Überblick
Dieser Kurs verbindet zwei der zentralen Methoden agilen Arbeitens zu einem integrierten Lernprogramm: das Scrum-Framework mit seinem Rollenmodell, seinen Artefakten und Ereignissen sowie die Kanban-Methode mit ihrer Logik des visualisierten Arbeitsflusses, der WIP-Limits und der kontinuierlichen Lieferung. Teilnehmende verstehen, wie beide Ansätze eigenständig funktionieren und wie sie sich in modernen Produktteams ergänzen. Scrum strukturiert die Arbeit in Sprints mit klaren Verantwortlichkeiten; Kanban macht den Arbeitsfluss sichtbar und steuerbar. Wer beides beherrscht, kann in agilen Teams unterschiedlichster Ausprägung kompetent mitarbeiten.
Kursinhalte & Lernziele
Scrum-Framework — Grundlagen und Rollenverständnis Scrum ist ein leichtgewichtiges Rahmenwerk, das Teams dabei hilft, komplexe Probleme iterativ und inkrementell zu lösen. Dieser Modulblock legt das vollständige konzeptionelle Fundament des Scrum-Frameworks.
- Die fünf Scrum-Werte: Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt, Mut
- Drei Scrum-Rollen im Detail: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Drei Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment
- Fünf Scrum-Ereignisse: Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospektive, der Sprint selbst
- Definition of Done und Definition of Ready in der Praxis
- Das Konzept der Transparenz, Überprüfung und Anpassung (empirische Prozesskontrolle)
- Häufige Missverständnisse im Scrum-Einsatz und wie man sie erkennt
Scrum in der Praxis — Backlogs, Sprints und Teamdynamik Theorie allein reicht nicht aus. Dieser Block trainiert die konkrete Anwendung des Frameworks in realitätsnahen Szenarien.
- User Stories: Format, Akzeptanzkriterien, Splitting-Techniken
- Backlog-Refinement: Wann, wie und mit wem?
- Sprint-Planung: Velocity, Kapazität und Aufgabenzuschnitt
- Daily Standup moderieren und Impediment-Protokolle führen
- Sprint Review gestalten: Stakeholder einbinden, Feedback strukturieren
- Nachbesprechung im Team: Retrospektiven-Formate und Aktionspläne
- Skalierungsfragen: Wie arbeiten mehrere Scrum-Teams zusammen?
Kanban-Methode — Visualisierung, Fluss und kontinuierliche Lieferung Kanban ergänzt Scrum um eine Perspektive, die nicht Sprints, sondern Fluss in den Mittelpunkt stellt. Die Kanban-Methode nach David J. Anderson setzt auf Evolutionsstatt Revolution.
- Sechs Kernpraktiken der Kanban-Methode: Visualisierung, WIP-Limits, Flussmanagement, explizite Richtlinien, Feedback-Schleifen, gemeinsame Verbesserung
- Kanban-Board-Design für verschiedene Team-Kontexte
- WIP-Limits und ihre Auswirkung auf Engpässe und Qualität
- Klassen von Serviceleistungen: Expedite, Festtermin, Standard, Intangible
- Flussmetriken im Detail: Cumulative Flow Diagram, Throughput, Zykluszeit, Lead Time
- Kanban-Meeting-Formate: Replenishment Meeting, Service Delivery Review, Operations Review, Risk Review
- Reifegrade im Kanban-System und wie man kontinuierliche Verbesserung institutionalisiert
Scrumban und hybride Modelle in der agilen Praxis Weder Scrum noch Kanban existieren in der realen Arbeitswelt isoliert. Dieser Praxisblock verbindet beide Methoden und schult das situative Urteilsvermögen.
- Scrumban: Entstehung, Einsatzgebiete und typische Implementierungen
- Wann ist reines Scrum sinnvoll, wann eignet sich Kanban besser?
- Sprint-Zyklen und kontinuierlichen Fluss kombinieren
- Hybride Boards: Kanban-Visualisierung innerhalb von Scrum-Sprints
- Teamgesundheit und psychologische Sicherheit als Voraussetzung für agile Hochleistung
- Agile Retrospektiven mit Flussanalysen verbinden
- Fallstudie: Einführung eines Scrumban-Systems in einem gemischten Produktteam
- Typische Fehler bei der Einführung agiler Methoden und wie man sie vermeidet
- Coaching-Techniken für Scrum Master und Team Leads
- Moderation schwieriger Retros und Sprint Reviews
- Kennzahlen für agile Teamreife entwickeln und nutzen
- Vorbereitung auf weiterführende Zertifizierungen im Scrum- und Kanban-Bereich
Lernziele:
- Das Scrum-Framework vollständig beschreiben: Rollen, Artefakte, Ereignisse und Werte
- Sprints planen, durchführen, reviewen und im Nachgang strukturiert auswerten
- Das Product Backlog pflegen: Stories verfassen, schätzen und sinnvoll priorisieren
- Die Aufgaben von Product Owner, Scrum Master und Entwicklungsteam situationsgerecht wahrnehmen
- Kanban-Boards aufsetzen und Arbeitsfluss visuell steuern
- WIP-Limits festlegen und deren Wirkung auf Durchlaufzeiten analysieren
- Flussmetriken wie Throughput, Zykluszeit und Cumulative Flow Diagram interpretieren
- Scrumban als hybrides Modell verstehen und für geeignete Kontexte einsetzen
- Rückkopplungsschleifen in agilen Teams systematisch nutzen
- Impediments erkennen und Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung entwickeln
- Agile Teams in der Praxis moderieren und coachen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Berufstätige, die in agilen Umgebungen arbeiten oder in diese wechseln wollen, und die ihr methodisches Fundament systematisch ausbauen möchten.
- Scrum Master und Agile Coaches, die Kanban als Ergänzung erlernen wollen
- Product Owner, die den Arbeitsfluss ihrer Teams besser verstehen möchten
- Projektmanager, die von klassischen auf agile Methoden umsteigen
- IT-Fachkräfte, die in Produktteams Verantwortung übernehmen
- Teamleiter und Führungskräfte in technischen und nicht-technischen Bereichen
Grundlegende Kenntnisse in Projektmanagement oder agilen Arbeitsweisen sind hilfreich, jedoch nicht zwingend erforderlich. Der Kurs ist so konzipiert, dass Personen ohne spezifische Scrum-Vorerfahrung einsteigen können. Allgemeine Computerkenntnisse und die Fähigkeit zur schriftlichen und mündlichen Kommunikation auf Deutsch oder Englisch sind ausreichend.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als virtuelles Klassenzimmer durchgeführt und bietet synchrone Live-Sitzungen, in denen Teilnehmende gemeinsam Szenarien bearbeiten, Boards aufbauen und Retrospektiven simulieren. Methodisch wechseln sich Theorieblöcke, moderierte Diskussionen und praktische Gruppenaufgaben ab. Flussmetriken werden anhand realer Datensätze interpretiert; Scrum-Events werden in der Gruppe durchgespielt.
Der Kurs ist in Vollzeit- und Teilzeitvarianten verfügbar. Die genaue Gesamtstundenzahl variiert je nach Anbieter und Durchführungsformat. Ortsunabhängige Teilnahme ist über das virtuelle Format durchgängig möglich.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Externe Scrum-Zertifizierungen — etwa Professional Scrum Master (PSM) von Scrum.org oder Certified ScrumMaster (CSM) von Scrum Alliance — sind nicht automatisch Bestandteil des Kurses, können aber auf Basis der erworbenen Kenntnisse separat abgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus Scrum und Kanban deckt das methodische Spektrum ab, das in der großen Mehrheit moderner Softwareentwicklungs- und Produktteams tatsächlich eingesetzt wird. Wer beide Ansätze versteht, kann in nahezu jedem agilen Team sofort produktiv mitwirken und je nach Kontext die passende Methode vorschlagen oder einführen. Besonders wertvoll ist die Erkenntnis, dass Scrum und Kanban keine konkurrierenden Systeme sind. Kanban-Flussmetriken können Sprint-Reviews mit harten Daten anreichern; WIP-Limits helfen dabei, Überlastung in Scrum-Teams frühzeitig sichtbar zu machen. Diese Integration schult ein Urteilsvermögen, das über das bloße Anwenden von Checklisten hinausgeht. Mittelfristig eröffnet der Abschluss Perspektiven als Scrum Master, Agile Coach oder Produktteam-Leitung — in Branchen von der IT über die Versicherungswirtschaft bis hin zur öffentlichen Verwaltung, die zunehmend agile Arbeitsweisen einführen. Die Kenntnis beider Ansätze macht Absolventinnen und Absolventen zu gefragten Gesprächspartnern in Organisationen, die sich fragen, welche agile Methode für ihren Kontext am besten geeignet ist. Wer erklären kann, warum ein Callcenter-Team besser mit Kanban fährt als mit Scrum, und warum ein Produktentwicklungsteam Sprint-Zyklen braucht, hat gegenüber Methodenmonokultur-Spezialisten einen messbaren Vorteil.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich Scrum bereits kennen, um an diesem Kurs teilzunehmen?
Nein, Vorerfahrungen in Scrum sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Der Kurs führt das Scrum-Framework vollständig ein, bevor er auf Kanban und hybride Modelle eingeht. Auch ohne agile Vorkenntnisse ist ein erfolgreicher Einstieg möglich.
Was ist Scrumban und wann ist es sinnvoll?
Scrumban ist ein hybrides Modell, das Scrum-Strukturen mit Kanban-Visualisierung und Flussorientierung verbindet. Es eignet sich besonders für Teams, die in regelmäßigen Rhythmen arbeiten, aber gleichzeitig von der Transparenz und den WIP-Limits der Kanban-Methode profitieren wollen. Der Kurs vermittelt, wann Scrumban gegenüber reinem Scrum oder Kanban Vorteile bietet.
Wird eine offizielle Scrum-Zertifizierung angeboten?
Der Kurs bereitet auf externe Zertifizierungen wie Professional Scrum Master (PSM) von Scrum.org oder Certified ScrumMaster von Scrum Alliance vor, ohne diese automatisch einzuschließen. Ob Prüfungsgebühren im Kurspaket enthalten sind, hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Das trägerinterne Abschlusszertifikat dokumentiert den Kompetenzerwerb im Rahmen dieser Weiterbildung.
Was sind WIP-Limits und warum sind sie wichtig?
WIP (Work in Progress) Limits legen fest, wie viele Aufgaben gleichzeitig in einem Prozessschritt bearbeitet werden dürfen. Sie verhindern Überlastung, machen Engpässe sichtbar und fördern die Fertigstellung angefangener Arbeit statt ständiger Neustarts. Im Kurs wird geübt, sinnvolle WIP-Limits für unterschiedliche Teamkonstellationen festzulegen.
In welchen Branchen ist diese Qualifikation gefragt?
Scrum und Kanban sind in der IT und Softwareentwicklung am stärksten verbreitet, werden aber zunehmend auch in Banken, Versicherungen, der öffentlichen Verwaltung und in Unternehmensberatungen eingesetzt. Die kombinierten Kenntnisse aus diesem Kurs eröffnen Möglichkeiten überall dort, wo Teams iterativ und kundenorientiert arbeiten.
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