Überblick
Diese Weiterbildung bietet eine vollständige Qualifizierung in der Java-Standard-Edition-Entwicklung und schließt mit einem eigenständig erstellten Referenzprojekt ab. Der Kurs richtet sich an Personen, die umfassend und praxisnah in die Java-Softwareentwicklung einsteigen möchten — unabhängig davon, ob sie bereits erste IT-Kenntnisse mitbringen oder vollständige Quereinsteiger sind. Der Lehrplan beginnt mit den Grundlagen moderner Programmiersprachen und Softwareentwicklungsmethoden, vertieft diese in Java SE und schließt mit der eigenständigen Entwicklung eines vollständigen Java-Projekts. Das Referenzprojekt ist ein zentrales Alleinstellungsmerkmal dieses Kursformats: Es ermöglicht den Teilnehmenden, ihre Kenntnisse unter Beweis zu stellen und ein konkretes Arbeitsbeispiel für Bewerbungen vorzuweisen.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs ist in thematische Hauptblöcke und ein abschließendes Referenzprojekt gegliedert. Jeder Block baut auf dem vorhergehenden auf. Block 1 — Grundlagen der Softwareentwicklung und Programmierparadigmen: Vor dem Einstieg in Java werden die theoretischen Grundlagen der Informatik und Softwareentwicklung gelegt. Dieser Block gibt Teilnehmenden einen Überblick über moderne Programmiersprachen und Entwicklungsansätze.
- Grundlagen zu Programmen, Programmiersprachen und Compiler-/Interpreterkonzepten
- Grundlegende Sprachelemente, Datenstrukturen und Algorithmen
- Objektorientierung: Analyse (OOA), Entwurf (OOD) und Programmierung (OOP)
- Softwareentwurf mit UML (Klassendiagramme, Anwendungsfalldiagramme, Sequenzdiagramme)
- Datenbankdesign (Normalisierung, Beziehungsarten, Primär- und Fremdschlüssel)
- SQL: Daten abfragen (SELECT) und ändern (INSERT, UPDATE, DELETE) mit DML
Block 2 — Java SE: Grundlagen und Sprachkern: Der zweite Block führt vollständig in die Java Standard Edition ein. Teilnehmende lernen alle wesentlichen Sprachkonstrukte kennen und entwickeln schrittweise eigene Programme.
- Grundlagen der Sprache Java, Entwicklungsumgebung und erste Programme
- Datentypen, Variablen, Operatoren und Kontrollstrukturen
- Klassen und Objekte: Definition, Instanziierung und Nutzung
- Vererbung, Polymorphie, Interfaces und abstrakte Klassen
- Exception Handling: Checked und Unchecked Exceptions, try-catch-finally
- Collections Framework (Listen, Sets, Maps), Generics und Iterator-Muster
Block 3 — Erweiterte Java-SE-Konzepte und Datenbankzugriff: Auf dem Grundlagenwissen aufbauend werden fortgeschrittene Sprachkonstrukte und praxisrelevante Techniken für die Anwendungsentwicklung eingeführt.
- Lambda-Ausdrücke und funktionale Interfaces (Predicate, Function, Comparator)
- Dateien lesen und schreiben (java.io, java.nio)
- Annotations: Standard-Annotations und eigene Annotation-Typen
- Multithreading: Threads erstellen, synchronisieren und Ressourcen teilen
- Netzwerkprogrammierung: Sockets, Client-Server-Kommunikation
- Grafische Oberflächen mit AWT und Swing: Layout-Manager, Events, Dialoge
Block 4 — Datenbankintegration mit JDBC und JPA: Moderne Java-Anwendungen speichern ihre Daten in relationalen Datenbanken. Dieser Block vermittelt die vollständige Datenbankintegration mit Java.
- Datenbankzugriff mit JDBC: Verbindungsaufbau, Statements, Prepared Statements
- Entity-Klassen für Objekt-Relationales Mapping definieren
- Persistence.xml konfigurieren und JPA-EntityManager nutzen
- JPQL (Java Persistence Query Language) für typsichere Datenbankabfragen
- Transaktionsmanagement mit JPA
- Verknüpfung von GUI-Anwendungen mit Datenbankbackend
Praxisübungen und abschließendes Referenzprojekt: Das eigenständige Referenzprojekt ist das Herzstück dieser Weiterbildungsvariante. Teilnehmende durchlaufen alle Phasen der Softwareentwicklung am eigenen Projekt und erstellen eine vollständige, lauffähige Java-Anwendung.
- Projektidee definieren und Anforderungen dokumentieren (Use Cases, User Stories)
- OOA und OOD: Klassendiagramme und Datenbankmodell entwerfen
- Grundgerüst der Java-Anwendung aufbauen und erste Klassen implementieren
- Datenbankschema anlegen und JDBC/JPA-Zugriff integrieren
- Grafische Benutzeroberfläche mit Swing entwerfen und implementieren
- Funktionale Anforderungen umsetzen und mit Test-Szenarien prüfen
- Exception Handling und Eingabevalidierung in die Anwendung integrieren
- Code-Review und Refactoring zur Verbesserung der Code-Qualität
- Finale Anwendung dokumentieren (JavaDoc, README, Bedienungsanleitung)
- Präsentation des fertigen Projekts vor der Lerngruppe
- Reflexion der Projekterfahrung und Identifikation von Verbesserungspotenzialen
- Aufbereitung des Projekts als Arbeitsbeispiel für die Bewerbungsmappe
Das Referenzprojekt wird von Lehrenden begleitet und inhaltlich betreut. Am Ende der Weiterbildung besitzen alle Teilnehmenden eine vollständig dokumentierte, lauffähige Java-Anwendung, die ihre erworbenen Kompetenzen greifbar und für Arbeitgeber sichtbar macht.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung kennen die Teilnehmenden die grundlegenden Konzepte moderner Programmiersprachen und können diese einordnen
- Sie beherrschen die Prinzipien der objektorientierten Programmierung (Klassen, Objekte, Vererbung, Polymorphie, Interfaces) in Java
- Sie können Java-Programme entwickeln, die Fehler über Exception Handling korrekt behandeln
- Sie sind in der Lage, Collections, Generics und Lambda-Ausdrücke in eigenen Programmen einzusetzen
- Sie beherrschen die Dateiverarbeitung, Annotations und grundlegende Multithreading-Konzepte
- Sie können Netzwerkprogrammierung in Java umsetzen
- Sie sind in der Lage, grafische Benutzeroberflächen mit AWT und Swing zu entwickeln
- Sie können relationale Datenbanken modellieren und über JDBC und JPA in Java-Anwendungen einbinden
- Sie verstehen objektorientierte Analyse (OOA) und Entwurf (OOD) und können diese mit UML-Diagrammen dokumentieren
- Sie sind fähig, ein vollständiges Softwareprojekt von der Idee über das Design bis zur lauffähigen Anwendung eigenständig umzusetzen
- Sie können die Phasen der Projekterstellung (Planung, Design, Implementierung, Test, Fertigstellung) strukturiert durchlaufen
- Sie verfügen über ein konkretes Referenzprojekt, das ihre Fähigkeiten gegenüber Arbeitgebern belegt
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an alle Personen, die sich für den Einstieg in die Java-Softwareentwicklung qualifizieren möchten und dabei Wert auf ein konkretes, vorzeigbares Arbeitsergebnis legen.
- Quereinsteiger mit IT-Affinität, die eine vollständige Grundlagenqualifikation anstreben
- IT-Fachleute aus anderen Bereichen, die gezielt in die Java-Entwicklung wechseln möchten
- Personen, die Java SE vollständig und praxisnah erlernen möchten
- Berufsrückkehrer, die sich mit einem aktuellen Qualifikationsnachweis für den Arbeitsmarkt neu positionieren
- Teilnehmende, die nach einer reinen Grundlagenqualifikation ein konkretes Portfoliostück benötigen
Das Voraussetzungs-Quellmaterial nennt technische Schlagwörter aus dem Java- und Datenbankbereich als Wissensgebiete, die im Kurs behandelt werden. Für den Einstieg werden gute Deutschkenntnisse, grundlegende Englischkenntnisse (für Tools und Dokumentation) sowie eine hohe IT-Affinität und solide PC-Kenntnisse erwartet. Programmiervorkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da der Kurs von den Grundlagen beginnt. Ein Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt den individuellen Wissensstand.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning in Vollzeit durchgeführt. Theoretische Einheiten wechseln mit praktischen Coding-Phasen ab, in denen Teilnehmende sofort mit echten Entwicklungsumgebungen arbeiten. Das Referenzprojekt wird nicht als separate Phase ans Ende gesetzt, sondern begleitet die gesamte Weiterbildung in Form von wachsenden Anwendungsbausteinen, die am Ende zu einem vollständigen Projekt zusammengefügt werden. Lehrende unterstützen bei technischen Fragen, Code-Reviews und der Projektstrukturierung.
Die Weiterbildung hat eine Gesamtdauer von mehr als sechs Monaten bis zu einem Jahr und wird in Vollzeit absolviert. Das Referenzprojekt ist in diesen Zeitraum integriert und erfordert kein zusätzliches Engagement über die reguläre Kurszeit hinaus. Die Kombination aus vollständiger Java-SE-Ausbildung und einem eigenständigen Abschlusswerk macht dieses Format zu einer der gründlichsten Java-Einstiegsqualifikationen auf dem deutschen Weiterbildungsmarkt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat sowie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Das Zertifikat belegt die in der Weiterbildung erworbenen Kompetenzen in Java SE, Objektorientierung, Datenbankintegration und Projektentwicklung. Es ist ein trägerinternes Zertifikat ohne externe Prüfungsbehörde; das begleitende Referenzprojekt ist jedoch ein eigenständiger, konkreter Qualitätsnachweis.
Nutzen & Perspektiven
Das Alleinstellungsmerkmal dieser Weiterbildungsvariante gegenüber reinen Java-Kursen ist das integrierte Referenzprojekt. Bewerbungen in der IT-Branche werden heute sehr häufig anhand konkreter Arbeitsergebnisse bewertet. Wer ein lauffähiges, dokumentiertes Projekt vorzeigen kann, hebt sich deutlich von Bewerbern ab, die lediglich Zertifikate und Lebenslaufstationen vorweisen. Das Projekt ist ein Gesprächsöffner in Vorstellungsgesprächen und ein greifbarer Beweis für Problemlösungsfähigkeit und Durchhaltevermögen. Java SE ist die Grundlage für nahezu alle Java-Plattformen, von Android über Enterprise Java bis hin zu Spring Boot. Wer Java SE vollständig beherrscht, hat eine solide Basis für alle weiteren Spezialisierungen — sei es Spring Boot, Jakarta EE oder die mobile Anwendungsentwicklung. Diese Weiterbildung ist damit nicht nur eine Einstiegsqualifikation, sondern eine langfristig wertvolle Investition in eine technisch vielseitige Karriere. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Im Beratungsgespräch vor Kursbeginn wird der passende Förderweg individuell besprochen und bei der Antragstellung unterstützt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zur Java-Spring-Boot-Weiterbildung?
Diese Weiterbildung fokussiert vollständig auf Java SE und schließt mit einem eigenständigen Referenzprojekt ab, ohne Spring Boot einzuschließen. Wer anschließend in Enterprise-Entwicklung oder Spring Boot einsteigen möchte, hat nach diesem Kurs die ideale Grundlage dafür.
Warum ist das Referenzprojekt so wichtig?
In der IT-Branche werden Bewerber häufig anhand konkreter Arbeitsergebnisse bewertet. Ein lauffähiges, dokumentiertes Eigenprojekt überzeugt im Vorstellungsgespräch deutlich stärker als reine Zertifikate und zeigt Problemlösungsfähigkeit und technisches Urteilsvermögen.
Ist dieser Kurs auch für Quereinsteiger ohne IT-Hintergrund geeignet?
Ja, der Kurs beginnt mit den absoluten Grundlagen der Programmierung und Softwareentwicklung. Wichtig sind hohe IT-Affinität und gute Deutschkenntnisse. Ein Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt den individuellen Wissensstand und den passenden Einstieg.
Wie wird das Referenzprojekt betreut?
Das Referenzprojekt wird von Lehrenden begleitet, die bei der Projektidee, dem Design, der Implementierung und dem abschließenden Code-Review unterstützen. Es ist vollständig in die reguläre Kurszeit integriert und erfordert keine zusätzliche Eigenzeit außerhalb des Kurses.
Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Zusätzlich kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
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