Überblick
Qualitätsmanagement ist keine optionale Disziplin, sondern die Grundlage für dauerhaften Unternehmenserfolg. Wer die Prozesse einer Organisation systematisch plant, steuert und kontinuierlich verbessert, sichert Produktqualität, stärkt das Unternehmensimage und erschließt neue Marktanteile. Diese Weiterbildung führt Personen ohne Vorkenntnisse im Qualitätsmanagement Schritt für Schritt an das Thema heran — vom grundlegenden Verständnis eines Qualitätsmanagementsystems über die vollständige Umsetzung der DIN EN ISO 9001:2015 bis hin zur eigenständigen Organisation und Durchführung interner Audits. Die Kombination aus QMB-Basisqualifikation und interner Auditorenqualifikation in einer Weiterbildung schafft ein breites, sofort praxiswirksames Kompetenzprofil. Wer die abschließende TÜV-Prüfung besteht, erhält darüber hinaus eine anerkannte Zertifizierung, die auf dem Arbeitsmarkt bundesweit gefragt ist.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul deckt die Grundlagen des Qualitätsmanagements ab. Ohne Vorkenntnisse werden die wesentlichen Konzepte, die Entstehungsgeschichte der ISO-Normen und die übergeordneten Prinzipien des QM eingeführt. Die Teilnehmenden entwickeln ein gemeinsames Begriffsverständnis und verstehen, warum Qualitätsmanagement für Organisationen aller Branchen und Größen relevant ist.
- Entstehungsgeschichte und Entwicklung des Qualitätsmanagements
- Die sieben Grundsätze des Qualitätsmanagements im Detail
- Überblick über gängige Qualitätsmethoden und -werkzeuge
- Normenstruktur der ISO 9000-Familie und Harmonized Structure
- Einführung in den PDCA-Zyklus als Steuerungsinstrument
Das zweite Modul — QMB Teil 1 — behandelt den Aufbau und die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems. Die Teilnehmenden erarbeiten, wie QM-Systeme strukturiert sind, welche Rollen und Verantwortlichkeiten es gibt, und wie die ersten Abschnitte der Norm (1 bis 7) in der Praxis umgesetzt werden.
- Organisationskontext verstehen und interessierte Parteien analysieren
- Führung, Verantwortung und Qualitätspolitik verankern
- Prozesse identifizieren, beschreiben und in einer Prozesslandkarte abbilden
- Qualitätsziele festlegen und Maßnahmenplanung strukturieren
- Risikobasiertes Denken und Umgang mit Chancen und Risiken
- Ressourcen, Kompetenzen und Kommunikation im QMS organisieren
Das dritte Modul — QMB Teil 2 — vertieft die operative Umsetzung der Norm (Abschnitte 8 bis 10) und schließt mit der Vorbereitung auf die externe Zertifizierung. Besonderes Augenmerk gilt der Leistungsbewertung und dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP).
- Betriebliche Planung und Steuerung der Prozesse
- Externe und interne Leistungsanforderungen steuern (Lieferantenmanagement)
- Nichtkonformitäten identifizieren, dokumentieren und Korrekturen einleiten
- Managementbewertung vorbereiten und moderieren
- Qualitätswerkzeuge für Bewertung und Verbesserung anwenden (Pareto, Ishikawa, 5-Why)
- Zertifizierungsverfahren und Vorbereitung auf externe Audits
Das vierte Modul qualifiziert zur internen Auditorin / zum internen Auditor. Interne Audits sind ein unverzichtbares Instrument zur Überprüfung und Verbesserung des QMS und eine Anforderung der ISO 9001. Die Teilnehmenden lernen alle Schritte von der Auditplanung bis zur Berichterstellung.
- Auditarten — System-, Prozess- und Produktaudit — und ihre Zwecke
- Normative Grundlage DIN ISO 19011 — Leitfaden für das Auditieren von Managementsystemen
- Auditplanung und Auditprogramm aufstellen
- Checklisten für interne Audits entwickeln
- Auditvorgespräch, Auditdurchführung und Abschlussgespräch leiten
- Auditbericht erstellen und Korrekturmaßnahmen nachverfolgen
Praxis-Block: Simuliertes internes Audit
- Vorbereitung eines internen Audits für eine fiktive Organisation
- Auditprogramm und Auditplan erstellen
- Checkliste auf Basis der ISO 9001 Anforderungen entwickeln
- Rollenspiel Auditor — Auditierte im Praxisszenario
- Feststellungen (Abweichungen, Beobachtungen, Stärken) dokumentieren
- Auditbericht verfassen und Korrekturmaßnahmen formulieren
- Management-Präsentation der Audit-Ergebnisse simulieren
- Feedback und Reflexion im Kursplenum
- Vorbereitung auf das TÜV-Prüfungsgespräch
- Wiederholung der prüfungsrelevanten Norminhalte
- Schriftliche Übungsaufgaben aus vergangenen Prüfungen besprechen
- Individuelle Lernstandsüberprüfung und Vertiefung offener Fragen
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss der Weiterbildung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgende Kompetenzen einsetzen.
- die Grundlagen und die historische Entwicklung des Qualitätsmanagements erläutern
- die sieben Grundsätze des Qualitätsmanagements nach ISO 9000 benennen und auf Praxisfälle anwenden
- ein Qualitätsmanagementsystem in einer Organisation von Grund auf einführen, aufrechterhalten und weiterentwickeln
- alle Abschnitte der DIN EN ISO 9001:2015 (Abschnitt 1 bis 10) kennen und deren Anforderungen organisationsspezifisch umsetzen
- Prozesse identifizieren, beschreiben, steuern und in einer Prozesslandkarte darstellen
- Qualitätsziele SMART formulieren und Maßnahmen zu ihrer Erreichung planen
- Chancen und Risiken im Sinne des risikobasierten Denkens der ISO 9001 bewerten
- ausgewählte Qualitätswerkzeuge (z. B. Pareto-Analyse, Ishikawa, FMEA-Grundzüge) anwenden
- Leistungsbewertungen und Managementbewertungen vorbereiten und moderieren
- Zertifizierungsverfahren für QMS verstehen und Organisationen auf eine externe Zertifizierung vorbereiten
- interne Audits nach DIN ISO 19011 systematisch planen, durchführen und dokumentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs ist der ideale Einstieg für Personen, die in ihrer Organisation Qualitätsverantwortung übernehmen sollen oder wollen — auch ohne vorherige Kenntnisse im Qualitätsmanagement.
- Fach- und Führungskräfte aus Organisationen aller Branchen, die ein QMS einführen oder weiterentwickeln sollen
- Mitarbeitende, die als QMB oder interne Auditorin / interner Auditor benannt werden sollen
- Prozesseigner und Teamleitungen, die für die Qualität ihrer Bereiche Verantwortung tragen
- Berufseinsteiger und Umsteiger, die sich für eine Karriere im Qualitätsmanagement qualifizieren
- Führungskräfte, die ein vertieftes Verständnis von QM-Systemen für ihre Führungsaufgabe benötigen
Mindestens ein Realschulabschluss und ein Facharbeiterabschluss werden vorausgesetzt. Vorkenntnisse im Qualitätsmanagement sind ausdrücklich nicht erforderlich — der Kurs ist ab dem Grundstein konzipiert. Wichtig ist die Fähigkeit, selbständig und strukturiert zu arbeiten; sicheres Deutsch in Wort und Schrift ist Voraussetzung. Grundlegende Computerkenntnisse werden erwartet, da Lernmaterialien und Prüfungsvorbereitungen digital bereitgestellt werden. Kenntnisse in der Normenarbeit oder betriebswirtschaftliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, aber hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird als Combined Learning durchgeführt und verbindet Präsenz- mit Online-Phasen. Theoretische Inhalte werden in kompakten Lerneinheiten eingeführt und sofort durch Fallbeispiele, Gruppenarbeiten und praktische Übungen verankert. Das simulierte interne Audit am Ende der Qualifizierung stellt sicher, dass die Teilnehmenden die Auditmethodik wirklich anwenden können — nicht nur theoretisch kennen. Übungsaufgaben und Prüfungssimulationen bereiten gezielt auf die TÜV-Zertifizierungsprüfung vor. Lernmaterialien und Normenauszüge stehen auf einer digitalen Plattform bereit.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat und bis zu drei Monate und wird in Vollzeit absolviert. Der Umfang variiert je nach Bildungsträger, umfasst typischerweise aber 200 bis 350 Unterrichtsstunden. Bildungsträger koordinieren Präsenz- und Online-Anteile nach dem Lernkonzept ihres Standorts. Die Prüfungsgebühren für die TÜV-Zertifizierung sind in der Regel im Kursangebot enthalten oder werden separat ausgewiesen.
Bei bestandener TÜV-Prüfung erhalten die Teilnehmenden ein TÜV-Zertifikat als Qualitätsmanagement-Beauftragter (QMB) und als interner Auditor. Dieses Zertifikat ist deutschlandweit und international anerkannt und wird von Arbeitgebern branchenübergreifend als Nachweis qualifizierter QM-Kompetenz akzeptiert. Zusätzlich erhalten alle Teilnehmenden eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung. Falls die TÜV-Prüfung nicht abgelegt wird, kann eine rein trägerinterne Bescheinigung ausgestellt werden. Prüfungsgebühren und Modalitäten sind je nach Bildungsträger zu erfragen.
Nutzen & Perspektiven
Qualitätsmanager und interne Auditoren sind in nahezu allen Branchen nachgefragt — von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis hin zu Dienstleistungsunternehmen und dem Gesundheitswesen. Das TÜV-Zertifikat ist ein starkes Argument im Bewerbungsgespräch, denn es signalisiert nicht nur Fachwissen, sondern auch Bereitschaft zur strukturierten Überprüfung und Verbesserung von Prozessen. Wer eine QMB-Funktion übernimmt, trägt unmittelbar zur Wertschöpfung des Unternehmens bei — durch weniger Fehler, kürzere Durchlaufzeiten und zufriedenere Kundinnen und Kunden. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Die finanzielle Unterstützung macht den Einstieg ins Qualitätsmanagement auch für Quereinsteiger ohne eigene Mittel möglich. Die kombinierten Qualifikationen — QMB und interner Auditor — ermöglichen nach der Weiterbildung eine direkte Übernahme beider Funktionen in der Praxis. Wer langfristig eine Karriere im Qualitätsmanagement anstrebt, kann auf dieser Grundlage gezielt aufbauen: Aufbaukurse zum Qualitätsmanager (TÜV), zur Fachkraft für Lean Management oder zum Six-Sigma-Praktiker vertiefen das Profil und öffnen den Weg in Führungspositionen im Qualitätswesen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse im Qualitätsmanagement?
Nein. Der Kurs ist explizit für Personen ohne Vorkenntnisse konzipiert und startet mit den Grundlagen des Qualitätsmanagements. Erfahrungen aus dem Berufsalltag in einem Unternehmen sind hilfreich, aber kein QM-Vorwissen erforderlich.
Was ist das TÜV-Zertifikat und wie wird es erworben?
Das TÜV-Zertifikat als QMB und interner Auditor wird nach bestandener Prüfung durch den TÜV ausgestellt. Die Prüfung besteht in der Regel aus einer schriftlichen und/oder mündlichen Prüfung und wird am Ende der Weiterbildung abgelegt. Die Bildungsträger bereiten die Teilnehmenden gezielt auf diese Prüfung vor.
Welche Branchen setzen ein QMB-Zertifikat voraus?
QMB-Qualifikationen sind branchenübergreifend relevant — besonders in Industrie, Automobil, Maschinenbau, Medizintechnik, Dienstleistung, Gesundheit und Öffentlichem Dienst. In zertifizierten Unternehmen ist die Benennung eines QMB eine Anforderung der ISO 9001, was die Stellenwert der Qualifikation unterstreicht.
Was ist der Unterschied zwischen QMB und internem Auditor?
Der/die QMB ist verantwortlich für den Aufbau, die Pflege und Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems im Unternehmen. Der/die interne Auditor/in führt interne Überprüfungen des QMS durch, um die Normkonformität und Wirksamkeit der Prozesse zu prüfen. Beide Funktionen ergänzen sich und werden in diesem Kurs kombiniert vermittelt.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz und weitere Förderprogramme kommen je nach Situation in Betracht. Die Förderberatung erfolgt direkt beim Bildungsträger oder der Bundesagentur für Arbeit.
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