Überblick
IT-Infrastrukturen wachsen in Komplexität und Reichweite — und wer darin Projekte leitet, braucht mehr als Erfahrung: strukturierte Methoden für agiles wie klassisches Projektmanagement, fundiertes IT-Service-Wissen nach ITIL 4 und die technische Tiefe, um Windows Server Hybrid-Umgebungen zu administrieren. Diese Weiterbildung kombiniert genau diese Felder in einem modularen Programm, das auf die Rolle des Projektleiters im Infrastruktur- und Prozessoptimierungsbereich zugeschnitten ist.
Kursinhalte & Lernziele
ITIL 4 Foundation und Scrum Den Einstieg bildet die ITIL 4 Foundation, die das konzeptionelle Fundament für IT-Service-Management legt. Im Anschluss folgt das Scrum-Modul, das agile Projektsteuerung aus der Softwareentwicklung auf Infrastrukturprojekte überträgt.
- ITIL 4 Service Value System: Governance, Service Value Chain, Praktiken
- Sieben Leitprinzipien und vier Dimensionen des IT-Service-Managements
- Incident-, Problem- und Change Management als Kernpraktiken
- Scrum Framework nach dem Scrum Guide: Rollen, Events, Artefakte
- Product Backlog, Sprint Backlog und Definition of Done
- Scrum Foundation-Zertifizierung als Einstieg in agile Methodenkompetenz
Scrum Product Owner (inkl. Prüfung) Als Product Owner tragen Sie die Verantwortung für den Produktwert. Dieses Modul vertieft die Rolle und gibt Werkzeuge für den Alltag als PO in IT-Infrastrukturprojekten an die Hand.
- Product Vision und Roadmap: vom strategischen Ziel zum konkreten Backlog
- Backlog Refinement und Priorisierungstechniken (MoSCoW, Value vs. Effort)
- Stakeholder-Management aus der Product-Owner-Perspektive
- Akzeptanzkriterien und User Stories für Infrastruktur-Anforderungen formulieren
- Zusammenarbeit mit dem Scrum Master und dem Entwicklungsteam
- Vorbereitung auf die Scrum Product Owner-Zertifizierungsprüfung
CompTIA Cloud+ (Zertifizierung) Cloud+-Kenntnisse sind im Infrastrukturbereich heute unverzichtbar. Dieses Modul deckt hybride und Multi-Cloud-Umgebungen ab und bereitet auf die CompTIA Cloud+-Prüfung vor.
- Grundlagen von IaaS, PaaS und SaaS sowie deren Einsatzszenarien
- Virtualisierungskonzepte und Container-Grundlagen
- Netzwerkkonfiguration in Cloud-Umgebungen: VPN, Load Balancing, DNS
- Sicherheit in der Cloud: IAM, Verschlüsselung, Compliance
- Cloud-Migration, Deployment-Modelle und Betriebsmodelle
- Business Continuity und Disaster Recovery in hybriden Umgebungen
Windows Server Hybrid Core Infrastructure (AZ-800) und Advanced Services (AZ-801) Diese beiden Microsoft-Module decken die Administration hybrider Windows-Server-Umgebungen auf aktuellem Stand ab. AZ-800 legt die Grundlagen, AZ-801 vertieft komplexe Dienste.
- AZ-800: Active Directory Domain Services und Azure AD DS; DNS, DHCP und IPAM in hybriden Umgebungen
- AZ-800: Windows Server-Sicherheit, Hyper-V und Speicherlösungen
- AZ-800: Azure Arc, Azure Migrate und Azure File Sync für Hybrid-Infrastrukturen
- AZ-801: Hochverfügbarkeit und Failover-Cluster mit Windows Server
- AZ-801: Sicherheitsszenarien: Credential Guard, Windows Defender, Audit-Richtlinien
- AZ-801: Notfallwiederherstellung und Backup-Strategien in Hybrid-Umgebungen
Die technischen und methodischen Inhalte werden in praxisnahen Übungsszenarien zusammengeführt, die den Arbeitsalltag eines Projektleiters im Infrastrukturbereich widerspiegeln.
- Entwicklung eines Projektkonzepts für eine Infrastrukturmodernisierung unter ITIL-4-Rahmenbedingungen
- Agile Steuerung eines fiktiven Infrastrukturprojekts mit Scrum-Werkzeugen
- Product Backlog für ein Hybrid-Cloud-Migrationsprojekt erstellen und priorisieren
- Konfigurationsübungen in virtuellen Windows-Server-Labumgebungen
- Entwurf einer Hybrid-Netzwerktopologie mit Azure-Komponenten
- Sicherheitskonzept für eine hybride AD-Umgebung entwickeln
- Risikoanalyse eines Cloud-Migrationsprojekts nach CompTIA Cloud+-Methodik
- Change-Management-Konzept für eine Infrastrukturumstellung
- Stakeholder-Kommunikationsplan für ein agiles IT-Projekt
- Fallstudie: Prozessoptimierung im Rechenzentrumsbetrieb
- Bewertung bestehender IT-Prozesse nach ITIL 4 Continual Improvement
- Ergebnispräsentation gegenüber einem gemischten Fach-/Management-Publikum
Das Programm schließt die Lücke zwischen technischer Infrastrukturkompetenz und methodischer Projektsteuerung — ein Profil, das für Führungsrollen im IT-Infrastrukturbereich besonders relevant ist.
Lernziele:
- Sie planen und leiten eigenständig Projekte im Bereich IT-Infrastruktur und Prozessoptimierung.
- Sie kennen das ITIL 4 Service Value System und können es auf Infrastrukturprojekte anwenden.
- Sie beherrschen die Grundlagen von Scrum und können als Product Owner Produktvisionen formulieren und Backlogs pflegen.
- Sie setzen agile und klassische Projektmanagement-Methoden situationsgerecht ein.
- Sie kennen die Kernkonzepte des Cloud-Computings und erwerben prüfungsrelevantes Wissen für CompTIA Cloud+.
- Sie administrieren Hybrid-Infrastrukturen auf Basis von Windows Server (AZ-800) und beherrschen erweiterte Hybrid-Dienste (AZ-801).
- Sie erstellen Konzepte für kundenzentrierte Prozesse in Infrastrukturprojekten.
- Sie setzen Methoden des Change Managements und der digitalen Transformation in Projektvorhaben ein.
- Sie analysieren bestehende IT-Prozesse und identifizieren Optimierungspotenziale.
- Sie kommunizieren Projektziele und -ergebnisse gegenüber technischen und nichttechnischen Stakeholdern.
- Sie koordinieren Teams in Hybrid-Arbeitsumgebungen und setzen Kollaborations-Tools effektiv ein.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an IT-Fachkräfte und Berufserfahrene, die Projektverantwortung in Infrastrukturbereichen übernehmen wollen, sowie an Personen, die gezielt auf Rollen als Scrum Product Owner oder ITIL-4-zertifizierter IT-Projektleiter hinarbeiten. Folgende Profile profitieren besonders —
- IT-Administratoren und Systemtechniker, die in Projektleitungsrollen wechseln wollen,
- Projektmitarbeitende, die ihre formale Methodenkompetenz (Scrum, ITIL 4, Cloud+) ausbauen,
- Personen mit kaufmännischem oder IT-nahem Hintergrund, die hybride IT-Umgebungen verstehen wollen,
- Berufssuchende, die ein breites Zertifikatsportfolio für den IT-Infrastrukturbereich aufbauen.
Grundlegende Kenntnisse in IT-Systemen und Netzwerken sind für die technischen Module (AZ-800, AZ-801, CompTIA Cloud+) empfehlenswert. Für die Methodik-Module (ITIL 4, Scrum) genügt allgemeines IT-Verständnis. Die Weiterbildung ist nicht für absolute IT-Einsteiger ohne Vorerfahrung konzipiert — ein technischer oder kaufmännisch-technischer Berufsabschluss oder entsprechende Berufserfahrung erleichtern den Einstieg erheblich.
Ablauf & Abschluss
Das modulare Programm folgt dem Combined-Learning-Ansatz mit Vollzeit- und Teilzeitvarianten. Instruktions- und Übungsphasen wechseln sich ab. Die technischen Module (AZ-800, AZ-801, Cloud+) umfassen Hands-on-Labs in virtuellen Umgebungen. ITIL 4-Prüfungen werden über PeopleCert/Axelos abgenommen; Scrum-Zertifizierungen über den jeweiligen Prüfungsanbieter; CompTIA Cloud+ über ein akkreditiertes Testzentrum.
Die Gesamtdauer hängt von der Modulkombination ab. Eine vollständige Belegung aller Module ergibt ein umfangreiches Vollzeitprogramm von mehreren Monaten. Einzelne Module können in Abhängigkeit von Vorkenntnissen ausgelassen oder durch weitere Themen ergänzt werden.
Absolventen erwerben je nach Modulauswahl: ITIL 4 Foundation (Axelos/PeopleCert), Scrum Foundation, Scrum Product Owner-Zertifikat, CompTIA Cloud+ sowie die Microsoft-Abschlüsse AZ-800 und AZ-801. Der Träger stellt zusätzlich ein Lehrgangszertifikat aus. Die Herstellerzertifikate werden von den jeweiligen Zertifizierungsstellen ausgestellt und sind international anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
IT-Infrastrukturprojekte werden immer komplexer: hybride Architekturen, agile Steuerungsmethoden und ITIL-basiertes Service-Management müssen zusammenspielen. Wer alle drei Ebenen beherrscht — technische Administration, agile Methodik und ITIL 4 — ist in der Lage, Projekte mit voller Bandbreite zu verantworten, ohne bei jeder Detailfrage auf Spezialisten angewiesen zu sein. Das breite Zertifikatsportfolio — von CompTIA über Microsoft bis zu Axelos und Scrum — ist in Stellenausschreibungen für Projektleiter im IT-Infrastrukturbereich zunehmend Standard. Wer mehrere Zertifikate nachweisen kann, zeigt nicht nur Kenntnisse in Einzelbereichen, sondern auch die Fähigkeit, methodisch strukturiert an komplexe Lernziele heranzugehen — eine Qualität, die Arbeitgeber schätzen. Langfristig öffnet dieses Profil Türen in Richtung IT-Projektleitung, Infrastrukturarchitektur oder Scrum-basiertes IT-Management. Die Kombination aus Scrum Product Owner und ITIL 4 macht Absolventen besonders interessant für Unternehmen, die agile und klassische Methoden im IT-Betrieb kombinieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate kann ich mit diesem Kurs erwerben?
Je nach gewähltem Modulpaket erwerben Sie ITIL 4 Foundation (Axelos/PeopleCert), Scrum Foundation, Scrum Product Owner-Zertifikat, CompTIA Cloud+ sowie die Microsoft-Abschlüsse AZ-800 und AZ-801. Zusätzlich erhalten Sie ein Lehrgangszertifikat des Trägers.
Brauche ich Vorkenntnisse in ITIL oder Scrum?
Nein. Beide Module beginnen auf Foundation-Ebene und erfordern keine Vorkenntnisse im jeweiligen Framework. Allgemeines IT-Verständnis ist jedoch von Vorteil, um den Stoff schneller einordnen zu können.
Was decken die Module AZ-800 und AZ-801 ab?
AZ-800 (Administering Windows Server Hybrid Core Infrastructure) umfasst Active Directory, DNS, Hyper-V und Azure-Integrationsdienste. AZ-801 (Configuring Windows Server Hybrid Advanced Services) vertieft Hochverfügbarkeit, Sicherheitsarchitekturen und Disaster Recovery in hybriden Umgebungen.
Ist der Kurs auch in Teilzeit möglich?
Ja, Teilzeit-Varianten sind möglich. Der genaue Zeitplan und die Modulkombination können auf die individuellen Vorkenntnisse und die verfügbare Lernzeit abgestimmt werden.
Für wen ist dieser Kurs nicht geeignet?
Der Kurs ist nicht für absolute IT-Einsteiger ohne technische Vorerfahrung konzipiert. Die technischen Module (AZ-800, AZ-801, CompTIA Cloud+) setzen ein Grundverständnis für IT-Systeme und Netzwerke voraus. Personen ohne jeden IT-Hintergrund sollten zunächst eine grundlegende IT-Qualifizierung absolvieren.
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