Überblick
IT-Projekte scheitern selten an der Technik — sie scheitern an unklaren Verantwortlichkeiten, fehlender Strukturdisziplin und mangelhafter Planung. Dieser Kurs vermittelt das methodische Handwerkszeug, mit dem klassische IT-Vorhaben — von der Softwareentwicklung bis zur Infrastrukturmigration — zuverlässig von der Idee bis zur Abnahme gesteuert werden. Der Schwerpunkt liegt auf klassischen sequenziellen Vorgehensmodellen (Wasserfall, V-Modell) und dem bewährten PRINCE2-Governance-Rahmen mit seinen 7 Prinzipien, ergänzt durch das agile Scrum-Framework. Dazu kommen MS Project und Excel als praxiserprobte Planungs- und Monitoring-Werkzeuge. Für die berufliche Praxis relevant ist besonders die Verbindung: Viele IT-Projekte laufen nicht rein agil und nicht rein klassisch — sie erfordern hybride Ansätze, die PRINCE2-Governance mit Scrum-Sprints verbinden. Dieser Kurs macht Sie mit diesem Spannungsfeld vertraut und gibt Ihnen die Werkzeuge, situationsgerecht zu entscheiden, welcher Rahmen wann passt.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs ist in vier thematische Hauptblöcke und einen umfangreichen Praxisteil gegliedert. Das Zusammenspiel aus klassischen und agilen Methoden sowie Tool-Kompetenz ist das inhaltliche Grundprinzip. Modul 1 — Klassische Vorgehensmodelle in der IT-Projektsteuerung Bevor agile Ansätze dominierten, regelten Wasserfall und V-Modell den IT-Projektalltag — und beide Modelle sind bis heute in vielen Unternehmen, besonders bei vertragsgebundenen oder regulierten Projekten, Standard. Dieser Block legt das strukturelle Fundament für sequenzielle Planung.
- Phasen des Wasserfallmodells: Anforderungsanalyse, Systementwurf, Implementierung, Test, Betrieb
- V-Modell XT als erweitertes Qualitätssicherungsmodell in der Softwareentwicklung
- Chancen und Grenzen klassischer Modelle bei sich ändernden Anforderungen
- Vertragsgestaltung und Pflichtenheft im klassischen Projektrahmen
- Übergangspunkte und Freigabeverfahren zwischen Projektphasen
- Abnahmekriterien und Qualitätsmetriken in sequenziellen IT-Projekten
Modul 2 — Scrum-Framework: Rollen, Artefakte und Events Scrum ist das meistgenutzte agile Framework in der Softwareentwicklung. Dieses Modul behandelt das Framework von Grund auf — nicht nur theoretisch, sondern mit Blick auf die konkreten Anforderungen, die in IT-Teams täglich entstehen. Die Scrum-Rollen, Artefakte und Events bilden dabei einen geschlossenen empirischen Regelkreis.
- Product Owner: Verantwortung für Produktvision, Backlog-Priorisierung und Stakeholder-Kommunikation
- Scrum Master: Servant Leadership, Hindernisbeseitigung und Team-Coaching
- Entwicklungsteam: Selbstorganisation, Definition of Done und Sprint-Verpflichtung
- Product Backlog, Sprint Backlog und Increment als zentrale Steuerungsartefakte
- Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospektive im Detail
- MoSCoW- und WSJF-Priorisierungstechniken für Product Backlogs
- Planning Poker und T-Shirt-Sizing als kollektive Schätzmethoden
- ScrumBan als hybrider Ansatz für Teams mit gemischten Aufgabentypen
Modul 3 — PRINCE2: Governance-Rahmen für IT-Projekte PRINCE2 bietet einen strukturierten, skalierbaren Rahmen, der besonders in mehrspurigen IT-Vorhaben mit klar abgegrenzten Phasen und definierten Entscheidungspunkten seine Stärken zeigt. Der aktuelle PRINCE2-Standard basiert auf 7 Prinzipien, die konsequent auf IT-Projekte angewendet werden.
- Die 7 PRINCE2-Prinzipien: kontinuierliche geschäftliche Rechtfertigung, lernorientiertes Management, definierte Rollen, phasenweise Steuerung, ausnahmebasierte Führung, Produktorientierung, situative Anpassung
- Sieben Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiken, Änderungssteuerung, Fortschritt
- PRINCE2-Prozessmodell: Vorbereitung, Initiierung, Phasensteuerung, Produktlieferung, Phasenübergang, Projektabschluss
- Bezug auf PRINCE2 Foundation- und Practitioner-Zertifizierungsinhalte
- Integration von PRINCE2 mit Scrum im Rahmen von PRINCE2 Agile
- Anpassung des Governance-Rahmens an unterschiedliche Projektgrößen und Unternehmensstrukturen
Modul 4 — MS Project und Excel als Projektsteuerungs-Tools Methodisches Fundament und Werkzeugkompetenz gehören zusammen. Dieser Block vermittelt den gezielten Einsatz von MS Project für die Projektplanung und von Excel für das laufende Controlling und die Statusberichterstattung.
- Projektstrukturplan (PSP) und Vorgangslisten in MS Project aufbauen
- Abhängigkeiten, Meilensteine und kritischen Pfad im Gantt-Diagramm visualisieren
- Ressourcenplanung und Kapazitätsauslastung in MS Project verwalten
- Sprint-Board-Simulation in Excel: Aufgaben, Status, Velocity und Burndown
- Projektfortschrittsberichte und Management-Summaries in Excel gestalten
- KPI-Dashboard für IT-Projekte: Termintreue, Budgeteinhaltung, Scope-Änderungsrate
Praxis-Block — Fallstudien aus dem IT-Projektalltag Das Erlernte wird in praxisnahen Szenarien aus Softwareentwicklungs- und Infrastrukturprojekten angewendet. Typische Aufgaben sind u. a. —
- Planung einer Softwareentwicklung im Wasserfall-Modell — vom Anforderungsdokument bis zum Abnahmeprotokoll
- Aufbau und Refinement eines Product Backlogs für ein internes IT-Projekt
- Simulation eines vollständigen Scrum-Sprints inklusive Planning und Retrospektive
- Erstellung eines PRINCE2-konformen Business Case mit Risikoregister
- Kombination: PRINCE2-Phasenplan mit eingebetteten Scrum-Sprints
- Planung einer IT-Infrastrukturmigration mit MS Project (Netzplan, Ressourcenzuweisung)
- Erstellung eines Excel-Controlling-Dashboards für ein laufendes IT-Projekt
- Stakeholder-Kommunikationsplan für ein unternehmensübergreifendes ERP-Einführungsprojekt
- Bewertung eines Risikoszenarios mit PRINCE2-Risikomanagement-Technik
- Diskussion: Wann klassisch, wann agil, wann hybrid? Auswahlkriterien für die Praxis
- Abschluss-Review: Präsentation eines Projektplans mit kritischer Peer-Rückmeldung
Die Übungen werden in Kleingruppen erarbeitet, um das kollaborative Arbeiten zu trainieren, wie es in echten IT-Projekten gefordert wird. Der Austausch zwischen Teilnehmenden aus unterschiedlichen IT-Bereichen ist dabei ein gewollter Bestandteil des Lernarrangements.
Lernziele:
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen sequenziellen und iterativen Vorgehensmodellen in IT-Projekten benennen und situationsgerecht einsetzen
- das Scrum-Framework vollständig verstehen: Rollen, Artefakte und Events korrekt anwenden
- Product Backlogs strukturieren, priorisieren und in planbare Sprints überführen
- die 7 PRINCE2-Prinzipien kennen und auf konkrete Projektsituationen anwenden
- Projektziele, Business Cases und Erfolgsmetriken klar definieren und dokumentieren
- Stakeholder identifizieren, kommunikationsgerecht einbinden und im Projektverlauf führen
- Risiken nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung bewerten und Gegenmaßnahmen planen
- MS Project für Projektstrukturpläne, Netzpläne und Gantt-Diagramme einsetzen
- Excel-basierte Projektcontrolling-Dashboards und Statusberichte erstellen
- Anforderungen aus Fachbereichen mit IT-Teams gemeinsam erheben und nachverfolgen
- Sprint-Zeremonien professionell moderieren: Planning, Daily, Review und Retrospektive
- hybride Ansätze entwickeln, die PRINCE2-Governance mit Scrum-Agilität verbinden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Berufstätige, die IT-Projekte leiten, koordinieren oder in Projektverantwortung hineinwachsen wollen — sei es in der Softwareentwicklung, der IT-Infrastruktur oder im IT-Service-Management.
- Fach- und Führungskräfte aus der IT, die methodische Lücken strukturiert schließen möchten
- Technische Mitarbeitende, die in Projektverantwortung wachsen wollen
- Junior-Projektmanager mit ersten Praxiserfahrungen, die ein belastbares Framework erlernen
- Business-Analysten und IT-Koordinatoren, die Schnittstellenfunktionen zwischen Technik und Management übernehmen
- Quereinsteiger mit IT-Affinität und Interesse an strukturierter Projektarbeit
Grundlegende IT-Kenntnisse und ein erstes Verständnis von Softwareentwicklungsprozessen werden empfohlen. Wer bereits in IT-Projekten als Entwickler, Tester oder Koordinator mitgearbeitet hat, bringt eine hilfreiche Praxisbasis mit. Excel-Grundkenntnisse sind vorteilhaft, aber kein formales Eintrittskriterium. Der Kurs eignet sich sowohl für Berufstätige, die ihr Praxiswissen methodisch untermauern möchten, als auch für Personen, die einen Wechsel in IT-Projektverantwortung planen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs läuft im Combined-Learning-Format: Präsenz- und Online-Phasen wechseln sich ab und ergänzen sich inhaltlich. Theoretische Inputs werden durch sofortige Anwendungsübungen verankert — beim Aufbau eines Sprint-Boards in Excel ebenso wie bei der Erstellung eines PRINCE2-Phasenentwurfs oder der gemeinsamen Durchführung simulierter Sprint-Zeremonien. Die Vollzeitvariante ermöglicht intensives, immersives Lernen; die Teilzeitvariante ist auf Berufstätige ausgerichtet, die parallel arbeiten. Gruppenarbeit steht im Mittelpunkt der Praxisblöcke, da kollaboratives Arbeiten in IT-Projekten eine Kernkompetenz ist, die nicht isoliert erlernt werden kann.
Der Kurs deckt alle relevanten Themenbereiche von klassischen Vorgehensmodellen über Scrum bis PRINCE2 und Tool-Einsatz ab. Er ist je nach Anbieter in Vollzeit oder Teilzeit buchbar. Die Vollzeitvariante ermöglicht eine kompakte, intensiv betreute Durchführung; die Teilzeitvariante erlaubt eine berufsbegleitende Vertiefung. Genaue Stundenanzahl, Termine und Kursplan sind beim jeweiligen Anbieter zu erfragen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung bzw. ein trägerinternes Lehrgangszertifikat. Je nach gebuchtem Kurspaket ist die Vorbereitung auf und Ablegung von anerkannten Prüfungen möglich — etwa Scrum Foundation, Scrum Master, Scrum Product Owner oder PRINCE2 Foundation und PRINCE2 Practitioner. Die Practitioner-Zertifizierung von PRINCE2 ist nach drei Jahren durch eine Rezertifizierung aufzufrischen; die Foundation-Zertifizierung ist unbefristet gültig. Externe Zertifikatsprüfungen werden über die jeweiligen Zertifizierungsgeber abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Wer IT-Projekte führt, braucht mehr als technisches Wissen — er braucht die Fähigkeit, Komplexität zu strukturieren, Teams auszurichten und Entscheidungen nachvollziehbar zu dokumentieren. Dieser Kurs gibt genau das: einen methodisch fundierten, praxisorientierten Werkzeugkasten für klassische, agile und hybride IT-Projekte. Die Kombination aus PRINCE2-Governance, Scrum-Agilität und Tool-Kompetenz in MS Project und Excel deckt einen breiten Anforderungsrahmen ab — von behördennahen Aufträgen mit formalem Berichtswesen bis zu internen Entwicklungsprojekten mit schnellen Zyklen. Ein besonderer Wert dieses Kurses liegt in der expliziten Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen strukturierter Planung und Agilität. Viele IT-Projekte scheitern nicht, weil die falsche Methode gewählt wurde, sondern weil die methodischen Kenntnisse fehlen, um situationsgerecht zu wechseln. Wer versteht, wann ein Gantt-Diagramm sinnvoller ist als ein Sprint-Board — und wann PRINCE2 und Scrum sich nicht ausschließen, sondern ergänzen — kann in Projekten flexibler und überzeugender führen. Beruflich eröffnet dieser Kurs konkrete Optionen: IT-Projektleitung, Product-Owner-Rolle, Scrum-Master-Funktion oder die Koordination technischer Vorhaben zwischen IT und Fachabteilung. Ergänzende Zertifizierungen wie PRINCE2 Foundation oder Scrum Master machen die erworbenen Kompetenzen für Arbeitgeber sichtbar und überprüfbar — gerade in einem Berufsfeld, in dem Methodensicherheit häufig durch nachgewiesene Zertifikate belegt werden soll.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate kann ich in diesem Kurs erwerben?
Je nach gebuchtem Kurspaket ist die Vorbereitung auf und Ablegung von Scrum Foundation, Scrum Master, Scrum Product Owner, PRINCE2 Foundation sowie PRINCE2 Practitioner möglich. Die PRINCE2-Foundation-Zertifizierung ist unbefristet gültig; die Practitioner-Zertifizierung muss nach drei Jahren durch eine Rezertifizierung aufgefrischt werden. Grundsätzlich erhalten alle Teilnehmenden eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung bzw. ein trägerinternes Zertifikat.
Was sind die 7 Prinzipien von PRINCE2?
Die 7 PRINCE2-Prinzipien sind: kontinuierliche geschäftliche Rechtfertigung, lernorientiertes Management, definierte Rollen und Verantwortlichkeiten, phasenweise Steuerung, ausnahmebasierte Führung, Produktorientierung sowie situative Anpassung des Rahmens. Sie bilden die unveränderliche Grundlage jedes PRINCE2-Projekts und werden im Kurs konsequent auf IT-Projektsituationen angewendet.
Werden im Kurs klassische oder agile Methoden vermittelt?
Beide — und vor allem ihr Zusammenspiel. Der Kurs beginnt mit klassischen Vorgehensmodellen (Wasserfall, V-Modell) und dem PRINCE2-Governance-Rahmen, vermittelt dann das vollständige Scrum-Framework und befasst sich ausführlich damit, wie beide Ansätze in hybriden Projekten kombiniert werden. PRINCE2 Agile ist explizit Teil des Lehrplans.
Welche Vorkenntnisse sind notwendig?
Grundlegende IT-Kenntnisse und ein erstes Verständnis von Softwareentwicklungsprozessen werden empfohlen. Wer bereits in IT-Projekten mitgearbeitet hat — z. B. als Entwickler, Tester oder Koordinator — bringt eine gute Ausgangsbasis mit. Excel-Grundkenntnisse sind hilfreich, aber kein formales Eintrittskriterium.
Wie unterscheidet sich die Vollzeit- von der Teilzeitvariante?
Die Vollzeitvariante ermöglicht ein intensives, kompaktes Lernarrangement ohne lange Unterbrechungen zwischen den Themenblöcken. Die Teilzeitvariante ist für Berufstätige ausgelegt, die parallel zur Arbeit qualifizieren wollen. Die genaue Kursstruktur, Stundenanzahl und Termine unterscheiden sich je nach Anbieter — diese Informationen sind direkt beim jeweiligen Anbieter zu erfragen.
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