Überblick
Die Weiterbildung "Python Developer Starter–Advanced" ist eine vollständige Qualifizierung für Personen, die professionell in die Softwareentwicklung mit Python einsteigen möchten. Der Kurs beginnt mit den theoretischen Grundlagen der Programmierung und Softwareanalyse, legt dann das Fundament der Python-Sprache und führt die Teilnehmenden Schritt für Schritt bis zu fortgeschrittenen Themen wie Datenbankzugriff, grafischen Benutzeroberflächen, nebenläufiger Programmierung und Web-Einstieg. Python gehört heute zu den meistgefragten Programmiersprachen weltweit und ist in den Bereichen Softwareentwicklung, Data Engineering, Automatisierung und Backend-Entwicklung gleichermaßen präsent. Diese Weiterbildung schließt eine fundierte Lücke: Statt oberflächliches Wissen zu vermitteln, baut sie systematisch ein vollständiges berufliches Kompetenzprofil auf — von Null bis zur eigenständigen Entwicklung praxisrelevanter Python-Anwendungen.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der Softwareentwicklung und Programmiertheorie Bevor die ersten Zeilen Python geschrieben werden, legt dieser Einstiegsblock das konzeptionelle Fundament. Die Teilnehmenden verstehen, wie Programme und Programmiersprachen funktionieren, lernen gängige Vorgehensmodelle der Softwareentwicklung kennen und üben die Visualisierung von Ablaufstrukturen. Dieser theoretische Rahmen sorgt dafür, dass spätere praktische Inhalte nicht isoliert, sondern im Kontext des gesamten Entwicklungsprozesses verstanden werden.
- Was sind Programme und Programmiersprachen — Unterschiede und Paradigmen
- Visualisierung von Ablaufstrukturen mit Flussdiagrammen und Pseudocode
- Grundlegende Sprachelemente und universelle Datenstrukturen und Algorithmen
- Einführung in objektorientierte Analyse (OOA) und objektorientiertes Design (OOD)
- Softwaredesign mit UML — Klassen-, Sequenz- und Aktivitätsdiagramme
- Einführung in das Datenbankdesign (Normalisierung, Beziehungsarten)
Python-Grundlagen und Objektorientierung Dieser Kernblock führt in die Python-Sprache ein und baut das praktische Programmierwissen systematisch auf. Von einfachen Ausgaben und Variablen über Kontrollstrukturen bis hin zu vollständiger objektorientierter Programmierung entwickeln die Teilnehmenden zunehmend komplexere Programme.
- Grundlagen der Python-Syntax, interaktiver Interpreter und Skript-Modus
- Datentypen (int, float, str, bool, None) und Variablen
- Kontrollstrukturen (if, for, while) und logische Operatoren
- Funktionen, Parameter, Rückgabewerte und Gültigkeitsbereiche (Scope)
- Klassen und Objekte — Attribute, Methoden, Konstruktor
- Vererbung, Polymorphie und Datenkapselung in Python
Fortgeschrittene Python-Techniken Nach der Objektorientierung folgen die Techniken, die professionellen Python-Code von Einsteigercode unterscheiden. Die Teilnehmenden lernen, Python-spezifische Sprachfeatures zu nutzen, die Code kompakter, lesbarer und leistungsfähiger machen.
- Sequentielle Datentypen (Listen, Tupel, Sets, Dictionaries) und ihre Methoden
- Listenverständnisse (List Comprehensions) und Generator-Ausdrücke
- Anonyme Funktionen mit Lambda und Funktionsreferenzen (map, filter, reduce)
- Dekoratoren für Funktionen, Methoden und Klassen
- Fehlerbehandlung mit try/except/finally und benutzerdefinierte Ausnahmen
- Operator-Überladung und Datenklassen (dataclasses)
Datei-Zugriff, Datenbanken, GUI, Netzwerk und Web Der Abschlussteil verbindet Python mit der Außenwelt: Dateisystem, Datenbanken, Netzwerk und grafische Oberflächen. Diese Module sind besonders praxisrelevant für Backend-Entwicklung, Automatisierung und Datenverarbeitung.
- Dateizugriff — lesen, schreiben, JSON, CSV und XML verarbeiten
- Datenbankzugriff mit Python (DB-API, SQL-Abfragen, Verbindungsmanagement)
- Nebenläufige Programmierung mit Threading und einfachen Parallelisierungsmustern
- Grafische Benutzeroberflächen (GUI) mit Python-Bibliotheken entwickeln
- Netzwerkprogrammierung — Sockets, HTTP-Anfragen und einfache Protokolle
- Einstieg Web-Programmierung — Grundprinzipien serverseitiger Python-Webanwendungen
Praktische Aufgaben und Projekte im Kursverlauf
- Einfaches Konsolenmenü mit Dateneingabe und Validierung entwickeln
- Algorithmus zur Listenverarbeitung (Sortierung, Suche) in Python implementieren
- Klassen-Hierarchie für eine Beispieldomäne (Fahrzeug, Tier o. ä.) aufbauen
- Exception-sicheres Dateisystem-Skript für Protokollierung schreiben
- Dekorator für Laufzeitmessung von Funktionen implementieren
- Multithreading-Beispiel mit einfachen Worker-Threads und Synchronisation
- JSON-Datei einlesen, verarbeiten und in Datenbankformat überführen
- SQL-Datenbank mit Python anlegen, Datensätze einfügen und abfragen
- Einfache GUI-Applikation (Formular mit Eingabefeldern und Button) entwickeln
- HTTP-Request an eine öffentliche API senden und Antwort verarbeiten
- Abschlussprojekt: eigenständige Python-Anwendung aus einer gewählten Themendomäne
- Code-Review und Refactoring eines eigenen Skripts nach Clean-Code-Prinzipien
Die Übungen sind progressiv aufgebaut: Jede Einheit baut auf dem Vorherigen auf. Fehler und Debugging gehören ausdrücklich zum Lernprozess — wer versteht, warum Code falsch läuft, lernt mehr als jemand, der nur funktionierende Beispiele abschreibt. Das Abschlussprojekt gibt den Teilnehmenden die Möglichkeit, ein eigenständiges, vorweisbares Ergebnis für ihr Bewerbungsportfolio zu entwickeln.
Lernziele:
- Grundprinzipien der Programmierung und Softwareentwicklung theoretisch fundiert verstehen
- Python-Syntax, Datentypen und Kontrollstrukturen sicher beherrschen
- Wiederverwendbaren Code durch Funktionen und Module strukturieren
- Objektorientierte Programmierung mit Klassen, Vererbung und Polymorphie in Python umsetzen
- Fehler- und Ausnahmebehandlung (Exception Handling) zuverlässig einsetzen
- Fortgeschrittene Python-Konzepte wie Dekoratoren, Generatoren und Closures anwenden
- Nebenläufige Programmierung mit Multithreading für performante Anwendungen nutzen
- Dateizugriff und persistente Datenspeicherung in verschiedenen Formaten realisieren
- Datenbankanbindung über Python-Schnittstellen (SQL, relationale Datenbanken) aufbauen
- Grafische Benutzeroberflächen (GUI) mit Python-Bibliotheken entwickeln
- Netzwerkprogrammierung und Web-Einstieg in Python umsetzen
- Softwaredesign mit UML-Grundlagen strukturiert planen und dokumentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Vollqualifizierung richtet sich an Personen, die ernsthaft in die Softwareentwicklung einsteigen oder ihre IT-Kenntnisse auf professionellem Niveau erweitern möchten.
- Quereinsteiger aus beliebigen Berufsfeldern mit hoher IT-Affinität und Lernbereitschaft
- IT-nahe Fachkräfte (IT-Support, Systemadministration), die in die Entwicklung wechseln möchten
- Personen, die bereits mit anderen Programmiersprachen gearbeitet haben und Python gezielt erlernen
- Berufsrückkehrerinnen und -rückkehrer, die sich für den Arbeitsmarkt in der IT neu qualifizieren
- Arbeitssuchende mit Bildungsgutschein, die eine anerkannte IT-Qualifizierung anstreben
Vorausgesetzt werden gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sowie grundlegende Englischkenntnisse (B1 oder besser), da Dokumentationen und Entwicklungswerkzeuge häufig auf Englisch verfasst sind. Weiterhin sind erweiterte PC-Kenntnisse und ein sicherer Umgang mit Windows, der Ordnerstruktur und der Arbeit mit Dateien erforderlich. Eine hohe IT-Affinität und die Bereitschaft, eigenständig zu üben und Probleme zu recherchieren, sind entscheidend für den Kurserfolg. Programmiervorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich, aber von Vorteil.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning durchgeführt — eine Kombination aus live begleiteten Online-Phasen (Unterricht, Q&A, Code-Reviews) und eigenständigen Übungsphasen außerhalb des Unterrichts. Diese Methode ermöglicht es, sowohl erklärte Konzepte im Unterricht zu verankern als auch durch eigenständiges Programmieren das echte Problemlösungsdenken zu entwickeln. Der Unterricht erfolgt in Vollzeit; die Wochenstruktur und der individuelle Lernplan werden im Beratungsgespräch festgelegt. Die Kursträger unterstützen zudem bei der Überarbeitung von Bewerbungsunterlagen und der Jobsuche während der Schulung.
Die Weiterbildung dauert mehr als drei Monate bis zu sechs Monate und umfasst damit einen vollständigen Qualifizierungszyklus von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Themen. Das Vollzeitformat sorgt für eine intensive und durchgängige Auseinandersetzung mit den Kursinhalten. Eine Teilzeitvariante ist nach Absprache möglich.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Kursträgers (z. B. Ihr JobCoach, NH Schulungscenter, AWT, GfM, Berger Bildungsinstitut oder Lecturio GmbH). Das Zertifikat dokumentiert die behandelten Inhalte und kann potenziellen Arbeitgebern als Nachweis der abgeschlossenen Qualifizierung vorgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Python ist heute eine der meistverbreiteten Programmiersprachen weltweit — und das aus gutem Grund: Die klare Syntax macht sie für Einsteiger zugänglich, während die enorme Bandbreite an Bibliotheken und Frameworks sie für professionelle Softwareentwicklung, Data Engineering, Automatisierung und KI-Anwendungen gleichermaßen attraktiv macht. Wer Python beherrscht, verfügt über eine Schlüsselkompetenz, die in nahezu jeder technologiegetriebenen Branche nachgefragt wird. Die Weiterbildung kann bei AZAV-zertifizierten Trägern in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung als ergänzende Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht. Diese breite Förderbarkeit macht die Qualifizierung für eine große Zielgruppe zugänglich, unabhängig von der aktuellen beruflichen Situation. Das Abschlussprojekt und die über den Kurs hinweg erstellten Code-Artefakte bilden den Grundstein für ein berufliches Portfolio. Dieses Portfolio ist beim Berufseinstieg im IT-Bereich von erheblichem Wert, da es potenziellen Arbeitgebern zeigt, was die Absolventin oder der Absolvent tatsächlich kann — nicht nur, was sie oder er gelernt hat. Kursträger unterstützen aktiv bei Bewerbungsunterlagen und der Jobsuche, sodass die Qualifizierung vom ersten bis zum letzten Schritt auf einen erfolgreichen Berufseinstieg ausgerichtet ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich diesen Kurs ohne Programmiervorkenntnisse belegen?
Ja. Der Kurs beginnt mit den absoluten Grundlagen der Programmierung und setzt keine Python-Kenntnisse voraus. Wichtig sind jedoch eine hohe IT-Affinität, Eigeninitiative beim Üben und ein sicherer Umgang mit dem PC. Wer bereits in einer anderen Programmiersprache gearbeitet hat, wird viele Konzepte schneller verstehen.
Wird der Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert?
Bei den AZAV-zertifizierten Kursanbietern ist die Förderung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters grundsätzlich möglich. Ergänzend kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen zur Rehabilitation und von der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Die Förderberechtigung wird individuell durch die zuständige Behörde geprüft.
Welche Berufsfelder kann ich nach der Qualifizierung anstreben?
Die Weiterbildung eröffnet Wege in die Softwareentwicklung (Backend), Automatisierung, Daten-Engineering und KI-nahe Tätigkeiten. Typische Einstiegspositionen sind Junior Python Developer, Automation Engineer oder Backend-Entwickler. Mit dem Abschlussprojekt als Portfolio-Beleg verbessern sich die Chancen beim Berufseinstieg deutlich.
Wie lange dauert die Qualifizierung?
Die Weiterbildung dauert mehr als drei Monate bis zu sechs Monate in Vollzeit. Dieser Zeitrahmen ist bewusst gewählt, um sowohl Grundlagen als auch fortgeschrittene Themen gründlich zu behandeln. Kurzformate, die nur Teilbereiche abdecken, sind für eine vollständige Berufsqualifizierung nicht geeignet.
Erhalte ich Unterstützung bei der Jobsuche nach dem Kurs?
Ja. Die Kursträger unterstützen aktiv bei der Überarbeitung von Bewerbungsunterlagen und der Jobsuche. Das beginnt bereits während der Schulung, sodass Absolventinnen und Absolventen nach dem Abschluss direkt mit professionellen Unterlagen auf Stellensuche gehen können.
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