Überblick
Diese Weiterbildung bereitet Berufswechsler gezielt auf die Rolle des Product Owner in agilen IT-Teams vor. Im Mittelpunkt steht das Scrum-Framework als das in der Praxis am weitesten verbreitete agile Vorgehensmodell: die Teilnehmenden lernen, was ein Product Owner konkret tut, welche Verantwortlichkeiten er trägt und wie er den Wert eines digitalen Produkts systematisch steigert. Kein anderer IT-Quereinstieg ist so direkt auf diese Schlüsselrolle ausgerichtet. Product Owner arbeiten an der Schnittstelle zwischen Geschäftsstrategie, Kundenbedürfnissen und technischer Umsetzung. Sie führen kein Entwicklungsteam – sie verantworten das Produkt-Backlog, priorisieren Features nach Wert und kommunizieren klar, was als nächstes entwickelt werden soll und warum. Diese Rolle verlangt strukturiertes Denken, Kommunikationsstärke und ein Grundverständnis für digitale Produkte – Qualitäten, die Quereinsteiger aus anderen Berufsfeldern oft mitbringen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Grundlagen agiler Produktentwicklung und das Scrum-Framework Der erste Block legt das konzeptionelle Fundament für die gesamte Weiterbildung. Die Teilnehmenden verstehen, was agile Produktentwicklung bedeutet, wie Scrum strukturiert ist und warum diese Methode in der IT-Branche dominiert.
- Agiles Manifest und die vier Grundwerte
- Scrum als Framework: Überblick über Rollen, Events und Artefakte
- Der Sprint als Grundeinheit: Ziel, Ablauf und Zeitrahmen
- Scrum-Team: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Unterschied zwischen Product Owner und Projektmanager
- Agile vs. klassisches Projektmanagement im Vergleich
Modul 2 – Product Backlog und User Stories Das Product Backlog ist das zentrale Arbeitsinstrument des Product Owner. Dieses Modul zeigt, wie ein Backlog aufgebaut, gepflegt und priorisiert wird – und wie User Stories als Kommunikationsformat zwischen Fachbereich und Entwicklung funktionieren.
- Product Backlog: Aufbau, Inhalte und Pflege (Refinement)
- User Stories nach dem Format „Als … möchte ich … damit …"
- Epics, Features und User Stories: Granularitätsstufen verstehen
- Akzeptanzkriterien formulieren: Wann ist ein Story „done"?
- Definition of Done und Definition of Ready
- Backlog-Priorisierung: MoSCoW, Kano-Modell, Business Value
Modul 3 – Stakeholder-Management und Anforderungsaufnahme Product Owner arbeiten täglich mit Stakeholdern – von der Geschäftsführung bis zum Endkunden. Dieses Modul vermittelt, wie Anforderungen systematisch erhoben, bewertet und in das Backlog überführt werden.
- Stakeholder identifizieren und Stakeholder-Map erstellen
- Anforderungen erheben: Interviews, Workshops und Observationstechniken
- Fachliche Anforderungen in Backlog-Einträge übersetzen
- Umgang mit widersprüchlichen Stakeholder-Interessen
- Produktvision formulieren und kommunizieren
- Sprint Review als Feedback-Schleife mit Stakeholdern nutzen
Modul 4 – IT-Grundlagenwissen für Product Owner Um mit Entwicklungsteams auf Augenhöhe kommunizieren zu können, benötigen Product Owner ein grundlegendes Verständnis technischer Konzepte. Dieser Block vermittelt das nötige Mindestwissen, ohne Programmierkenntnisse vorauszusetzen.
- Wie Software entsteht: vom Code zur Applikation
- Frontend und Backend verstehen
- APIs, Datenbanken und Systemarchitektur im Überblick
- Technische Schulden und ihre Auswirkungen auf die Priorisierung
- Testphasen und Qualitätssicherung in Scrum-Teams
- Sicherheits- und Datenschutzanforderungen als Product-Owner-Thema
Die erworbenen Kenntnisse werden in einer durchgehenden Fallstudie angewendet, in der die Teilnehmenden die PO-Rolle für ein fiktives digitales Produkt übernehmen.
- Produktvision für ein fiktives Produkt entwickeln
- Initiales Product Backlog mit 15–20 User Stories anlegen
- Backlog mit MoSCoW-Methode priorisieren
- Sprint Planning für den ersten Sprint durchführen
- Akzeptanzkriterien für drei User Stories detailliert ausarbeiten
- Stakeholder-Map für ein vorgegebenes Szenario erstellen
- Änderungsanforderung eines Stakeholders bewerten und einarbeiten
- Sprint Review mit simuliertem Stakeholder-Feedback moderieren
- Roadmap für zwei Quartale visualisieren
- Technische Schulden als Backlog-Einträge formulieren
- Definition of Done für ein fiktives Team erarbeiten
- Refinement-Meeting planen und Agenda entwickeln
Die Übungen orientieren sich an realen Arbeitssituationen aus dem PO-Alltag in IT-Unternehmen. Die Teilnehmenden verlassen den Kurs mit konkreten Werkzeugen, Vorlagen und einem Verständnis dafür, wie sie als Product Owner vom ersten Arbeitstag an wirksam werden können.
Lernziele:
- Das Scrum-Framework vollständig verstehen: Rollen, Events und Artefakte
- Die Verantwortlichkeiten und das Selbstverständnis des Product Owner in agilen Teams beschreiben
- Ein Product Backlog strukturiert anlegen, pflegen und priorisieren
- User Stories nach dem Who-What-Why-Muster verständlich formulieren
- Akzeptanzkriterien präzise definieren und mit dem Entwicklungsteam abstimmen
- Stakeholder identifizieren, Anforderungen aufnehmen und in Backlog-Einträge übersetzen
- Priorisierungsmethoden wie MoSCoW, Kano-Modell und Business-Value-Ansatz anwenden
- Sprint Planning, Sprint Review und Sprint Retrospective aus PO-Sicht gestalten
- Produktvision und Roadmap kommunizieren
- Technisches IT-Grundlagenwissen für die PO-Rolle aufbauen
- Grundlagen agiler Produktentwicklung im IT-Kontext anwenden
- Typische Herausforderungen im Quereinstieg in die IT-Branche bewältigen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich explizit an Personen, die aus einem anderen Berufsfeld in die IT-Branche wechseln möchten – mit dem Ziel, als Product Owner tätig zu werden.
- Berufswechsler aus kaufmännischen, gestalterischen, kommunikativen oder technischen Berufen
- Fachkräfte mit Projekterfahrung außerhalb der IT, die ins digitale Produktmanagement einsteigen wollen
- Personen mit Interesse an agilen Methoden und digitalen Produkten
- Arbeitssuchende mit abgeschlossener Berufsausbildung oder Studium und digitalem Interesse
- Berufsrückkehrer, die sich für eine neue Karriererichtung in der IT qualifizieren möchten
Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium wird empfohlen. Programmierkenntnisse sind ausdrücklich nicht erforderlich. Die Teilnehmenden sollten Grundkenntnisse im Umgang mit digitalen Tools mitbringen sowie Deutsch auf mindestens B2-Niveau beherrschen. Ein grundlegendes Interesse an digitalen Produkten, strukturiertem Arbeiten und teamorientierter Kommunikation ist die wichtigste Voraussetzung für einen erfolgreichen Abschluss.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet als virtuelles Klassenzimmer statt – mit festen Online-Unterrichtszeiten, direktem Austausch mit den Dozentinnen und Dozenten und strukturierten Gruppenübungen. Diese Form ermöglicht eine hohe Interaktivität trotz des Remote-Formats. Theoretische Einheiten wechseln regelmäßig mit Fallbeispielen und praktischen Aufgaben, die direkt auf den Berufsalltag eines Product Owner ausgerichtet sind. Der Kurs läuft überwiegend in Teilzeit, sodass er auch parallel zu anderen Verpflichtungen absolviert werden kann.
Die Weiterbildung findet meist in Teilzeit, teils auch in Vollzeit statt. Die genaue Kursdauer variiert je nach Anbieter; übliche Formate für diesen Qualifizierungsgrad umfassen mehrere Wochen mit regelmäßigen Unterrichtseinheiten und begleitenden Praxisaufgaben.
Nach Abschluss der Weiterbildung erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat mit dem Titel „Quereinstieg in die IT als Product Owner". Diese Teilnahmebescheinigung dokumentiert die erworbenen Kenntnisse in agilem Produktmanagement und im Scrum-Framework. Es handelt sich um kein staatlich anerkanntes Zertifikat; wer eine offizielle Scrum-Zertifizierung anstrebt (z. B. PSPO I von Scrum.org), kann diese auf Basis der in diesem Kurs erworbenen Kenntnisse eigenständig ablegen.
Nutzen & Perspektiven
Die Product-Owner-Rolle gehört zu den gefragtesten Positionen in der digitalen Wirtschaft. IT-Unternehmen, Startups und zunehmend auch Konzerne suchen Product Owner, die nicht nur Scrum-Methodik beherrschen, sondern auch die fachliche Domäne des Produkts verstehen und klar mit Stakeholdern kommunizieren können. Gerade Quereinsteiger mit Berufserfahrung außerhalb der IT bringen oft genau diese Perspektive mit – und dieser Kurs schließt die methodische Lücke. Ein besonderer Vorzug der PO-Rolle für Quereinsteiger liegt in ihrer Natur: Sie erfordert keine Programmierkenntnisse, sondern vor allem strukturiertes Denken, Kommunikationsfähigkeit und die Bereitschaft, Entscheidungen auf Basis von Daten und Kundenfeedback zu treffen. Diese Stärken lassen sich aus vielen anderen Berufsfeldern übertragen – und genau das macht diesen Einstiegspfad für Berufswechsler besonders attraktiv. Mit den erlernten Kenntnissen in User Story Writing, Backlog-Priorisierung und Stakeholder-Management sind Absolventen dieses Kurses in der Lage, direkt in Scrum-Teams mitzuwirken. Darüber hinaus legt die Weiterbildung eine solide Basis für weiterführende Qualifizierungen – etwa als Product Manager mit strategischer Produktverantwortung oder als Agile Coach mit systemischem Blick auf die gesamte Organisation.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich programmieren können, um Product Owner zu werden?
Nein. Der Product Owner verantwortet das Produkt-Backlog und kommuniziert Anforderungen – er schreibt keinen Code. Technisches Grundverständnis für die Zusammenarbeit mit Entwicklungsteams ist hilfreich und wird im Kurs aufgebaut.
Was unterscheidet einen Product Owner von einem Projektmanager?
Der Product Owner verantwortet den Wert des Produkts und das Backlog – er entscheidet, was entwickelt wird. Ein klassischer Projektmanager steuert Zeitpläne, Budget und Ressourcen. In agilen Teams hat der PO keine Führungsverantwortung über das Entwicklungsteam, aber die volle Verantwortung für die Produktpriorität.
Wie läuft der Kurs ab und wie viel Zeit muss ich einplanen?
Der Kurs findet als virtuelles Klassenzimmer überwiegend in Teilzeit statt, teils auch in Vollzeit. Neben den Unterrichtszeiten kommen Praxisaufgaben hinzu, die eigenständig bearbeitet werden. Die genaue Stundenanzahl hängt vom jeweiligen Anbieter ab.
Erhalte ich eine offizielle Scrum-Zertifizierung?
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab. Wer zusätzlich eine offizielle Scrum-Zertifizierung wie den Professional Scrum Product Owner I (PSPO I) von Scrum.org anstrebt, kann diese auf Basis der hier erlernten Kenntnisse eigenständig ablegen.
Aus welchen Berufen steigen Teilnehmende typischerweise in diese Weiterbildung ein?
Typische Quereinsteiger kommen aus kaufmännischen Berufen, dem Marketing, der Unternehmensberatung, dem Gesundheitswesen oder aus pädagogischen Feldern. Entscheidend ist nicht die Ausgangsbranche, sondern Kommunikationsstärke, strukturiertes Denken und Interesse an digitalen Produkten.
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