Überblick
Python hat sich zu einer der gefragtesten Programmiersprachen weltweit entwickelt und ist aus der modernen Softwarelandschaft nicht mehr wegzudenken. Dieser Aufbaukurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die bereits objektorientiert in Python programmieren können und nun den nächsten Schritt machen wollen: die Entwicklung vollständiger, praxisnah einsetzbarer Anwendungen. Sie lernen, grafische Benutzeroberflächen zu gestalten, Datenbanken über Python anzusprechen, Netzwerkkommunikation zu implementieren und eigene REST-APIs sowie Web-Backends zu entwickeln. Am Ende des Kurses sind Sie in der Lage, Python-Anwendungen zu bauen, die nicht mehr nur auf der Kommandozeile laufen, sondern mit Nutzern, Datenbanken und externen Diensten interagieren.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grafische Benutzeroberflächen mit Python Eine intuitive Benutzeroberfläche ist für viele Anwendungen die entscheidende Schnittstelle zwischen Programm und Anwender. In diesem Modul erarbeiten Sie die Grundprinzipien der GUI-Programmierung mit Python und lernen, wie Sie aus dem Quellcode heraus vollständige Fensteranwendungen aufbauen. Dabei steht nicht nur die technische Umsetzung im Vordergrund, sondern auch die sinnvolle Strukturierung von Oberflächen.
- Grundkonzept GUI-Programmierung: Ereignisschleife, Callback-Funktionen und Widget-Hierarchie
- Hauptfenster, Rahmen und Dialoge erstellen und konfigurieren
- Eingabefelder, Schaltflächen, Checkboxen, Auswahlmenüs und Listenfelder einsetzen
- Layout-Manager für responsive Fenstergestaltung verwenden
- Canvas-Zeichenmethoden für grafische Ausgaben und einfache Visualisierungen
- Menüleisten, Symbolleisten und Statuszeilen in Desktop-Anwendungen integrieren
Modul 2 — Datenbankanbindung und persistente Datenspeicherung Professionelle Anwendungen verwalten Daten dauerhaft — sei es in relationalen Datenbanken oder in lokalen Datenbankdateien. In diesem Modul lernen Sie, wie Python-Anwendungen mit Datenbanken kommunizieren, SQL-Abfragen absetzen und Ergebnisse verarbeiten. Der Fokus liegt auf sauberem Datenbankcode, der robust gegenüber Fehlern und Ausnahmen ist.
- Datenbankverbindungen mit Python-Datenbankmodulen herstellen und verwalten
- SQL-Abfragen (SELECT, INSERT, UPDATE, DELETE) aus Python heraus ausführen
- Parametrisierte Abfragen zum Schutz vor SQL-Injection einsetzen
- Transaktionen starten, committen und bei Fehlern zurückrollen
- Cursor-Objekte und Ergebnismengen effizient verarbeiten
- Datenbankmodelle in Python-Klassen abbilden und Daten objektorientiert handhaben
Modul 3 — Netzwerkprogrammierung und Client-Server-Architekturen Moderne Anwendungen sind selten isoliert — sie kommunizieren mit Servern, anderen Diensten oder Clients. In diesem Modul erschließen Sie die Grundlagen der Netzwerkprogrammierung mit Python: von der Socket-Kommunikation über einfache Protokolle bis hin zu vollständigen Client-Server-Anwendungen. Sie verstehen, wie Daten über Netzwerke ausgetauscht werden und wie Sie eigene Kommunikationslogik implementieren.
- TCP- und UDP-Sockets erstellen und konfigurieren
- Datenaustausch zwischen Client und Server implementieren
- Verbindungsmanagement, Timeouts und Fehlerbehandlung in Netzwerkanwendungen
- Mehrere Verbindungen gleichzeitig handhaben
- Einfache Protokolle definieren und umsetzen
- Netzwerkanwendungen testen und debuggen
Modul 4 — Web-Backend und REST-APIs mit Python Das Web ist die wichtigste Plattform für verteilte Anwendungen. In diesem Modul steigen Sie in die Python-Webentwicklung ein: Sie lernen Backend-Frameworks kennen, entwickeln eigene HTTP-Endpunkte und bauen vollständige REST-APIs, die von anderen Anwendungen konsumiert werden können. Damit werden Ihre Python-Programme zu Diensten, die in modernen Systemlandschaften integriert werden können.
- Grundkonzepte von HTTP-Kommunikation, Statuscodes und Methoden (GET, POST, PUT, DELETE)
- Python-Backend-Framework einrichten und erste Routen definieren
- Request-Objekte verarbeiten und Response-Objekte strukturieren
- JSON-Daten senden und empfangen
- Einfache Authentifizierungsmechanismen für APIs implementieren
- REST-API mit Tools testen und dokumentieren
Praxis-Block — Vollständige Python-Anwendung entwickeln Im abschließenden Praxis-Block entwickeln Sie eine vollständige Anwendung, die mehrere der gelernten Techniken kombiniert — etwa eine Desktop-Anwendung mit GUI, die auf eine Datenbank zugreift und Daten über eine REST-API bereitstellt. Sie durchlaufen dabei alle Phasen eines echten Entwicklungsprojekts.
- Anforderungen analysieren und Systemarchitektur entwerfen
- Projektstruktur anlegen und Abhängigkeiten mit pip verwalten
- Datenbankschema entwerfen und Python-Datenbankcode implementieren
- GUI-Komponenten entwickeln und mit der Anwendungslogik verknüpfen
- REST-API-Endpunkte implementieren und testen
- Fehlerbehandlung und Logging in der gesamten Anwendung aufbauen
- Netzwerkkommunikation integrieren und testen
- Anwendung modular strukturieren und Codeduplizierung vermeiden
- Deployment-Grundlagen: Anwendung für den Einsatz auf einem Server vorbereiten
- Code-Review und Refactoring — Qualität und Lesbarkeit des eigenen Codes verbessern
- Dokumentation der Anwendung für andere Entwickler schreiben
- Abschlusspräsentation der fertigen Anwendung mit Systemüberblick
Lehrende begleiten die Entwicklungsarbeit mit regelmäßigem Feedback, Code-Reviews und gezielten Impulsen. Praktische Aufgaben und kleinere Übungsprojekte in den einzelnen Modulen stellen sicher, dass neue Konzepte direkt angewendet und verinnerlicht werden, bevor das nächste Thema beginnt.
Lernziele:
- Grafische Benutzeroberflächen (GUIs) mit Python-Bibliotheken aufbauen und strukturieren
- Fenster, Dialoge, Menüs und interaktive Widgets implementieren
- Eigene Zeichenoperationen und grafische Elemente innerhalb von GUI-Anwendungen realisieren
- Datenbankverbindungen aus Python heraus aufbauen und SQL-Abfragen über Python-Schnittstellen ausführen
- Transaktionen, Fehlerbehandlung und Verbindungsmanagement in datenbankgestützten Anwendungen umsetzen
- Netzwerkkommunikation mit Sockets programmieren und einfache Client-Server-Architekturen entwickeln
- Grundlegende Web-Backend-Strukturen mit Python-Frameworks aufbauen
- REST-APIs entwerfen, implementieren und mit Testtools überprüfen
- Serverseitige Logik von clientseitiger Darstellung trennen und modulare Architekturen anlegen
- Fehler und Ausnahmen in komplexen, mehrstufigen Anwendungen systematisch behandeln
- Entwicklungsumgebungen, Paketverwaltung und Projektstrukturierung für professionelle Python-Projekte einrichten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich ausschließlich an Personen mit vorhandenen Python-Kenntnissen in der objektorientierten Programmierung. Er ist als Aufbaukurs konzipiert und setzt Grundlagenwissen voraus, das im Einstiegskurs oder durch vergleichbare Vorerfahrung erworben wurde.
- Python-Entwickler, die ihre Kenntnisse auf Anwendungsebene vertiefen wollen
- Personen, die Python bislang nur für Datenanalyse oder Scripting genutzt haben und nun Applikationen bauen möchten
- Informatiker und Softwareentwickler, die Python als zusätzliche Sprache für Anwendungsentwicklung erlernen
- Berufseinsteiger in der IT, die nach einem Python-Grundlagenkurs den nächsten Schritt machen
- IT-Fachkräfte, die Python in professionellen Projekten mit GUI, Datenbank oder Web-Backend einsetzen wollen
Teilnehmende benötigen fundierte Kenntnisse in der objektorientierten Programmierung mit Python sowie gute Grundlagenkenntnisse in der Softwareentwicklung allgemein. Erfahrungen mit der Datenbanksprache SQL sind vorausgesetzt, da der Kurs auf diesen Kenntnissen aufbaut und sie in den Python-Kontext überträgt. Gute Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sind erforderlich; Englischkenntnisse auf B2-Niveau werden ebenfalls benötigt, da Teile der verwendeten Dokumentationen und Tools auf Englisch verfasst sind. Eine hohe IT-Affinität sowie sichere PC-Kenntnisse und der routinierte Umgang mit Dateisystemen und Windows sind ebenso notwendig.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Format Combined Learning statt und kombiniert strukturierte Instruktionsphasen mit intensiver Eigenarbeit am Rechner. Nach der Einführung in ein Konzept folgt unmittelbar die praktische Umsetzung in eigenen Codeübungen. Lehrende stehen für Fragen, Code-Reviews und inhaltliche Diskussionen zur Verfügung. Der Austausch im Kurs — etwa beim gemeinsamen Durchsprechen von Lösungsansätzen — fördert das Verständnis und die Fähigkeit, Probleme eigenständig zu lösen. Die Vollzeitstruktur ermöglicht ein konzentriertes Arbeiten an den Projekten und eine hohe tägliche Lernintensität.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat in Vollzeit. Die genaue Dauer variiert je nach Bildungsträger. Innerhalb dieses Zeitraums werden täglich mehrere Stunden Programmierarbeit und Unterricht absolviert, was eine intensive Vertiefung der Python-Kenntnisse ermöglicht. Der Aufbaukurs setzt vorhandenes Wissen voraus und kann daher in vergleichsweise kurzer Zeit ein hohes Kompetenzniveau erreichen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Das Dokument bestätigt die erfolgreiche Teilnahme und die erworbenen Kompetenzen in der Python-Anwendungsentwicklung. Es handelt sich um ein trägerinternes Zertifikat ohne externe Prüfungsstelle; der eigentliche Nachweis der Kompetenz liegt in den entwickelten Projekten und der praktischen Erfahrung, die Teilnehmende im Kurs sammeln.
Nutzen & Perspektiven
Mit dem Abschluss dieses Aufbaukurses sind Teilnehmende in der Lage, vollständige Python-Anwendungen zu entwickeln, die in realen Arbeitsumgebungen eingesetzt werden können. Ob Desktop-Tool mit grafischer Oberfläche, datenbankgestützte Geschäftsanwendung oder REST-API für verteilte Systeme — das Kompetenzprofil nach dem Kurs entspricht dem, was Unternehmen von Junior- bis Midlevel-Python-Entwicklern erwarten. Damit verbessern sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich, da reine Grundlagenkenntnisse selten ausreichen, um Entwicklungsaufgaben in der Praxis zu übernehmen. Der Kurs schließt eine wichtige Lücke zwischen dem Erlernen einer Programmiersprache und der tatsächlichen Entwicklung professioneller Software. Viele Python-Lernende bleiben auf der Ebene von Skripten und einfachen Algorithmen stecken, weil ihnen das Wissen über GUIs, Datenbankanbindungen und Netzwerkkommunikation fehlt. Diesen Sprung zu machen ist entscheidend, um in der Softwarebranche als vollwertiger Entwickler wahrgenommen zu werden. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Weitere Fördermöglichkeiten bestehen je nach persönlicher Situation über das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Rehabilitationsleistungen oder Förderprogramme der Deutschen Rentenversicherung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Sie benötigen fundierte Kenntnisse in der objektorientierten Python-Programmierung sowie Grundlagenkenntnisse in SQL. Der Kurs ist ein Aufbaukurs und setzt vorhandenes Entwicklungswissen voraus. Ohne OOP-Kenntnisse in Python sollte zunächst ein Grundlagenkurs besucht werden.
Lerne ich in diesem Kurs auch Webentwicklung mit Python?
Ja, ein Modul widmet sich dem Einstieg in die Web-Backend-Entwicklung mit Python-Frameworks sowie der Implementierung von REST-APIs. Dies bildet eine solide Grundlage für weiterführende Spezialisierungen im Bereich Webentwicklung.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom Python-Grundlagenkurs?
Der Grundlagenkurs deckt Syntax, Datentypen und grundlegende OOP ab. Dieser Aufbaukurs setzt genau dort an und führt in die Anwendungsentwicklung mit echten Systembestandteilen wie Datenbanken, GUIs und Netzwerkschnittstellen ein.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Kurs?
Nach dem Kurs sind Sie für Stellen als Python-Entwickler, Applikationsentwickler oder Backend-Entwickler qualifiziert. Auch Positionen in der Systemintegration oder der Entwicklung interner Unternehmensanwendungen werden durch die erworbenen Fähigkeiten erschlossen.
Ist eine Förderung über Bildungsgutschein möglich?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über Bildungsgutschein förderbar. Sprechen Sie Ihre Agentur für Arbeit oder Ihr Jobcenter an und lassen Sie Ihre individuelle Förderberechtigung prüfen.
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