Überblick
Wer heute in Projektarbeit einsteigen will, steht vor einer Auswahl an Methoden, die auf den ersten Blick verwirrend wirken kann: Scrum, PRINCE2, Kanban – drei Frameworks, drei unterschiedliche Denkweisen. Dieser Einstiegskurs macht daraus einen Vorteil: Statt sich früh auf eine Methode festzulegen, lernen Teilnehmende alle drei systematisch kennen, verstehen ihre jeweiligen Stärken und erwerben damit eine Methodenkompetenz, die in unterschiedlichsten Projektumfeldern nützlich ist. Die Kombination schließt mit einem anerkannten Zertifikat ab.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Agiles Fundament Bevor die einzelnen Frameworks behandelt werden, baut dieses Modul das konzeptuelle Fundament auf: Was ist der Unterschied zwischen klassischem und agilem Projektmanagement, und warum hat sich die agile Denkweise in so vielen Branchen durchgesetzt? Teilnehmende lernen das agile Manifest als Ursprungsdokument kennen und verstehen, aus welcher Not heraus es entstanden ist.
- Klassisches vs. agiles Projektmanagement – Stärken und Grenzen im Vergleich
- Das agile Manifest: 4 Werte und 12 Prinzipien im Detail
- Agile Mindset als Grundvoraussetzung für erfolgreiche Methodenarbeit
- Wann ist Agilität sinnvoll, wann kommt klassisches PM besser zum Tragen?
- Überblick über das Ökosystem agiler Frameworks
Modul 2 – Scrum im Detail Scrum ist das am weitesten verbreitete agile Framework weltweit. Dieses Modul behandelt es vollständig: Rollen, Artefakte und die fünf Zeremonien. Besonderer Wert wird auf die Praxis der Backlog-Pflege und der Sprint-Zeremonien gelegt, da diese im Berufsalltag täglich gefragt sind.
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam – Verantwortlichkeiten und Zusammenspiel
- Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment und Definition of Done
- Sprint Planning: Kapazitätsprüfung, Sprint-Ziel formulieren, Aufgaben ableiten
- Daily Scrum: Sinn und Durchführung ohne Meeting-Overhead
- Sprint Review und Retrospektive: Ergebnisse zeigen und Verbesserungen anstoßen
- User Stories schreiben, schätzen (Planning Poker) und im Backlog priorisieren (MoSCoW)
Modul 3 – PRINCE2 7 strukturiert kennenlernen PRINCE2 ist das führende prozessorientierte PM-Framework in Europa und weltweit eingesetzt. Das Modul führt in die aktuelle 7. Edition ein, erklärt die 7 Prinzipien, 7 Themen und die Prozesslandschaft – ohne die Teilnehmenden in bürokratischen Details zu verlieren.
- Die 7 Prinzipien von PRINCE2 7: von kontinuierlicher geschäftlicher Rechtfertigung bis lernorientiertem Management
- Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiken, Änderungssteuerung, Fortschritt
- PRINCE2-Prozesslandschaft: Vorbereiten, Initiieren, Steuern, Managen, Abschließen
- Rollen im PRINCE2-Projekt: Lenkungsausschuss, Projektmanager, Teammanager
- PRINCE2 in der Praxis: Foundation-Niveau als erster offizieller Zertifizierungsschritt
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen PRINCE2 und Scrum
Modul 4 – Kanban und hybride Ansätze Kanban ist oft unterschätzt, weil es auf den ersten Blick einfach aussieht – ein Board mit Spalten und Karten. Tatsächlich steckt dahinter ein differenziertes System zur Flussoptimierung. Dieses Modul zeigt Kanban in seiner methodischen Tiefe und erklärt, wie Scrum und Kanban zum praxistauglichen ScrumBan-Hybrid kombiniert werden.
- Kanban-Grundprinzipien: Visualisieren, WIP begrenzen, Fluss managen, Engpässe erkennen
- Kanban-Metriken: Durchlaufzeit, Zykluszeit, Cumulative Flow Diagram
- WIP-Limits setzen und konsequent einhalten – warum das so schwierig ist
- Kanban vs. Scrum: Wann ist ein Board ohne Sprint das bessere Mittel?
- ScrumBan: Kombination beider Ansätze für Wartungs- und Betriebsteams
- Skalierung: Wenn mehrere Teams nach Kanban oder Scrum arbeiten
Praxisteil – Methoden erproben und vergleichen Anhand von Fallszenarien aus unterschiedlichen Branchen werden die drei Frameworks direkt gegenübergestellt und angewendet. In betreuter Vertiefungszeit werden Lösungen besprochen und individuelle Fragen beantwortet.
- Agile Projektplanung eines fiktiven Produktentwicklungsprojekts mit Scrum
- Backlog aufbauen und in zwei Sprints durchführen
- PRINCE2-Projektauftrag und Business-Case-Dokument erstellen
- Risikobewertung mit PRINCE2-Risikoregistratur durchführen
- Kanban-Board für ein Support-Team konfigurieren und WIP-Limits testen
- ScrumBan-Board für ein hybrides Team entwerfen
- MoSCoW-Priorisierung auf einen echten Anforderungskatalog anwenden
- WSJF-Priorisierung im Teamvergleich durchführen
- Retrospektive leiten: Methode, Moderation, Ergebnis dokumentieren
- Abschlusspräsentation: Methodenempfehlung für ein konkretes Projekt
- Kurzübersicht der drei Frameworks für das eigene Profil erstellen
- Gemeinsame Reflexionsrunde zu typischen Prüfungsfragen der Foundation-Level-Examen
In den eigenständigen Übungsphasen wenden die Teilnehmenden die gelernten Techniken auf eigene oder fiktive Projektszenarien an. Die Ergebnisse werden in gemeinsamen Online-Einheiten besprochen und fachlich bewertet.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung beherrschen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen.
- die Grundprinzipien und Werte des agilen Manifests wiederzugeben und auf Projektsituationen anzuwenden
- das Scrum-Framework mit seinen Rollen, Artefakten und Zeremonien vollständig zu beschreiben
- ein Product Backlog anzulegen, zu priorisieren und mit MoSCoW-Technik zu strukturieren
- Sprint-Planungen durchzuführen und Sprint-Ergebnisse in Reviews transparent zu präsentieren
- die 7 Prinzipien von PRINCE2 7 zu erläutern und auf ein konkretes Projektszenario anzuwenden
- PRINCE2-Themen wie Business Case, Risiko und Qualität mit Projektplänen zu verknüpfen
- Kanban-Boards zu konzipieren, WIP-Limits festzulegen und Engpässe im Arbeitsfluss zu identifizieren
- Scrum und Kanban zum hybriden ScrumBan-Ansatz zu kombinieren
- die drei Frameworks miteinander zu vergleichen und für unterschiedliche Projektkontexte zu bewerten
- agile Schätzmethoden wie Planning Poker und T-Shirt Sizing in der Gruppe durchzuführen
- eine einfache Priorisierung mit WSJF-Technik durchzuführen
- die eigene PM-Methodenkompetenz für Bewerbungsgespräche und Stellenprofile zu artikulieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs spricht Einsteiger an, die ihren Berufseinstieg oder -wechsel in den Projektmanagement-Bereich methodisch fundieren wollen. Die Dreier-Kombination macht den Abschluss besonders attraktiv für Arbeitgeber, die Methodenflexibilität schätzen.
- Berufseinsteiger und Absolventen aller Fachrichtungen
- Berufswechsler, die erstmals systematisch Projektverantwortung übernehmen wollen
- Fachkräfte mit informeller Projekterfahrung, die diese methodisch untermauern möchten
- Interessierte an Scrum-Master- oder PRINCE2-Zertifizierungen als nächstem Schritt
- Arbeitssuchende, die ihr Profil mit einem PM-Abschluss stärken möchten
Inhaltliche PM-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Grundlegende Deutschkenntnisse sowie Basiskenntnisse im Umgang mit Computern genügen. Motivation, sich in eine strukturierte Lernumgebung einzubringen, und die Bereitschaft, in Gruppenübungen mitzumachen, sind für den Lernerfolg wichtiger als technische Vorkenntnisse.
Ablauf & Abschluss
Das didaktische Konzept wechselt zwischen erklärenden Kurseinheiten und praktischen Anwendungsphasen. Tutorbegleitete Online-Einheiten vermitteln die methodischen Grundlagen und beantworten Fragen zu konkreten Frameworks. In eigenständigen Übungsphasen erproben die Teilnehmenden die Methoden an Fallbeispielen, die anschließend gemeinsam ausgewertet werden. Digitale Boards simulieren die reale Arbeit mit Scrum und Kanban.
Der Kurs ist für Vollzeit- und Teilzeitdurchführung ausgelegt. Im Vollzeitmodus beträgt die Kursdauer etwa sechs Wochen. In der Teilzeitvariante lässt sich die Weiterbildung berufsbegleitend absolvieren. Die betreute Vertiefungszeit ist in beiden Varianten fest im Stundenplan verankert.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die die vermittelten Methodenkompetenzen in Scrum, PRINCE2 und Kanban dokumentiert. Je nach Anbieter und Buchungspaket kann die Vorbereitung auf externe Foundation-Prüfungen (Scrum Foundation oder PRINCE2 Foundation) bereits enthalten sein.
Nutzen & Perspektiven
Der größte Wert dieses Kurses liegt in seiner Breite: Statt einer einzelnen Methode lernen Teilnehmende drei Frameworks kennen und verstehen, wann welcher Ansatz sinnvoll ist. Diese Methodenflexibilität ist in der Praxis gefragt, weil kaum ein Unternehmen ausschließlich nach einem Framework arbeitet. Wer Scrum, PRINCE2 und Kanban kennt, kann sich in unterschiedlichen Projektteams und Unternehmenskulturen schnell zurechtfinden. Der Einstieg mit Zertifikat macht den Abschluss auch für die Bewerbungsphase wertvoll. PM-Kompetenzen zählen in vielen Branchen – von IT über Bau bis Gesundheit – zu den gefragtesten beruflichen Qualifikationen. Mit einem dokumentierten Nachweis lässt sich das am Lebenslauf sichtbar belegen. Langfristig bietet dieser Kurs eine Brücke zu weiterführenden Zertifizierungen: PRINCE2 Foundation, Scrum Master- oder Product-Owner-Zertifikate bauen direkt auf den hier erworbenen Grundlagen auf und können als nächste Karriereschritte angesteuert werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Scrum, PRINCE2 und Kanban?
Scrum ist ein agiles Framework mit festen Sprint-Zyklen, klar definierten Rollen und regelmäßigen Zeremonien. PRINCE2 ist ein strukturiertes, plangetriebenes Projektmanagement-Framework mit 7 Prinzipien, das besonders in behördlichen und großen Unternehmensumfeldern verbreitet ist. Kanban ist ein visuelles Flusssystem zur kontinuierlichen Arbeitsverwaltung ohne feste Iterationen. Alle drei ergänzen sich und werden im Kurs vergleichend behandelt.
Bin ich nach diesem Kurs auf externe Zertifizierungsprüfungen vorbereitet?
Der Kurs legt die methodische Grundlage für weiterführende Prüfungen wie die Scrum-Foundation- oder PRINCE2-Foundation-Prüfung. Die konkrete Prüfungsanmeldung und zugehörige Prüfungsgebühren sind Sache der Teilnehmenden. Ob die Vorbereitung auf eine bestimmte Prüfung Teil des Angebots ist, hängt vom gewählten Anbieter ab.
Was ist ScrumBan?
ScrumBan bezeichnet einen hybriden Ansatz, der Elemente aus Scrum (Sprints, Retrospektiven) mit der visuellen Flusssteuerung aus Kanban kombiniert. Er eignet sich besonders für Teams, die aus Scrum kommen, aber mehr Flexibilität bei der Aufgabenverteilung benötigen.
Für wen ist dieser Kurs besonders geeignet?
Für Menschen ohne formale PM-Ausbildung, die sich eine belastbare methodische Basis aufbauen wollen – entweder für eine neue Stelle oder um in ihrer aktuellen Position strukturierter vorzugehen. Die Kombination aus drei Frameworks macht den Abschluss besonders vielseitig einsetzbar.
Welches Zertifikat wird ausgestellt?
Nach Abschluss wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Je nach Anbieter und Kurspaket kann ergänzend eine Vorbereitung auf externe Foundation-Prüfungen (Scrum oder PRINCE2) enthalten sein.
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