Überblick
Dieser Lehrgang deckt PRINCE2 vom Einstieg bis zur Practitioner-Ebene ab und integriert von Anfang an Kanban und DevOps als komplementäre Methoden. Im Unterschied zu Kursen, die PRINCE2 Foundation als Voraussetzung setzen und nur den Practitioner-Aufbau behandeln, startet dieser Kurs bei null: Er ist für Personen konzipiert, die bislang keine PRINCE2-Vorkenntnisse mitbringen, aber in kurzer Zeit eine vollständige berufliche Qualifikation in strukturiertem Projektmanagement und modernen Lieferpraktiken erwerben wollen. Das Wort „Professional" im Kurstitel bezeichnet diesen breiten Anspruch — es handelt sich um einen trägerinternen Programmbegriff, nicht um eine eigenständige Axelos-Zertifizierungsstufe jenseits des Practitioners.
Kursinhalte & Lernziele
PRINCE2 Foundation — Grundlagen und Methodik-Einstieg Der Foundation-Block legt das konzeptionelle Fundament für alles Folgende. Teilnehmende lernen die Sprache von PRINCE2 kennen: Was bedeutet Lenkungsausschuss, was ist ein Work Package, warum spielt die fortlaufende Projektrechtfertigung eine zentrale Rolle? Am Ende des Foundation-Blocks steht die Vorbereitung auf die standardisierte Foundation-Prüfung.
- PRINCE2-Grundbegriffe: Projekte, Managementprodukte, Rollen und Verantwortlichkeiten
- Die sieben Prinzipien: fortlaufende Projektrechtfertigung, Lernen aus Erfahrungen, definierte Rollen, Management by Stages, Management by Exception, Produktorientierung, Angepasste Methode
- Die sieben Themen im Überblick: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Veränderung, Fortschritt
- Die sieben PRINCE2-Prozesse: Vorbereitung, Initiierung, Lenkung, Stufengrenzen, Steuerung, Lieferung, Abschluss
- Zusammenspiel von Prinzipien, Themen und Prozessen an einfachen Beispielprojekten
- Foundation-Prüfungsvorbereitung: Übungsaufgaben, Schlüsselbegriffe, Multiple-Choice-Format
PRINCE2 Practitioner — Anwendung und Methodenvertiefung Der Practitioner-Block vertieft das Foundation-Wissen auf Anwendungsebene. Im Mittelpunkt stehen komplexe Szenarien, in denen PRINCE2 situationsgerecht eingesetzt, angepasst und begründet werden muss. Die Practitioner-Prüfung verlangt keine auswendig gelernten Definitionen, sondern fundierte Entscheidungen in realistischen Projektsituationen.
- Fortgeschrittene Themenarbeit: Business Case bei Veränderungen anpassen, Konfigurationsmanagement, Exception Management
- Produktbasierte Planung: Produktbeschreibungen, Flussdiagramme und Work Packages für mehrstufige Projekte
- Steuerung auf Lieferebene: Daily Log, Issue Register, Checkpoint Reports, Highlight Reports
- Tailoring: Wie viel PRINCE2 braucht ein kleines Projekt — und wann braucht es mehr?
- Fallstudienarbeit: Projektszenarien aus der Praxis analysieren, Entscheidungsalternativen begründen
- Practitioner-Prüfungsstrategie: Szenario-Aufbau, Aufgabenformate, Zeitmanagement im Examen
Kanban — Visuelle Steuerung auf Lieferebene Kanban tritt in diesem Programm als direktes Gegenstück zur PRINCE2-Governance-Logik auf. Während PRINCE2 auf Phasen, Stage Boundaries und Ausnahmeberichte setzt, arbeitet Kanban mit kontinuierlichem Fluss, Visualisierung und Engpasssteuerung. Beide Ansätze zusammen geben Projektteams mehr Steuerungsinstrumente als jedes System für sich allein.
- Kanban-Werte und Grundprinzipien: Start with what you do now, Agree to pursue evolutionary change
- Kanban-Board im Detail: Spalten, Swimlanes, Tickets, Übergaben und Blockaden
- WiP-Limits setzen und verteidigen — warum weniger parallele Arbeit zu schnellerer Lieferung führt
- Cumulative Flow Diagrams: Lieferrhythmus ablesen und Stauprobleme frühzeitig erkennen
- Kanban-Meetings: Replenishment Meeting, Daily Standup, Delivery Planning, Service Delivery Review
- PRINCE2 + Kanban kombinieren: Welches System greift auf welcher Ebene?
DevOps — Lieferpraktiken und Zusammenarbeitskultur Das DevOps-Modul gibt einen fundierten Einstieg in die Denk- und Arbeitsweise, die in modernen Softwareentwicklungs- und IT-Betriebsteams Standard geworden ist. Für Projektmanagerinnen und Projektmanager ist Grundverständnis hier entscheidend, um Projektergebnisse mit dem operativen Betrieb zu verbinden.
- DevOps-Herkunft und Kernideen: Silos zwischen Dev und Ops aufbrechen, gemeinsame Verantwortung
- The Three Ways of DevOps: Flow optimieren, Feedback-Schleifen verkürzen, kontinuierliches Lernen verankern
- CI/CD-Konzepte aus Projektmanagement-Perspektive: Was bedeuten Build, Test, Deploy für Projektziele?
- Infrastructure as Code, automatisierte Tests — Grundprinzipien ohne Codeerfordernis
- DORA-Metriken für Projektleiterinnen: Deployment Frequency, Lead Time, MTTR, Change Failure Rate
- DevOps in PRINCE2-Projekten: Release-Zyklen mit Stage Boundaries verbinden
Praktische Übungen und Abschluss-Fallstudie Die Übungen bauen progressiv aufeinander auf: Foundation-Inhalte werden zunächst isoliert geübt, ab dem Practitioner-Block dann mit Kanban und DevOps verknüpft. Das Abschluss-Projekt verlangt den souveränen Einsatz aller drei Methoden in einem kohärenten Projektnarrativ.
- Foundation-Übungstest mit Auswertung und gezieltem Nacharbeiten von Wissenslücken
- PRINCE2-Projektinitiierungsdokumentation für ein komplexes Beispielprojekt erarbeiten
- Kanban-Board für ein Lieferteam im PRINCE2-Projekt aufsetzen, WiP festlegen und begründen
- Cumulative Flow Diagram auswerten: Engpass im Lieferfluss benennen und Lösung vorschlagen
- Highlight Report mit integrierten Kanban-Metriken und DevOps-Deployment-Daten verfassen
- Exception Plan ausarbeiten: Was tun, wenn eine Stage aus dem Ruder läuft?
- Kanban-Retrospektive moderieren und Ergebnisse strukturiert ins Lessons-Learned-Register überführen
- DevOps-Reifegrad eines Projektteams anhand von DORA-Metriken und kulturellen Kriterien einschätzen
- Stakeholder-Präsentation: Hybride Methodik einem Lenkungsausschuss erklären und Entscheidungsalternativen darlegen
- Practitioner-Szenarien: Begründete Antworten auf komplexe Projekt-Situationen formulieren — im Prüfungsformat
- Risikomanagement in einem Hybridprojekt: PRINCE2-Risikothema mit Kanban-Impediment-Management verknüpfen
- Abschluss-Fallstudie: Gesamtprojekt mit Foundation-Grundlagen, Practitioner-Steuerung, Kanban-Lieferfluss und DevOps-Metriken als integriertes System steuern
Lernziele:
- PRINCE2-Grundvokabular, Prinzipien, Themen und Prozesse auf Foundation-Niveau sichern
- Foundation-Prüfung inhaltlich vorbereiten und ablegen
- Auf Practitioner-Niveau PRINCE2 in realen Projektszenarien anwenden und methodisch anpassen
- Managementprodukte erstellen und Tailoring-Entscheidungen begründen
- Kanban-Boards einrichten, WiP-Limits festlegen und Flussmetriken auswerten
- Kanban-Methodik als operatives Steuerungswerkzeug auf Teamebene einsetzen
- DevOps-Grundkonzepte verstehen und in Projektprozesse integrieren
- Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- und Betriebsteams in Projekten gestalten
- Hybrides Methodensystem entwickeln: PRINCE2-Steuerung kombiniert mit Kanban-Flow und DevOps-Auslieferung
- Stakeholdern und Lenkungsausschüssen hybride Methodenentscheidungen erklären
- Risiken in Projekten mit agiler Lieferdimension erkennen, bewerten und eskalieren
- Berufsstart als Projektmanager/in auf Basis eines vollständigen Qualifikationsprofils vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Lehrgang richtet sich an Personen ohne PRINCE2-Vorkenntnisse, die einen vollständigen Einstieg in strukturiertes Projektmanagement plus moderne Lieferpraktiken suchen. Er ist bewusst breit konzipiert und eignet sich für Quereinsteiger aus anderen Berufsfeldern ebenso wie für Fachkräfte, die bislang informal in Projekten mitgewirkt haben, ohne eine systematische Methode zu kennen.
- Berufseinsteigerinnen und -einsteiger, die gezielt eine Projektmanagement-Karriere starten
- Quereinsteiger aus Verwaltung, Marketing, Produktion oder kaufmännischen Berufen
- IT-Fachleute aus Entwicklung oder Betrieb, die Projektverantwortung übernehmen
- Teamleads ohne formale Projektmanagement-Ausbildung
- Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer, die sich neu positionieren möchten
PRINCE2-Vorkenntnisse sind für diesen Lehrgang ausdrücklich nicht erforderlich — das Programm startet mit Foundation. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind notwendig, da Kursunterlagen und Kommunikation überwiegend auf Deutsch stattfinden. Für die PRINCE2-Prüfungen ist zudem ein ausreichendes Englischverständnis hilfreich, da Fachbegriffe häufig auf Englisch erscheinen. Grundlegende digitale Kompetenz und die Bereitschaft zur intensiven Auseinandersetzung mit methodischen Inhalten werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Das Programm wird als virtuelles Klassenformat durchgeführt, in dem Wissensvermittlung, geführte Übungseinheiten und Fallstudienarbeit miteinander wechseln. Foundation-Inhalte werden systematisch und schrittweise aufgebaut; Practitioner-Inhalte setzen auf szenarienbasiertes Lernen. Für Kanban werden Board-Simulationen eingesetzt; DevOps-Konzepte werden mit Beispielen aus realen Projekten illustriert. Zwischen den Sessions steht Lernmaterial für die eigenständige Vertiefung bereit.
Da dieser Kurs Foundation, Practitioner, Kanban und DevOps umfasst, ist er von allen PRINCE2-Varianten im Angebot der umfangreichste. Je nach Format (Teilzeit oder Vollzeit) erstreckt sich das Programm über mehrere Wochen. Genaue Angaben zu Stundenumfang und Terminen nennt der jeweilige Anbieter bei der Anmeldung.
Der Kurs bereitet auf PRINCE2 Foundation und PRINCE2 Practitioner (beide Axelos) vor. Beide Prüfungen finden bei akkreditierten Prüfungsstellen statt. Kanban und DevOps werden als Methoden vermittelt, ohne eigene externe Prüfung. Der Kurs schließt mit einer trägerinternen Teilnahmebescheinigung ab. Das PRINCE2-Practitioner-Zertifikat ist drei Jahre gültig; Foundation bleibt dauerhaft bestehen.
Nutzen & Perspektiven
Wer diesen Kurs absolviert, kommt ohne PRINCE2-Vorkenntnisse herein und geht mit zwei Zertifikaten (Foundation und Practitioner) sowie einem fundierten methodischen Profil heraus — ergänzt um Kanban-Kompetenz und DevOps-Grundverständnis. Dieses Komplettpaket ist im Arbeitsmarkt für Projektmanagement-Einsteiger besonders relevant, weil viele Stellen genau diese Kombination aus strukturierter Methodik und agilem Lieferverständnis erwarten. Die Stärke dieses Programms liegt in der vertikalen Tiefe bei PRINCE2 — Foundation bis Practitioner in einem durchgehenden Lernpfad — und der horizontalen Breite durch Kanban und DevOps. Wer Foundation und Practitioner separat absolviert und danach noch Kanban und DevOps als Einzelkurse belegt, zahlt oft das Dreifache und braucht erheblich mehr Zeit. Das Programm ist als Gesamtqualifikation konzipiert, die direkt in eine Bewerbungsmappe überführt werden kann. Für Organisationen, die intern Projektmanagement-Kompetenz aufbauen wollen, ist dieses Format zudem attraktiv, weil Teilnehmende nach Abschluss sofort in hybriden Projekten mitwirken können — mit dem methodischen Rüstzeug für Governance, Liefersteuerung und Delivery-Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich diesen Kurs ohne jegliche PRINCE2-Kenntnisse belegen?
Ja, ausdrücklich. Das Programm startet mit PRINCE2 Foundation und setzt keinerlei Vorkenntnisse in dieser Methode voraus. Nützlich ist ein grundlegendes Verständnis davon, was Projekte sind und wie sie von regulärem Tagesgeschäft abgegrenzt werden — das ist aber kein formales Aufnahmekriterium.
Welche Zertifikate kann ich nach diesem Kurs erwerben?
Der Kurs bereitet auf PRINCE2 Foundation und PRINCE2 Practitioner vor — beides anerkannte Axelos-Zertifizierungen, die bei akkreditierten Prüfungsstellen abgelegt werden. Kanban und DevOps werden als Methoden gelehrt, ohne auf externe Zertifizierungsprüfungen in diesen Bereichen vorzubereiten. Zusätzlich erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung.
Was bedeutet "Professional" im Kurstitel?
Das ist ein trägerinterner Programmbegriff, der den umfassenden Charakter des Lehrgangs beschreibt — Foundation, Practitioner, Kanban und DevOps in einem. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Axelos-Zertifizierungsstufe. Die offiziellen PRINCE2-Stufen sind Foundation, Practitioner und PRINCE2 Agile.
Wie lange dauert der Kurs und kann ich ihn berufsbegleitend absolvieren?
Der Kurs wird in Voll- und Teilzeitformaten angeboten. Im Teilzeitmodus lässt er sich gut mit einer Berufstätigkeit vereinbaren; die genaue Dauer hängt vom Anbieter und vom gewählten Format ab. Da Foundation und Practitioner beide Prüfungsvorbereitungen umfassen, ist ausreichend Lernzeit einzuplanen.
Wie unterscheidet sich dieses Programm vom "PRINCE2 Practitioner inkl. Kanban und DevOps"?
Der Hauptunterschied liegt im Startpunkt: Dieses Programm schließt Foundation ein und ist für Einsteiger ohne PRINCE2-Vorkenntnisse konzipiert. Der andere Kurs setzt ein aktives Foundation-Zertifikat voraus und startet direkt auf Practitioner-Niveau. Wer Foundation bereits besitzt, fährt mit dem spezialisierten Practitioner-Kurs effizienter.
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