Überblick
Dieses trägerinterne Aufbauprogramm vereint drei Kompetenzbereiche unter einem Dach: PRINCE2 Foundation, PRINCE2 Practitioner und DevOps Professional. Wer heute Projekte verantwortet, braucht mehr als eine einzelne Methodenkarte im Gepäck — er braucht die Fähigkeit, strukturierte Planung mit schnellen Lieferzyklen zu verbinden. Genau das bildet der Lehrgang ab: klassische Projektkontrolle nach PRINCE2 auf der einen, das Denken in kontinuierlichen Verbesserungsschleifen und kollaborativen Pipelines auf der anderen Seite.
Kursinhalte & Lernziele
PRINCE2 Foundation — Grundlagen und Konzepte Die Einheit legt das methodische Fundament. Teilnehmende lernen den vollständigen PRINCE2-Rahmen kennen, von der Projektinitierung bis zur Abschlussphase, und üben die korrekte Anwendung aller sieben Prozesse an praxisorientierten Beispielen. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, dass Projektterminologie und Rollenkonzepte nicht nur benannt, sondern in ihrer Wechselwirkung verstanden werden.
- Sieben Prinzipien: Business Case, definierte Rollen, Phasensteuerung, Ausnahmemanagement, Produktfokus, angepasste Steuerung
- Sieben Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Wandel, Fortschritt
- Sieben Prozesse: Vorbereitung, Initiierung, Steuerung, Phasenkontrolle, Produktlieferung, Phasenübergänge, Abschluss
- Managementprodukte und Dokumentenstruktur im PRINCE2-Modell
- Typische Projektfehler und wie PRINCE2 ihnen strukturell begegnet
- Vorbereitung auf die Foundation-Prüfung anhand realer Prüfungsfragen
PRINCE2 Practitioner — Anpassung und vertiefte Steuerung Aufbauend auf den Foundation-Inhalten rückt der Practitioner-Teil die kontextsensitive Anwendung in den Vordergrund. Nicht jedes Projekt läuft gleich — PRINCE2 ist ausdrücklich darauf ausgelegt, an Größe, Branche und Organisationskultur angepasst zu werden. Diese Einheit trainiert genau dieses Urteilsvermögen.
- Tailoring-Strategien: Vereinfachung, Kombination und Erweiterung von PRINCE2-Elementen
- Arbeit mit einem vollständigen Fallstudienprojekt über mehrere Lernwochen
- Entscheidungslogik für Eskalation, Ausnahmepläne und Toleranzgrenzen
- Schnittstellen zu agilen Methoden und hybriden Projektumgebungen
- Umgang mit komplexen Stakeholder-Konstellationen und Widerständen
- Vorbereitung auf die szenariobasierte Practitioner-Prüfung
DevOps Professional — Kultur, Automatisierung und kontinuierliche Lieferung Der dritte Block nimmt eine Perspektive ein, die klassisches Projektmanagement selten beleuchtet: Was passiert, wenn das Projekt „fertig" ist und die Software in Betrieb geht? DevOps schließt genau diese Lücke zwischen Entwicklung und Betrieb. Dieser Abschnitt vermittelt die konzeptionellen Grundlagen und methodischen Werkzeuge, um DevOps-Transformationen zu begleiten und Projekte so zu planen, dass sie nahtlos in betriebliche Liefermodelle übergehen.
- CALMS-Modell als Kulturrahmen für DevOps-Organisationen
- Continuous Integration, Continuous Delivery und Continuous Deployment im Überblick
- Infrastruktur als Code (IaC): Prinzipien und Werkzeuglandschaft
- Monitoring, Alerting und Incident-Retrospektiven im DevOps-Kontext
- Site Reliability Engineering (SRE) als ergänzendes Betriebsmodell
- Schnittstellen zwischen PRINCE2-Projektphasen und DevOps-Pipelines
Praxisblock — Integriertes Projektszenario In einem übergreifenden Projektszenario wenden Teilnehmende beide Methodenwelten kombiniert an. Das Szenario simuliert ein mittelgroßes IT-Einführungsprojekt, das nach PRINCE2 gesteuert wird und dessen Lieferkomponente nach DevOps-Prinzipien organisiert ist.
- Erstellung eines vollständigen Business Case nach PRINCE2-Vorlage
- Planung von Phasen, Meilensteinen und Ausnahmetoleranzen
- Modellierung einer vereinfachten CI/CD-Pipeline und deren Einbettung in den Projektplan
- Risikoregister anlegen und in Phasengrenzen aktualisieren
- Retrospektive am Ende jeder simulierten Projektphase
- Rollensimulation: Projektmanager, Projektboard-Mitglied, DevOps-Coach
- Dokumentation von Qualitätsnachweisen und Lessons Learned
- Abschlussbewertung des Projektergebnisses gegen den ursprünglichen Business Case
- Feedback-Runde und individuelle Stärken-Schwächen-Einschätzung
- Diskussion hybrider Szenarien aus der beruflichen Praxis der Teilnehmenden
- Abgleich der eigenen Projektkultur mit den PRINCE2- und DevOps-Reifegraden
- Transfer der Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen für den Rückkehrtransfer
Das integrierte Szenario macht deutlich, dass PRINCE2 und DevOps keine Gegensätze sind, sondern sich auf unterschiedlichen Zeitebenen ergänzen — PRINCE2 steuert das Projekt, DevOps optimiert den Betrieb.
Lernziele:
- Die sieben PRINCE2-Prinzipien, -Themen und -Prozesse sicher erläutern und auf reale Projekte übertragen
- Den PRINCE2-Managementrahmen auf spezifische Projektsituationen anpassen (Tailoring)
- Risiken methodisch identifizieren, bewerten und durch geeignete Maßnahmen steuern
- Qualität, Fortschritt und Änderungen nach PRINCE2-Vorgaben dokumentieren und kommunizieren
- Rollen im PRINCE2-Projektboard klar abgrenzen und situativ besetzen
- DevOps-Grundprinzipien (CALMS-Modell: Culture, Automation, Lean, Measurement, Sharing) verstehen und anwenden
- Continuous Integration und Continuous Delivery konzeptionell planen und in Projekte integrieren
- Monitoring- und Feedback-Schleifen im Betrieb etablieren
- Konflikte zwischen plangetriebenem PRINCE2 und iterativem DevOps-Denken erkennen und auflösen
- Retrospektiven und Post-Mortem-Analysen moderieren
- Auf die externe PRINCE2 Foundation- und Practitioner-Prüfung nach Axelos-Standard fachlich vorbereitet sein
- Fachbegriffe aus beiden Methodenwelten im beruflichen Alltag korrekt einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Lehrgang ist konzipiert für Fachkräfte, die bereits in projektnahen Rollen arbeiten und ihre Methodenkompetenz systematisch ausbauen wollen.
- Projektmanager und Projektleiter mit praktischer Erfahrung, die erstmals eine anerkannte Methodenzertifizierung anstreben
- IT-Fachkräfte in Betrieb oder Entwicklung, die verstehen wollen, wie Projekte strukturiert gesteuert werden
- Teamleiter und Abteilungsverantwortliche, die regelmäßig Veränderungsprojekte koordinieren
- Berater und Unternehmensberater, die ihren Kunden ein vollständiges Methodenportfolio mitbringen wollen
- Fachkräfte im Quereinstieg ins Projektmanagement, die einen strukturierten Einstieg und gleichzeitig eine DevOps-Perspektive suchen
Vorwissen in einem formalen Projektmanagementrahmen ist nützlich, aber nicht zwingend — der Foundation-Block baut das notwendige Fundament systematisch auf. Grundlegende Computerkenntnisse und die Fähigkeit, englischsprachige Fachliteratur zu lesen (PRINCE2-Handbücher sind auf Englisch verfügbar), sind hilfreich. Eine ausgeprägte Affinität zur strukturierten Problemlösung und Bereitschaft, sich in umfangreiches Regelwerk einzuarbeiten, erleichtert den Einstieg erheblich.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang ist so aufgebaut, dass Lernphasen und Anwendungsphasen eng verzahnt sind. Statt lineare Lernblöcke hintereinander zu schalten, kehren die Inhalte in Spiralen zurück: Grundkonzepte werden zunächst eingeführt, dann an einem Fallbeispiel erprobt und schließlich im integrierten Szenario nochmals unter realistischem Druck angewendet. Je nach Anbieter erfolgt der Kurs als Präsenzunterricht, Online-Live-Training oder im Blended-Format, wobei synchrone Lernphasen durch angeleitete Selbstlernmodule ergänzt werden.
Die Gesamtdauer des Lehrgangs variiert je nach Anbieter zwischen acht und zwölf Wochen. PRINCE2 Foundation und Practitioner bilden den zeitlich größten Block; der DevOps-Professional-Teil ergänzt diesen um einen zusätzlichen Kompetenzstrang. Insgesamt deckt das Programm einen erheblichen Lernumfang ab, der intensive Vor- und Nachbereitung außerhalb der Unterrichtszeiten einschließt.
Der Lehrgang bereitet auf zwei externe Axelos-Prüfungen vor: PRINCE2 Foundation (Multiple Choice, 60 Fragen, 60 Minuten, keine Hilfsmittel) und PRINCE2 Practitioner (szenariobasiert, Objektiv-Testformat, 2,5 Stunden, Handbuch zugelassen). Beide Prüfungen werden bei einem akkreditierten Axelos-Prüfungsdienstleister abgelegt. Das Practitioner-Zertifikat ist drei Jahre gültig und muss dann rezertifiziert werden. Der DevOps-Professional-Abschluss ist ein trägerinternes Zertifikat, das die im Kurs erworbenen Kompetenzen dokumentiert und Arbeitgebern als Nachweis dient.
Nutzen & Perspektiven
Wer dieses Programm durchläuft, erwirbt in einem einzigen Lehrgang das, was andere erst durch mehrere separate Weiterbildungen zusammensetzen müssen: eine vollständige PRINCE2-Zertifizierungskette und ein solides DevOps-Fundament. Das ist kein Zufall der Programmgestaltung, sondern Ausdruck einer Marktrealität — Arbeitgeber suchen zunehmend nach Projektmanagern, die verstehen, wie Software nicht nur geplant, sondern auch kontinuierlich und zuverlässig ausgeliefert wird. Der Methodenmix schützt vor einer verbreiteten Karrieresackgasse: Wer nur klassisches Projektmanagement kennt, wirkt in agil ausgerichteten Organisationen schnell veraltet. Wer nur DevOps kann, fehlt das Rüstzeug für Budget-, Stakeholder- und Risikosteuerung auf Projektebene. Die Kombination aus PRINCE2 und DevOps Professional macht Absolventen zu gefragten Brückenbauern zwischen beiden Welten. Darüber hinaus bietet die gleichzeitige Vorbereitung auf Foundation und Practitioner einen messbaren Lernvorteil: Zusammenhänge, die im Foundation-Kurs abstrakt bleiben, werden im Practitioner-Block vertieft — wer beide Stufen in einem Durchgang durchläuft, verinnerlicht die Methodik deutlich nachhaltiger als jemand, der sie in zwei zeitlich getrennten Kursen erwirbt. Für Unternehmen bedeutet das: Mitarbeitende kehren aus dieser Weiterbildung mit einem kohärenten Methodenverständnis zurück, das sich direkt auf laufende Projekte anwenden lässt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen PRINCE2-Practitioner-Lehrgang?
Das Programm verbindet die vollständige PRINCE2-Zertifizierungskette (Foundation und Practitioner) mit einem eigenständigen DevOps-Professional-Block. Damit erwerben Teilnehmende sowohl die klassischen Steuerungskompetenzen als auch das technisch-kulturelle Rüstzeug für kontinuierliche Lieferung und DevOps-Transformationen.
Welche Zertifikate kann ich nach dem Kurs erwerben?
Das Programm bereitet auf die externen Axelos-Prüfungen PRINCE2 Foundation und PRINCE2 Practitioner vor. Der DevOps-Professional-Abschluss ist ein trägerinternes Zertifikat, das die erworbenen DevOps-Kompetenzen dokumentiert. Prüfungsgebühren für die Axelos-Examina sind separat zu entrichten.
Wie lange ist das PRINCE2 Practitioner-Zertifikat gültig?
Das PRINCE2 Practitioner-Zertifikat muss nach drei Jahren durch eine Rezertifizierungsprüfung oder durch Nachweis von Continuing Professional Development (CPD) erneuert werden. Das PRINCE2 Foundation-Zertifikat ist unbefristet gültig.
Ist Vorkenntnisse in DevOps oder IT-Betrieb notwendig?
Keine spezifischen IT-Betriebskenntnisse sind vorgeschrieben. Der DevOps-Block legt ein starkes Gewicht auf Prinzipien, Kultur und Prozessdenken, sodass auch Projektmanager ohne tiefe Systemadministrations-Erfahrung den Inhalten folgen können.
Kann der Kurs während laufender Kurzarbeit absolviert werden?
Grundsätzlich ja — der Kurs richtet sich auch an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Qualifizierungschancengesetz förderbar sind, einschließlich Kurzarbeit-Konstellationen. Die konkrete Förderfähigkeit hängt vom Einzelfall ab und sollte vorab mit der zuständigen Agentur für Arbeit geklärt werden.
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