamics-365-Administratoren und -Anpasser, die tiefer in die Entwicklung einsteigen wollen
- IT-Berater und Solution Architects, die Microsoft-Zertifizierungen als Nachweis ihrer Expertise benötigen
- Entwickler aus klassischen Programmiersprachen, die Power Platform als ergänzendes Werkzeug erlernen möchten
Grundlegende Kenntnisse in Softwareentwicklung und Datenbankkonzepten werden vorausgesetzt. Kenntnisse in C# oder TypeScript sind für die Plugin- und PCF-Module hilfreich, aber kein zwingendes Einstiegskriterium. Erfahrung mit Power Apps oder Power Automate auf Anwenderebene ist von Vorteil. Ein individuelles Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt den genauen Einstiegspunkt und erstellt einen auf die Vorkenntnisse zugeschnittenen Lernplan.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs basiert auf dem offiziellen Microsoft-Kursmaterial und wird von zertifizierten Microsoft-Trainern durchgeführt. Das Combined-Learning-Format wechselt zwischen instruktionsgeleiteten Theorieblöcken und eigenständigen Laborphasen in Microsoft-Entwicklungsumgebungen ab. Online-Seminar-Varianten mit Live-Trainer-Zugang sind ebenfalls verfügbar. Alle Teilnehmer erhalten Zugang zu den offiziellen Microsoft Learn-Materialien sowie zu Prüfungsvorbereitungsressourcen.
Der Kurs hat in der Vollzeit-Variante eine typische Dauer von mehr als einer Woche bis zu einem Monat. Teilzeit-Varianten können sich auf bis zu drei Monate erstrecken und ermöglichen die Weiterbildung neben dem Berufsalltag. Die genaue Kursstruktur wird im Beratungsgespräch auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt.
Der Kurs bereitet auf die offizielle Microsoft-Prüfung PL-400 vor. Bei erfolgreichem Bestehen wird die Zertifizierung Microsoft Certified: Power Platform Developer Associate vergeben. Diese Zertifizierung ist weltweit anerkannt und von Unternehmen nachgefragt, die die Microsoft Power Platform für die Entwicklung von Unternehmensanwendungen einsetzen. Der Kursanbieter stellt ergänzend ein Lehrgangszertifikat aus, das die Kursteilnahme und Inhalte dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Die Microsoft Power Platform ist in den letzten Jahren zu einer der am schnellsten wachsenden Technologieplattformen im Unternehmensumfeld geworden. Certified Power Platform Developer Associates sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht, da Unternehmen verstärkt auf Low-Code-Entwicklung setzen, um interne Anwendungen schneller und kosteneffizienter bereitzustellen. Der PL-400-Abschluss signalisiert, dass man nicht nur Power Apps bedienen, sondern die Plattform vollständig programmieren und erweitern kann — ein entscheidender Unterschied zu reinen Citizen Developers. Die Kombination aus Canvas Apps, modellgesteuerten Apps, Power Automate und den technischen Erweiterungen durch PCF und Plugins gibt Absolventen ein breites Werkzeugspektrum an die Hand. Sie können als Full-Stack-Entwickler innerhalb der Power Platform agieren und sowohl Frontend-Anforderungen als auch Backend-Automatisierungen und Integrationen eigenständig umsetzen. Das erhöht die Wertigkeit in interdisziplinären Projektteams erheblich. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach persönlicher Situation in Betracht. Im Beratungsgespräch vor Kursbeginn werden die konkreten Fördermöglichkeiten und die notwendigen Antragsschritte besprochen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das Ziel der PL-400-Prüfung?
Die PL-400-Prüfung zertifiziert Entwicklerinnen und Entwickler als Microsoft Certified Power Platform Developer Associate. Sie prüft technisches Wissen in Canvas Apps, modellgesteuerten Apps, Power Automate, Dataverse-Erweiterungen, PCF und Plugins. Der Abschluss dokumentiert, dass man die Power Platform professionell erweitern und individuelle Unternehmensanwendungen entwickeln kann.
Welche Vorkenntnisse sind für den Kurs erforderlich?
Grundlegende Softwareentwicklungskenntnisse und Verständnis von Datenbankkonzepten werden vorausgesetzt. Für die fortgeschrittenen Entwicklermodule (Plugins, PCF) sind C#- und TypeScript-Kenntnisse hilfreich. Vorerfahrung mit Power Apps auf Anwenderebene ist von Vorteil, aber kein Pflichtkriterium.
Unterscheidet sich dieser Kurs von einem PL-100- oder PL-200-Kurs?
Ja. PL-100 richtet sich an Citizen Developers ohne Programmierkenntnisse, PL-200 an funktionale Berater. PL-400 ist der Entwicklerkurs und adressiert technische Erweiterungen wie Plugins, PCF-Komponenten und Custom Connectors — Themen, die in den anderen Kursen nicht oder nur oberflächlich behandelt werden.
Kann der Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit möglich. Das Qualifizierungschancengesetz und Leistungen der Deutschen Rentenversicherung kommen ebenfalls in Betracht. Ein Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt die passende Förderform.
Welche Karrierewege eröffnet die PL-400-Zertifizierung?
PL-400-Absolventen qualifizieren sich für Positionen wie Power Platform Developer, Power Apps Developer, Dynamics 365 Developer oder Power Platform Solution Architect. Die Zertifizierung ist weltweit von Unternehmen gefragt, die Microsoft 365 und die Power Platform als zentrale Entwicklungsumgebung einsetzen.
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