Überblick
Digitalisierungsprojekte sind eine eigene Gattung. Sie verbinden technologische Transformation mit Organisationsveränderungen, betreffen oft mehrere Abteilungen gleichzeitig und stellen Projektteams vor die Frage, wie man Vorhaben strukturiert vorantreiben kann, deren Zielzustand beim Projektstart noch nicht vollständig bekannt ist. Dieser Kurs setzt genau dort an: Er vermittelt das Methodenrepertoire und die Tool-Kompetenz, die es braucht, um Digitalisierungsprojekte zuverlässig zu planen, flexibel zu steuern und datengestützt zu entscheiden. Scrum, Kanban und PRINCE2 Agile bilden den methodischen Rahmen; Jira, MS Project und Excel die operativen Werkzeuge; KI-gestützte Analyse- und Prognoseverfahren die moderne Ergänzung.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Digitalisierung als Projekttreiber: Trends, Treiber und Projektkontext Die digitale Transformation ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein anhaltender Prozess, der Unternehmen zwingt, ihre Prozesse, Produkte und Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken. Dieser Block legt das konzeptuelle Fundament: Was genau meinen wir mit Digitalisierung im Projektkontext? Welche Arten von Digitalisierungsprojekten gibt es? Und welche besonderen Herausforderungen bringen sie mit sich?
- Digitale Transformation: Von Prozessdigitalisierung über Automatisierung bis zur datengetriebenen Organisation
- Typische Digitalisierungsprojekte: ERP-Einführungen, Workflow-Automatisierungen, Data-Analytics-Plattformen, Cloud-Migrationen
- Besonderheiten von Digitalisierungsvorhaben: hohe Stakeholder-Diversität, technologische Unsicherheit, Change-Intensität
- Technologischer Reifegrad von Organisationen (Digital Maturity) als Ausgangspunkt für Transformation
- Rollen in Digitalisierungsprojekten: Digital-Transformation-Manager/in, Change Manager/in, Data Owner
- Klassische Fehler in Digitalisierungsprojekten: Scope-Überdehnung, mangelndes Change-Management, fehlende Governance
Modul 2 — Methodik für Digitalisierungsprojekte: Agil, hybrid und strukturiert Digitalisierungsprojekte brauchen Methoden, die mit Unsicherheit und Veränderung umgehen können — aber auch Strukturen, die Investitionssicherheit und Governance-Anforderungen erfüllen. Dieser Block trainiert den methodischen Mix, der für Digitalisierungsvorhaben typisch ist: agile Sprintlogik für schnelle Iterationen, PRINCE2-Governance für verbindliche Entscheidungspunkte.
- Scrum in Digitalisierungsprojekten: iterative Entwicklung von digitalen Lösungen in Sprints
- Kanban für Continuous-Improvement-Vorhaben: laufende Prozessdigitalisierung ohne feste Projektzeiträume
- PRINCE2 Agile: strukturierte Phasengates mit agiler Lieferlogik für komplexe Transformationsvorhaben
- Hybride Methodenansätze: Wann Governance-Strukturen nötig sind und wann Agilität Vorrang hat
- OKR-Framework als Ergänzung: Zielrahmen für Transformationsinitiativen setzen und überprüfen
- Anforderungsmanagement in Digitalisierungsprojekten: von vagen Transformationszielen zu konkreten Arbeitspaketen
Modul 3 — Digitale Tools in der Projektsteuerung von Digitalisierungsvorhaben Wer Digitalisierungsprojekte steuert, sollte digitale Werkzeuge selbst souverän beherrschen. Dieser Block zeigt, wie Jira, MS Project und Excel für die spezifischen Anforderungen von Transformationsprojekten eingesetzt werden — von der KPI-Verfolgung über das Stakeholder-Tracking bis zur Fortschrittsvisualisierung für das Management.
- Jira: Digitalisierungsprojekte als Epics strukturieren, Feature-Teams koordinieren, Roadmaps visualisieren
- Jira: Release-Planung und Dependency-Management in parallellaufenden Teilprojekten
- MS Project: Meilensteinpläne für Digitalisierungsvorhaben mit mehreren Workstreams erstellen
- Excel: KPI-Monitoring für Digitalisierungsziele — Automatisierungsgrad, Prozesszykluszeit, Fehlerrate
- Stakeholder-Mapping und Kommunikationsplanung in digitalen Projektumgebungen
- Reporting-Strukturen für digitale Transformationsprojekte: Board-Level bis Teamlevel
Modul 4 — Künstliche Intelligenz in der digitalen Projektwelt KI ist nicht nur Gegenstand von Digitalisierungsprojekten — sie ist auch ein Werkzeug zur Steuerung dieser Projekte. Dieser Block vermittelt ein konkretes Anwendungsverständnis: Wo kann KI heute sinnvoll in Projektprozessen eingesetzt werden, und welche Grundlagenkenntnisse braucht man dafür?
- KI-gestützte Risikofrüherkennung: Muster aus Projekthistorie auswerten, Signale frühzeitig erkennen
- Ressourcenoptimierung mit KI: Kapazitätsengpässe prognostizieren, Zuweisung optimieren
- Automatisierung von Reporting: wiederkehrende Berichte mit KI-Unterstützung beschleunigen
- Anwendungsbeispiele für KI in typischen Digitalisierungsprojekten
- Grenzen und Risiken von KI im Projektmanagement: Interpretierbarkeit, Datenbasis, Verzerrungen
- Einordnung von KI-Qualifikationen: AI-900, AIBIZ als Grundlage für informierte Entscheidungen
Praxis-Block — Digitalisierungsprojekte von der Strategie bis zur Umsetzung Dieser Praxisblock verbindet alle Inhalte in realistischen Digitalisierungsszenarien — von der Analyse einer Ausgangssituation über die Methodenwahl bis zur Erstellung eines konkreten Steuerungskonzepts.
- Digitale Reifegrad-Analyse für ein fiktives Unternehmen durchführen
- Transformationsprojekt definieren: Scope, Ziele, Stakeholder, Risiken in 90 Minuten erarbeiten
- Methodenwahl begründen: Warum hybrid? Welcher Scrum-Zuschnitt? Welche PRINCE2-Elemente?
- OKR-Zielrahmen für ein Digitalisierungsvorhaben aufbauen
- Jira-Roadmap für ein mehrstufiges Digitalisierungsprojekt erstellen
- KPI-Dashboard in Excel für Transformationsfortschritt designen
- Change-Management-Plan entwickeln: Stakeholder-Widerstände adressieren
- KI-Analysepotenziale für ein konkretes Projektszenario bewerten
- Digitalisierungsprojekt-Statusbericht für das Management erstellen
- Peer-Review: gegenseitige Bewertung der Projektkonzepte nach definierten Kriterien
- Abschlussdiskussion: Transferaufgabe für den eigenen Berufskontext
Lernziele:
- Digitale Transformation in ihren Phasen und Treibern verstehen und auf Projektkontexte übertragen
- Anforderungen an Projektorganisation, Rollen und Governance in Digitalisierungsvorhaben ableiten
- Agile und hybride Methoden für technologiegetriebene Projekte situationsgerecht einsetzen
- Digitale Tools — Jira, MS Project, Excel — für die spezifischen Anforderungen von Digitalisierungsprojekten konfigurieren
- KI-basierte Methoden zur Prognose, Risikoabschätzung und Ressourcenoptimierung in Projekten anwenden
- Stakeholder-Widerstände in Transformationsprozessen frühzeitig erkennen und professionell adressieren
- Digitalisierungsprojekte messbar machen: KPIs, OKRs und Fortschrittsmetriken für Transformation
- Prozessautomatisierungspotenziale im Projektalltag identifizieren und Automatisierungsvorhaben initiieren
- PRINCE2 Agile als Governance-Modell für strukturierte Digitalisierungsvorhaben einsetzen
- Kommunikationsstrategien für Change-intensive Transformationsprojekte entwickeln
- Lessons Learned aus Digitalisierungsprojekten systematisch ableiten und in Folgeprojekte überführen
- Technologische Reifegrade von Organisationen einschätzen und Transformationspfade planen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Projektverantwortliche, die aktiv an digitalen Transformationsprozessen beteiligt sind oder Digitalisierungsvorhaben in ihren Unternehmen steuern wollen.
- Projektmanagerinnen und Projektmanager in Digitalisierungsinitiativen
- Führungskräfte aus Fachbereichen, die digitale Veränderungsprojekte leiten
- IT-Koordinatorinnen, die Schnittstellen zwischen Technik und Business managen
- Change Manager und Transformationsbegleiterinnen mit Projektverantwortung
- Berufstätige, die Automatisierungsvorhaben und datengetriebene Projekte strukturieren möchten
Berufserfahrung in der Projektarbeit oder der Mitarbeit an Transformationsvorhaben wird empfohlen. Formale Methodenkenntnisse in PM oder Agile sind hilfreich, aber nicht Voraussetzung. Excel-Grundkenntnisse sind sinnvoll; erste Berührung mit Jira oder MS Project vorteilhaft.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs arbeitet durchgängig mit realen Digitalisierungsszenarien. Neben Inputs und Methodenvermittlung stehen Gruppen-Fallarbeit und Konzeptentwicklung im Vordergrund — die Teilnehmenden bringen eigene Projekterfahrungen aus Digitalisierungsvorhaben ein und arbeiten an prototypischen Lösungskonzepten. Das Combined-Learning-Format verbindet betreute Selbststudienphasen mit interaktiven Live-Sessions. Der Kurs ist primär in Teilzeit konzipiert und eignet sich für Berufstätige.
Das Programm deckt Digitalisierungsgrundlagen, Methodenkompetenz, Tool-Einsatz und KI-Anwendungen ab und verbindet sie mit praktischen Szenarien. Die genaue Kursdauer und Terminplanung sind beim jeweiligen Anbieter zu erfragen; Vollzeit- und Teilzeitvarianten sind erhältlich.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung oder ein trägerinternes Kurs-Zertifikat. In Abhängigkeit vom gewählten Kurspaket werden externe Zertifizierungsprüfungen (PRINCE2, Scrum-Zertifikate, AI-900, AIBIZ) vorbereitet und ggf. abgelegt. Wer das Qualifizierungschancengesetz nutzen möchte, sollte beim Arbeitgeber und der Arbeitsagentur klären, ob der Kurs förderfähig ist.
Nutzen & Perspektiven
Digitalisierungsprojekte sind heute keine Ausnahme mehr — sie sind in Unternehmen aller Branchen zur Regelaufgabe geworden. Wer diese Vorhaben methodisch fundiert steuern kann, ist in einer gefragten Position: zwischen Technik und Business, zwischen Strategie und Umsetzung, zwischen agilem Denken und strukturierter Governance. Dieser Kurs vermittelt genau die Kompetenz, die für diese Schnittstellenposition gebraucht wird: Methodensicherheit für hybride Projekte, Tool-Routine für den digitalen Projektalltag und ein konkretes Verständnis davon, wo KI heute sinnvoll in Projektsteuerungsprozesse eingebaut werden kann. Das Zusammenspiel dieser Bereiche ist der Unterschied zwischen einem Projektmanagement-Kurs, der allgemeine PM-Grundlagen abdeckt, und einer Weiterbildung, die auf die spezifischen Herausforderungen der Transformationsarbeit ausgerichtet ist. Für die Karriere bedeutet das: Wer Digitalisierungsprojekte steuern kann, ist für Unternehmen im digitalen Wandel ein gesuchtes Profil — als Projektleiterin, Change Manager oder Digital-Transformation-Manager. Die in diesem Kurs aufgebauten Kompetenzen sind unmittelbar transferierbar und durch Zertifizierungen wie PRINCE2 oder AI-900 nach außen sichtbar zu machen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das Besondere an Digitalisierungsprojekten gegenüber normalen IT-Projekten?
Digitalisierungsprojekte verbinden technologische Veränderung mit Organisationstransformation — sie betreffen Prozesse, Rollen und Unternehmenskultur gleichzeitig. Das macht Change-Management zu einem zentralen Bestandteil und erfordert Methoden, die mit hoher Unsicherheit und laufenden Anforderungsänderungen umgehen können.
Welche Rolle spielen KPIs und OKRs in Digitalisierungsprojekten?
Digitalisierungsprojekte sind oft schwer messbar, wenn keine konkreten Metriken definiert werden. Der Kurs zeigt, wie KPIs (z. B. Automatisierungsgrad, Zykluszeit) und OKRs als Zielrahmen für Transformationsinitiativen aufgebaut werden, sodass Fortschritt objektiv bewertet werden kann.
Wird auch erklärt, wie man Widerstände bei Digitalisierungsvorhaben managiert?
Ja. Ein eigener Block behandelt Change-Management in Digitalisierungsprojekten: Stakeholder-Analyse, Kommunikationsstrategie und der professionelle Umgang mit Widerständen bei technologisch induzierten Veränderungen gehören zum Programm.
Für welche Branchen ist dieser Kurs gedacht?
Der Kurs ist branchenübergreifend — die Szenarien decken Industrie, Handel, Dienstleistung und öffentlichen Sektor ab. Digitalisierungsvorhaben finden in allen Branchen statt, und die erlernten Methoden sind entsprechend universell anwendbar.
Werden konkrete KI-Anwendungsfälle für Projektmanagement gezeigt?
Ja. Der Kurs unterscheidet zwischen KI als Gegenstand von Digitalisierungsprojekten und KI als Werkzeug zur Projektsteuerung. Praktische Anwendungsfälle für Risikofrüherkennung, Ressourcenprognose und automatisiertes Reporting werden anhand konkreter Beispiele behandelt.
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