Überblick
Diese Weiterbildung führt Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie IT-affine Personen ohne Vorkenntnisse in der Java-Programmierung Schritt für Schritt durch alle relevanten Themengebiete der Java-Standard-Edition-Entwicklung. Begonnen wird mit allgemeinen Grundlagen der Softwareentwicklung und objektorientierten Konzepten, bevor gezielt die Java-Sprache und ihre Ökosystemkomponenten erarbeitet werden. Abgeschlossen wird die Qualifizierung mit modernen Datenbankanbindungen und der Entwicklung grafischer Benutzeroberflächen mit AWT und Swing. Der Kurs wird als Combined Learning in Vollzeit über typischerweise drei bis sechs Monate durchgeführt und bereitet auf Einstiegspositionen als Java-Entwickler vor.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der Softwareentwicklung und Datenbankdesign: Dieser erste Block legt ein breites Fundament, das unabhängig von einer spezifischen Programmiersprache Gültigkeit hat. Teilnehmende lernen strukturiertes Denken, Algorithmendesign und die Modellierung von Software mit UML. Das Datenbankdesign-Modul schafft die Grundlage für den späteren JDBC-Zugriff in Java-Programmen.
- Grundlagen zu Programmen und Programmiersprachen im Überblick
- Visualisierung von Algorithmen mit Ablaufdiagrammen und Pseudocode
- Grundlegende Sprachelemente: Variablen, Datentypen, Operatoren
- Datenstrukturen und Algorithmen in der Praxis
- Objektorientierung: Sprachelemente, Prinzipien und Techniken
- OO-Analyse, OO-Entwurf und OO-Programmierung methodisch
- Softwareentwurf mit UML: Klassen-, Sequenz- und Use-Case-Diagramme
- Datenbankdesign: Normalisierung und Beziehungsarten
- Datenbankabfragen und -manipulation mit SQL (DML)
Java-Grundlagen und Kernkonzepte: Im zweiten Block wird die Java-Programmiersprache von Grund auf erlernt. Teilnehmende schreiben eigene Programme und lernen, typische Probleme strukturiert und objektorientiert zu lösen. Besonderes Gewicht liegt auf Klassen, Objekten und den grundlegenden OOP-Konzepten von Java.
- Grundlagen der Java-Sprache: Syntax und Programmstruktur
- Datentypen, Variablen und Operatoren in Java
- Kontrollstrukturen: Bedingungen, Schleifen, Verzweigungen
- Klassen und Objekte in Java erstellen und nutzen
- Vererbung, Polymorphie und das Konzept der Interfaces
- Ausnahmebehandlung und Laufzeitfehler in Java
- Collections, Generics und Lambda-Ausdrücke
- Dateizugriff, Annotations und grundlegendes Multithreading
- Netzwerkprogrammierung in Java
Grafische Oberflächen und Datenbankzugriff: Dieser dritte Block erweitert die Java-Programmierkenntnisse um zwei praxisrelevante Gebiete: die Entwicklung grafischer Benutzeroberflächen und die Datenbankanbindung. Grafische Oberflächen machen Programme für Endanwender zugänglich; der strukturierte Datenbankzugriff ist in nahezu jedem Unternehmenskontext erforderlich.
- Grafische Oberflächen mit AWT entwerfen
- Swing: Container, Steuerelemente und Layout-Manager
- Event-Handling und Benutzerinteraktion in GUI-Anwendungen
- JDBC: Datenbankverbindungen in Java-Programmen herstellen
- SQL-Abfragen aus Java-Code ausführen und Ergebnisse verarbeiten
- Einsatz unterschiedlicher Datenbank-Backends mit JDBC
Praxisblock — Projekte und Übungsaufgaben
- Entwurf einer vollständigen Klassenstruktur mit UML-Diagramm
- Implementierung einer einfachen Java-Konsolenanwendung mit Dateiverarbeitung
- Entwicklung einer objektorientierten Anwendung mit Vererbungshierarchie
- Ausnahmebehandlung und Robustheitsprüfung in eigenen Programmen
- Erstellung einer Datenbankstruktur in SQL und Befüllung mit Testdaten
- JDBC-basierter Datenbankzugriff in einer eigenen Java-Anwendung
- GUI-Entwurf und Implementierung mit Swing für eine eigene Anwendung
- Multithreading-Übung: Parallele Aufgabenverarbeitung in Java
- Netzwerkprogrammierung: Einfacher Client-Server-Austausch
- Collections und Lambda-Ausdrücke in praktischen Aufgaben
- Gruppenarbeit: Code-Review und Fehleranalyse
- Abschlussübung: Vollständige kleine Java-Anwendung mit GUI und Datenbankanbindung
Alle Programmieraufgaben werden von erfahrenen Trainern begleitet, die konstruktives Feedback geben und individuelle Fragen beantworten. Der Schwierigkeitsgrad steigert sich graduell, sodass auch Teilnehmende ohne Programmiervorkenntnisse folgen können. Die abschließende Übungsanwendung mit GUI und Datenbankzugriff verbindet alle gelernten Themen und simuliert eine realistische Aufgabenstellung aus dem Berufsalltag eines Junior-Java-Entwicklers.
Lernziele:
Teilnehmende kennen nach Abschluss dieser Weiterbildung die Grundprinzipien der Softwareentwicklung und können diese auf praktische Problemstellungen anwenden. Sie beherrschen die wichtigsten Konzepte der objektorientierten Analyse (OOA), des objektorientierten Entwurfs (OOD) und der objektorientierten Programmierung (OOP). Die Notation von Software-Entwürfen mit der Unified Modeling Language (UML) ist geläufig. Sie können relationale Datenbanken mit SQL entwerfen, Daten abfragen und verändern. Grundlegende und fortgeschrittene Sprachkonstrukte von Java — Datentypen, Kontrollstrukturen, Ausnahmebehandlung, Collections, Generics und Lambda-Ausdrücke — werden sicher beherrscht. Teilnehmende sind in der Lage, objektorientierte Klassenstrukturen mit Vererbung, Polymorphie und Interfaces zu entwickeln. Fortgeschrittene Themen wie Multithreading, Netzwerkprogrammierung, Annotations und Dateizugriff werden verstanden und in eigenen Programmen eingesetzt. Grafische Benutzeroberflächen mit AWT und Swing können eigenständig entworfen und implementiert werden. Datenbankzugriffe in Java-Programmen via JDBC werden umgesetzt. Schließlich sind Teilnehmende in der Lage, vollständige Java-Anwendungen zu entwerfen, zu entwickeln und zu dokumentieren, die für eine Einstiegsposition als Java-Entwickler ausreichen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die neu in die Java-Programmierung einsteigen oder ihre berufliche Karriere in der IT-Branche durch eine fundierte Java-Qualifizierung ausbauen möchten. Auch Personen, die bereits in der IT tätig sind, aber programmiertechnisch noch wenig Erfahrung haben, finden einen idealen Einstieg.
- Quereinsteiger ohne Programmiervorkenntnisse, die eine berufliche Neuorientierung in der Softwareentwicklung anstreben
- IT-Fachkräfte mit Systemadministrations- oder Support-Hintergrund, die Entwicklungskompetenzen aufbauen möchten
- Personen mit abgeschlossener Ausbildung in einem IT-Beruf, die sich spezialisieren möchten
- Arbeitssuchende mit IT-Affinität und Bereitschaft zur intensiven Qualifizierung
- Personen, die ihre beruflichen Perspektiven durch zukunftssichere Java-Kenntnisse erweitern möchten
Formale Programmiervorkenntnisse sind nicht erforderlich, jedoch wird eine hohe IT-Affinität und Bereitschaft zum intensiven Selbststudium vorausgesetzt. Sichere Computerkenntnisse (Windows, Dateisystemstruktur) sind notwendig. Gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 werden erwartet, da der Unterricht auf Deutsch stattfindet. Da viele Entwicklungstools, Bibliotheken und Dokumentationen auf Englisch verfasst sind, werden zudem gute Englischkenntnisse vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird als Combined Learning in Vollzeit durchgeführt. Präsenzunterricht in Kleingruppen wechselt mit Online-Selbstlernphasen und betreuten Übungseinheiten ab. Trainer stehen während aller Phasen als Ansprechpartner zur Verfügung. Praktische Programmieraufgaben, die in zunehmender Komplexität die Themengebiete abdecken, bilden das Rückgrat der Methodik.
Die Weiterbildung dauert in der Vollzeitvariante typischerweise drei bis sechs Monate. Der genaue Zeitrahmen hängt vom Anbieter, dem individuellen Lernplan und der gewählten Lernform ab. Ein Beratungsgespräch vor Beginn hilft dabei, Umfang und Starttermin passend festzulegen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Das Zertifikat dokumentiert die erworbenen Java-SE-Entwicklungskompetenzen und dient als Nachweis gegenüber potenziellen Arbeitgebern.
Nutzen & Perspektiven
Java gehört seit Jahrzehnten zu den meistgenutzten Programmiersprachen weltweit und ist insbesondere in Unternehmen mit Enterprise-Softwareanforderungen allgegenwärtig. Wer Java SE vollständig beherrscht, öffnet sich Türen in Branchen wie Finanzwesen, Logistik, öffentliche Verwaltung, Gesundheitswesen und viele weitere Sektoren, in denen stabile, plattformunabhängige Anwendungen gefragt sind. Die Karriereoptionen reichen von Junior-Entwicklerstellen bis hin zu späteren Spezialisierungen in Spring Boot, Java EE oder Android-Entwicklung. Die Weiterbildung wurde speziell für Quereinsteiger konzipiert und beginnt bei Null — ohne frustrierende Wissenslücken durch zu schnelle Progression. Gleichzeitig führt das Lernprogramm bis zu einem Niveau, das einem Junior-Java-Entwickler entspricht und für Einstiegsstellen ausreichend ist. Das trägerinterne Zertifikat, kombiniert mit einem Portfolio aus Übungsprojekten, macht die Kompetenz für Arbeitgeber sichtbar und greifbar. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Abhängig von der individuellen Situation kommen Förderungen über das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen oder die Deutsche Rentenversicherung in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Programmiervorkenntnisse für diesen Kurs?
Nein, der Kurs beginnt bei den absoluten Grundlagen und setzt keine Programmiererfahrung voraus. Vorausgesetzt werden aber IT-Affinität, sichere PC-Kenntnisse und die Bereitschaft zum intensiven Lernen. Gute Deutsch- (B2) und Englischkenntnisse sind ebenfalls wichtig.
Was lerne ich konkret in diesem Kurs?
Der Kurs deckt alles ab: Grundlagen der Softwareentwicklung und OOP, Java-Kernsprachkonstrukte, Collections, Lambda, Multithreading, GUI-Entwicklung mit Swing und Datenbankzugriff via JDBC. Am Ende sind Teilnehmende für Junior-Java-Entwicklerstellen vorbereitet.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Die Vollzeitvariante dauert typischerweise drei bis sechs Monate. Der genaue Umfang wird in einem individuellen Beratungsgespräch vor Kursbeginn festgelegt.
Kann ich die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über Bildungsgutschein möglich. Weitere Förderwege sind das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen oder die Deutsche Rentenversicherung.
Welche Berufe kann ich nach dem Kurs anstreben?
Nach dieser Qualifizierung kommen Stellen als Junior Java-Entwickler, Anwendungsentwickler oder Softwareentwickler in Frage. Weiterbildungen in Spring Boot oder Java EE ermöglichen spätere Spezialisierungen.
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