Überblick
Diese Weiterbildung bietet einen strukturierten Einstieg in modernes Projektmanagement. Teilnehmende lernen die Grundprinzipien klassischer Projeksteuerung kennen, bevor sie in die agilen Methoden Scrum und Kanban eingeführt werden. Wer Projekte leiten oder daran aktiv mitwirken will, braucht nicht nur eine Methode — sondern einen Überblick über das methodische Spektrum und die Fähigkeit, situationsgerecht zu entscheiden. Genau das ist der Kernfokus dieses Kurses.
Kursinhalte & Lernziele
Klassische Projektmanagement-Grundlagen — das methodische Fundament Bevor agile Methoden sinnvoll eingesetzt werden können, braucht es ein Verständnis dafür, was ein Projekt ausmacht, wie es initiiert, geplant und kontrolliert wird und welche Strukturen dafür notwendig sind. Dieses Modul legt das Fundament, auf dem alle weiteren Inhalte aufbauen.
- Definition und Abgrenzung von Projekten gegenüber Linienarbeit
- Projektphasen: Initiierung, Planung, Durchführung, Kontrolle, Abschluss
- Projektstrukturplan: Arbeitspakete, Verantwortlichkeiten, Abhängigkeiten
- Meilensteinplan und Terminplanung mit Pufferberechnung
- Ressourcenplanung: Personal, Budget, Sachmittel
- Risikoanalyse und Risikoregister — Methoden und Anwendung
- Stakeholder-Analyse und Kommunikationsplanung
- Projektauftrag und Projektdokumentation strukturiert führen
Scrum — agiles Rahmenwerk für iterative Lieferung Scrum ist heute eines der bekanntesten agilen Rahmenwerke. Teilnehmende lernen, wie Scrum-Teams organisiert sind, welche Ereignisse den Sprint-Zyklus strukturieren und wie Produkt- und Sprint-Backlog als zentrale Steuerungsinstrumente eingesetzt werden. Der Fokus liegt auf dem Verständnis des Gesamtsystems, nicht auf auswendig gelernten Definitionen.
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Sprint-Zyklus: Planung, Durchführung, Review, Abschlussrunde
- Product Backlog aufbauen: Epics, User Stories, Akzeptanzkriterien
- Sprint Backlog ableiten und im Sprint steuern
- Definition of Done als Qualitätssicherungsinstrument
- Velocity und Burndown-Chart als Planungsindikatoren
Kanban — Arbeitsfluss kontinuierlich steuern Während Scrum auf zeitlich begrenzte Sprints setzt, arbeitet Kanban mit einem kontinuierlichen Fluss. Teilnehmende lernen, wie ein Kanban-System aufgebaut wird, welche Regeln es stabilisieren und wie es als Ergänzung zu Scrum oder als eigenständige Methode eingesetzt wird.
- Kanban-Prinzipien: Visualisierung, WIP-Limits, Flussoptimierung
- Kanban-Board aufsetzen: Spalten, Swimlanes, Karten
- Work-in-Progress-Limits definieren und deren Auswirkung messen
- Durchlaufzeiten und Zykluszeiten als Steuerungsindikatoren
- Eskalationspfade und Blockaden sichtbar machen
- Kanban in gemischten Teams mit Scrum kombinieren
Integrierte Praxis und Fallarbeit Alle drei Methodenbereiche werden in zusammenhängenden Aufgaben erprobt. Teilnehmende bearbeiten ein durchgängiges Fallprojekt, das klassische Planung, Scrum-Sprints und Kanban-Board-Einsatz kombiniert.
- Klassisches Projekt von der Initiierung bis zum Abschluss durchplanen
- Projektstrukturplan für ein reales Fallbeispiel erstellen
- Risikoregister mit Bewertungsmatrix anlegen und pflegen
- Product Backlog mit User Stories und Priorisierung aufbauen
- Sprint Planning simulieren und Aufgaben in den Sprint Backlog überführen
- Kanban-Board für ein laufendes Projekt aufsetzen und WIP-Limits setzen
- Velocity und Burndown-Chart interpretieren und für Planung nutzen
- Sprint Review und Dokumentation vorbereiten
- Stakeholder-Kommunikation in einem hybriden Projekt strukturieren
- Lessons Learned aus einem Projektverlauf ableiten und festhalten
- Methoden vergleichen: Wann Scrum, wann Kanban, wann klassisch?
- Abschlussdokumentation und Kompetenznachweise erstellen
Die Aufgaben sind auf typische Projektsituationen ausgerichtet, wie sie in IT-nahen, kaufmännischen und interdisziplinären Teams vorkommen. Ein besonderer Lerneffekt entsteht durch den Methodenvergleich: Teilnehmende erleben in der Praxis, wie sich ein Sprint-gesteuertes Scrum-Projekt von einem Kanban-gesteuerten Wartungs- oder Support-Team unterscheidet, und warum eine hybride Steuerung — klassischer Plan für den Gesamtrahmen, Scrum für Entwicklungszyklen, Kanban für laufende Betriebsaufgaben — in vielen realen Projekten die sinnvollste Lösung ist. Die Methodenkompetenz aus diesem Kurs ist direkt übertragbar: Wer versteht, wann welche Methode passt, entscheidet im Projektalltag klarer und überzeugender — gegenüber dem Team, gegenüber Führungskräften und gegenüber Auftraggebern, die oft selbst zwischen Methodenwelten navigieren.
Lernziele:
- Klassische Projektphasen und deren Aufgaben kennen und strukturieren
- Projektstrukturpläne, Milestones und Risikodokumente erstellen
- Das Scrum-Rahmenwerk mit seinen Rollen, Events und Artefakten anwenden
- Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Retrospektive durchführen
- Product Backlog und Sprint Backlog mit User Stories aufbauen und pflegen
- Kanban-Boards aufsetzen und Arbeitsfluss visualisieren
- Work-in-Progress-Limits definieren und deren Wirkung verstehen
- Engpässe im Kanban-System erkennen und beheben
- Scrum und Kanban situationsgerecht einsetzen und kombinieren
- Risiken in klassischen und agilen Projekten identifizieren und steuern
- Stakeholder und Kommunikationswege strukturiert planen
- Projektabschluss und Lessons Learned professionell dokumentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen ohne Vorkenntnisse in Projektmethoden, die eine solide methodische Basis aufbauen und sich für Projektverantwortung qualifizieren wollen.
- Quereinsteiger ins Projektmanagement mit Berufserfahrung in anderen Bereichen
- Fachkräfte, die regelmäßig in Projekten mitarbeiten und die Methodik besser verstehen wollen
- Koordinatoren und Sachbearbeiter, die Projektverantwortung übernehmen sollen
- Teamleiter, die ihre Führungsmethodik in Projektkontexten erweitern wollen
- Personen, die einen Einstieg in Scrum oder Kanban suchen
Für diesen Kurs werden keine spezifischen PM-Kenntnisse vorausgesetzt. Allgemeine Berufserfahrung und grundlegende Computerkenntnisse reichen aus. Der Kurs ist ausdrücklich als Einstieg konzipiert und startet mit den fundamentalen Begriffen und Konzepten des Projektmanagements.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist in drei aufeinander aufbauende Module gegliedert, die methodisch von klassisch nach agil verlaufen. Das Klassik-Modul arbeitet mit strukturierten Aufgaben und Dokumentationsübungen. Der Scrum-Teil kombiniert Theorie mit simulierten Sprint-Zyklen — inklusive Sprint Planning, täglichem kurzen Standup und Sprint Review. Das Kanban-Modul ist stark visualisierungsorientiert: Teilnehmende bauen Boards auf, setzen Limits und beobachten die Wirkung. Diskussionen zu Methodenwahl und Grenzsituationen sind fester Bestandteil aller Module.
Die Weiterbildung umfasst typischerweise einen Zeitraum von etwa drei Monaten. Die genaue Stundenanzahl hängt vom Format ab — Vollzeit und Teilzeit sind je nach Angebot möglich. Die Breite des Lernstoffs aus drei Methodenwelten erfordert ausreichend Übungs- und Vertiefungszeit.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die die Kompetenzen in klassischem Projektmanagement, Scrum und Kanban dokumentiert. Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat. Die Inhalte bereiten auf externe Zertifizierungsprüfungen wie PSM I (Professional Scrum Master) inhaltlich vor — diese Prüfungen werden separat bei den jeweiligen Zertifizierungsanbietern abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Klassisches Projektmanagement und agile Methoden werden in vielen Unternehmen nicht mehr getrennt betrachtet — hybride Ansätze sind die Norm. Wer nur eine Methode kennt, kann oft nur in einem bestimmten Kontext arbeiten. Diese Weiterbildung schafft von Beginn an methodische Breite: von der traditionellen Meilensteinplanung bis zum agilen Sprint-Zyklus und der visuellen Kanban-Steuerung. Besonders wertvoll ist das Verständnis der Unterschiede zwischen Scrum und Kanban: Nicht jede Aufgabe passt in einen Sprint, und nicht jedes Team braucht feste Iterationsrhythmen. Die Fähigkeit, situationsgerecht zwischen Methoden zu wechseln oder sie zu kombinieren, ist in modernen Projektumgebungen entscheidend. Der Kurs richtet sich bewusst an Einsteiger — der Aufbau ist schrittweise und verständlich. Nach Abschluss verfügen Teilnehmende über ein methodisches Fundament, das sowohl für klassisch geführte Projekte als auch für agile Teams einsetzbar ist. Das ist eine Grundlage, die in den meisten Projektumgebungen direkt anschlussfähig ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind die Grundlagen des klassischen Projektmanagements, die in diesem Kurs vermittelt werden?
Der Kurs behandelt Projektdefinition, Projektstrukturplan, Meilensteinplanung, Ressourcen- und Budgetplanung, Risikoanalyse und Stakeholder-Management. Diese Grundlagen gelten branchenübergreifend und sind die Basis für alle weiteren PM-Methoden.
Welche Unterschiede zwischen Scrum und Kanban werden im Kurs herausgearbeitet?
Scrum ist ein iteratives Rahmenwerk mit festen Rollen, Ereignissen und Artefakten — geprägt durch Sprints mit definierten Start- und Endpunkten. Kanban ist eine Flussmethode ohne feste Zeitboxen, die auf kontinuierliche Lieferung und Engpassbeseitigung ausgerichtet ist. Der Kurs erklärt, wann welcher Ansatz geeignet ist.
Für welche Branchen ist dieser Kurs relevant?
Projektmanagement-Methoden sind branchenübergreifend einsetzbar — vom IT-Projekt bis zum Marketing-Rollout oder Bauprojekt. Scrum und Kanban haben sich besonders in der Softwareentwicklung und in produktorientierten Teams etabliert, werden aber zunehmend auch in anderen Bereichen angewendet.
Wird eine offizielle Scrum- oder Kanban-Zertifizierung vorbereitet?
Der Kurs vermittelt die inhaltlichen Grundlagen für den Einstieg in offizielle Zertifizierungsprüfungen wie PSM I (Professional Scrum Master) oder ähnliche. Die externe Prüfungsablegung ist nicht Bestandteil des Kurses, sondern erfolgt separat bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen.
Wie viel Vorerfahrung ist für diesen Kurs notwendig?
Dieser Kurs ist ausdrücklich als Einstiegsformat konzipiert — spezifische PM-Vorkenntnisse sind nicht nötig. Allgemeine Berufserfahrung und grundlegende Computerkenntnisse reichen aus, um dem Kurs gut folgen zu können.
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