Überblick
Schlanke Prozesse sind kein Zufall und keine Frage der Unternehmensgröße — sie entstehen durch systematische Analyse, konsequente Beseitigung von Verschwendung und eine Unternehmenskultur, die kontinuierliche Verbesserung als Dauerprinzip versteht. Lean Management liefert dafür das konzeptionelle Gerüst, Six Sigma die methodische Präzision. Diese Weiterbildung verbindet beide Welten: Teilnehmende erwerben das theoretische Fundament und die praktischen Werkzeuge, um Prozesse zu analysieren, zu visualisieren und nachhaltig zu optimieren — und schließen mit der offiziellen Six Sigma White Belt Zertifizierung ab.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Geschichte und Grundlagen des Lean Managements Lean hat Wurzeln, die tiefer reichen als oft angenommen. Wer die historische Entwicklung kennt — vom Toyota Production System über die Lean-Bewegung der 1990er Jahre bis zur heutigen Lean Administration — versteht, warum bestimmte Prinzipien funktionieren und andere gescheitert sind. Dieser Block legt das konzeptionelle Fundament für alle folgenden Themen.
- Entstehung und Entwicklung des Lean-Gedankens
- Toyota Production System als Ursprungsmodell
- Lean-Prinzipien: Kundenwert, Wertstrom, Fluss, Pull, Perfektion
- Lean Production vs. Lean Administration: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- Typische Fehler bei der Lean-Einführung und wie man sie vermeidet
- Überblick über verwandte Managementkonzepte (TPS, Kaizen, Six Sigma)
Modul 2 — Verschwendung und Prozessvisualisierung Die Fähigkeit, Verschwendung zu sehen, ist der erste Schritt zur Verbesserung. Dieser Block trainiert genau das: das systematische Erkennen von Abläufen, die keinen Wert schaffen, und deren Darstellung in Werkzeugen, die Verbesserungspotenziale auf einen Blick sichtbar machen.
- Die sieben Verschwendungsarten (Muda) und ihre Erscheinungsformen in der Praxis
- Wertstromanalyse: Methodik und Anwendung
- Prozessvisualisierung und Flussdiagramme
- 5S-Methode: Ordnung und Standardisierung am Arbeitsplatz
- Kennzahlen zur Messung von Prozesseffizienz (OEE, Durchlaufzeit, Bestandsniveaus)
- Priorisierung von Verbesserungspotenzialen
Modul 3 — Lean-Methoden und Systeme Mit dem Grundverständnis ausgestattet, geht es in diesem Block an die konkrete Methodenwelt des Lean Managements. Teilnehmende erarbeiten, wie Pull-Systeme aufgebaut werden, wie Lean Line Design in der Praxis funktioniert und welche kampagnenorientierten Steuerungsinstrumente bei Roll-outs zum Einsatz kommen.
- Kanban: Grundprinzip, Ausgestaltung, Einführung
- Push- und Pull-Systeme im Vergleich
- Lean Line Design: Taktzeit, Arbeitsverteilung, Layoutplanung
- Kaizen-Workshops strukturieren und leiten
- Kampagnenorientierte Steuerungsinstrumente und Visualisierungsboards
- Lean Roll-Outs planen und schrittweise umsetzen
Modul 4 — Change Management und Lean-Kultur Lean scheitert selten an der Methodik — es scheitert an der Organisation. Wer Veränderungen initiiert und durch Widerstände führen muss, braucht mehr als Prozesskenntnisse. Dieser Block befasst sich mit der menschlichen Seite von Lean: Wie entsteht eine kontinuierliche Verbesserungskultur, wie kommuniziert man Veränderungen überzeugend, wie führt man Teams in Wandelprozessen?
- Führen in Change-Prozessen: Rollen, Widerstände, Kommunikation
- Kommunikationsstrategie für Lean-Einführungen entwickeln
- Lean-Kultur aufbauen: Werte, Routinen, Führungsverhalten
- Einbeziehung von Mitarbeitenden in Verbesserungsprozesse
- Nachhaltigkeit von Lean-Verbesserungen sichern
- Häufige Rückfälle in alte Muster erkennen und gegensteuern
Praxisblock — Anwendung, Six Sigma und Abschluss In diesem abschließenden Block werden Lean-Methoden auf realistische Fallszenarien angewendet, Six Sigma White Belt Grundlagen erarbeitet und alles in einer Abschlusspräsentation zusammengeführt.
- Analyse eines realistischen Fallbeispiels mit mehreren Lean-Werkzeugen kombiniert
- Wertstromkarte für einen typischen Unternehmensprozess erstellen und auswerten
- Konzeptentwicklung für eine strukturierte Lean-Einführung in einem definierten Bereich
- Six Sigma White Belt: Grundlagen statistischer Prozesskontrolle und DMAIC-Zyklus
- Six Sigma im Zusammenspiel mit Lean: Synergien, Überschneidungen und Abgrenzungen
- Kennzahlen-Dashboard für ein Lean-Projekt entwerfen und interpretieren
- Gemeinsame Auswertung von Fallbeispielen aus realen Lean-Roll-outs
- Abschlusspräsentation eigener Prozessverbesserungskonzepte mit methodischer Begründung
- Gruppenauswertung und Diskussion unterschiedlicher Lösungsansätze
- Six Sigma White Belt Zertifizierungsprüfung
Lernziele:
- Geschichte und Entwicklung des Lean-Gedankens von der Toyota-Produktion bis zur modernen Lean Administration verstehen
- Kernprinzipien und Konzepte des Lean Managements auf industrielle und administrative Prozesse anwenden
- Verschwendungsarten systematisch identifizieren und priorisiert angehen
- Wertstromanalyse und Prozessvisualisierung als zentrale Analyseinstrumente einsetzen
- Kaizen-Philosophie und kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Organisationen verankern
- Push- und Pull-Systeme konzipieren und deren Einsatzbedingungen beurteilen
- Lean-Methoden wie 5S, Kanban und Lean Line Design anwenden
- Change-Prozesse kommunikativ und strukturell führen
- Lean-Kennzahlen definieren, erheben und zur Steuerung nutzen
- Lean-Kultur im Team und in der Organisation etablieren
- Six Sigma White Belt Prüfung erfolgreich ablegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die in ihrer Tätigkeit mit Prozessoptimierung in Berührung kommen — und an Personen, die gezielt in dieses Berufsfeld einsteigen wollen. Die folgenden Profile passen besonders gut.
- Sachbearbeiter und Koordinatoren aus Produktion, Logistik oder Verwaltung mit Interesse an Prozessarbeit
- Fachkräfte, die in Lean-Projekten mitarbeiten oder diese eigenständig leiten wollen
- Personen, die eine Qualifizierung als Prozessmanager oder Lean-Spezialist anstreben
- Führungskräfte, die Lean-Prinzipien in ihren Verantwortungsbereich einführen wollen
Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Hochschulabschluss wird erwartet. Auch Personen mit abgebrochenem Hochschulstudium können teilnehmen. Grundlegende PC-Kenntnisse sind erforderlich. Deutschkenntnisse in Wort und Schrift setzen alle Unterrichtsmaterialien und Gruppenarbeiten voraus. Inhaltliche Vorkenntnisse im Bereich Lean oder Six Sigma sind keine Bedingung — der Kurs beginnt konzeptionell von Grund auf.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs läuft im Combined-Learning-Format und verbindet angeleitete Lerneinheiten mit praktischer Fallarbeit. Lean-Werkzeuge werden nicht nur erklärt, sondern direkt auf Fallbeispiele angewendet — Wertstromkarten entstehen in Gruppenarbeit, Lean-Konzepte werden präsentiert und besprochen. Dieser wechselseitige Ansatz aus Konzept und Anwendung bereitet auf reale Einsatzszenarien vor und stärkt die Transferkompetenz.
Die Weiterbildung wird als Vollzeitkurs angeboten. Genaue Termindaten und Gesamtdauer sind bei den anbietenden Einrichtungen erhältlich.
Teilnehmende erwerben am Ende der Weiterbildung zwei Zertifikate: das Six Sigma White Belt Zertifikat, das nach bestandener Prüfung von der zuständigen Zertifizierungsstelle ausgestellt wird, sowie ein trägerinternes Zertifikat mit der vollständigen Kursbezeichnung. Das Six Sigma White Belt ist ein international anerkannter Einstiegsnachweis in die Six-Sigma-Methodenwelt.
Nutzen & Perspektiven
Lean Management ist in vielen Unternehmen längst kein Nischenthema mehr — von der Automobilindustrie über die Logistik bis hin zu Verwaltungen und Gesundheitseinrichtungen werden Lean-Prinzipien eingesetzt, um Abläufe zu vereinfachen und Ressourcen zu schonen. Wer diese Methoden beherrscht, bringt einen Werkzeugkasten mit, der branchenübergreifend nachgefragt wird. Die Kombination aus Lean Management und Six Sigma White Belt ist besonders stark: Lean liefert die Prinzipien und die Kultur des kontinuierlichen Verbesserns, Six Sigma ergänzt mit statistisch fundierter Fehleranalyse. Wer beide Perspektiven versteht, kann Prozessprobleme sowohl intuitiv als auch datengestützt angehen — und ist damit in der Lage, Verbesserungsprojekte von der Diagnose bis zur Umsetzung zu begleiten. Nicht zuletzt trägt das Six Sigma White Belt Zertifikat zu einem verifizierbaren Qualifikationsprofil bei, das auf Stellenausschreibungen für Prozess- und Qualitätsrollen einen messbaren Unterschied machen kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was genau ist das Six Sigma White Belt und was berechtigt es mich zu tun?
Der Six Sigma White Belt ist der Einsteiger-Level der Six-Sigma-Qualifizierungsskala. Er belegt grundlegendes Verständnis der DMAIC-Methodik und statistischer Prozesskontrolle. Im Berufsleben ermöglicht er, in Six-Sigma-Projekten als Teammitglied mitzuwirken und die Sprache und Logik von Prozessverbesserungsteams zu verstehen.
Kann ich den Kurs auch ohne Lean-Vorkenntnisse beginnen?
Ja. Der Kurs beginnt mit den Grundlagen des Lean-Gedankens und führt alle relevanten Konzepte schrittweise ein. Keine Vorkenntnisse in Lean Management oder Six Sigma sind erforderlich.
Welche Zertifikate erhalte ich nach dem Kursabschluss?
Teilnehmende erwerben das Six Sigma White Belt Zertifikat nach bestandener Prüfung sowie ein trägerinternes Zertifikat mit der vollständigen Kursbezeichnung. Das White Belt ist international anerkannt.
Gilt Lean Management nur für die Produktion?
Nein. Lean-Prinzipien werden heute breit eingesetzt — in Logistik, Verwaltung, Gesundheitswesen, IT und Dienstleistungsunternehmen. Der Kurs behandelt explizit sowohl Lean Production als auch Lean Administration.
Wie ist der Kurs strukturiert und in welchem Format findet er statt?
Der Kurs läuft in Vollzeit im Combined-Learning-Format. Er verbindet betreute Unterrichtsphasen mit praktischer Fallarbeit und schließt mit einer Abschlusspräsentation sowie der Six Sigma White Belt Prüfung ab.
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