Überblick
Die Siemens LOGO! ist eine kompakte Kleinsteuerung (SPS), die in zahllosen industriellen und gebäudetechnischen Anlagen weltweit eingesetzt wird. Ihre Flexibilität und Vielseitigkeit machen sie zur ersten Wahl, wenn einfache bis mittelkomplexe Automatisierungsaufgaben kosteneffizient gelöst werden sollen. Dieser Basiskurs vermittelt alle Grundlagen, die für den professionellen Umgang mit der LOGO!-Steuerung notwendig sind. Die Teilnehmenden erlernen die relevanten elektrotechnischen Grundlagen in Gleich- und Wechselstromtechnik, verstehen die Digitaltechnik und Datenübertragung als theoretisches Fundament und setzen das Gelernte direkt in der Programmierumgebung LOGO! Soft Comfort um. Am Ende des Kurses können sie selbständig einfache Steuerungsprogramme erstellen und in der Praxis einsetzen.
Kursinhalte & Lernziele
Die Kursinhalte sind so gegliedert, dass zunächst die elektrotechnischen Grundlagen gelegt werden, die als Basis für die spätere Steuerungstechnik unerlässlich sind. Darauf aufbauend wird die LOGO! als Gerät und als Programmieraufgabe umfassend behandelt. Grundlagen der Gleich- und Wechselstromtechnik bilden den Einstieg in den Kurs. Ohne ein Grundverständnis der elektrotechnischen Zusammenhänge ist eine sichere Arbeit mit Steuerungssystemen nicht möglich. Dieser Block vermittelt die nötigen physikalischen und messtechnischen Grundlagen kompakt und praxisnah.
- Spannung, Strom, Widerstand und das Ohmsche Gesetz
- Reihen- und Parallelschaltungen in Gleichstromkreisen
- Wechselspannung, Frequenz und Phasenverschiebung
- Leistungsberechnung in Wechselstromkreisen
- Messen und Prüfen mit Multimeter und Oszilloskop
- Sicherheitsvorschriften im Umgang mit elektrischer Energie
Digitaltechnik und Datenübertragung sind das zweite theoretische Standbein. Steuerungen arbeiten mit binären Signalen — wer Logikgatter und Flip-Flops versteht, kann Steuerungsprogramme gedanklich durchdringen und gezielt optimieren.
- Binäres Zahlensystem und Codes (BCD, Hexadezimal)
- Logische Grundoperationen: AND, OR, NOT, NAND, NOR, XOR
- Kombinatorische Schaltnetze und Sequenzsteuerungen
- Grundlagen serieller und paralleler Datenübertragung
- Signalpegel und Eingangs-/Ausgangssignale bei SPS-Systemen
- Einführung in Feldbussysteme und Kommunikationsschnittstellen
Einführung in die LOGO!-Steuerung stellt das Gerät selbst in den Mittelpunkt. Die Teilnehmenden lernen die Hardware kennen, verstehen die verschiedenen Gerätevarianten und Erweiterungsmodule und konfigurieren die erste Verbindung zwischen LOGO! und PC.
- Aufbau und Varianten der LOGO! (LOGO! 8, LOGO! 8.4)
- Erweiterungsmodule: Digital-I/O, Analog-I/O, Kommunikationsmodule
- Anschlusspläne und elektrische Installation der LOGO!
- Verbindungsaufbau zwischen LOGO! und LOGO! Soft Comfort
- Grundprinzip der SPS-Programmierung: Ablaufsteuerung und Verknüpfungssteuerung
- Online-Diagnose und Gerätezustand überwachen
Programmierung in LOGO! Soft Comfort ist der praktische Kern des Kurses. Hier erstellen die Teilnehmenden erste eigene Programme, testen sie in der Simulation und übertragen sie anschließend auf das physische Gerät.
- Benutzeroberfläche von LOGO! Soft Comfort: Blöcke, Schaltplan, Parameter
- Digitale Funktionsbausteine: Zeitrelais, Impulsgeber, Wochenschaltuhr
- Analoge Funktionen: Vergleicher, Analogwertverarbeitung
- Zähler und Register in LOGO!-Programmen
- Simulation und Fehlerdiagnose im Soft Comfort
- Praktische Aufgaben aus den Bereichen Gebäudeautomation, Maschinen- und Anlagensteuerung
- Sicheres Übertragen und Abspeichern von Projekten
- Dokumentation von LOGO!-Programmen für spätere Wartung
- Kurze Einführung in LOGO! Web Editor und IoT-Funktionen
- Übungsaufgaben mit realistischen Anlagen-Szenarien
- Abschlussprojekt: Eigenständige Entwicklung eines kleinen Steuerungsprogramms
- Präsentation und Besprechung der Abschlussaufgaben im Plenum
Die intensive Praxisphase stellt sicher, dass die Teilnehmenden den Stoff nicht nur theoretisch verstehen, sondern tatsächlich anwenden können. Das ist entscheidend für den beruflichen Einsatz, denn Steuerungsprogramme müssen im Betrieb zuverlässig funktionieren — Fehler können Produktionsausfälle oder Sicherheitsrisiken verursachen. Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, einfache bis mittelkomplexe Automatisierungsaufgaben mit der LOGO!-Steuerung selbständig umzusetzen. Sie besitzen das Handwerkszeug, um in Wartungs- und Serviceprojekten eingesetzt zu werden oder die Arbeit mit LOGO! im Rahmen einer umfassenderen SPS-Ausbildung zu vertiefen.
Lernziele:
- Grundlegende Begriffe und Gesetze der Gleichstromtechnik verstehen und anwenden
- Wechselstromkreise analysieren und typische Schaltungen benennen
- Grundlagen der Digitaltechnik und der binären Logik beherrschen
- Datenübertragungskonzepte und Kommunikationsgrundlagen in der Steuerungstechnik kennen
- Den Aufbau, die Varianten und die technischen Eigenschaften der LOGO!-Steuerung beschreiben
- Die Programmierumgebung LOGO! Soft Comfort installieren, einrichten und sicher bedienen
- Logische Verknüpfungen, Zeitfunktionen und Zähler in LOGO!-Programmen konfigurieren
- LOGO!-Module verdrahten und in Betrieb nehmen
- Diagnose- und Testfunktionen in LOGO! Soft Comfort nutzen
- Einfache Automatisierungsaufgaben aus der Praxis selbständig lösen
- Sicherheitsvorschriften und Normen im Umgang mit elektrischen Steuerungen kennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die im technisch-gewerblichen Bereich tätig sind oder werden möchten und erste Kenntnisse in der Steuerungstechnik erwerben wollen. Besonders angesprochen sind
- Elektrikerinnen und Elektriker sowie Elektronikerinnen und Elektroniker, die in die Automatisierungstechnik einsteigen möchten
- Technikerinnen und Techniker aus Gebäudetechnik, Maschinenbau oder Fertigungstechnik
- Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger mit technisch-gewerblichem Hintergrund
- Quereinsteiger mit grundlegenden Elektrokenntnissen und Interesse an Steuerungstechnik
- Personen, die sich auf eine weiterführende SPS-Ausbildung vorbereiten möchten
Für die Teilnahme werden Computerkenntnisse auf alltäglichem Niveau sowie Deutschkenntnisse mindestens auf B1-B2-Niveau vorausgesetzt. Grundkenntnisse in Elektrotechnik sind sehr hilfreich, jedoch nicht zwingend erforderlich, da die Kursstruktur die elektrotechnischen Grundlagen am Anfang aufgreift. Wer noch unsicher ist, ob er die Voraussetzungen erfüllt, kann in einem persönlichen Beratungsgespräch beim Bildungsträger die individuelle Eignung klären lassen.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht erfolgt im Combined-Learning-Format in Vollzeit. Theoretische Inhalte werden durch Präsentation und Erklärung vermittelt, unmittelbar gefolgt von praktischen Übungen an Simulationsumgebungen und, wo möglich, an realer LOGO!-Hardware. Die Lernenden erhalten individuelles Feedback zu ihren Programmieraufgaben. Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Aufgabenblätter unterstützen das eigenständige Üben zwischen den Unterrichtseinheiten.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit durchgeführt. Die tägliche Lernzeit umfasst typischerweise sechs bis acht Stunden. Diese Intensität sorgt dafür, dass die Inhalte innerhalb kurzer Zeit systematisch aufgebaut und verinnerlicht werden. Die genaue Dauer variiert je nach Anbieter und individueller Kursstruktur.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Diese Bescheinigung belegt die erworbenen Kenntnisse und ist ein anerkanntes Dokument für Bewerbungen im technischen und gewerblichen Bereich.
Nutzen & Perspektiven
Die LOGO!-Steuerung ist in Deutschland und Europa außerordentlich weit verbreitet. Unternehmen in Gebäudetechnik, Maschinenbau, Fertigungsautomation und Anlagenservice suchen kontinuierlich nach Fachkräften, die mit diesem System umgehen können. Wer nach diesem Kurs die Grundlagen beherrscht, eröffnet sich einen klaren Einstieg in die wachsende Welt der Automatisierungstechnik — einem Berufsfeld mit stabiler Nachfrage und guten Karriereperspektiven. Der Kurs dient gleichzeitig als Vorbereitung für weiterführende SPS-Ausbildungen, etwa mit Siemens STEP 7 oder TIA Portal. Die im Basiskurs verinnerlichten Konzepte von Logik, Ablaufsteuerung und Zeitfunktionen sind direkt übertragbar und verkürzen die Einarbeitungszeit in komplexere Systeme erheblich. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters vollständig förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur beruflichen Rehabilitation und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach persönlicher Situation in Betracht. Eine Beratung beim zuständigen Kostenträger empfiehlt sich vor der Anmeldung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in der Elektrotechnik?
Grundkenntnisse in Elektrotechnik sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Der Kurs beginnt mit den nötigen Grundlagen in Gleich- und Wechselstromtechnik. Wer unsicher ist, kann vorab ein persönliches Beratungsgespräch beim Bildungsträger nutzen.
Kann ich den Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Weitere Möglichkeiten sind das Qualifizierungschancengesetz, die Bundeswehr-Berufsförderung oder die Deutsche Rentenversicherung. Eine Beratung beim Kostenträger klärt die konkrete Fördermöglichkeit.
Welche Berufe kann ich nach dem Kurs anstreben?
Mit den erworbenen Kenntnissen können Sie in Berufen wie Automatisierungstechniker, Steuerungstechniker oder Elektrofachkraft für Automatisierungstechnik einsteigen. Der Kurs legt zudem eine gute Basis für weiterführende SPS-Ausbildungen, etwa mit Siemens TIA Portal oder STEP 7.
Was ist LOGO! Soft Comfort und brauche ich spezielle Hardware?
LOGO! Soft Comfort ist die offizielle Programmierumgebung von Siemens für LOGO!-Steuerungen. Sie läuft auf einem Standard-Windows-PC. Je nach Kursanbieter wird entweder mit realer Hardware oder mit der integrierten Simulation gearbeitet. Für den Einstieg reicht die Simulationsfunktion aus.
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