Überblick
Diese Weiterbildung verbindet zwei komplementäre Disziplinen des modernen IT-Projektmanagements: Scrum Foundation als methodisches Grundgerüst iterativer Produktentwicklung und DevOps Professional als Kompetenzrahmen für die technische und kulturelle Brücke zwischen Entwicklung und Betrieb. Wer beide Bereiche beherrscht, kann agile Teams nicht nur in ihrer Prozessarbeit unterstützen, sondern auch die technischen Liefer- und Betriebsprozesse verstehen, kommunizieren und mitgestalten. Der Kurs richtet sich an Personen, die Projektmanagement-Verantwortung in technischen Umgebungen übernehmen wollen, ohne selbst Softwareentwickler zu sein.
Kursinhalte & Lernziele
Scrum Foundation — Iterative Produktentwicklung und Teamorganisation Scrum ist das meisteingesetzte agile Rahmenwerk in der Softwareentwicklung. Der Foundation-Block legt ein vollständiges und praxistaugliches Verständnis des Frameworks.
- Die fünf Scrum-Werte: Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt, Mut
- Drei Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment
- Scrum-Ereignisse: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospektive
- Empirische Prozesskontrolle: Transparenz, Überprüfung und Anpassung als Grundprinzipien
- User Stories schreiben: Format, Akzeptanzkriterien, Story-Point-Schätzung
- Backlog-Refinement, Definition of Done und Velocity-Tracking
Scrum in der Projektpraxis Foundation-Wissen wird nur dann wertvoll, wenn es in realistischen Szenarien erprobt wird. Dieser Modulblock trainiert die praktische Anwendung des Frameworks.
- Sprint-Planungszyklus: Kapazität bestimmen, Commitment negotiieren
- Daily Standup: Moderation, Impediment-Tracking, Teamkommunikation
- Sprint Review: Stakeholder einbinden, Produktinkrement präsentieren, Feedback integrieren
- Nachbesprechung: Retrospektiven-Formate für verschiedene Teamreifestufen
- Scrum of Scrums und andere Koordinationsmuster für mehrere Teams
- Häufige Dysfunktionen in Scrum-Teams erkennen und adressieren
- Agile Projektsteuerung: Burn-Down-Charts, Velocity, Release Planning
DevOps Professional — Kultur, Automatisierung und technische Lieferkette DevOps ist mehr als ein Toolset — es beschreibt eine Kultur und eine Reihe von Praktiken, die die Zusammenarbeit zwischen Entwicklungs- und Betriebsteams neu gestalten. Dieser Block vermittelt das Wissen, das Projektmanager und Teamleiter benötigen, um in DevOps-Umgebungen effektiv zu arbeiten.
- DevOps-Definition und Geschichte: Von der Entstehung bis zur heutigen Praxis
- Die drei Wege von DevOps: Flow, Feedback, kontinuierliches Lernen
- Continuous Integration: Was bedeutet es, wenn jede Code-Änderung automatisch getestet wird?
- Continuous Delivery und Continuous Deployment: Unterschiede und Einsatzgebiete
- Infrastructure as Code: Terraform, Ansible und ähnliche Konzepte im Überblick
- Containerisierung und Orchestrierung: Docker und Kubernetes konzeptionell einordnen
- Deployment-Strategien: Blue-Green, Canary Release, Feature Flags
- DORA-Metriken im Detail: Deployment-Frequenz, Change Lead Time, Change Failure Rate, Time to Restore
DevOps, Scrum und modernes Projektmanagement in der Praxis Dieser abschließende Praxisblock verbindet beide Disziplinen und trainiert das situationsgerechte Urteilsvermögen in gemischten Umgebungen.
- Zusammenspiel von Scrum-Teams und DevOps-Pipelines
- Wie DevOps-Automatisierung die Sprint-Velocity und Deployment-Qualität beeinflusst
- Stakeholder-Kommunikation in technisch geprägten Projekten
- Governance und Compliance in DevOps-Umgebungen: Auditfähigkeit, Security-as-Code
- Kulturelle Transformation: Psychologische Sicherheit, Blameless Postmortems, Learning Loops
- DORA-Benchmarks als Entscheidungsgrundlage für Verbesserungsinitiativen
- Typische Herausforderungen bei der DevOps-Einführung und Gegenmaßnahmen
- Fallstudie: Projektleitung einer CI/CD-Einführung in einem mittelgroßen Unternehmen
- Kennzahlen definieren und Projektfortschritt in DevOps-Transformationen messen
- Scrum-basierte Steuerung von DevOps-Projektphasen
- Transferaufgaben zur Vertiefung in eigenen Projektkontexten
- Vorbereitung auf weiterführende Zertifizierungen in Scrum und DevOps
Lernziele:
- Das Scrum-Framework vollständig beschreiben und situationsgerecht anwenden
- Rollen, Artefakte und Ereignisse in Scrum-Teams eigenständig ausüben
- Das Product Backlog pflegen, priorisieren und Sprint-Planungen strukturieren
- Die DevOps-Philosophie und ihre Kernprinzipien erklären
- Continuous Integration und Continuous Delivery als Praktiken einordnen und beschreiben
- DORA-Metriken als Leistungsindikatoren für DevOps-Teams lesen und interpretieren
- Zusammenhänge zwischen DevOps-Praktiken und agilen Projektmethoden herstellen
- Infrastructure as Code und automatisiertes Testen konzeptionell verstehen
- Stakeholder in technischen DevOps-Transformationsprojekten gezielt informieren
- Deployment-Strategien wie Blue-Green oder Canary Release einordnen
- DevOps-Kulturmerkmale identifizieren und in Projektsteuerung integrieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Berufstätige, die in technischen Umgebungen Projektverantwortung tragen oder übernehmen möchten, ohne selbst in der Softwareentwicklung tätig zu sein.
- IT-Projektleiter und Projektmanager, die in DevOps-geprägten Organisationen arbeiten
- Scrum Master und Product Owner, die ihre technische Kompetenz ausbauen wollen
- Agile Coaches, die DevOps-Transformationen begleiten
- Technische Teamleiter, die Verantwortung für Liefer- und Betriebsprozesse übernehmen
- Fachkräfte aus der IT-Beratung, die hybride Transformationsprojekte steuern
Grundkenntnisse in Projektmanagement oder Softwareentwicklung werden empfohlen. Der Kurs setzt keine tiefen Programmierkenntnisse voraus, ein grundlegendes Verständnis davon, wie Software entsteht und betrieben wird, ist aber hilfreich. Gute Kenntnisse der deutschen oder englischen Sprache in Wort und Schrift sind erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als virtuelles Klassenzimmer abgehalten. Scrum-Events werden in simulierten Teamübungen durchgespielt; DevOps-Konzepte werden anhand von Fallstudien und Architekturskizzen vertieft. Moderierte Gruppendiskussionen zu realen Transformationsszenarien sind fester Bestandteil des Programms.
Die Weiterbildung wird in Vollzeit- und Teilzeitvarianten angeboten. Die Gesamtdauer variiert je nach Anbieter und gewähltem Format. Aktuelle Terminangaben sind über die jeweiligen Angebotsseiten abrufbar.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Die Weiterbildung bereitet auf externe Scrum-Zertifizierungen (z. B. Professional Scrum Master von Scrum.org) sowie auf DevOps-Zertifizierungsprogramme verschiedener Anbieter vor; ob Prüfungsgebühren enthalten sind, hängt vom gewählten Kurspaket ab.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus Scrum Foundation und DevOps Professional adressiert einen konkreten Kompetenzmangel im deutschen IT-Markt: Projektmanager, die sowohl die Sprache agiler Teams als auch die Logik moderner Liefer- und Betriebsprozesse sprechen. Diese Brückenfunktion ist in Organisationen besonders gefragt, die gerade DevOps-Transformation oder Cloud-Migration durchlaufen. DevOps-Projekte scheitern oft nicht an fehlender Technologie, sondern an Kommunikationsproblemen zwischen Entwicklungs-, Betriebs- und Geschäftsteams. Wer als Projektmanager versteht, was eine CI/CD-Pipeline leistet, welche Risiken ein Deployment birgt und warum Deployment-Frequenz eine strategische Kennzahl ist, kann diese Kommunikationslücke schließen und Projekte wirkungsvoller steuern. Das gilt besonders in regulierten Industrien, in denen Compliance-Anforderungen und technische Agilität häufig als unvereinbar gelten — obwohl DevOps-Praktiken wie Auditpfade, automatisierte Tests und Security-as-Code beides vereinbar machen können. Projektmanager, die diese Zusammenhänge kennen, sind in Bankprojekten, in der öffentlichen Verwaltung oder in der Gesundheitswirtschaft besonders gefragt. Mittelfristig eröffnet der Abschluss Perspektiven in der Projektleitung technischer Transformationsprojekte, in der agilen Organisationsberatung und in der Steuerung von DevOps-Programmen — Rollen, die in der aktuellen Arbeitsmarktlage stark nachgefragt und gut vergütet werden. Wer als Projektmanager gezielt auf technisch geprägte Positionen abzielt, findet in dieser Weiterbildung eine solide Grundlage: nicht als Entwickler, sondern als Brückenbauer zwischen Fachlichkeit, Geschäftszielen und technischer Umsetzung. Die Fähigkeit, sowohl Sprint-Reviews mit Entwicklungsteams als auch Governance-Gespräche mit der Unternehmensführung professionell zu gestalten, zeichnet erfolgreiche Projektmanager in DevOps-Kontexten aus — und genau diese Kompetenz steht im Mittelpunkt dieser Weiterbildung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich Programmierkenntnisse mitbringen?
Nein, der Kurs richtet sich an Projektmanager und Teamleiter, nicht an Entwickler. DevOps-Konzepte wie CI/CD, Infrastructure as Code oder Containerisierung werden konzeptionell erklärt — so, dass Projektverantwortliche die Sprache technischer Teams verstehen, ohne selbst coden zu müssen.
Was sind DORA-Metriken und warum sind sie relevant für Projektmanager?
DORA-Metriken (Deployment Frequency, Change Lead Time, Change Failure Rate, Time to Restore Service) sind empirisch validierte Leistungskennzahlen für DevOps-Teams, entwickelt vom DORA-Forschungsprogramm (heute Teil von Google). Für Projektmanager sind sie relevant, weil sie den Zustand von Liefer- und Betriebsprozessen in Zahlen ausdrücken und damit als Grundlage für faktenbasierte Verbesserungsgespräche dienen.
Wie ergänzen sich Scrum und DevOps?
Scrum strukturiert die Arbeit in iterativen Sprints mit klaren Rollen und Übergaben. DevOps automatisiert die technische Lieferkette so weit, dass Sprints in hoher Frequenz produktionsreife Software erzeugen können. Ohne DevOps-Praktiken bremst der manuelle Deploymentprozess agile Teams aus; ohne Scrum fehlt DevOps-Teams oft die Produkt- und Prioritätsstruktur.
Welche Zertifizierungen kann ich nach diesem Kurs anstreben?
Der Kurs bereitet auf externe Scrum-Zertifizierungen wie Professional Scrum Master (PSM I/II) von Scrum.org vor sowie auf DevOps-Zertifizierungen verschiedener Anbieter. Das trägerinterne Zertifikat dokumentiert den Abschluss dieser Weiterbildung; externe Prüfungen werden separat abgelegt.
Für welche Art von Projekten ist diese Kombination besonders relevant?
Besonders wertvoll ist das kombinierte Wissen in IT-Transformationsprojekten, Cloud-Migrationen, Softwareentwicklungsprojekten und DevOps-Einführungen in Unternehmen. Auch für Projektleiter in Regulated Industries — etwa Banken oder Versicherungen — ist die Verbindung aus agiler Methodik und technischem Verständnis zunehmend relevant.
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