Überblick
Wer Prozesse in digital transformierten Organisationen analysieren, gestalten und kontinuierlich verbessern will, braucht ein breites Methodenrepertoire — von Design Thinking über Change-Architekturen bis hin zu schlanken Produktionssystemen. Diese Weiterbildung bündelt drei eng aufeinander abgestimmte Themenfelder und befähigt Teilnehmende dazu, die Steuerungsaufgaben eines Prozessmanagers in digitalen Umgebungen eigenverantwortlich zu übernehmen. Der Kurs schließt mit einem Trägerzertifikat und einer Six Sigma White Belt Zertifizierung ab.
Kursinhalte & Lernziele
Digitales Innovationsmanagement und Design Thinking (ca. 4 Wochen) Das erste Modul stellt Innovationsmanagement und Design Thinking in den Mittelpunkt. Teilnehmende lernen, wie Organisationen systematisch Ideen generieren, bewerten und in marktfähige Produkte oder Dienstleistungen überführen. Die Verbindung zwischen langfristiger Innovationsstrategie und konkreten Kreativitätstechniken bildet den Kern dieses Abschnitts.
- Strategien und Instrumente der Innovationsplanung im digitalen Kontext
- Methoden zur Ideengenerierung: Design Thinking, Brainstorming, Analogietransfer
- Prototyping und Nutzerzentrierung als Grundlage digitaler Produktentwicklung
- Management und Controlling komplexer Innovationsprojekte
- Entwicklung und Bewertung digitaler Geschäftsmodelle
- Maßnahmen zur langfristigen Sicherung organisationaler Innovationsfähigkeit
Change Management (ca. 4 Wochen) Im zweiten Modul steht die Gestaltung organisationaler Veränderungsprozesse im Vordergrund. Digitale Transformation gelingt nicht durch Technik allein — sie erfordert, dass Menschen mitgenommen werden. Teilnehmende lernen, die rationalen wie emotionalen Phasen von Veränderungen zu verstehen und aktiv zu begleiten.
- Rationale und emotionale Phasen in Veränderungsprozessen nach Kotter, Lewin und weiteren Modellen
- Erfolgsfaktoren und kritische Risiken im Change Management
- Planung und Sequenzierung von Veränderungsinitiativen
- Kommunikationsarchitektur in Transformationsprojekten
- Analyse- und Prozessmanagement-Tools für Change-Vorhaben
- Implementierung und Stabilisierung nach abgeschlossener Veränderung
Lean Management und Six Sigma White Belt (ca. 4 Wochen) Das dritte Modul führt in Lean Management und Six Sigma ein. Lean-Prinzipien zielen darauf ab, Prozesse von nicht-wertschöpfenden Anteilen zu befreien und Durchlaufzeiten zu verkürzen. Der enthaltene Six Sigma White Belt vermittelt die grundlegenden Begriffe und Konzepte des datengestützten Qualitätsmanagements.
- Grundkonzepte und Ursprünge des Lean-Denkens (Toyota Production System)
- Kaizen-Ansatz und kontinuierliche Verbesserung im Alltag
- Lean Production und Lean Administration — Unterschiede und Übertragbarkeit
- Push- und Pull-Systeme, Kanban-Karten und Just-in-Time-Logik
- Sieben Verschwendungsarten (Muda) erkennen und systematisch beseitigen
- Six Sigma White Belt: DMAIC-Zyklus, Prozesskennzahlen und Basisstatistik
Über alle drei Module hinweg wird theoretisches Wissen mit praktischen Anwendungsbeispielen verbunden. Typische Aufgabenstellungen aus dem Berufsalltag eines Prozessmanagers bilden den Rahmen für die Übungen.
- Prozessanalyse und Dokumentation mit gängigen Mapping-Methoden (z. B. BPMN-Notation)
- Wertstromanalyse zur Identifikation von Engpässen und Optimierungspotenzialen
- Entwicklung eines schlanken Soll-Prozesses ausgehend vom Ist-Zustand
- Gestaltung eines Change-Plans für ein fiktives Digitalisierungsvorhaben
- Moderationsübungen zu Innovation-Workshops und Retrospektiven
- Einsatz von Analysetools zur Ursachenermittlung (Fishbone, 5-Why)
- Bewertung und Priorisierung von Innovationsideen mit strukturierten Scoring-Modellen
- Erstellung eines Implementierungskonzepts für eine Lean-Maßnahme
- Auseinandersetzung mit realen Fallstudien aus Produktion und Dienstleistung
- Diskussion von Transformationshemmnissen und möglichen Gegenmaßnahmen
- Auswertung von Prozesskennzahlen und Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen
- Präsentation von Arbeitsergebnissen und kritische Peer-Diskussion
Die Inhalte bauen logisch aufeinander auf: Innovationsmanagement schafft das strategische Fundament, Change Management adressiert die menschliche Seite, und Lean/Six Sigma liefert die operativen Werkzeuge für die kontinuierliche Prozessverbesserung. Der Kurs wird im Combined-Learning-Format in Vollzeit durchgeführt. Online- und Präsenzphasen wechseln sich ab, sodass selbstgesteuertes Arbeiten mit tutoriell begleiteten Lernphasen kombiniert wird.
Lernziele:
- Sie verstehen, wie digitale Transformation Geschäftsprozesse grundlegend verändert und welche Konsequenzen das für das Prozessmanagement hat.
- Sie kennen die wichtigsten Methoden der Innovationsplanung und können diese gezielt auf komplexe Projektsituationen anwenden.
- Sie beherrschen den Design-Thinking-Ansatz und setzen ihn ein, um kundenorientierte Lösungen zu entwickeln und zu erproben.
- Sie analysieren organisationale Veränderungsprozesse mit Hilfe anerkannter Change-Management-Modelle.
- Sie planen und begleiten Change-Projekte von der Initiierung bis zur nachhaltigen Implementierung.
- Sie kennen die Grundprinzipien des Lean Managements und können Verschwendungsarten in Prozessen identifizieren und beseitigen.
- Sie wenden den Kaizen-Ansatz auf reale betriebliche Problemstellungen an.
- Sie unterscheiden Push- und Pull-Systeme und wählen situationsgerecht die passende Steuerungslogik.
- Sie kennen den Six Sigma White Belt-Standard und verstehen, wie statistische Prozessoptimierung in Lean-Umgebungen eingebettet wird.
- Sie nutzen ausgewählte Prozessmanagement-Tools zur Analyse und Dokumentation von Abläufen.
- Sie entwickeln und bewerten digitale Geschäftsmodelle und können deren Innovationspotenzial einschätzen.
- Sie tragen Verantwortung für die langfristige Innovationsfähigkeit einer Organisation und sichern diese methodisch ab.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Berufstätige und Berufssuchende, die eine strukturierte Qualifizierung im Bereich Prozessmanagement und digitale Transformation anstreben. Der Kurs eignet sich besonders für folgende Personengruppen —
- bereits erste Erfahrungen im kaufmännischen oder technischen Umfeld gesammelt haben und eine methodische Vertiefung suchen,
- in Unternehmen tätig sind, die sich in digitalen Wandlungsprozessen befinden, und dabei Verantwortung für Prozesse übernehmen wollen,
- einen beruflichen Aufstieg in Richtung Prozessmanagement, Change Management oder Lean-Koordination planen,
- die Six Sigma White Belt Zertifizierung als Einstieg in qualitätsorientierte Prozessoptimierung anstreben,
- branchenunabhängig und flexibel einsetzbar sein wollen, da Prozessmanagement-Kompetenzen in Industrie, Dienstleistung und öffentlicher Verwaltung gleichermaßen gefragt sind.
Für die Teilnahme werden Deutschkenntnisse in Wort und Schrift vorausgesetzt, da alle Lernmaterialien und Kommunikation auf Deutsch stattfinden. Einschlägige Berufserfahrung oder ein abgeschlossener Berufsabschluss sind von Vorteil, jedoch keine zwingende Voraussetzung. Grundlegende PC-Kenntnisse (E-Mail, Textverarbeitung, Tabellenkalkulaton) erleichtern den Einstieg erheblich. Spezifische Vorkenntnisse in Prozessmanagement oder Lean sind nicht erforderlich — der Kurs beginnt mit den methodischen Grundlagen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs folgt dem Combined-Learning-Modell und verbindet synchrone Online-Unterrichtseinheiten mit asynchronen Selbstlernphasen. In den begleiteten Phasen werden Konzepte eingeführt und Fragen geklärt; in den Selbstlernphasen vertiefen Teilnehmende den Stoff anhand von Aufgaben, Fallstudien und Übungsmaterialien. Die Inhalte werden in Vollzeit absolviert. Technische Voraussetzung ist ein internetfähiger Computer mit Headset sowie eine stabile Breitbandverbindung.
Die Gesamtdauer beträgt mehr als einen Monat und bis zu drei Monate Vollzeit. Die drei inhaltlichen Module von jeweils etwa vier Wochen folgen aufeinander und decken die Bereiche Innovationsmanagement, Change Management und Lean/Six Sigma vollständig ab. Die exakte Terminplanung richtet sich nach dem gewählten Startzeitpunkt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Trägerzertifikat mit der Bezeichnung „Prozessmanager — Digitale Transformation". Zusätzlich wird im dritten Modul die Six Sigma White Belt Zertifizierung erworben, die den Einstieg in das Six Sigma Framework dokumentiert. Das Trägerzertifikat ist kein staatlich anerkannter Abschluss, aber ein anerkannter Beleg für die erworbenen Kompetenzen gegenüber Arbeitgebern.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus Innovationsmanagement, Change Management und Lean Six Sigma ist bewusst so gewählt, dass Absolventen den gesamten Lebenszyklus eines Transformationsprojekts abdecken können — von der Idee über die Veränderungsbegleitung bis zur operativen Prozessoptimierung. Das ist ein Qualifikationsprofil, das in Stellenanzeigen für Prozessmanager in digitalisierten Unternehmen regelmäßig gesucht wird. Die Six Sigma White Belt Zertifizierung liefert einen zusätzlichen, international verbreiteten Nachweis für Qualitätsbewusstsein und datengestütztes Denken. Auch wenn White Belt der Einstiegslevel ist, wird damit signalisiert, dass Prozessverbesserung nicht auf Intuition, sondern auf messbaren Kennzahlen basiert — ein entscheidender Unterschied im beruflichen Alltag. Wer diese Weiterbildung abschließt, ist in der Lage, in mittleren und größeren Unternehmen aller Branchen als Schnittstelle zwischen strategischer Digitalisierung und operativer Prozessgestaltung zu wirken. Das macht den Kurs besonders wertvoll für alle, die nicht nur ausführend, sondern gestaltend in Transformationsprozessen tätig sein wollen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate erhalte ich nach dem Kurs?
Sie erhalten ein Trägerzertifikat mit der Bezeichnung „Prozessmanager — Digitale Transformation" sowie die Six Sigma White Belt Zertifizierung. Das Trägerzertifikat ist kein staatlich anerkannter Abschluss, dokumentiert jedoch Ihre erworbenen Kompetenzen gegenüber Arbeitgebern.
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Berufstätige und Berufssuchende mit kaufmännischem oder technischem Hintergrund, die Verantwortung für Prozesse in digitalisierten Unternehmen übernehmen wollen. Fachliche Vorkenntnisse in Prozessmanagement oder Lean sind nicht erforderlich.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Die Weiterbildung umfasst drei aufeinanderfolgende Module von je ca. vier Wochen und wird in Vollzeit absolviert. Die Gesamtdauer beträgt in der Regel mehr als einen Monat und bis zu drei Monate.
Was ist der Six Sigma White Belt?
Der Six Sigma White Belt ist die Einsteigerstufe des Six Sigma Frameworks. Er vermittelt grundlegende Begriffe, den DMAIC-Zyklus und elementare Prozesskennzahlen. Er zeigt Arbeitgebern, dass Sie datengestütztes Qualitätsmanagement prinzipiell beherrschen und in ein größeres Six-Sigma-Team eingebunden werden können.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und verbindet betreute Online-Unterrichtseinheiten mit eigenverantwortlichen Selbstlernphasen. Er wird in Vollzeit durchgeführt. Ein internetfähiger Computer sowie eine stabile Breitbandverbindung sind technische Voraussetzung.
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