Überblick
Agile Teams arbeiten heute selten mit nur einer Methode. In der Praxis verschmelzen Scrum-Zeremonien, Kanban-Boards zur Flusssteuerung und DevOps-Prinzipien zu einem gemeinsamen Arbeitsmodus, der Entwicklung und Betrieb näher zusammenbringt. Diese Weiterbildung vermittelt genau diese Kombination: Sie führt in die Rollen, Ereignisse und Artefakte von Scrum ein, ergänzt Kanban als visuelles Steuerungsinstrument für kontinuierliche Arbeitsflüsse und rundet das Profil mit DevOps-Grundlagen zu Automatisierung, Continuous Integration und der Zusammenarbeit zwischen Dev- und Ops-Teams ab. Wer nach diesem Kurs in ein agiles IT-Projekt einsteigt, kennt nicht nur die Scrum-Theorie, sondern versteht auch, wie Kanban und DevOps-Praktiken den Alltag in Sprints, Releases und Betrieb prägen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul Scrum Der erste Themenblock behandelt das Scrum-Rahmenwerk von Grund auf: von den Werten und der empirischen Prozesskontrolle bis zu den konkreten Abläufen im Sprint. Teilnehmende erarbeiten, wie sich Anforderungen in ein Product Backlog überführen lassen und wie ein Sprint von der Planung bis zur Auslieferung funktioniert.
- Scrum-Theorie: empirische Prozesssteuerung, Transparenz, Überprüfung, Anpassung
- Rollen im Detail: Aufgaben des Product Owner, Verantwortung des Scrum Master, Selbstorganisation des Entwicklungsteams
- Sprint-Zyklus: Planning, Daily Scrum, Review, Retrospektive im Zusammenspiel
- Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Inkrement und deren Pflegeregeln
- Schätztechniken für Backlog-Einträge (z. B. Story Points, relative Schätzung)
- Umgang mit sich ändernden Anforderungen während eines laufenden Sprints
Modul Kanban Im zweiten Block steht Kanban als ergänzende oder alternative Steuerungsmethode im Mittelpunkt. Der Fokus liegt auf der visuellen Darstellung von Arbeit und der bewussten Begrenzung paralleler Aufgaben, um Engpässe früh sichtbar zu machen.
- Die sechs Kernpraktiken von Kanban: Visualisieren, WIP begrenzen, Fluss steuern, Regeln explizit machen, Feedbackschleifen etablieren, gemeinsam verbessern
- Aufbau und Anpassung eines Kanban-Boards für unterschiedliche Teamkontexte
- Spaltendefinitionen, Swimlanes und Klassen von Arbeit (Class of Service)
- Messung und Interpretation von Durchlaufzeit, Zykluszeit und Durchsatz
- Umgang mit Engpässen (Bottlenecks) und Methoden zu deren Auflösung
- Kombination von Kanban-Elementen innerhalb eines Scrum-Sprints (Scrumban-Ansatz)
Modul DevOps Der dritte Block widmet sich den Grundprinzipien von DevOps und zeigt, wie sich agile Softwareentwicklung und stabiler IT-Betrieb sinnvoll verzahnen lassen. Im Zentrum stehen Automatisierung, schnelle Feedbackzyklen und eine gemeinsame Verantwortung für die Softwarequalität.
- Kulturelle und organisatorische Grundlagen von DevOps: geteilte Verantwortung von Dev und Ops
- Continuous Integration: automatisierte Builds und frühzeitiges Erkennen von Integrationsfehlern
- Continuous Delivery und Continuous Deployment im Vergleich
- Grundlagen der Automatisierung von Test- und Deployment-Pipelines
- Monitoring und Feedback aus dem Produktivbetrieb zurück in die Entwicklung
- Zusammenspiel von DevOps-Prinzipien mit agilen Frameworks wie Scrum und Kanban
Praxisanwendung Die drei Themenblöcke werden nicht isoliert behandelt, sondern in gemeinsamen Übungen miteinander verknüpft, damit die Teilnehmenden das Zusammenspiel der Methoden in realistischen Projektszenarien erleben.
- Simulation eines Sprints mit paralleler Kanban-Visualisierung offener Aufgaben
- Übungen zur Priorisierung eines Product Backlogs unter Kapazitätsgrenzen
- Rollenspiele zu Daily Scrum und Sprint Review mit wechselnden Perspektiven
- Aufbau eines beispielhaften CI/CD-Ablaufs anhand eines vereinfachten Softwareprojekts
- Analyse eines fiktiven Teamboards zur Identifikation von Engpässen
- Diskussion typischer Konfliktsituationen zwischen Entwicklung und Betrieb
- Erarbeitung konkreter Verbesserungsschritte in einer simulierten Retrospektive
- Vergleich von Scrum, Kanban und Scrumban anhand konkreter Teamgrößen und Aufgabentypen
- Zusammenstellung eines persönlichen Methoden-Werkzeugkastens für den Berufsalltag
- Vorbereitende Fragen und Aufgabenformate im Stil der Professional-Scrum-Zertifizierung
- Einordnung eigener bisheriger Projekterfahrungen mit agilen oder klassischen Methoden
- Abschließende Zusammenfassung der Kernkonzepte aus allen drei Modulen
Die Kombination aus Scrum, Kanban und DevOps spiegelt wider, wie viele IT-Teams heute tatsächlich arbeiten: mit einem festen Rahmenwerk für die Zusammenarbeit, einem visuellen Steuerungsinstrument für den täglichen Arbeitsfluss und einer engen Verzahnung zwischen Entwicklung und Betrieb. Wer alle drei Bereiche versteht, kann flexibel auf unterschiedliche Teamkulturen und Projektanforderungen reagieren, statt sich auf ein einzelnes Vorgehensmodell zu versteifen. Am Ende der Weiterbildung steht ein rundes Bild agiler Zusammenarbeit: von der Theorie des Scrum-Rahmenwerks über die praktische Flusssteuerung mit Kanban bis zu den technischen und organisatorischen Grundlagen von DevOps. Diese Verbindung ist besonders für Personen wertvoll, die in wechselnden Projektkontexten arbeiten oder ein Team methodisch weiterentwickeln möchten.
Lernziele:
- Die drei Scrum-Rollen (Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam) und ihre jeweiligen Verantwortlichkeiten sicher unterscheiden
- Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospektive eigenständig moderieren oder aktiv mitgestalten können
- Product Backlog und Sprint Backlog pflegen sowie Backlog-Einträge priorisieren und schätzen
- Die Definition of Done als Qualitätskriterium für fertige Arbeitsergebnisse anwenden
- Kanban-Grundprinzipien wie Visualisierung, Begrenzung von Work in Progress (WIP) und Flussmanagement in der Praxis umsetzen
- Ein Kanban-Board für ein reales Team- oder Projektszenario aufbauen und Engpässe im Arbeitsfluss erkennen
- Kennzahlen wie Durchlaufzeit (Lead Time) und Zykluszeit (Cycle Time) zur Prozessverbesserung nutzen
- Die Kernidee von DevOps als Zusammenspiel von Entwicklung, Qualitätssicherung und Betrieb einordnen
- Grundprinzipien von Continuous Integration und Continuous Delivery (CI/CD) beschreiben und deren Nutzen für Teams erläutern
- Automatisierung von Build-, Test- und Deployment-Schritten als Beitrag zu stabileren Releases verstehen
- Zusammenarbeit und Kommunikationsmuster zwischen agilen Teams und IT-Betrieb sicher einordnen
- Die Vorbereitung auf eine Professional-Scrum-Zertifizierung strukturiert angehen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs eignet sich für Personen, die in agilen IT- oder Softwareprojekten mitarbeiten oder eine solche Rolle anstreben und dabei ein breiteres methodisches Fundament als reines Scrum-Wissen aufbauen möchten. Er passt sowohl für den Einstieg in agile Arbeitsweisen als auch für Berufserfahrene, die ihr Methodenrepertoire um Kanban und DevOps-Grundlagen erweitern wollen.
- Angehende oder aktive Scrum Master und Product Owner
- Projektmitarbeitende in IT- und Softwareentwicklungsteams
- Teamleitungen, die agile und flussorientierte Methoden kombinieren möchten
- Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mit Interesse an agilem Projektmanagement
- Fachkräfte, die die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb besser verstehen wollen
Für die Teilnahme sind keine formalen Abschlüsse erforderlich. Sinnvoll sind ein grundlegendes Verständnis von Softwareentwicklungsprozessen sowie sichere Deutsch- oder Englischkenntnisse, da Fachbegriffe im internationalen Scrum- und DevOps-Umfeld häufig englischsprachig sind. Erste Berührungspunkte mit Projektarbeit erleichtern den Einstieg, sind aber keine zwingende Bedingung.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung verbindet inhaltliche Vermittlung mit unmittelbarer Anwendung: Theorieeinheiten zu Scrum, Kanban und DevOps wechseln sich mit Übungen ab, in denen die Teilnehmenden Boards aufbauen, Sprints simulieren und Fallbeispiele durchspielen. Dadurch bleibt der Praxisbezug durchgehend erhalten, statt Konzepte nur abstrakt zu behandeln.
Der Umfang richtet sich nach den drei Themenblöcken Scrum, Kanban und DevOps, die aufeinander aufbauend durchlaufen werden. Die konkrete Kurslaufzeit hängt vom gewählten Format ab; Angaben zu Terminen und Taktung sind der jeweiligen Kursausschreibung des Anbieters zu entnehmen.
Der Kurs bereitet inhaltlich auf eine Professional-Scrum-Zertifizierung vor und vermittelt zusätzlich Kanban- und DevOps-Grundlagen, die in vielen agilen Teams direkt anwendbar sind. Am Ende der Weiterbildung erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Kursanbieters; die Professional-Scrum-Prüfung selbst wird über den jeweiligen Zertifizierungsanbieter separat abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Wer Scrum, Kanban und DevOps gemeinsam versteht, ist in agilen Teams deutlich vielseitiger einsetzbar als jemand, der nur eine der drei Methoden kennt. Gerade in gemischten Projektlandschaften, in denen Teams eigene Spielarten von Scrumban oder DevOps-nahen Prozessen entwickeln, zahlt sich dieses breitere Fundament unmittelbar aus. Die Fähigkeit, einen Arbeitsfluss über ein Kanban-Board sichtbar zu machen und gleichzeitig die Disziplin eines Scrum-Sprints einzuhalten, gehört zu den gefragtesten Kompetenzen in modernen IT-Organisationen. Ergänzt um ein Grundverständnis für Continuous Integration und Continuous Delivery, können Absolventinnen und Absolventen nicht nur an agilen Prozessen teilnehmen, sondern auch an der Schnittstelle zwischen Entwicklung und Betrieb mitdenken. Dieser methodische Dreiklang macht den Kurs zu einer soliden Grundlage für alle, die sich in agilen IT-Projekten weiterentwickeln oder aktiv in eine Scrum-Master- oder Product-Owner-Rolle hineinwachsen möchten, ohne sich dabei auf ein einzelnes starres Vorgehensmodell zu beschränken.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einer reinen Scrum-Schulung?
Neben dem klassischen Scrum-Rahmenwerk mit Rollen, Sprints und Artefakten vermittelt der Kurs zusätzlich Kanban als Methode zur Flusssteuerung sowie DevOps-Grundlagen zu Automatisierung und Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb. So entsteht ein breiteres methodisches Fundament als bei einer isolierten Scrum-Ausbildung.
Brauche ich Programmiererfahrung für den DevOps-Teil?
Nein, der DevOps-Block vermittelt Grundprinzipien wie Continuous Integration und Continuous Delivery auf konzeptioneller Ebene. Es geht darum, die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb zu verstehen, nicht um tiefes Programmier-Know-how.
Kann ich Kanban auch ohne Scrum-Kenntnisse lernen?
Ja, das Kanban-Modul ist inhaltlich eigenständig aufgebaut. In der Praxis werden beide Methoden aber häufig kombiniert, weshalb der Kurs auch zeigt, wie sich Kanban-Elemente innerhalb eines Scrum-Sprints einsetzen lassen.
Ist die Professional-Scrum-Prüfung im Kurspreis enthalten?
Der Kurs bereitet inhaltlich auf die Prüfung vor. Ob die Zertifizierungsprüfung selbst im Angebot enthalten ist, hängt vom jeweiligen Kursanbieter ab und sollte vor Buchung geklärt werden.
Für wen eignet sich diese Kombination besonders?
Besonders geeignet ist der Kurs für Personen, die in gemischten agilen Umgebungen arbeiten, in denen Scrum, Kanban und DevOps-Praktiken nebeneinander existieren, sowie für alle, die eine Scrum-Master- oder Product-Owner-Rolle mit breiterem Methodenverständnis anstreben.
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