Überblick
Qualität und Projekterfolg hängen in der Praxis untrennbar zusammen: Wer Qualitätssicherung professionell betreibt, muss in der Lage sein, Verbesserungsprojekte zu planen, zu steuern und in bestehende Managementsysteme einzubinden. Umgekehrt brauchen Projektmanager ein fundiertes Verständnis von Qualitätsanforderungen, um Ergebnisse zu liefern, die nachhaltig Bestand haben. Diese Weiterbildung verbindet beide Kompetenzfelder: Teilnehmende erarbeiten das methodische Rüstzeug des Qualitätsmanagements nach ISO 9001 und ergänzen es mit dem Handwerkszeug strukturierter Projektarbeit — und schließen mit einem TÜV-Zertifikat ab, das beide Qualifizierungsbereiche ausweist.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Qualitätsmanagement: Grundlagen und ISO 9001 Dieser Block legt das normative Fundament. Teilnehmende lernen, was ein Qualitätsmanagementsystem strukturell ausmacht, welche Anforderungen die ISO 9001 stellt und wie diese in verschiedenen Unternehmenstypen — von Produktionsbetrieben bis zu Dienstleistern — umgesetzt werden. Die Norm wird nicht als abstraktes Regelwerk, sondern als praktisches Steuerungsinstrument vermittelt.
- Grundbegriffe des Qualitätsmanagements: Qualität, Prozess, System, Konformität
- Aufbau und Anforderungen der ISO 9001 (aktuelle Fassung)
- Qualitätsmanagementsysteme einführen und dokumentieren
- Prozessorientierter Ansatz: Kernprozesse, Unterstützungsprozesse, Steuerungsprozesse
- Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) im QMS-Kontext
- Zertifizierungsablauf: Was passiert beim externen Audit?
Modul 2 — Qualitätswerkzeuge und Fehlervermeidung Qualitätsmanagement lebt von konkreten Analyse- und Steuerungsinstrumenten. Dieser Block trainiert die wichtigsten Werkzeuge in der Anwendung — nicht nur als Theorie, sondern als praktisch einsetzbare Techniken zur Fehlerursachenanalyse und Prozessoptimierung.
- FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse): Aufbau, Durchführung, Risikobewertung
- Ishikawa-Diagramm (Ursache-Wirkungs-Analyse) für systematische Fehlersuche
- PDCA-Zyklus als Grundstruktur kontinuierlicher Verbesserung
- Pareto-Analyse: Prioritäten aus Fehlerdaten ableiten
- Statistische Prozesskontrolle (SPC): Grundprinzipien und Einsatzbereiche
- Qualitätskennzahlen: Fehlerquoten, Reklamationsraten, Prozessfähigkeitskennzahlen
Modul 3 — Internes Audit und Qualitätsdokumentation Wer Qualität sicherstellen will, muss sie zunächst prüfbar machen. Dieser Block vermittelt, wie interne Audits strukturiert werden, welche Dokumentationsanforderungen gelten und wie Auditbefunde zu Verbesserungsmaßnahmen führen.
- Planung und Vorbereitung interner Audits
- Auditdurchführung: Fragetechniken, Beobachtung, Beweiserhebung
- Auditbericht erstellen und Abweichungen klassifizieren
- Korrekturmaßnahmen ableiten und deren Wirksamkeit prüfen
- Dokumentenlenkung und Aufzeichnungspflichten nach ISO 9001
- Lieferantenaudits und externe Zertifizierungsaudits vorbereiten
Modul 4 — Projektmanagement im Qualitätskontext Qualitätsverbesserung ist fast immer Projektarbeit — neue Standards einführen, Prozesse umgestalten, Zertifizierungen vorbereiten. Dieser Block vermittelt die methodischen Grundlagen strukturierter Projektplanung und zeigt, wie diese auf typische Aufgaben im Qualitätsmanagement übertragen werden.
- Projektdefinition: Ziele, Scope, Stakeholder, Rahmenbedingungen
- Projektplanung: Meilensteinplan, Ressourcenplanung, Zeitplanung
- Projektcontrolling: Statusberichte, Ampelsysteme, Abweichungsmanagement
- Risikomanagement im Projekt: Identifikation, Bewertung, Maßnahmen
- Stakeholder-Kommunikation und Einbindung in Qualitätsprojekten
- Projektabschluss: Abnahme, Lessons Learned, Dokumentation
Praxisblock — Fallarbeit, Anwendung und TÜV-Abschluss Der abschließende Block bringt Qualitätsmanagement und Projektmanagement in gemeinsamen Praxisaufgaben zusammen und mündet in der TÜV-Abschlussprüfung. Typische QM-Problemsituationen werden mit einem strukturierten Methodenmix bearbeitet.
- Analyse einer realistischen QM-Problemsituation mit mehreren klassischen Werkzeugen
- Erstellung eines vollständigen internen Auditplans inklusive Auditfragen
- FMEA-Übung zu einem typischen Produktions- oder Dienstleistungsprozess
- Projektstrukturplan für ein QM-Verbesserungsprojekt entwickeln
- Präsentation eines Qualitätsprojektkonzepts mit Methodik und Meilensteinplan
- Kennzahlen-Dashboard für ein laufendes QM-Projekt entwerfen und interpretieren
- Gruppenübungen zu Auditgesprächen, Befundklassifikation und Maßnahmenableitung
- Verknüpfung von Qualitätszielen und Projektmeilensteinen in einem integrierten Steuerungskonzept
- Simulation eines Übergabegesprächs zwischen QM-Beauftragtem und Projektleitung
- Gezielte Wiederholung der Kerninhalte beider Themenbereiche
- TÜV-Abschlussprüfung
Lernziele:
- Grundlagen und Anforderungen der ISO 9001 verstehen und auf reale Organisationen anwenden
- Qualitätsmanagementsysteme (QMS) aufbauen, dokumentieren und weiterentwickeln
- Klassische Qualitätswerkzeuge (FMEA, Ishikawa-Diagramm, PDCA-Zyklus, Pareto-Analyse) sicher anwenden
- Interne Qualitätsaudits planen, durchführen und dokumentieren
- Qualitätskennzahlen (KPIs) definieren, erheben und zur Prozesssteuerung einsetzen
- Risikobasiertes Denken als Grundprinzip des modernen Qualitätsmanagements verankern
- Projekte strukturiert planen: Ziele, Meilensteine, Ressourcen, Zeitplan
- Projektcontrolling durchführen und Abweichungen frühzeitig erkennen
- Stakeholder in Qualitäts- und Verbesserungsprojekten einbinden und kommunizieren
- Risiken in Projekten und Qualitätsprozessen systematisch identifizieren und steuern
- Qualitätsbezogene Projektaufgaben eigenständig übernehmen und berichten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die im Qualitätswesen tätig sind oder werden wollen, sowie an Projektverantwortliche, die Qualitätskompetenz als ergänzendes Profil aufbauen. Die folgenden Profile sind typisch für diese Weiterbildung.
- Sachbearbeiter und Koordinatoren aus Qualitätssicherung, Produktion oder Verwaltung
- Personen, die eine Funktion als Qualitätsbeauftragte/r oder QM-Beauftragter anstreben
- Projektmanager, die QM-Kompetenz als ergänzendes Qualifikationsprofil aufbauen wollen
- Fachkräfte, die auf eine TÜV-Zertifizierung im Qualitätsmanagement hinarbeiten
Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind erforderlich, da alle Unterrichts- und Prüfungsunterlagen auf Deutsch vorliegen. Berufserfahrung in einem Unternehmensumfeld erleichtert das Verständnis der Praxisbeispiele erheblich. Vorkenntnisse im Qualitätsmanagement oder in der ISO 9001 sind nicht erforderlich — der Kurs führt alle normativen Grundlagen strukturiert ein.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet Unterrichtseinheiten mit Gruppenarbeiten und Fallstudien. Qualitätswerkzeuge werden direkt an konkreten Beispielen aus Produktion und Dienstleistung trainiert; Projektmanagement-Methoden werden an praxisnahen Szenarien erarbeitet. Auditübungen in Kleingruppen simulieren reale Prüfsituationen und festigen die erworbenen Kompetenzen. Die Kursstruktur bereitet gezielt auf die TÜV-Abschlussprüfung vor.
Die Weiterbildung wird in Vollzeit durchgeführt. Aktuelle Terminangaben und die genaue Kursdauer sind bei den anbietenden Einrichtungen erhältlich.
Nach erfolgreicher Abschlussprüfung erhalten Teilnehmende ein TÜV-Zertifikat mit der Bezeichnung „Qualitätsmanager mit Projektmanagement". Das TÜV-Zertifikat ist ein breit anerkannter Qualifikationsnachweis im deutschsprachigen Raum und wird von Arbeitgebern in Industrie, Handel und Dienstleistungsunternehmen als Beleg für QM-Kompetenz akzeptiert. Zusätzlich wird ein trägerinternes Zertifikat ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Qualitätsmanagement ist in zertifizierten und regulierten Branchen kein optionales Extra — es ist Voraussetzung für Marktfähigkeit, Kundenzufriedenheit und rechtliche Compliance. Wer in diesem Bereich eine anerkannte Qualifikation vorweist, öffnet sich den Zugang zu Funktionen, die in nahezu allen Industriesektoren dauerhaft besetzt werden müssen: Qualitätsbeauftragte, interne Auditoren, Prozessverantwortliche. Das TÜV-Zertifikat dieses Kurses ist in Deutschland ein anerkanntes Qualitätssignal. Arbeitgeber in Automobilindustrie, Maschinenbau, Medizintechnik, Pharma und Dienstleistungen kennen es und wissen, welche methodischen Inhalte dahinterstehen. Wer dieses Zertifikat hält, dokumentiert nicht nur Wissenserwerb, sondern eine bestandene unabhängige Prüfung. Die Kombination aus Qualitätsmanagement und Projektmanagement ist dabei strategisch besonders wertvoll: Qualitätsverbesserungen entstehen nicht von allein, sondern durch geplante, gesteuerte Veränderungsvorhaben. Wer beide Werkzeugkästen beherrscht, kann den gesamten Zyklus von der Problemidentifikation über die Projektdurchführung bis zur Systemverankerung eigenständig abdecken — eine Kompetenz, die Qualifikationsprofile deutlich stärkt. Hinzu kommt, dass die ISO 9001 regelmäßig aktualisiert und durch externe Audits überprüft wird. Unternehmen, die zertifiziert sind oder eine Zertifizierung anstreben, brauchen intern ausgebildete Fachkräfte, die den Normanforderungen standhalten und bei der Vorbereitung externer Audits eine zentrale Rolle übernehmen können. Wer diese Aufgabe übernimmt, sitzt an einer strategisch wichtigen Schnittstelle zwischen operativem Tagesgeschäft und Managementsystem — und trägt damit unmittelbar zur Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens bei.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das TÜV-Zertifikat und wie wird es anerkannt?
Das TÜV-Zertifikat wird nach bestandener Abschlussprüfung ausgestellt und ist im deutschsprachigen Raum ein breit anerkannter Qualifikationsnachweis im Qualitätsmanagement. Es dokumentiert, dass Inhaber eine unabhängige Prüfung zu QM-Methodik und Projektmanagement bestanden haben.
Muss ich die ISO 9001 kennen, bevor ich anfange?
Nein. Der Kurs führt alle normativen Grundlagen der ISO 9001 strukturiert ein und setzt keine Vorkenntnisse voraus. Berufserfahrung in einem Unternehmensumfeld erleichtert das Verständnis der Praxisbeispiele, ist aber keine Bedingung.
Wozu brauche ich Projektmanagement-Kenntnisse als Qualitätsmanager?
Qualitätsverbesserung ist fast immer Projektarbeit: neue Prozesse einführen, Zertifizierungen vorbereiten, Systeme umgestalten. Wer Qualitätswerkzeuge und Projektplanung kombiniert beherrscht, kann Verbesserungsvorhaben eigenständig von der Planung bis zum Abschluss verantworten.
In welchen Branchen kann ich mit diesem Zertifikat arbeiten?
Das TÜV-Zertifikat ist branchenübergreifend anerkannt. Besonders relevant sind Automobilindustrie, Maschinenbau, Medizintechnik, Pharma, Lebensmittelproduktion und Dienstleistungsunternehmen — überall dort, wo ISO-Zertifizierungen oder regulatorische Anforderungen bestehen.
Wie ist der Kurs aufgebaut und wann findet die TÜV-Prüfung statt?
Der Kurs schließt mit einer TÜV-Abschlussprüfung ab, auf die der gesamte Kursverlauf inhaltlich vorbereitet. Aktuelle Prüfungstermine und Kursstruktur werden von den anbietenden Einrichtungen kommuniziert.
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