Überblick
Die Microsoft Power Platform ist weit mehr als ein Werkzeugkasten für Low-Code-Anwendungen — sie ist eine vollständige Entwicklungsplattform, auf der professionelle Entwicklerinnen und Entwickler komplexe Geschäftslösungen entwerfen, implementieren und absichern. Wer die Prüfung PL-400 ablegt und das Zertifikat Microsoft Power Platform Developer Associate erwirbt, belegt damit fachlich fundierte Kompetenz in Bereichen wie benutzerdefinierten Connectors, Canvas-App-Erweiterungen, automatisierten Prozessen über Power Automate sowie der Integration in externe Systeme. Diese Weiterbildung führt strukturiert durch beide Etappen der Zertifizierungslaufbahn: Zunächst schafft das Fundamentals-Modul PL-900 ein solides konzeptionelles Fundament, anschließend baut das Entwickler-Modul PL-400 darauf auf und bereitet gezielt auf die anspruchsvolle Associate-Prüfung vor. Ergänzt wird die technische Ausbildung durch ein Modul zu Microsoft Teams, das die Arbeit in kollaborativen, verteilten Entwicklungsteams praxisnah abbildet.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul — PL-900 Microsoft Power Platform Fundamentals — legt die konzeptionelle und technische Grundlage. Wer noch keine praktische Erfahrung mit der Power Platform mitbringt, erhält hier einen kompakten, aber inhaltlich vollständigen Überblick über alle Plattformkomponenten. Die Prüfungsvorbereitung auf das PL-900-Examen ist eingeschlossen.
- Überblick über Power Apps, Power Automate, Power BI und Power Virtual Agents
- Grundlagen von Microsoft Dataverse und Common Data Model
- Typische Anwendungsszenarien und Grenzen der Low-Code-Entwicklung
- Einführung in Microsoft 365-Integration und Azure-Verbindungen
- Prüfungsrelevante Konzepte und Übungsaufgaben für PL-900
Das zweite und zentrale Modul — PL-400 Microsoft Power Platform Developer Associate — richtet sich an Personen mit Programmierkenntnissen, die professionelle Lösungen auf Basis der Power Platform entwickeln möchten. Die Inhalte gehen weit über Low-Code hinaus und decken Themen ab, die klassische Softwareentwicklung mit plattformspezifischen Erweiterungen verbinden.
- Entwurf und Implementierung von Canvas Apps mit eigenen Steuerelementen (PCF)
- Entwicklung von Plug-ins für Dataverse-Ereignisse in C#
- Benutzerdefinierte Connectors erstellen und mit Authentifizierungsszenarien verbinden
- Orchestrierung komplexer Geschäftsprozesse in Power Automate
- Debugging und Fehlerbehandlung in plattformübergreifenden Szenarien
Das Microsoft Teams-Modul schließt die Weiterbildung auf der kollaborativen Ebene ab. Teams hat sich als Standard-Arbeitsplattform in fast allen Unternehmen etabliert, die Microsoft 365 nutzen. Wer Power-Platform-Lösungen entwickelt, arbeitet häufig in genau diesem Umfeld — Teams als Kommunikations- und Koordinationskanal ist daher kein optionales Extra.
- Chatten, Meetings und Kanäle in Microsoft Teams strukturiert einsetzen
- Integration von Teams in Microsoft 365-Workflows
- Zusammenarbeit an gemeinsamen Dokumenten und Aufgaben in Teams
- Grundlegende Administration und Besprechungsverwaltung
Praxis und Prüfungsvorbereitung bilden das vierte, übergreifende Element der Weiterbildung. Zu allen Zertifizierungsmodulen gehören dedizierte Prüfungsvorbereitungseinheiten, in denen typische Aufgabenformate besprochen, Musterprüfungen absolviert und Lösungsstrategien entwickelt werden.
- Simulation prüfungsrelevanter Szenarien für PL-900 und PL-400
- Zeitmanagement und Herangehensweise bei Multiple-Choice- und Case-Study-Formaten
- Wiederholung und Vertiefung häufig geprüfter Themen
- Individuelles Feedback auf Basis des persönlichen Lernplans
- Abschlussexamen für PL-900 und PL-400 mit Zertifizierung durch Microsoft
Der individuelle Lernplan wird vor Kursbeginn gemeinsam mit den Teilnehmenden entwickelt. Vorkenntnisse in Softwareentwicklung, bestehende Microsoft-Erfahrungen und berufliche Ziele fließen dabei direkt ein, sodass der Kursaufbau wirklich zu den Lernenden passt — kein starres Schema.
Lernziele:
- Die Architektur der Microsoft Power Platform und ihre Kernkomponenten Power Apps, Power Automate, Power BI und Power Virtual Agents erklären und einordnen können
- Modellbasierte Apps und Canvas Apps mithilfe eigener Komponenten und PCF-Steuerelementen (Power Apps Component Framework) erweitern
- Benutzerdefinierte Connectors für externe Dienste und APIs entwickeln und sicher konfigurieren
- Automatisierte Workflows in Power Automate entwerfen, testen und in bestehende Systemlandschaften integrieren
- Lösungen im Dataverse strukturieren, Entitäten und Beziehungen modellieren sowie Datenmigration durchführen
- Plug-ins und serverseitige Erweiterungen im Kontext von Dataverse programmieren
- Sicherheitskonzepte auf Zeilen- und Feldebene im Dataverse implementieren
- Power Platform-Lösungen für den Einsatz in mehrschichtigen Unternehmensumgebungen vorbereiten und exportieren
- Fehlerdiagnose und systematisches Entstören (Debugging) in Power Apps und Power Automate durchführen
- Systemintegrationen über Azure-Dienste und REST-APIs aufbauen und dokumentieren
- Microsoft Teams als Kollaborationsplattform in Entwicklungs- und Deployment-Prozesse einbinden
- Die PL-900- und PL-400-Prüfungen inhaltlich strukturiert vorbereiten und Prüfungsstrategien anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen mit einem technischen Hintergrund, die sich gezielt auf eine Karriere in der Power-Platform-Entwicklung vorbereiten oder ihre bestehenden Programmierkenntnisse in die Microsoft-Zertifizierungslandschaft einbringen möchten.
- Softwareentwicklerinnen und -entwickler, die in Microsoft-Umgebungen arbeiten oder wechseln möchten
- IT-Fachleute mit ersten Power-Apps- oder Power-Automate-Erfahrungen, die systematisch aufbauen wollen
- Quereinsteiger mit Programmierkenntnissen (z. B. C#, JavaScript, REST-APIs)
- Personen, die eine berufliche Neuorientierung in Richtung Microsoft-Lösungsentwicklung anstreben
- Beschäftigte in IT-Abteilungen, die Power-Platform-Projekte intern verantworten sollen
Grundlegende Kenntnisse in der Softwareentwicklung sind für das PL-400-Modul hilfreich — Erfahrung mit C# oder JavaScript erleichtert das Verständnis der Plug-in-Entwicklung erheblich. Formale Voraussetzungen werden im individuellen Beratungsgespräch vor Kursbeginn besprochen, das der Träger für alle Teilnehmenden anbietet. Auf dieser Basis wird ein persönlicher Lernplan erstellt, der Vorkenntnisse berücksichtigt und Lücken gezielt schließt. Das PL-900-Modul setzt keinerlei Vorkenntnisse zur Power Platform voraus und eignet sich als sauberer Einstieg.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, was in diesem Fall bedeutet: angeleitete Online-Lernphasen wechseln sich mit betreuten Live-Sitzungen ab. Praktische Übungen — etwa die Entwicklung eigener Canvas-App-Komponenten oder das Schreiben erster Plug-ins — stehen im Mittelpunkt jedes Moduls. Die Prüfungsvorbereitungseinheiten nutzen gezielt simulierte Prüfungsformate, damit die Teilnehmenden nicht nur die Inhalte kennen, sondern auch die Prüfungssituation souverän meistern.
Die Gesamtdauer liegt im Bereich von mehr als einer Woche bis zu einem Monat. Die Weiterbildung kann in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden, je nach persönlicher Situation und Verfügbarkeit. Der genaue Zeitplan wird im Beratungsgespräch festgelegt.
Mit erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden zwei Microsoft-Zertifizierungen: das Fundamentals-Zertifikat nach der PL-900-Prüfung und das Associate-Zertifikat Microsoft Power Platform Developer Associate nach der PL-400-Prüfung. Beide sind international anerkannte Herstellerzertifikate von Microsoft und werden weltweit in Stellenausschreibungen für Power-Platform-Rollen gefordert. Zusätzlich stellt der Bildungsträger ein eigenes Lehrgangszertifikat aus. Die Zertifizierungsprüfungen sind im Kurs enthalten.
Nutzen & Perspektiven
Der Markt für Microsoft-Power-Platform-Fachkräfte wächst kontinuierlich. Unternehmen jeder Größe digitalisieren Geschäftsprozesse auf Basis dieser Plattform und suchen gezielt nach Entwicklerinnen und Entwicklern, die nicht nur Low-Code-Apps zusammenklicken, sondern echte technische Lösungen bauen können. Die PL-400-Zertifizierung ist dabei ein klar verstandenes Signal — sowohl national als auch international. Die Kombination aus PL-900-Grundlagenzertifikat und PL-400-Entwicklerzertifikat in einer einzigen Weiterbildung ist besonders effizient: Wer noch keinen PL-900-Nachweis besitzt, holt ihn direkt mit ab, statt ihn separat zu belegen. Wer bereits Grundkenntnisse hat, profitiert vom Auffrischungscharakter des Fundamentals-Moduls vor der anspruchsvolleren Entwicklerprüfung. Das Microsoft Teams-Modul ist kein Lückenfüller, sondern eine sinnvolle Ergänzung: Power-Platform-Entwickler arbeiten in der Praxis fast ausnahmslos in Teams-basierten Arbeitsumgebungen, koordinieren Anforderungen über Teams-Kanäle und deployen Lösungen direkt aus diesem Ökosystem. Die Integration dieser Kompetenz in die Weiterbildung spiegelt den Arbeitsalltag realistisch wider.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen erhalte ich nach dem Kurs?
Du erhältst zwei Microsoft-Zertifizierungen: das Microsoft Power Platform Fundamentals-Zertifikat nach der PL-900-Prüfung sowie das Microsoft Power Platform Developer Associate-Zertifikat nach der PL-400-Prüfung. Beide Prüfungen sind im Kurs enthalten. Zusätzlich stellt der Bildungsträger ein eigenes Lehrgangszertifikat aus.
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den PL-400-Kurs?
Praktische Programmierkenntnisse in C# oder JavaScript sind hilfreich, da das Entwicklermodul unter anderem Plug-in-Entwicklung im Dataverse behandelt. Der genaue Bedarf wird im individuellen Beratungsgespräch vor Kursbeginn besprochen und im persönlichen Lernplan berücksichtigt.
Warum ist Microsoft Teams Teil dieser Weiterbildung?
Power-Platform-Entwickler arbeiten in der Praxis fast durchgehend in Microsoft-365-Umgebungen, in denen Teams die zentrale Kommunikations- und Kollaborationsplattform ist. Das Teams-Modul stellt sicher, dass Teilnehmende auch diesen wichtigen Arbeitskontext beherrschen und Lösungen direkt in das Teams-Ökosystem einbetten können.
Kann ich den Kurs in Teilzeit absolvieren?
Ja, die Weiterbildung ist sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit möglich. Im Beratungsgespräch vor Kursbeginn wird gemeinsam mit dir der passende Zeitplan entwickelt, der zu deiner persönlichen und beruflichen Situation passt.
Wer übernimmt die Kosten für diese Weiterbildung?
Für Personen, die sich arbeitssuchend gemeldet haben oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind, kann ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit bzw. des Jobcenters die Kosten vollständig übernehmen. Ob eine Förderung in deiner Situation infrage kommt, klärst du am besten direkt mit deiner Arbeitsvermittlung.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Leiter/Leiterin der Softwareentwicklung195.785 Stellen
- Softwareentwickler14.177 Stellen
- Embedded-Systems-Entwickler/Embedded-Systems-Entwicklerin315 Stellen
- EDV-Fachkraft282 Stellen
- Power Platform Developer14 Stellen
- Microsoft Teams Administrator0 Stellen