Überblick
Scrum hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten von einem Nischenkonzept der Softwareentwicklung zum meistgenutzten agilen Rahmenwerk in Unternehmen aller Branchen entwickelt. Dieser Kurs vermittelt das Fundament: die drei Rollen, die fünf Events und die drei Artefakte, wie sie im offiziellen Scrum Guide beschrieben sind, sowie die fünf Werte, die eine funktionierende agile Zusammenarbeit tragen. Teilnehmende lernen nicht nur die Begriffe, sondern verstehen, warum Scrum als empirisches Vorgehensmodell funktioniert und wie sich damit Unsicherheit in komplexen Projekten systematisch reduzieren lässt. Der Kurs richtet sich an Personen, die erstmals strukturiert in agiles Projektmanagement einsteigen und dieses Wissen mit einer anerkannten Foundation-Zertifizierung belegen möchten.
Kursinhalte & Lernziele
Im ersten Block geht es um das Fundament: Warum überhaupt agil arbeiten, und was unterscheidet Scrum von klassischen, wasserfallartigen Vorgehensmodellen? Teilnehmende erarbeiten sich das Verständnis für iterative, inkrementelle Entwicklung und lernen, in welchen Projektumfeldern Scrum seine Stärken ausspielt.
- Historie und Grundidee agiler Softwareentwicklung
- Das agile Manifest und seine vier Werte, zwölf Prinzipien
- Empirische Prozesssteuerung: Transparenz, Überprüfung, Anpassung
- Abgrenzung Scrum versus klassisches Wasserfallmodell
- Komplexität, Ungewissheit und Risiko in Projekten einordnen
- Grenzen von Scrum: für welche Projekte es sich weniger eignet
Der zweite Block widmet sich den Rollen und der Teamorganisation. Ein funktionierendes Scrum Team lebt von klar verteilter Verantwortung ohne klassische Hierarchie, und genau dieses Zusammenspiel steht im Mittelpunkt.
- Der Product Owner: Verantwortung für den Produktwert und das Backlog
- Der Scrum Master: Dienende Führung und Prozessbegleitung statt Weisung
- Die Developers: Selbstorganisation und gemeinsame Verantwortung für das Increment
- Zusammenarbeit der Rollen ohne klassische Projektleitungsfunktion
- Typische Rollenkonflikte und wie sie sich lösen lassen
- Skalierungsfragen, wenn mehrere Teams an einem Produkt arbeiten
Im dritten Block stehen die Events und Artefakte im Zentrum – der eigentliche Rhythmus, der Scrum-Teams ihre Struktur gibt. Teilnehmende erleben in Übungen, wie ein Sprint von der Planung bis zur Retrospektive abläuft.
- Der Sprint als Container für alle anderen Events
- Sprint Planning: Sprint-Ziel, Kapazität und Sprint Backlog festlegen
- Daily Scrum: kurze Synchronisation statt Statusbericht
- Sprint Review: Increment vorstellen und Feedback einholen
- Sprint Retrospective: Zusammenarbeit einordnen und verbessern
- Product Backlog, Sprint Backlog und Increment im Zusammenspiel
Der vierte Block vertieft Backlog-Management und die Formulierung von Anforderungen, ergänzt um die Werte, die Scrum erst tragfähig machen. Ohne gelebte Werte bleibt jedes Rollen- und Event-Konstrukt reine Formsache.
- User Stories schreiben und mit dem INVEST-Prinzip prüfen
- Akzeptanzkriterien formulieren und Definition of Done festlegen
- Backlog Refinement als kontinuierlichen Prozess etablieren
- Schätzverfahren wie Planning Poker und Story Points
- Die fünf Scrum-Werte im Teamalltag konkret erlebbar machen
- Umgang mit Change-Wünschen während eines laufenden Sprints
Ergänzend arbeiten die Teilnehmenden in einem durchgehenden Praxisteil an einem simulierten Projekt, in dem die theoretischen Konzepte unmittelbar angewendet werden.
- Aufsetzen eines Product Backlogs für ein Beispielprodukt
- Priorisierung von Backlog-Einträgen nach Nutzerwert
- Durchführung eines vollständigen Sprint Planning in der Gruppe
- Simulation mehrerer Daily-Scrum-Durchläufe
- Rollenspiel: Sprint Review mit Stakeholder-Feedback
- Moderation einer Retrospektive mit unterschiedlichen Formaten
- Schätzübung mit Planning Poker anhand von Beispiel-Stories
- Erstellung eines Burndown-Charts zur Fortschrittsverfolgung
- Analyse eines gescheiterten Sprints und Ableitung von Lehren
- Diskussion von Praxisbeispielen aus unterschiedlichen Branchen
- Erarbeitung einer Definition of Done im Team
- Rückschau typischer Einführungsfehler bei Scrum in etablierten Organisationen
Durch den engen Wechsel zwischen kurzen theoretischen Einheiten und praktischen Simulationen entsteht ein belastbares Verständnis, das über das reine Auswendiglernen von Begriffen hinausgeht. Teilnehmende erleben Scrum als Team-Erfahrung, nicht als isolierte Wissensvermittlung. Am Ende des Kurses steht ein rundes Bild davon, wie Scrum in der Praxis funktioniert – inklusive der Herausforderungen, die bei der Einführung in reale Organisationen typischerweise auftreten und wie erfahrene Teams damit umgehen.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses beherrschen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen.
- die Denkweise hinter empirischer Prozesssteuerung (Transparenz, Überprüfung, Anpassung) erklären
- die drei Scrum-Rollen Product Owner, Scrum Master und Developers voneinander abgrenzen
- die fünf Scrum-Events – Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospective – korrekt einordnen und deren Zweck benennen
- die drei Artefakte Product Backlog, Sprint Backlog und Increment sachgerecht unterscheiden
- ein Product Backlog anlegen, priorisieren und laufend verfeinern (Backlog Refinement)
- User Stories und Akzeptanzkriterien so formulieren, dass sie im Sprint umsetzbar sind
- die fünf Scrum-Werte Commitment, Courage, Focus, Openness und Respect im Teamalltag verankern
- typische Abgrenzungsprobleme zwischen Scrum und klassischem, plangetriebenem Projektmanagement einschätzen
- Sprint-Ziele definieren und den Fortschritt anhand von Burndown-Darstellungen verfolgen
- Retrospektiven moderieren und daraus konkrete Verbesserungsschritte ableiten
- häufige Stolpersteine bei der Scrum-Einführung in bestehenden Teams erkennen
- sich gezielt auf eine Scrum-Foundation-Zertifizierungsprüfung vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs eignet sich für alle, die erstmals strukturiert in agiles Projektmanagement einsteigen möchten, ebenso wie für Personen, die bereits in agilen Umfeldern arbeiten und ihr Wissen fundiert nachweisen wollen. Vorkenntnisse in einer bestimmten Methode werden nicht vorausgesetzt.
- Berufseinsteigerinnen und -einsteiger, die agiles Arbeiten von Grund auf lernen möchten
- Fachkräfte aus klassisch geführten Projekten, die auf agile Arbeitsweisen umsteigen
- Teammitglieder, die künftig als Product Owner oder Scrum Master tätig werden wollen
- Führungskräfte, die agile Teams künftig besser einschätzen und unterstützen möchten
- Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die sich beruflich Richtung Projektmanagement orientieren
Vorausgesetzt werden solide Deutschkenntnisse sowie ein grundlegendes Verständnis für Arbeitsabläufe in Projekten; spezifische Vorerfahrung mit einer Projektmanagement-Methode ist nicht notwendig. Wer bereits erste Berührungspunkte mit Teamarbeit in Projekten hatte, kann die Inhalte leichter auf die eigene Praxis übertragen. Technisches Fachwissen aus der Softwareentwicklung wird nicht benötigt, da sich Scrum branchenübergreifend anwenden lässt. Motivation, sich aktiv an Gruppenübungen und Rollenspielen zu beteiligen, ist hilfreich für den Lernerfolg.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht setzt stark auf interaktive Formate: kurze fachliche Impulse wechseln sich mit Simulationen, Rollenspielen und Gruppenarbeiten am durchgehenden Beispielprojekt ab. So erfahren Teilnehmende die Scrum-Events nicht nur theoretisch, sondern durchlaufen sie in verkürzter Form selbst. Trainerinnen und Trainer mit praktischer Erfahrung in agilen Teams begleiten den Kurs und bringen Beispiele aus realen Projekten ein. Diskussion in der Gruppe wird gezielt genutzt, um unterschiedliche Perspektiven auf agile Zusammenarbeit sichtbar zu machen.
Der Kurs ist als kompakte Einführung angelegt und lässt sich je nach gewähltem Format in wenigen Tagen bis zu rund zwei Wochen absolvieren. Vollzeitvarianten ermöglichen einen zügigen Abschluss, während Teilzeitformate die Inhalte über einen längeren Zeitraum strecken. Die konkrete zeitliche Einteilung richtet sich nach dem gewählten Lernformat des Anbieters.
Der Kurs bereitet gezielt auf eine anerkannte Scrum-Foundation-Zertifizierungsprüfung vor und schließt mit einem Trägerzertifikat über die Teilnahme ab. Die Foundation-Stufe bestätigt ein solides Grundverständnis von Rollen, Events, Artefakten und Werten von Scrum und gilt als üblicher Einstiegsnachweis für den beruflichen Werdegang im agilen Projektmanagement.
Nutzen & Perspektiven
Agile Arbeitsweisen sind längst nicht mehr auf die Softwarebranche beschränkt. Marketing-Teams, Personalabteilungen, produzierende Unternehmen und öffentliche Verwaltungen setzen zunehmend auf Scrum, um Projekte transparenter und anpassungsfähiger zu steuern. Wer die Grundlagen sicher beherrscht, kann in nahezu jedem Team schnell mitarbeiten und versteht die Sprache, in der agile Projekte heute organisiert werden. Für den beruflichen Werdegang öffnet dieses Fundament die Tür zu weiterführenden Rollen wie Product Owner oder Scrum Master, ohne dass vorab tiefes technisches Fachwissen nötig wäre. Gerade Berufseinsteigende und Quereinsteigende profitieren davon, dass Scrum ein vergleichsweise kompaktes, klar strukturiertes Regelwerk ist, das sich in kurzer Zeit erlernen und sofort im Arbeitsalltag anwenden lässt. Auch für Unternehmen zahlt sich geschultes Personal aus: Teams, die die Scrum-Grundlagen gemeinsam verstehen, kommunizieren präziser über Fortschritt und Hindernisse, vermeiden Missverständnisse zwischen Rollen und liefern Ergebnisse in kürzeren, überprüfbaren Zyklen. Das reduziert Reibungsverluste und macht Projektfortschritt für alle Beteiligten sichtbarer.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in Projektmanagement für diesen Kurs?
Nein, der Kurs ist als Einstieg konzipiert. Vorausgesetzt werden solide Deutschkenntnisse und ein grundlegendes Verständnis für Projektarbeit, aber keine Erfahrung mit einer bestimmten Methode. Auch Quereinsteigende ohne IT-Hintergrund kommen gut mit, da Scrum branchenübergreifend anwendbar ist.
Was genau lerne ich in diesem Scrum-Foundation-Kurs?
Sie lernen die drei Rollen, fünf Events, drei Artefakte und fünf Werte von Scrum kennen, formulieren eigene User Stories und durchlaufen in Übungen einen kompletten Sprint-Zyklus von der Planung bis zur Retrospektive. Der Kurs bereitet gezielt auf die Foundation-Zertifizierungsprüfung vor.
Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?
Sie erhalten ein Trägerzertifikat über die Teilnahme sowie die Vorbereitung auf eine anerkannte Scrum-Foundation-Zertifizierungsprüfung. Diese Zertifizierung gilt als üblicher Einstiegsnachweis für den agilen Berufsweg.
Wie unterscheidet sich Scrum von klassischem Projektmanagement?
Scrum arbeitet iterativ in kurzen Sprints mit fester Rollenverteilung statt mit einer durchgehenden Projektleitung und einem starren Gesamtplan. Fortschritt wird laufend überprüft und angepasst, statt am Anfang vollständig durchgeplant zu werden. Der Kurs zeigt diese Abgrenzung anhand konkreter Beispiele.
In welchem Format wird der Kurs durchgeführt?
Der Unterricht kombiniert kurze fachliche Impulse mit Rollenspielen, Simulationen und Gruppenarbeit an einem durchgehenden Beispielprojekt. Die Kursdauer reicht je nach Format von wenigen Tagen bis rund zwei Wochen, in Vollzeit oder Teilzeit.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Erzieher:innen, Sozialarbeiter:innen und Coaches sind in vielen Bundesländern Engpassberuf. Bedarf in Kitas, Schulsozialarbeit und Erwachsenenbildung wächst kontinuierlich, bezahlung bleibt unter IT, dafür hohe Job-Sicherheit.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Projektleiter/Projektleiterin1.447 Stellen
- Office-Manager/Office-Managerin159 Stellen
- Sozialversicherung (grundständig)13 Stellen