Überblick
Dieser Lehrgang verbindet zwei international anerkannte Zertifizierungen, die auf dem Markt häufig getrennt absolviert werden: PRINCE2 Practitioner und die DevOps Professional Zertifizierung. Wer heute komplexe IT-Projekte verantwortet, braucht mehr als eine solide Methodik für Governance und Steuerung — er braucht gleichzeitig das Handwerkszeug, um Teams in schnellen Liefer-Zyklen zu führen, Deployments zu automatisieren und eine Kultur des kontinuierlichen Lernens zu verankern. Genau diese Kombination macht den Kern dieses Kurses aus: PRINCE2 liefert den methodischen Rahmen, DevOps Professional die operative Tiefe auf der Lieferseite.
Kursinhalte & Lernziele
PRINCE2 Practitioner — Methodik und Governance PRINCE2 ist eine prozessorientierte Projektmanagement-Methode, die weltweit in IT-, Bau-, Beratungs- und öffentlichen Projekten eingesetzt wird. Im Practitioner-Modul wird das Foundation-Wissen systematisch vertieft und auf komplexe, mehrstufige Fallstudien angewendet. Der Fokus liegt auf dem sicheren Umgang mit den Managementprodukten und der projektspezifischen Anpassung der Methode.
- Die sieben PRINCE2-Prinzipien im Projektalltag verankern
- Thema Business Case: Nutzenrealisierung und Projektrechtfertigung
- Thema Organisation: Rollen im Projektboard, Projektkommunikation, Delegation
- Thema Qualität: Qualitätskriterien definieren, prüfen und dokumentieren
- Thema Pläne: Phasenplanung, Produktbasierte Planung, Arbeitspakete
- Thema Risiko und Veränderung: Eskalationspfade, Konfigurationsmanagement
- Prozesse: Initiierung, Lenkung, Steuerung, Lieferung, Abschluss — Zusammenspiel in der Praxis
DevOps Professional — Delivery und Automatisierung Das DevOps-Professional-Modul geht weit über eine Einführung hinaus. Es behandelt die Praxis kontinuierlicher Lieferketten, die Toolchain-Gestaltung und die organisatorischen Voraussetzungen für eine reife DevOps-Kultur. Dabei steht im Vordergrund, wie die Erkenntnisse aus DevOps in strukturierte Projektumgebungen eingebettet werden können.
- DevOps-Wertströme: Value Stream Mapping, Engpässe identifizieren und beheben
- CI/CD-Pipelines: Konzepte, Phasen, Tooling (Branching-Strategien, Build-Automatisierung)
- Infrastructure as Code: Prinzipien, Vorteile und Einsatzszenarien in Projekten
- Monitoring, Logging und Observability: Feedback-Schleifen für Delivery-Teams
- DevSecOps: Sicherheit in die Pipeline einbetten, Schwachstellenscans, Policy as Code
- Kulturelle Transformation: Site Reliability Engineering, Blameless Postmortems, Lernkultur
Methoden-Integration — PRINCE2 und DevOps im Zusammenspiel Die größte Herausforderung in hybriden Projekten liegt nicht im Erlernen der einzelnen Methoden, sondern in ihrem Zusammenwirken. Dieser Block widmet sich dem Schnittfeld: Wie werden PRINCE2-Steuerungsgrenzen mit DevOps-Taktzyklen vereinbar? Wie fließen Delivery-Metriken in PRINCE2-Berichte ein?
- PRINCE2-Phasenpläne mit DevOps-Sprints und Release-Zyklen synchronisieren
- Managementprodukte in agil-hybriden Projekten schlank gestalten
- Toleranzen und Eskalationswege bei schnellen Deployment-Zyklen neu kalibrieren
- KPIs aus Delivery-Pipelines in Highlight Reports und Checkpoint Reports überführen
- Retrospektiven und Lessons-Learned-Register: DevOps-Feedback in PRINCE2-Dokumente
- Fallstudie: Hybridprojekt mit PRINCE2-Steuerung und DevOps-Delivery analysieren und gestalten
Praktische Übungen und Fallstudien Über den gesamten Kurs verteilen sich Praxisaufgaben, die beide Fachbereiche bewusst ineinander verzahnen — weil das der entscheidende Lernschritt ist, nicht die Summe zweier isolierter Kursblöcke.
- Managementprodukte für ein hybrides IT-Projekt erstellen (Business Case, Projektinitiierungsdokumentation)
- CI/CD-Pipeline-Konzept für ein Beispielprojekt entwerfen und in PRINCE2-Lieferphasen einbetten
- Stakeholder-Register und Kommunikationsplan unter Berücksichtigung von DevOps-Teamstrukturen aufsetzen
- Risikoregister für ein DevOps-Transformationsprojekt unter PRINCE2-Governance führen
- Practitioner-typische Aufgaben lösen: Szenario-Analyse, Begründungen, Anpassungsentscheidungen
- DevOps-Reifegrad-Assessment anhand realer Kriterien durchführen
- Lessons-Learned-Workshop simulieren und Ergebnisse in PRINCE2-Dokumentation überführen
- Qualitätssicherungsplan mit automatisierten Testphasen verknüpfen
- Escalation-Szenarien: Wie reagiert ein PRINCE2-Projektboard auf Deployment-Störungen?
- Metriken-Dashboard konzipieren: DORA-Metriken und PRINCE2-KPIs kombiniert
- Mock-Prüfung Practitioner: Szenario-basierte Aufgaben unter Zeitdruck bearbeiten
- DevOps-Professional-Fallstudie: Pipeline-Reifegradanalyse und Optimierungsvorschlag
Lernziele:
- Die sieben Prinzipien, Themen und Prozesse von PRINCE2 sicher auf reale Projektszenarien anwenden können
- Projekte nach PRINCE2 steuern, Managementprodukte erstellen und Projektrollen klar abgrenzen
- Die PRINCE2-Practitioner-Prüfung inhaltlich und methodisch vorbereiten
- DevOps-Kernprinzipien verstehen und auf Lieferprozesse in Projekten übertragen
- Continuous Integration und Continuous Delivery als Delivery-Praxis konzipieren und kommunizieren
- Automatisierungsstrategien für Build, Test und Release in Projekt-Umgebungen bewerten
- Sicherheits- und Compliance-Anforderungen in DevOps-Pipelines berücksichtigen (DevSecOps-Ansatz)
- Kulturellen Wandel in Organisationen auf dem Weg zur DevOps-Reife begleiten
- Beide Methoden aufeinander abstimmen: PRINCE2-Projektphasen mit DevOps-Sprintzyklen synchronisieren
- Metriken, Kennzahlen und Feedback-Schleifen aus DevOps-Perspektive in PRINCE2-Berichte integrieren
- Stakeholder-Kommunikation in hybriden Projekten sicher gestalten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte, die in IT-nahen oder digitalen Projekten Verantwortung tragen oder übernehmen wollen und dabei beide Seiten des modernen Projektgeschäfts abdecken möchten: die methodisch-strukturierte Steuerungsseite und die technisch-operative Lieferseite.
- Projektleiterinnen und Projektleiter, die ihre Teams auf DevOps-Praktiken vorbereiten möchten
- IT-Consultants und Business Analysts, die Kunden in Transformationsprojekten beraten
- Scrum Master und Agile Coaches, die Governance-Kenntnisse ergänzen möchten
- Entwicklerinnen und Entwickler, die in Projektleitungsrollen wechseln
- Operations- und Infrastrukturverantwortliche, die den Brückenschlag zu Projektmanagement suchen
Vorausgesetzt wird ein aktives PRINCE2 Foundation-Zertifikat, da Practitioner darauf unmittelbar aufbaut. Grundlegende Kenntnisse in der IT-Systemlandschaft — etwa Verständnis von Softwareentwicklungszyklen, Versionskontrolle und Server-Infrastruktur — helfen beim Einstieg in die DevOps-Module. Englischkenntnisse auf gutem Niveau sind sinnvoll, da Prüfungsunterlagen und Fachliteratur überwiegend auf Englisch vorliegen. Eigenes technisches Arbeiten mit Pipeline-Tools ist keine Voraussetzung; der Schwerpunkt liegt auf konzeptionellem Verständnis und Anwendung in Projektrollen.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang wird als virtuelles Klassenformat durchgeführt. Beide Themenblöcke werden in strukturierten, geleiteten Online-Sessions vermittelt, in denen Praxisaufgaben und Fallstudien einen wesentlichen Teil der Lernzeit einnehmen. Für PRINCE2 Practitioner sind Szenario-Übungen und Musterlösungen zentrales Lehrmittel — die Prüfung selbst ist szenarien-basiert und verlangt begründete Entscheidungen, keine auswendig gelernten Definitionen. Im DevOps-Teil werden konzeptionelle Aufgaben und Analyse-Übungen eingesetzt. Zwischen den Präsenzsessions stehen Materialien zur eigenständigen Vertiefung bereit.
Der Kurs läuft je nach Durchführungsformat im Teilzeit- oder Vollzeitmodell. Beide Zertifizierungsbereiche zusammen erfordern ausreichend Lernzeit für die Practitioner-Prüfungsvorbereitung und die DevOps-Professional-Prüfung — insgesamt handelt es sich um eine Weiterbildung mit erheblichem Lernumfang, der erfahrungsgemäß mehrere Wochen in Anspruch nimmt. Konkrete Stundenzahlen und Termine nennt der jeweilige Anbieter bei der Kursanmeldung.
Der Kurs bereitet auf zwei externe Prüfungen vor: PRINCE2 Practitioner (Axelos) und die DevOps Professional Zertifizierung. Beide Prüfungen finden bei akkreditierten Prüfungsstellen statt und sind nicht Bestandteil des Lehrgangs selbst — der Kurs schließt mit einer trägerinternen Teilnahmebescheinigung ab. Das PRINCE2-Practitioner-Zertifikat ist drei Jahre gültig und muss danach durch Continuing Professional Development (CPD) oder eine Wiederholungsprüfung erneuert werden. Das Foundation-Zertifikat bleibt unbefristet bestehen.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus PRINCE2 Practitioner und DevOps Professional ist für alle relevant, die in modernen Projektumgebungen nicht mehr zwischen „strukturiertem Management" und „schneller Lieferung" wählen wollen — sondern beides können müssen. Unternehmen, die digitale Transformationsprojekte vorantreiben, suchen gezielt nach Profilen, die Governance-Kenntnisse mit technischem Delivery-Verständnis verknüpfen. Mit beiden Abschlüssen ist man für solche Rollen unmittelbar qualifiziert. PRINCE2 ist als Methode besonders dann wertvoll, wenn Projekte mit mehreren Stakeholder-Gruppen, komplexen Abhängigkeiten und klaren Eskalationswegen gemanagt werden müssen. Das Practitioner-Zertifikat zeigt gegenüber Auftraggebern und Führungskräften, dass man die Methode nicht nur kennt, sondern situationsangemessen anwenden kann. In Verbindung mit DevOps Professional entsteht ein Profil, das sowohl in klassischen IT-Projekten als auch in agil-hybriden Umgebungen glaubwürdig agiert. Langfristig öffnet diese Doppelqualifikation Türen in Beratungsrollen, Programm-Management und IT-Führungspositionen, in denen technisches Verständnis und methodische Tiefe gleichermaßen erwartet werden. Wer in der Lage ist, einem Lenkungsausschuss den Stand einer CI/CD-Pipeline in PRINCE2-Sprache zu erklären, schafft damit eine Brücke, die in vielen Organisationen fehlt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich für diesen Kurs ein PRINCE2 Foundation-Zertifikat?
Ja. Der Practitioner-Level setzt das Foundation-Zertifikat als Vorkenntnisnachweis voraus. Ohne Foundation wird man zur Practitioner-Prüfung in der Regel nicht zugelassen. Wer Foundation und Practitioner in einem Zug absolvieren möchte, sollte nach einem entsprechenden Kombi-Lehrgang schauen.
Sind die Prüfungen im Kurspreis enthalten?
Das hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Viele Durchführungen schließen die Prüfungsgebühren ein oder bieten sie optional dazu an. Im Zweifelsfall vor der Anmeldung klären, ob Voucher für beide Zertifizierungsprüfungen inklusive sind.
Wie lange ist das PRINCE2 Practitioner-Zertifikat gültig?
Das Practitioner-Zertifikat ist drei Jahre gültig. Danach muss es entweder durch nachgewiesene CPD-Aktivitäten (Continuing Professional Development) oder durch eine Wiederholungsprüfung verlängert werden. Das PRINCE2 Foundation-Zertifikat bleibt dauerhaft gültig.
Für welche Berufsbilder ist die DevOps Professional Zertifizierung sinnvoll?
DevOps Professional ist für Projektleiterinnen und Projektleiter, Consultants, Operations-Verantwortliche und Teamleiter relevant, die in der Lage sein sollen, Delivery-Strategien mitzugestalten und technische Teams in Transformationsprozessen zu begleiten. Eigene Programmierpraxis ist dafür nicht notwendig.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom reinen PRINCE2-Practitioner-Lehrgang?
Der zusätzliche DevOps-Professional-Block vermittelt Kenntnisse zu CI/CD-Pipelines, Infrastructure as Code, Monitoring und DevSecOps — Themen, die in einem reinen PRINCE2-Kurs nicht behandelt werden. Die Kombination befähigt dazu, in hybriden Projekten sowohl die Governance- als auch die Delivery-Seite zu verantworten.
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