Überblick
Projektmanagement Grundlagen inkl. Kanban und DevOps geht über die klassische Foundation hinaus. Wer heute Projekte in IT-Umgebungen plant und steuert, kommt an Kanban und DevOps nicht vorbei — beide prägen, wie Teams Arbeit organisieren, messen und liefern. Dieser Kurs verbindet das klassische Handwerk des Projektmanagements (Projektstrukturplan, Gantt, Ressourcenplanung, Risikobewertung) mit den Prinzipien der Kanban-Flusssteuerung und den DevOps-Grundlagen für kontinuierliche Integration und Lieferung. Das Ergebnis ist eine Qualifizierung, die sowohl klassische als auch moderne Projektmethoden in einem Lehrgang abdeckt und deren sinnvolle Kombination im Projektalltag zeigt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Klassische Projektplanung: Methoden und Werkzeuge Das Fundament dieses Kurses ist das klassische Projektmanagement — nicht als veraltetes Modell, sondern als strukturgebender Rahmen, auf dem alle weiteren Methoden aufsetzen. Der Block führt in die Planungswerkzeuge ein, die in jedem Projekt, unabhängig vom eingesetzten Framework, gebraucht werden.
- Projektinitiierung: Projektauftrag, Ziele und Erfolgskriterien definieren
- Projektstrukturplan (PSP): Gliederung, Arbeitspakete, Verantwortlichkeiten
- Netzplantechnik: Abhängigkeiten, kritischer Pfad, Pufferzeiten
- Gantt-Diagramm: Terminplanung, Meilensteine, Statusberichte
- Ressourcenplanung: Kapazitätsprofil, Engpässe erkennen und auflösen
- Earned Value: Fortschrittsmessung mit SPI, CPI und Abweichungsanalyse
Modul 2 — Risikomanagement mit Gegenstrategien Projekte, die Risiken ignorieren, laufen in vermeidbare Probleme. Dieser Block vermittelt das vollständige Risikomanagement-Vorgehen: von der strukturierten Identifikation über die Risikobewertung mit Wahrscheinlichkeits-Auswirkungs-Matrix bis zur Ableitung konkreter Gegenstrategien. Risikoregister werden als lebendige Planungsdokumente eingeführt.
- Risikoidentifikation mit Checklisten und strukturierter Analyse
- Risikobewertung: Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß
- Gegenstrategien entwickeln: Vermeiden, Übertragen, Vermindern, Akzeptieren
- Risikoregister führen und kontinuierlich aktualisieren
- Risikoeskalation: wann und wie wird der Lenkungsausschuss informiert?
- Qualitätssicherung als aktive Risikostrategie im Projektalltag
Modul 3 — Kanban: Visualisierung, Fluss und Engpassanalyse Kanban steuert Arbeit durch Sichtbarkeit. Dieser Block baut das Kanban-System methodisch auf: von der Board-Gestaltung über die Einführung von WIP-Limits bis zur Erhebung und Interpretation von Flussmetriken. Der Fokus liegt auf dem Zusammenspiel von Kanban und klassischem Projektmanagement — wie können beide gleichzeitig in einem Projekt eingesetzt werden?
- Kanban-Board-Design: Spalten, Übergabepunkte, Swim-Lanes
- WIP-Limits definieren und auf Teamkapazität abstimmen
- Flussmetriken: Cycle Time, Lead Time, Throughput, Cumulative Flow Diagram
- Engpässe erkennen, lokalisieren und durch Systemanpassungen beseitigen
- Kanban-Meetings: Replenishment, Flow Review, Service Delivery Review
- Kanban und klassischer Projektstrukturplan: Kombinationsszenarien
Modul 4 — DevOps-Grundlagen: Prinzipien, Praktiken und Projektauswirkungen DevOps ist mehr als ein Tool-Stack — es ist eine Kultur der gemeinsamen Verantwortung zwischen Entwicklung und Betrieb. Dieser Block erklärt die Grundprinzipien von DevOps und zeigt, wie sie Projektplanung und -steuerung beeinflussen. Continuous Integration und Continuous Delivery werden als konkrete Praktiken eingeführt, nicht als abstrakte Konzepte.
- DevOps-Grundprinzipien: Flow, Feedback, kontinuierliches Lernen
- Continuous Integration (CI): Automatisierung von Tests und Code-Integration
- Continuous Delivery (CD): automatisierter Bereitstellungsprozess bis zur Produktionsumgebung
- Infrastructure as Code: Infrastruktur als versionierter und testbarer Code
- DORA-Metriken: Deployment Frequency, Lead Time for Changes, MTTR, Change Failure Rate
- GitOps als Ansatz zur deklarativen Infrastrukturverwaltung
Praxis-Block — Hybride Steuerung: Klassisch, Kanban und DevOps kombinieren Der Praxis-Block arbeitet an einem durchgängigen IT-Projektszenario, das klassische Projektplanung, Kanban-Flusssteuerung und DevOps-Prinzipien gleichzeitig erfordert. Die Teilnehmenden erleben, wie die drei Methoden nicht konkurrieren, sondern sich auf unterschiedlichen Ebenen des Projekts ergänzen.
- Szenario: Projektstrukturplan für ein Softwareprojekt mit CI/CD-Anforderungen erstellen
- Szenario: Gantt-Plan und Kanban-Board parallel führen — was zeigt welches Instrument?
- Szenario: Risikoliste für ein DevOps-Einführungsprojekt entwickeln und Gegenstrategien festlegen
- Szenario: WIP-Limit-Verletzung im laufenden Projekt — sofortige Analyse und Reaktion
- Szenario: Deployment-Fehlerquote steigt — DORA-Metriken interpretieren und Schritte ableiten
- Szenario: Klassischer Projektplan trifft auf agiles Entwicklungsteam — wie wird koordiniert?
- Szenario: Stakeholder fordert klassischen Statusbericht, Team arbeitet mit Kanban-Board
- Szenario: Ressourcenkonflikt zwischen Sprint-Team und Projektplan auflösen
- Szenario: DevOps-Pipeline schlägt fehl — Auswirkung auf Projektzeitplan einschätzen
- Szenario: Earned Value und Cycle Time für dieselbe Liefereinheit berechnen und vergleichen
- Szenario: Infrastructure-as-Code-Einführung im Projekt planen und Risikoregister anlegen
- Szenario: Flussmetrik zeigt Stau in der Test-Phase — mit welchen Kanban-Werkzeugen wird eingegriffen?
Das Szenario macht erfahrbar, dass moderne Projekte selten nur eines dieser Modelle nutzen — das Können liegt im souveränen Wechsel zwischen den Ebenen.
Lernziele:
- Projekte von der Initiierung bis zum Abschluss nach klassischen Phasen planen und steuern
- Projektstrukturpläne aufbauen, Arbeitspakete definieren und Meilensteine setzen
- Gantt-Diagramme erstellen, den kritischen Pfad bestimmen und Ressourcenkonflikte lösen
- Risiken bewerten, Gegenstrategien systematisch entwickeln und in einem Risikoregister führen
- Kanban-Boards aufsetzen und WIP-Limits als Flusssteuerungsinstrument einsetzen
- Flussmetriken (Cycle Time, Lead Time, Throughput) erheben und zur Engpassanalyse nutzen
- DevOps-Grundprinzipien benennen und ihren Einfluss auf Teamstrukturen und Lieferprozesse erläutern
- Continuous Integration und Continuous Delivery als technische Praktiken in den Projektkontext einordnen
- Hybride Vorgehensmodelle beschreiben: wann klassisch, wann Kanban, wann DevOps-Prinzipien
- Earned Value im klassischen Projektrahmen und Flussmetriken im Kanban-Kontext vergleichend einsetzen
- Stakeholder mit unterschiedlichen Methodenpräferenzen (klassisch vs. agil) zusammenführen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Projektverantwortliche, die in IT-nahen oder technischen Umgebungen arbeiten und sowohl klassische als auch moderne Methoden beherrschen möchten.
- IT-Projektmanager und Projektkoordinatoren mit klassischem Methodenhintergrund
- Fachkräfte, die DevOps-Projekte planen oder begleiten und den methodischen Überblick brauchen
- Teamleitungen aus Entwicklungs-, Betriebs- oder QA-Teams, die Projektverantwortung übernehmen
- Quereinsteiger ins Projektmanagement mit technischem Hintergrund
- Personen, die hybride Projektumgebungen verstehen und koordinieren möchten
Grundlegende Computerkenntnisse und gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt. Vorkenntnisse im Projektmanagement sind hilfreich, aber nicht zwingend. Technisches Grundverständnis (z. B. was ist ein Repository, was bedeutet Deployment) erleichtert die DevOps-Einheit, ist aber kein formales Aufnahmekriterium.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs arbeitet auf drei Ebenen gleichzeitig: Theorieinput, Werkzeugtraining und Szenarioarbeit. Kanban-Boards werden praktisch aufgebaut und bewertet; DevOps-Konzepte werden anhand von Prozessdiagrammen und DORA-Metrik-Auswertungen erläutert. Der Unterricht findet überwiegend online statt, ergänzt durch angeleitete Praxisphasen.
Die Kursdauer richtet sich nach dem gewählten Lernformat. Vollzeit- und Teilzeitvarianten sind verfügbar. Alle vier Module und der Praxis-Block sind vollständig im Lehrgang enthalten.
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab. Er legt inhaltliche Grundlagen für weiterführende Zertifizierungen in Projektmanagement, DevOps oder Kanban — externe Prüfungen werden separat bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus klassischem Projektmanagement, Kanban und DevOps ist kein Zufall — sie bildet die tatsächliche Methodenlandschaft ab, in der IT-Projekte heute gesteuert werden. Wer nur eines dieser Modelle kennt, hat blinde Flecken. Wer alle drei versteht, kann situationsgerecht wählen und hybride Projektumgebungen ohne Reibungsverluste koordinieren. Besonders der DevOps-Teil hebt diesen Kurs von reinen Projektmanagement-Grundlagen-Kursen ab. DORA-Metriken, GitOps und Infrastructure as Code sind keine Nischenthemen — sie sind heute Standard in IT-Projekten und werden von Projektverantwortlichen erwartet, auch wenn sie selbst keinen Code schreiben. Wer diese Konzepte versteht, kommuniziert auf Augenhöhe mit Entwicklungsteams. Der Praxis-Block macht das methodische Wissen anwendbar: Das durchgängige IT-Projektszenario zeigt, wie Klassik, Kanban und DevOps auf unterschiedlichen Steuerungsebenen desselben Projekts gleichzeitig wirken — und dass das kein Widerspruch ist, sondern ein Qualitätsmerkmal professioneller Projektsteuerung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von reinen Projektmanagement-Grundlagen?
Der Kurs ergänzt die klassische Methodik (PSP, Gantt, Earned Value) um Kanban-Flusssteuerung und DevOps-Grundlagen. Wer in IT-Projekten arbeitet, begegnet diesen Methoden täglich — dieser Kurs gibt das Werkzeug, um alle drei souverän einzusetzen und zu kombinieren.
Muss ich programmieren können, um den DevOps-Teil zu verstehen?
Nein. Der DevOps-Teil vermittelt konzeptionelles Verständnis: Was ist CI/CD, was sind DORA-Metriken, was bedeutet Infrastructure as Code? Ziel ist nicht das Schreiben von Code, sondern das kompetente Gespräch mit Entwicklungsteams und die informierte Projektentscheidung.
Wie werden Risiken in diesem Kurs behandelt?
Risikomanagement ist ein eigenes Modul. Risiken werden identifiziert, mit einer Wahrscheinlichkeits-Auswirkungs-Matrix bewertet und mit konkreten Gegenstrategien versehen — von der Schadensreduzierung bis zur bewussten Akzeptanz. Das Ergebnis ist ein geführtes Risikoregister als aktives Steuerungsinstrument.
Kann ich Kanban und klassisches Projektmanagement gleichzeitig einsetzen?
Ja, und genau das wird in diesem Kurs gezeigt. Der Praxis-Block arbeitet an einem IT-Projektszenario, in dem Gantt-Plan und Kanban-Board parallel geführt werden. Beide Instrumente liefern unterschiedliche Informationen und ergänzen sich auf verschiedenen Planungsebenen.
Was sind DORA-Metriken und wozu sind sie relevant?
DORA-Metriken (Deployment Frequency, Lead Time for Changes, MTTR, Change Failure Rate) messen die Leistungsfähigkeit von DevOps-Teams aus Projektmanagement-Sicht. Wer diese Kennzahlen versteht, kann DevOps-Teams objektiv einschätzen und Steuerungsentscheidungen auf einer belastbaren Datenbasis treffen.
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