Überblick
Diese Weiterbildung vermittelt tiefgreifende Kenntnisse in der Python-Programmierung und bereitet gezielt auf die international anerkannte PCAP-Prüfung (Python Certified Associate Programmer, Prüfungscode PCAP-31-03) vor. Python hat sich zur meistgenutzten Programmiersprache in Datenverarbeitung, Automatisierung und Softwareentwicklung entwickelt – ein Berufsfeld mit anhaltend hoher Nachfrage. Der Kurs führt schrittweise von den Grundlagen der Python-Syntax über Datenstrukturen und funktionale Konzepte bis hin zur angewandten objektorientierten Programmierung (OOP) mit Exceptionhandling, Unittests und Multithreading. Praktische Codeaufgaben begleiten jeden Abschnitt; das erlernte Wissen wird unmittelbar in realitätsnahen Programmierszenarien angewendet.
Kursinhalte & Lernziele
Python-Grundlagen – Syntax, Interpreter und Datentypen Python ist eine interpretierte Hochsprache mit klarer Syntax, die Lesbarkeit in den Vordergrund stellt. Im Einstiegsblock wird erarbeitet, wie der Python-Interpreter Skripte ausführt, welche primitiven Datentypen Python kennt, und wie arithmetische, Vergleichs- und logische Operatoren funktionieren. Zeichenketten werden als unveränderliche Sequenztypen behandelt; String-Methoden, Formatierung und Slicing bilden einen eigenen Schwerpunkt.
- Interaktiver Python-Interpreter und Skriptausführung im Terminal
- Integer, Float, Boolean, None – Typen und Typkonvertierungen
- Arithmetische, Vergleichs-, logische und Bit-Operatoren
- Zeichenketten: Indexierung, Slicing, str-Methoden und f-Strings
- Bedingte Anweisungen (if, elif, else) und Fallunterscheidungen
- Schleifen (for, while), break, continue und else-Klausel an Schleifen
Module, Pakete und Datenaggregate Python-Code wird in Modulen und Paketen organisiert. Eigene Module lassen sich schreiben, mit import und from ... import laden; der Unterschied zwischen Standard-Bibliothek und Drittanbieter-Paketen über pip wird klar eingeordnet. Datenaggregate – Listen, Tupel, Sets und Dictionaries – sind die zentralen Sammeltypen in Python und werden intensiv trainiert.
- Module erstellen, __name__ und __main__-Block verstehen
- import, from, as-Aliase und Pakethierarchien mit __init__.py
- Pip und virtuelle Umgebungen (venv) für Abhängigkeitsverwaltung
- Listen: Methoden, Listenverständnis, Sortierung und Kopie vs. Referenz
- Dictionaries: Schlüssel-Wert-Zugriff, Iteration und Verschachtelung
- Sets und Tupel: Anwendungsfälle und Operationen
Funktionale Konzepte und Funktionsdefinition Python unterstützt sowohl imperativen als auch funktionalen Programmierstil. Dieser Block vertieft die Funktionsdefinition mit Positionsargumenten, Schlüsselwortargumenten, Default-Werten und *args/**kwargs. Lambda-Ausdrücke, Closures und die Built-in-Funktionen map, filter und reduce ermöglichen kompakten, ausdrucksstarken Code.
- Funktionen mit def, Rückgabewert und Docstring strukturieren
- Positionsargumente, Schlüsselwortargumente und Default-Werte
- *args und **kwargs für flexible Parameterlisten
- Lambda-Funktionen für kompakte einzeilige Ausdrücke
- map(), filter() und sorted() mit Lambda oder Funktion kombinieren
- Closures und Dekoratoren als Grundlage für fortgeschrittenes Python
Angewandte OOP – Exceptionhandling, Unittests und Multithreading Objektorientierte Programmierung ist das Herzstück professioneller Python-Entwicklung. Klassen werden mit Attributen, Konstruktoren (__init__) und Methoden modelliert; Vererbung, Methodenüberschreibung und Polymorphismus werden in der Praxis geübt. Exceptionhandling mit try, except, finally und eigenen Exception-Klassen gehört ebenso dazu wie das Schreiben von Unit-Tests mit unittest. Multithreading mit dem threading-Modul rundet diesen Abschnitt ab.
- Klassen mit __init__, Instanzattributen und Klassenmethoden definieren
- Einfache und mehrfache Vererbung, super() und Methodenüberschreibung
- Dunder-Methoden (__str__, __repr__, __len__) für Klassen implementieren
- Exceptionhandling: try-except-else-finally-Struktur und Exception-Hierarchie
- Eigene Exception-Klassen ableiten und mit aussagekräftigen Nachrichten ausstatten
- Unit-Tests mit unittest.TestCase schreiben und in der Testsuite ausführen
- Threads erstellen, starten und synchronisieren mit threading.Thread
Praktische Programmieraufgaben und PCAP-Vorbereitung Im abschließenden Praxisblock werden zusammenhängende Programmieraufgaben gelöst, die Stoff aus allen vorherigen Abschnitten kombinieren. Die Aufgaben orientieren sich an typischen Szenarien aus der Berufspraxis: Dateiverarbeitung, kleine CLI-Tools, Datenverarbeitung mit Dictionaries und Listen sowie objektorientierte Modellierung. Die PCAP-Prüfung (PCAP-31-03) wird inhaltlich vorbereitet; das Prüfungsformat entspricht Multiple Choice mit Code-Analyse-Aufgaben.
- Kleine Python-Projekte von Anfang bis Ende eigenständig strukturieren
- Eingabevalidierung und Fehlerbehandlung in realistischen Szenarien implementieren
- Dateiverarbeitung mit open, read, write und Kontextmanager
- Verarbeitung strukturierter Daten (CSV, JSON) mit Python-Standard-Bibliothek
- Objektorientierte Modellierung eines Anwendungsfalls nach Anforderungskatalog
- Testfälle für erstellte Klassen-Hierarchien schreiben und auswerten
- Code-Lesbarkeit und PEP-8-Konventionen im eigenen Code überprüfen
- Debugging mit pdb und einfachen Print-Strategien systematisch anwenden
- Wiederholung zentraler Konzepte durch Selbsttests und Mini-Projekte
- Dokumentation mit Docstrings und help()-Funktion verfassen
- Performance-Grundlagen: warum Listen vs. Sets bei Mitgliedschaftstests unterschiedlich schnell sind
- Strukturiertes Wiederholen des PCAP-Prüfungsstoffs anhand eigener Codebeispiele
In den begleitenden Online-Phasen werden Aufgaben besprochen, Lösungsalternativen verglichen und typische Anfängerfehler analysiert. Programmieren lernt man durch das Schreiben von Code – deshalb steht der eigene Tastatur-Einsatz im Mittelpunkt jedes Abschnitts.
Lernziele:
- Aufbau und Funktionsweise des Python-Interpreters verstehen und einsetzen
- Variablen, Datentypen, Operatoren und Zeichenketten sicher handhaben
- Module und Pakete erstellen, importieren und in eigenen Projekten nutzen
- Datenaggregate – Listen, Tupel, Sets und Dictionaries – strukturiert verarbeiten
- Funktionen mit Parameterübergabe, Rückgabewerten und Default-Werten definieren
- Lambda-Ausdrücke, List Comprehensions und Map/Filter-Funktionen einsetzen
- Klassen und Objekte nach OOP-Prinzipien (Kapselung, Vererbung, Polymorphismus) modellieren
- Exceptions gezielt abfangen, eigene Exception-Klassen definieren und Fehler protokollieren
- Unit-Tests mit dem unittest-Framework strukturieren und automatisiert ausführen
- Multithreading mit dem threading-Modul für parallele Aufgaben implementieren
- Dateizugriff und einfache I/O-Operationen in Python durchführen
- Codequalität durch klare Namenskonventionen und PEP-8-Konventionen sichern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die professionell mit Python entwickeln möchten und ihre Kenntnisse durch ein anerkanntes Zertifikat belegen wollen.
- IT-Fachkräfte mit Grundkenntnissen in einer anderen Sprache, die auf Python umsteigen
- Quereinsteiger mit technischem Hintergrund und Interesse an Softwareentwicklung
- Anwender aus Daten- oder Analyseberufen, die Automatisierungen selbst schreiben wollen
- Absolventinnen und Absolventen informatiknaher Studiengänge ohne Python-Praxis
- Systemadministratoren, die Skripte für Automatisierung und Monitoring erstellen möchten
Eine abgeschlossene Ausbildung im IT-Bereich, ein (ggf. abgebrochenes) Hochschulstudium in einem technischen Fach oder vergleichbare Berufserfahrung werden vorausgesetzt. Grundlegende PC-Kenntnisse sind erforderlich; Vorkenntnisse in einer anderen Programmiersprache sind von Vorteil, aber keine Pflicht. Da Teile der Dokumentation und PCAP-Lernmaterialien auf Englisch vorliegen, werden gute Englischkenntnisse empfohlen. Deutsch in Wort und Schrift ist Unterrichtssprache.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format angeboten, das Online-Präsenzphasen mit strukturierten Selbstlernabschnitten verbindet. Übungsaufgaben werden in einer lokalen Python-Entwicklungsumgebung (z. B. VS Code oder PyCharm) bearbeitet; Lösungen werden in den Onlinephasen gemeinsam besprochen. Codereviews durch Trainer und kollegiales Feedback helfen, eigene Schwächen gezielt zu identifizieren. Die Kursinhalte sind modular aufgebaut, sodass Tempo und Fokus an den Lernstand angepasst werden können.
Die Weiterbildung dauert zwischen einem und drei Monaten; angeboten wird sie sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit. Die Gesamtstundenzahl setzt sich aus geführten Unterrichtseinheiten, Laborphasen und Selbststudium zusammen und variiert je nach Anbieter und Kursplan.
Zum Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Python-Entwickler-Zertifikat sowie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Der Kurs bereitet auf die externe PCAP-Prüfung (Python Certified Associate Programmer, PCAP-31-03) vor, die unabhängig über das Python Institute abgelegt wird. Das PCAP-Zertifikat ist international anerkannt und dient als branchenweit verständlicher Kompetenznachweis.
Nutzen & Perspektiven
Python ist heute die dominante Sprache in Datenanalyse, Machine Learning, Automatisierung und Backend-Entwicklung. Stellenanzeigen für Python-Entwickler finden sich branchenübergreifend – von Medizin und Finanzwesen über Logistik bis zur Industrie-Automatisierung. Das PCAP-Zertifikat (PCAP-31-03) bietet eine objektive, extern verifizierbare Grundlage, um die eigene Qualifikation bei Arbeitgebern nachzuweisen, die keine Hochschulabschlüsse als Eintrittshürde setzen, aber technische Belastbarkeit erwarten. Der Kurs kombiniert strukturierte Theorie mit einer hohen Praxisdichte: OOP, Exceptionhandling, Unittests und Multithreading sind keine akademischen Übungen, sondern tägliche Werkzeuge in Python-Projekten. Wer diese Konzepte sicher beherrscht, kann direkt in professionellen Entwicklungsteams mitarbeiten – an Aufgaben wie Skriptautomatisierung, einfachen APIs oder Datenverarbeitungs-Pipelines. Der Einstieg in Felder wie Data Engineering, DevOps-Scripting oder Backend-Entwicklung mit Python-Frameworks (Django, FastAPI) wird durch diesen Kurs gezielt vorbereitet. Die PCAP-Zertifizierung bildet dabei nicht den Abschluss, sondern einen Ausgangspunkt – eine solide, anerkannte Basis, auf der spezialisierte Weiterqualifizierungen aufbauen können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist die PCAP-Zertifizierung und wer stellt sie aus?
PCAP steht für Python Certified Associate Programmer (Prüfungscode PCAP-31-03). Das Zertifikat wird vom Python Institute ausgestellt und ist international anerkannt. Die Prüfung wird unabhängig vom Kurs über das Python Institute abgelegt.
Welche Python-Kenntnisse werden vorausgesetzt?
Grundlegende Programmiererfahrung in irgendeiner Sprache ist von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung. Der Kurs startet mit den Python-Grundlagen und baut schrittweise auf. Wichtiger ist technisches Verständnis und eine abgeschlossene IT-Ausbildung oder vergleichbare Erfahrung.
Wie viel Praxis steckt im Kurs?
Der Kurs ist praxisorientiert aufgebaut: Jeder Theorieabschnitt wird durch Codeaufgaben in einer echten Entwicklungsumgebung ergänzt. Im abschließenden Praxisblock werden zusammenhängende Projekte aus dem Berufsleben nachgebaut – Dateiverarbeitung, CLI-Tools und objektorientierte Modellierungen.
Kann der Kurs in Teilzeit absolviert werden?
Ja, der Kurs wird sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit angeboten. Die genaue Dauer variiert je nach Lernformat zwischen einem und drei Monaten.
Welche Berufsfelder erschließt dieser Kurs?
Python-Kenntnisse auf PCAP-Niveau sind Einstiegsvoraussetzung für Rollen wie Python-Entwickler, Backend-Entwickler, Data Engineer oder Automatisierungsspezialist. Das PCAP-Zertifikat bildet außerdem die Basis für spezialisierte Weiterbildungen in Data Science, Machine Learning oder DevOps-Scripting.
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