Überblick
Der Siemens LOGO! Aufbaukurs richtet sich an Teilnehmende, die bereits Grundkenntnisse in der LOGO!-Programmierung mitbringen und ihre Fähigkeiten gezielt vertiefen möchten. Der Kurs greift die Grundlagen der LOGO!-Steuerung zunächst systematisch auf und führt anschließend in erweiterte Themen ein: den Aufbau komplexer steuerungstechnischer Anlagen, Methoden der Datenübertragung und die Konzepte der vernetzten Automatisierung. Abschließend werden arithmetische Berechnungen mit LOGO! behandelt und alle Themen in praktischen Projektaufgaben angewendet. Damit schafft dieser Aufbaukurs eine solide Grundlage für die selbständige Arbeit mit LOGO!-Systemen in technischen Berufsfeldern.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul wiederholt systematisch die Grundlagen der LOGO!-Programmierung. Ziel ist es, das Vorwissen zu konsolidieren und sicherzustellen, dass alle Teilnehmenden auf demselben Stand sind, bevor die fortgeschrittenen Themen eingeführt werden. Das Modul behandelt die grundlegenden Programmierelemente und die Arbeitsumgebung LOGO! Soft Comfort.
- Auffrischung der LOGO!-Grundbausteine (Bit-Logik, Zeitglieder, Merker)
- Aufbau und Navigation in LOGO! Soft Comfort
- Erstellen und Testen einfacher Steuerprogramme
- Lade- und Testfunktionen über PC-Verbindung
- Grundlegende Sonderfunktionen wiederholen
- Typische Fehlerquellen bei LOGO!-Programmen erkennen
Im zweiten Modul werden steuerungstechnische Anlagen in ihrer Komplexität gesteigert. Teilnehmende lernen, wie mehrstufige und zeitkritische Steuerungsaufgaben mit LOGO! realisiert werden und wie typische industrielle Schaltungskonzepte umgesetzt werden.
- Mehrfachsteuerungen und gegenseitige Verriegelungen programmieren
- Zeitkritische Schaltfolgen mit Zeitgliedern steuern
- Motoranlauf- und Stoppsteuerungen mit LOGO! realisieren
- Sensoreinbindung und Signalverarbeitung
- Komplexe Schaltpläne in LOGO!-Programme übersetzen
- Sicherheitsfunktionen in steuerungstechnischen Anlagen integrieren
Das dritte Modul behandelt Datenübertragung und vernetzte Automatisierung. Hier erfahren Teilnehmende, wie LOGO!-Baugruppen miteinander kommunizieren, wie Netze aufgebaut werden und wie LOGO! in übergeordnete Systeme eingebunden werden kann.
- LOGO!-zu-LOGO!-Kommunikation über Ethernet konfigurieren
- Datenaustausch zwischen mehreren LOGO!-Geräten realisieren
- LOGO! in Siemens-Netzwerkumgebungen integrieren
- Webserver-Funktion der LOGO! aktivieren und nutzen
- Fernzugriff und Visualisierung über LOGO! TDE Display
- Grundlagen der Einbindung in SCADA-Systeme
Im Praxismodul setzen Teilnehmende alle gelernten Inhalte in vollständigen Projekten um. Jede Aufgabe entspricht einem realistischen industriellen Szenario und wird eigenverantwortlich geplant, programmiert und getestet.
- Planung einer Pumpsteuerung mit Datenübertragung zwischen zwei LOGO!-Modulen
- Aufbau einer automatisierten Beleuchtungssteuerung mit Zeitprogramm und Fernzugriff
- Programmierung arithmetischer Berechnungen für eine Temperaturüberwachungsanlage
- Realisierung einer Schützsteuerung mit Motorschutz und Störmeldung
- Vernetzung zweier LOGO!-Geräte mit Datenaustausch über Ethernet
- Visualisierung von Prozessdaten über den LOGO!-Webserver
- Erstellen einer vollständigen Projektdokumentation (Schaltplan, Programmbeschreibung)
- Inbetriebnahme und Fehlerdiagnose einer fertigen Anlage
- Simulation verschiedener Betriebszustände und Grenzwertsituationen
- Komplexe arithmetische Berechnung zur Dosiersteuerung programmieren
- Abschluss-Projektaufgabe mit eigenständiger Planung und Umsetzung
- Präsentation und Besprechung der eigenen Projektergebnisse im Plenum
Alle Übungen werden in einer praxisnahen Lernumgebung mit realer LOGO!-Hardware und der Simulationsumgebung LOGO! Soft Comfort durchgeführt. Die Kombination aus Theorie, geführten Laborübungen und selbständiger Projektarbeit sichert nachhaltigen Lernerfolg und bereitet direkt auf den Einsatz in technischen Betrieben vor. Wer den Aufbaukurs abschließt, ist in der Lage, eigenständig LOGO!-basierte Automatisierungslösungen zu konzipieren, zu programmieren und in Betrieb zu nehmen — eine Kompetenz, die in vielen kleinen und mittelständischen Produktions- und Gewerbebetrieben unmittelbar einsetzbar ist.
Lernziele:
- Grundlagen der LOGO!-Programmierung wiederholen und gezielt festigen
- Komplexe steuerungstechnische Anlagen mit LOGO! konzipieren und aufbauen
- Datenübertragungsverfahren zwischen LOGO!-Baugruppen verstehen und anwenden
- Konzepte der vernetzten Automatisierung mit Siemens LOGO! umsetzen
- Arithmetische Funktionen in LOGO!-Programmen korrekt einsetzen
- LOGO!-Programme in vollständigen Projektaufgaben planen und realisieren
- Fehlerdiagnose und Inbetriebnahme von LOGO!-Steuerungsanlagen durchführen
- Schnittstellen zwischen LOGO! und übergeordneten Systemen konfigurieren
- Netzwerkfähige LOGO!-Varianten in Automatisierungssysteme integrieren
- Praxisnahe Steuerungsaufgaben eigenständig lösen
- Technische Dokumentation für LOGO!-Projekte erstellen
- Grundlage für weiterführende SPS-Qualifizierungen legen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Aufbaukurs wendet sich an technische Fachkräfte, die bereits Grundkenntnisse in der LOGO!-Programmierung erworben haben und diese in einem strukturierten Kurs vertiefen möchten.
- Elektrofachkräfte und Elektrotechnikerinnen/Elektrotechniker mit LOGO!-Grundkenntnissen
- SPS-Programmiererinnen und SPS-Programmierer, die von anderen Systemen auf LOGO! wechseln
- Automatisierungstechnikerinnen und Automatisierungstechniker im Aus- oder Aufbau ihrer Kompetenzen
- Technische Mitarbeitende, die LOGO!-Anlagen warten und erweitern sollen
- Personen, die nach einem LOGO!-Grundkurs ihre Kenntnisse praxisnah festigen wollen
Unbedingt erforderlich sind abgeschlossene LOGO!-Grundkenntnisse, entweder aus einem Grundkurs oder aus eigener Berufserfahrung mit LOGO!-Steuerungen. Darüber hinaus werden fundierte Computerkenntnisse und Deutschkenntnisse auf dem Niveau B1 bis B2 vorausgesetzt. Für Teilnehmende ohne Vorkenntnisse wird der separate Siemens LOGO!-Grundkurs empfohlen. Beim individuellen Onboarding-Gespräch klärt der Bildungsträger die konkreten Voraussetzungen gemeinsam mit den Interessierten ab.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt und kombiniert Präsenzphasen mit begleiteten Online-Lerneinheiten. Im Zentrum steht praktisches Arbeiten an realen LOGO!-Steuerungen und in der Simulationsumgebung LOGO! Soft Comfort. Theoretische Konzepte werden kompakt eingeführt und sofort durch praktische Übungen vertieft. Die abschließende Projektarbeit fördert selbständiges Arbeiten und gibt Gelegenheit, das gesamte Kurspensum eigenverantwortlich anzuwenden. Der Unterricht findet in Vollzeit statt.
Der Aufbaukurs dauert in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat bei Vollzeitdurchführung. Die genaue Kursdauer variiert je nach Anbieter. Neben dem Unterricht sollten Teilnehmende Zeit für eigenständige Übungen und die Weiterentwicklung eigener Projektideen einplanen, um den Lernerfolg zu maximieren.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Dieses Dokument belegt die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Siemens-LOGO!-Programmierung auf Aufbauniveau. Arbeitgeber im technisch-gewerblichen Bereich erkennen diesen Nachweis als Qualifikationsbeleg für LOGO!-Aufgaben in der betrieblichen Praxis.
Nutzen & Perspektiven
Siemens LOGO! ist eine der weltweit verbreitetsten kleinen Steuerungen für einfache bis mittlere Automatisierungsaufgaben in Industrie, Gebäudetechnik und Haustechnik. Fachkräfte mit nachgewiesenen LOGO!-Kenntnissen sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt, da viele kleine und mittelständische Unternehmen LOGO!-Systeme einsetzen und qualifizierte Mitarbeitende benötigen, die diese Systeme programmieren, warten und erweitern können. Der Aufbaukurs geht deutlich über das Grundlagenwissen hinaus und befähigt Teilnehmende zur selbständigen Lösung komplexerer Automatisierungsaufgaben. Besonders die Themen Vernetzung, Webserver-Zugriff und arithmetische Berechnungen öffnen den Weg zu anspruchsvolleren Projekten in der industriellen Automatisierung und der Gebäudetechnik. Das erworbene Wissen ist ein reales Karrieresprungbrett für Elektrofachkräfte und Automatisierungstechniker, die in Betrieben mit LOGO!-Anlagen eingesetzt werden sollen. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen weitere Fördermöglichkeiten in Betracht: das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur beruflichen Rehabilitation sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für den LOGO! Aufbaukurs?
Unbedingt erforderlich sind Grundkenntnisse in der LOGO!-Programmierung, entweder aus einem LOGO!-Grundkurs oder aus eigener Berufspraxis. Wer noch keine LOGO!-Erfahrung hat, sollte zuerst den Grundkurs belegen. Darüber hinaus werden Computerkenntnisse und Deutschkenntnisse auf B1-B2-Niveau vorausgesetzt.
Welche LOGO!-Version wird im Kurs verwendet?
In der Regel werden aktuelle Varianten der Siemens LOGO! 8-Reihe eingesetzt, die über Ethernet-Funktionalität und Webserver-Zugang verfügen. Die genaue Ausstattung hängt vom Bildungsträger ab. LOGO! Soft Comfort als Programmiersoftware ist fester Bestandteil des Kurses.
Ist der Aufbaukurs auch für Gebäudetechnik relevant?
Ja, Siemens LOGO! wird sowohl in der industriellen Automatisierung als auch in der Gebäude- und Haustechnik eingesetzt. Steuerungen für Beleuchtung, Heizung, Lüftung und Zugangskontrolle sind typische Anwendungsfelder. Die im Kurs erlernten Fähigkeiten sind daher in beiden Bereichen direkt einsetzbar.
Führt dieser Aufbaukurs zu einem anerkannten Siemens-Zertifikat?
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat oder einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab, nicht mit einem offiziellen Siemens-Herstellerzertifikat. Für ein Siemens-Herstellerzertifikat ist eine separate Prüfung bei Siemens erforderlich. Das trägerinterne Zertifikat ist jedoch ein anerkannter Nachweis für LOGO!-Kenntnisse auf dem Arbeitsmarkt.
Kann dieser Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Für Beschäftigte kommt das Qualifizierungschancengesetz in Betracht. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer zuständigen Arbeitsvermittlung, um die Fördervoraussetzungen zu klären.
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