Überblick
Die Weiterbildung Scrum Professional Plus verbindet theoretisches Fundament mit intensiver Prüfungsvorbereitung für gleich mehrere anerkannte Scrum-Zertifizierungen. Der Kurs vermittelt agile Denk- und Arbeitsweisen, das vollständige Scrum-Framework sowie ergänzende agile Methoden wie Kanban und hybrides Projektmanagement. Teilnehmende lernen, als Scrum Master Prozesse zu moderieren, als Product Owner Backlogs zu priorisieren oder als Projektbeteiligter agil mit sich verändernden Anforderungen umzugehen. Am Ende des Kurses sind Teilnehmende auf die Prüfungen zum EXIN Agile Scrum Foundation, Scrum Master und Scrum Product Owner vorbereitet.
Kursinhalte & Lernziele
Agile Grundlagen und Denkweise — Dieser einführende Block legt das konzeptionelle Fundament. Teilnehmende verstehen, warum agile Methoden entstanden sind, wo sie klassischem Projektmanagement überlegen sind und welche Haltung (Mindset) für erfolgreiche agile Zusammenarbeit entscheidend ist.
- Agiles Manifest: vier Werte und zwölf Prinzipien im Detail
- Vergleich Wasserfall, V-Modell und agile Ansätze — Stärken und Grenzen
- Überblick über Scrum, Kanban und hybrides Projektmanagement
- Empirismus als Basis: Transparenz, Inspektion, Adaption
- Praktische Umsetzung agiler Werte in verschiedenen Projektumgebungen
- Reifegrad-Modelle und agile Transformation auf Teamebene
Scrum-Framework in der Tiefe — Das Herzstück des Kurses: Alle Bestandteile des Scrum Guide werden erarbeitet, diskutiert und an realitätsnahen Szenarien geübt. Teilnehmende lernen nicht nur die Definitionen, sondern auch die Intention hinter jedem Element.
- Rollen: Verantwortlichkeiten und Zusammenspiel von Product Owner, Scrum Master und Developers
- Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment und Definition of Done
- Ereignisse: Sprint-Zeitbox, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective
- Von der Produktvision zur Roadmap und zum ersten Sprint
- Scrum in nicht-softwareseitigen Kontexten und bei großen Produkten (Nexus-Grundlagen)
- Typische Scrum-Antipattern erkennen und vermeiden
Scrum-Prozess und operative Praxis — Dieser Abschnitt vertieft die tägliche Scrum-Praxis auf Prozessebene. Fokus liegt auf dem Zusammenspiel der Ereignisse und Artefakte in einem realen Sprint-Zyklus.
- User Stories schreiben: Format, Akzeptanzkriterien, Definition of Ready
- Product-Backlog-Refinement: Aufwandsschätzung mit Planning Poker und Story Points
- Sprint Planning: Kapazitätsplanung und Ableitung des Sprint Backlogs
- Daily Scrum als Koordinationsinstrument — nicht als Statusbericht
- Sprint Review mit Stakeholdern: Präsentation des Increments und Feedback-Einholung
- Sprint Retrospective: Muda-Analyse, Ishikawa-Diagramm und Aktionsplan erstellen
Agile Führung, Teamdynamik und Stakeholdermanagement — Wirkungsvolle Scrum-Arbeit gelingt nur mit einem gut geführten, selbstorganisierten Team und einer offenen Kommunikationskultur. Dieser Block behandelt die menschlichen und organisatorischen Aspekte agiler Arbeit.
- Servant Leadership als Grundhaltung: Unterschied zur direktiven Führung
- Teambildung nach Tuckman: Forming, Storming, Norming, Performing
- Kommunikationsmodelle und Moderationstechniken für agile Umgebungen
- Konfliktmanagement und konstruktive Feedbackkultur im Sprint-Alltag
- Stakeholderanalyse, Einbindung und zielgruppengerechte Berichterstattung
- Agile Transformation auf Organisationsebene: Change-Management-Grundlagen
Praxisübungen und Prüfungsvorbereitung
- Simulation eines vollständigen Sprint-Zyklus im Rollenspiel (PO, SM, Developer)
- Product-Backlog-Aufbau für ein fiktives Produktbeispiel mit User Stories und Priorisierung
- Planning-Poker-Session zur Aufwandsschätzung im Team
- Daily-Scrum-Moderation und Impediment-Eskalation simulieren
- Burndown-Chart erstellen und Velocity berechnen
- Sprint-Review-Präsentation vorbereiten und Feedback dokumentieren
- Retrospektive mit der Starfish-Methode oder 4L-Technik moderieren
- Metriken-Dashboard mit Velocity und Cumulative Flow Diagram auswerten
- Risiko-Register für ein agiles Projekt anlegen
- Fallstudien aus verschiedenen Branchen analysieren
- Prüfungssimulationen für EXIN Agile Scrum Foundation mit Auswertung
- Prüfungssimulationen für Scrum Master und Scrum Product Owner mit Auswertung
Ergänzend werden Querverbindungen zu verwandten Methoden wie IPMA Level D, hybridem Projektmanagement und digitaler Transformation hergestellt, um ein vollständiges Bild der modernen Projektmanagementlandschaft zu vermitteln.
Lernziele:
- Agile Grundwerte, Prinzipien und das Agile Manifest erklären und von klassischen Projektmanagementansätzen abgrenzen
- Das Scrum-Framework mit allen Rollen, Artefakten und Ereignissen vollständig beschreiben und anwenden
- Den Aufbau, die Pflege und Priorisierung eines Product Backlogs mit User Stories und Akzeptanzkriterien gestalten
- Sprint Planning durchführen, Sprint-Ziele definieren und ein Sprint Backlog aufbauen
- Das Daily Scrum effizient moderieren und Hindernisse (Impediments) identifizieren und eskalieren
- Sprint Reviews strukturieren, Produktinkrement präsentieren und Stakeholder-Feedback einarbeiten
- Sprint Retrospektiven vorbereiten, moderieren und konkrete Verbesserungsmaßnahmen ableiten
- Servant Leadership als Grundhaltung des Scrum Masters verstehen und im Team anwenden
- Selbstorganisierte, cross-funktionale Teams entwickeln und Teamkommunikation fördern
- Metriken wie Velocity, Burndown- und Burnup-Charts für Fortschrittskontrolle und Planung nutzen
- Risikomanagement und Budgetverwaltung im agilen Kontext gestalten
- Stakeholderanalyse durchführen und zielgruppengerechte Kommunikation im agilen Umfeld planen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen aus allen Branchen, die in agilen Projekten Verantwortung übernehmen oder eine anerkannte Scrum-Zertifizierung erlangen möchten. Vorkenntnisse im Projektmanagement sind hilfreich, aber kein Muss.
- Projektmanager, die ihren Methodenkoffer um agile Ansätze erweitern möchten
- (Angehende) Scrum Master, die ihre Moderations- und Prozessbegleitungsrolle professionalisieren wollen
- (Angehende) Product Owner, die Produkt-Backlogs strukturiert führen und Prioritäten setzen möchten
- IT-Projektbeteiligte, Entwickler und Tester, die die agile Zusammenarbeit besser verstehen wollen
- Führungskräfte und Teamleiter, die eine agile Transformation in ihrer Organisation begleiten
Es werden keine formalen Vorkenntnisse in Scrum oder agilem Projektmanagement vorausgesetzt. Allgemeine Berufserfahrung und Offenheit für kollaborative Arbeitsweisen sind ausreichend. Für Teilnehmende mit klassischem Projektmanagement-Hintergrund empfiehlt sich die Bereitschaft, etablierte Arbeitsweisen zu hinterfragen und agile Prinzipien gleichwertig zu erkunden. Vor Kursbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, in dem individuelle Erfahrungen und Ziele berücksichtigt werden.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert Lehrvorträge, interaktive Gruppenarbeiten, Rollenspiele und Prüfungssimulationen. Combined-Learning-Formate verbinden Präsenzphasen mit strukturierten Online-Selbstlernphasen; reine Online-Seminare sind ebenfalls verfügbar. Praxisübungen simulieren echte Sprint-Zyklen, sodass Teilnehmende Scrum nicht nur verstehen, sondern erleben und direkt anwenden können.
Im Vollzeitformat dauert die Weiterbildung üblicherweise zwischen einer und vier Wochen; im Teilzeitformat kann sie sich auf bis zu drei Monate erstrecken. Ein individueller Lernplan wird zu Beginn vereinbart und berücksichtigt vorhandene Kenntnisse sowie angestrebte Zertifizierungen.
Der Kurs bereitet auf die Prüfungen zum EXIN Agile Scrum Foundation, zum Scrum Master und zum Scrum Product Owner vor. Die Prüfungen werden bei autorisierten Prüfungsorganisationen abgelegt; Prüfungsgebühren können separat anfallen. Ergänzend erhalten Teilnehmende ein Lehrgangszertifikat des Anbieters. EXIN-Zertifizierungen sind international anerkannte Qualifikationsnachweise für agiles Projektmanagement.
Nutzen & Perspektiven
Agile Methoden haben sich branchenübergreifend durchgesetzt — in der Softwareentwicklung, im Marketing, in der Produktentwicklung und zunehmend auch in der öffentlichen Verwaltung. Wer Scrum professionell anwenden kann, ist nicht nur als Teammitglied wertvoller, sondern kann auch Transformationsprozesse aktiv mitgestalten und führen. Die drei möglichen Zertifizierungen (Foundation, Scrum Master, Product Owner) dokumentieren unterschiedliche Reifegrade und Verantwortungsbereiche und ermöglichen eine passgenaue Positionierung im Arbeitsmarkt. Der Kurs geht über die reine Zertifizierungsvorbereitung hinaus: Teilnehmende entwickeln ein tiefes Verständnis für agile Führung, Teamdynamik und Stakeholderkommunikation, das sie befähigt, Scrum nachhaltig in ihrer Organisation zu verankern. Die praxisnahe Simulation ganzer Sprint-Zyklen schafft Handlungssicherheit und vermeidet typische Einsteigerfehler wie das Missverständnis von Daily Scrum als Statusmeeting oder die Verwechslung von Scrum-Rollen. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation können auch Leistungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, Berufsförderungsleistungen der Bundeswehr, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung genutzt werden. Die Kombination aus Förderung und einer international anerkannten Zertifizierung macht diese Weiterbildung zu einer besonders attraktiven Investition in die berufliche Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen kann ich mit diesem Kurs anstreben?
Der Kurs bereitet auf drei Zertifizierungen vor: EXIN Agile Scrum Foundation als Einstiegszertifikat, Scrum Master für die Prozessbegleitungsrolle und Scrum Product Owner für die Verantwortung über das Product Backlog. Welche Zertifizierung zum eigenen Karriereziel passt, wird im Beratungsgespräch besprochen.
Muss ich Vorkenntnisse im Projektmanagement mitbringen?
Nein, formale Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Allgemeine Berufserfahrung und die Bereitschaft, neue Arbeitsweisen zu erkunden, sind ausreichend. Teilnehmende mit klassischem Projektmanagement-Hintergrund werden ermutigt, ihre bisherigen Annahmen zu hinterfragen und agile Prinzipien offen zu erkunden.
Ist Scrum nur für die Softwareentwicklung geeignet?
Scrum wurde ursprünglich für die Softwareentwicklung konzipiert, wird aber heute in vielen Branchen eingesetzt: Marketing, Produktentwicklung, Eventmanagement, öffentliche Verwaltung und mehr. Der Kurs behandelt auch branchenübergreifende Anwendungsszenarien und macht deutlich, wo agile Methoden sinnvoll sind und wo klassische Ansätze besser passen.
Welchen Unterschied macht es, ob ich die Scrum-Master- oder die Product-Owner-Zertifizierung anstrebe?
Der Scrum Master ist als Facilitator für den Scrum-Prozess verantwortlich: Er moderiert, coacht das Team und beseitigt Hindernisse. Der Product Owner trägt die Verantwortung für das Produkt und das Product Backlog und entscheidet über Prioritäten. Beide Rollen ergänzen sich, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte. Im Kurs werden beide Perspektiven umfassend trainiert.
Kann die Weiterbildung mit einem Bildungsgutschein finanziert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit in der Regel möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz und weitere Förderwege können greifen. Eine individuelle Förderberatung vor Kursbeginn wird empfohlen.
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