Überblick
In der Praxis funktioniert Projektmanagement selten in reinen Lagern: Manche Projekte verlangen strukturierte Pläne mit festen Meilensteinen, andere gewinnen durch iterative Sprints und kurzfristige Kurskorrektur. Dieser Kurs vermittelt beide Welten — klassisches, plangetriebenes Projektmanagement und agile Methoden mit Scrum — und befähigt Teilnehmende, situativ die richtige Methode zu wählen. Mit dem DEKRA-Projektmanagement-Zertifikat und der Vorbereitung auf eine Scrum-Zertifizierung schließt der Kurs mit zwei anerkannten Nachweisen, die die Bandbreite der erworbenen Kompetenzen dokumentieren. Der Hybrid-Ansatz ist dabei kein Kompromiss, sondern ein konsequentes Abbild der Projektlandschaft in deutschen Unternehmen.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen klassischen Projektmanagements Projekte haben Anfang und Ende, und klassische Methoden geben ihnen Struktur. Dieser Block legt das Fundament: Wie wird ein Projekt definiert, aufgestellt und geplant? Welche Rollen und Gremien gibt es, und wie wird der Fortschritt gesteuert?
- Projektdefinition, Projektauftrag und Projektziele klären
- Projektorganisation: Rollen, Verantwortlichkeiten, Projektleitungsaufgaben
- Projektphasen: Initiierung, Planung, Durchführung, Überwachung, Abschluss
- Stakeholder-Analyse und Kommunikationsplan
- Risikomanagement: Identifikation, Bewertung, Maßnahmen
- Qualitätssicherung und Dokumentation in Projekten
Projektplanung und -steuerung Ohne funktionierende Planung gerät auch das beste Projekt in Verzug. Dieser Block vermittelt die Werkzeuge der klassischen Projektplanung: von der Arbeitspakete-Definition bis zur Kostenüberwachung im laufenden Betrieb.
- Projektstrukturplan und Arbeitspakete definieren
- Netzplantechnik: Vorgänge, Abhängigkeiten, kritischer Pfad
- Terminplanung und Meilensteine setzen
- Ressourcenplanung und Kapazitätsmanagement
- Kostenschätzung, Budgetierung und Projektcontrolling
- Projektabschluss: Dokumentation, Lessons Learned, Übergabe
Agiles Projektmanagement und das Scrum-Framework Der zweite Themenschwerpunkt widmet sich vollständig dem agilen Vorgehen. Scrum wird als vollständiges Framework erarbeitet — mit allen Rollen, Events und Artefakten nach dem aktuellen Scrum Guide.
- Agiles Manifest und Prinzipien als Grundlage
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Scrum-Events: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Retrospektive
- Scrum-Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment
- User Stories schreiben und verfeinern; Definition of Done
- Agiles Schätzen: Story Points, Velocity
Hybrides Vorgehen und Praxistransfer Klassisch und agil schließen sich nicht aus — viele Projekte kombinieren beide Ansätze. Dieser Block zeigt, wie hybride Projektstrukturen in der Praxis aussehen und wann welche Methode die bessere Wahl ist.
- Kriterien für die Methodenwahl: Wann klassisch, wann agil?
- Hybride Modelle: Scrum innerhalb eines klassischen Projektrahmens
- Übergaben zwischen Projektphasen und Sprints organisieren
- Multiprojektmanagement: Ressourcen und Prioritäten übergreifend steuern
- Stakeholder-Management in gemischten Projektumgebungen
- Praxisprojekt: Aufbau und Steuerung eines hybriden Projektszenarios
- Vorbereitung auf die DEKRA-Prüfung im Bereich Projektmanagement
- Vorbereitung auf die Scrum-Zertifizierungsprüfung
- Rollenspiele und Transferübungen in Teams
- Fallbeispiele aus der beruflichen Praxis
- Abschlussreflexion und Kompetenzrückblick
Der hybride Ansatz ist bewusst: Wer beide Methodenwelten kennt, ist in der Lage, Projektumgebungen zu verstehen und zu gestalten — ohne sich auf einen einzigen Ansatz festzulegen und dabei Chancen zu verpassen.
Lernziele:
- Den klassischen Projektmanagement-Lebenszyklus von der Initiierung bis zum Abschluss beherrschen
- Projektpläne, Netzpläne, Ressourcen- und Kostenpläne erstellen
- Risikomanagement und Qualitätssicherung in Projekten planen und umsetzen
- Klassische und agile Methoden situativ abwägen und kombinieren
- Das Scrum-Framework mit Rollen, Events und Artefakten vollständig beherrschen
- Sprints planen, durchführen und mit Sprint Reviews auswerten
- Product Backlogs aufbauen und pflegen
- Projektcontrolling und Fortschrittsmessung durchführen
- Stakeholder und Projektteams professionell führen und kommunizieren
- Die Anforderungen der DEKRA-Projektmanagement-Prüfung erfüllen
- Scrum-Zertifizierungsanforderungen verstehen und vorbereiten
- Hybride Projektstrukturen in der Praxis aufsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die Projekte professionell managen wollen und dabei sowohl die klassische als auch die agile Toolbox beherrschen möchten.
- Berufseinsteiger und Umsteiger mit Hochschul- oder Berufsausbildungsabschluss
- Fachkräfte, die ihre PM-Kenntnisse systematisch aufbauen oder erweitern wollen
- Personen, die in Projektkoordinations- oder Projektleitungsrollen wechseln möchten
- Berufsrückkehrende, die ihr Methodenwissen auf den aktuellen Stand bringen
- Alle, die sowohl ein PM-Zertifikat (DEKRA) als auch einen Scrum-Nachweis anstreben
Ein Hochschul- oder Fachhochschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung bildet den typischen Zugang. Studienaussteiger mit vergleichbarer Praxiserfahrung können ebenfalls teilnehmen. Gute Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind für die Scrum-Module wichtig, da der Scrum Guide und zugehörige Prüfungen englischsprachig sind. PM-Vorerfahrung ist keine Pflicht; Grundkenntnisse in betrieblicher Organisation erleichtern den Einstieg.
Ablauf & Abschluss
Angebote in diesem Segment nutzen häufig eine strukturierte Online-Lernumgebung mit geleiteten Phasen für die klassischen PM-Inhalte und interaktiven Sprints für den agilen Teil. Das Nebeneinander beider Lernformate spiegelt den inhaltlichen Schwerpunkt wider: Theorie und Übung wechseln sich gezielt ab. Praxisprojekte und Transferaufgaben sichern den Transfer ins spätere Berufsfeld.
Hybride Kurse mit Doppelzertifizierung sind tendenziell umfangreicher als reine Scrum-Grundlagenkurse. Typische Laufzeiten liegen zwischen drei und sechs Monaten, je nach Intensität und Format. Vollzeitkurse können kürzer sein; berufsbegleitende Formate verteilen den Stoff über einen längeren Zeitraum.
Die externe DEKRA-Prüfung im Bereich Projektmanagement ist ein anerkannter Abschluss für klassische PM-Kompetenzen. Ergänzend bereitet der Kurs auf eine Scrum-Zertifizierung vor, typischerweise die PSM-I-Prüfung bei scrum.org. Anbieter stellen zusätzlich eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung aus. Staatlich anerkannte Abschlüsse werden nicht vergeben.
Nutzen & Perspektiven
Ein doppeltes Zertifizierungsprofil — DEKRA-Projektmanagement und Scrum — ist in der Praxis ein seltenes und wertvolles Kombinationssignal. Es zeigt Arbeitgebern, dass Absolventinnen und Absolventen nicht nur eine Methode kennen, sondern flexibel in verschiedenen Projektumgebungen arbeiten können. Der hybride Methodenansatz ist besonders für Unternehmen im Mittelstand attraktiv, die klassische Projektstrukturen haben, aber gleichzeitig agile Arbeitsweisen einführen. Wer beide Sprachen spricht, ist dort als Bindeglied zwischen Planungskultur und agiler Praxis wertvoll. Langfristig ermöglicht dieses Kompetenzbündel eine Entwicklung Richtung Projektleitung, PMO-Koordination oder Unternehmensberatung — mit dem Rüstzeug, unterschiedliche Methodenwelten zu verstehen und erfolgreich zu verbinden. Wer nach der Weiterbildung in einem Unternehmen arbeitet, das seine Projekte neu ausrichtet oder eine Agilisierung anstrebt, ist als Hybrid-Kompetenzträger besonders wertvoll. Die DEKRA-Zertifizierung spricht dabei Personalverantwortliche an, die klassische Qualifikationsnachweise kennen; der Scrum-Abschluss öffnet die Türen in moderne, agil arbeitende Teams. Diese Kombination findet sich in Stellenanzeigen häufig als Wunschprofil — und wird von den meisten Bewerberinnen und Bewerbern nicht mitgebracht. Konkret bedeutet das: Klassisches PM vermittelt Zuverlässigkeit und Planungsdisziplin; Scrum vermittelt Anpassungsfähigkeit und Teamfähigkeit. Arbeitgeber, die beides brauchen, müssen nicht wählen — sie können Personen einstellen, die in beiden Denkweisen zu Hause sind. Dieser Kurs schafft genau dieses Profil, ohne einen der beiden Ansätze zu einem bloßen Anhängsel des anderen zu machen. Das ist sein Kern-Versprechen und sein konkreter Mehrwert gegenüber Einfachkursen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet "klassisch und agil" in einem Kurs?
Der Kurs behandelt plangetriebene Projektmanagement-Methoden (Projektphasen, Netzplan, Meilensteine, Ressourcenplanung) und agile Methoden (insbesondere Scrum) gleichrangig. Teilnehmende erlernen beide Welten und können situativ entscheiden, welche Methode passt.
Was ist die DEKRA-Zertifizierung im Projektmanagement?
Die DEKRA bietet eine Prüfung zum Nachweis von Projektmanagement-Kenntnissen an. Sie ist in Deutschland bekannt und anerkannt, aber kein staatlicher Abschluss. Die Zertifizierung bezieht sich auf klassische und grundlegende PM-Kompetenzen.
Wird im Kurs auch Scrum zertifiziert?
Ja, der Kurs bereitet auf eine Scrum-Zertifizierung vor — typischerweise die PSM-I-Prüfung bei scrum.org. Ob die Prüfungsgebühr im Kurs enthalten ist, variiert je nach Anbieter.
Wer sollte diesen Kurs wählen statt eines reinen Agile-Kurses?
Wer in Unternehmen arbeitet oder arbeiten möchte, die beide Vorgehensweisen nutzen — also klassische Meilensteinplanung und agile Sprints — profitiert vom Hybrid-Ansatz. Reine Scrum-Enthusiasten finden in Spezialkursen tieferes agiles Wissen.
Welche Voraussetzungen brauche ich?
Ein Hochschulabschluss, Fachhochschulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung wird erwartet. Studienaussteiger können ebenfalls teilnehmen. Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind für die Scrum-Inhalte wichtig.
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