Überblick
Requirements Engineering ist eine der Schlüsselrollen in der modernen Softwareentwicklung. Wer Nutzeranforderungen präzise erfasst, widerspruchsfrei dokumentiert und gegenüber Stakeholdern sowie Entwicklungsteams kommuniziert, schafft die Grundlage für erfolgreiche Produkte. Dieses Bootcamp qualifiziert für genau diese Aufgabe: In komprimierter, projekt-getriebener Form werden alle wesentlichen Methoden, Werkzeuge und Kommunikationstechniken des Requirements Engineerings vermittelt. Moderne KI-Tools werden dabei als integraler Bestandteil der Anforderungsarbeit eingeführt — nicht als Randnotiz, sondern als produktiv einsetzbares Handwerkszeug.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Schwerpunkt legt die Grundlagen des Requirements Engineerings. Anforderungsarten, Prozessrahmen und die Rolle des Requirements Engineers im Projektkontext werden eingeführt. Hier wird auch das Verständnis für den Unterschied zwischen Stakeholder-Wünschen und validen Anforderungen geschärft.
- Was ist Requirements Engineering und warum scheitern Projekte daran?
- Anforderungsarten: funktionale, nicht-funktionale, Randbedingungen
- Requirements Engineering im Wasserfall, agil und hybrid
- Die Rolle des Requirements Engineers im Team
- Grundbegriffe: Stakeholder, Anforderung, Spezifikation, Akzeptanzkriterium
- Einführung in RE-Standards und Frameworks (IREB-Grundkonzepte)
Der zweite Schwerpunkt trainiert Anforderungserhebung und Analyse. Das Erheben von Anforderungen ist handwerkliche Arbeit. Dieser Block trainiert die verschiedenen Elicitationstechniken — von strukturierten Interviews über partizipative Workshops bis hin zur Dokumentenanalyse.
- Interviewtechniken: offene, halbstrukturierte und strukturierte Formate
- Workshop-Moderation für Anforderungserhebung
- Observation und kontextuelle Analyse
- Anforderungen aus bestehender Dokumentation ableiten
- Widersprüche und Lücken in Anforderungen identifizieren
- Anforderungspriorisierung mit MoSCoW und Kano-Modell
Der dritte Schwerpunkt behandelt Anforderungsdokumentation und Verwaltung. Gute Anforderungen müssen so festgehalten werden, dass alle Beteiligten sie einheitlich interpretieren. Dieser Block widmet sich der schriftlichen Darstellung und der Verwaltung im laufenden Projektalltag.
- User Stories schreiben: Format, Akzeptanzkriterien, Definition of Done
- Use Cases erstellen und Akteure modellieren
- Software Requirements Specifications (SRS) strukturieren
- Anforderungsmanagement mit Jira, Confluence und Azure DevOps
- Traceability: Anforderungen rückverfolgen und verknüpfen
- Änderungsmanagement: Impact Assessment und Change-Control-Prozesse
Der vierte Schwerpunkt beleuchtet KI-Tools und agile RE-Praxis. KI-Werkzeuge beschleunigen die Anforderungsarbeit und eröffnen neue Wege der Analyse. Dieser Block ist praxisorientiert und kritisch zugleich: zielgerichteter Einsatz statt blinder Automatisierung.
- Einsatz von ChatGPT, Claude und ähnlichen Werkzeugen in der RE-Praxis
- Anforderungsdokumente mit KI generieren und prüfen
- Stakeholder-Kommunikation mit KI-Unterstützung strukturieren
- Requirements Engineering in agilen Teams: Backlog Refinement, Sprint Planning
- Zusammenarbeit mit Product Owners und Entwicklungsteams
- Typische Fallstricke bei der KI-gestützten Anforderungsarbeit
Praxis-Block — Projekt-getriebene Anwendung aller Kernkompetenzen
- Vollständige Anforderungserhebung für ein definiertes Produktszenario
- Stakeholder-Analyse und Kommunikationsplan erstellen
- User Stories mit Akzeptanzkriterien für ein Backlog schreiben
- Use-Case-Diagramm modellieren und textuell ausformulieren
- Anforderungsqualität anhand von Checklisten prüfen
- Widersprüche in einem vorhandenen Anforderungsdokument aufdecken
- Priorisierungsworkshop mit simulierten Stakeholdern durchführen
- Anforderungen in Jira oder Azure DevOps strukturieren
- Change Request bearbeiten und Impact analysieren
- Anforderungsdokumentation mit KI-Unterstützung erstellen und reviewen
- Abschlusspräsentation einer vollständigen Anforderungsdokumentation
- Peer-Review einer Anforderungsspezifikation kommentieren
Das Bootcamp ist konsequent projekt-getrieben: Teilnehmende arbeiten durchgehend an realen Szenarien und erstellen vollständige Anforderungsdokumentationen, die als Arbeitsproben dienen können. Das Format verbindet angeleitete Lernphasen mit eigenständiger Projektarbeit, wobei Coaches regelmäßig Feedback geben und individuelle Fragen in der Gruppe besprechen.
Lernziele:
- Grundprinzipien und Prozessmodelle des Requirements Engineerings verstehen und erklären
- Anforderungen systematisch durch Interviews, Workshops und Dokumentenanalysen erheben
- Funktionale und nicht-funktionale Anforderungen unterscheiden und korrekt formulieren
- User Stories, Use Cases und Software Requirements Specifications erstellen
- Anforderungsqualität nach etablierten Kriterien prüfen und sicherstellen
- Anforderungen priorisieren und Änderungen im laufenden Projekt verwalten
- Agile Requirements-Praktiken in Scrum- und Kanban-Umgebungen anwenden
- KI-Tools für Anforderungserhebung, -analyse und -dokumentation produktiv nutzen
- Stakeholder identifizieren, klassifizieren und zielgerichtet kommunizieren
- Anforderungsdokumentationen in gängigen Tools (Jira, Confluence, Azure DevOps) anlegen
- Als Requirements Engineer in interdisziplinären Entwicklungsteams agieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Bootcamp richtet sich an Einsteiger und Quereinsteiger, die in IT-nahen Rollen tätig sind oder werden möchten und sich als Requirements Engineer positionieren wollen. Darüber hinaus werden folgende Gruppen angesprochen
- Personen aus dem Produktmanagement mit Interesse an systematischer Anforderungsarbeit
- IT-Projektmitarbeitende ohne formale RE-Ausbildung
- Fachseiten-Vertreter, die die Zusammenarbeit mit Entwicklungsteams strukturieren möchten
- Business Analysts in der Orientierungsphase zwischen Fach- und IT-Rolle
Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse digitaler Werkzeuge sowie Deutschkenntnisse auf B2-Niveau. Interesse an Softwareentwicklung oder Produktmanagement ist hilfreich, eine technische Ausbildung ist nicht erforderlich. Der Kurs eignet sich auch für Personen ohne IT-Vorerfahrung, solange die Bereitschaft vorhanden ist, strukturiert und präzise zu dokumentieren.
Ablauf & Abschluss
Das Bootcamp kombiniert Seminar-Elemente mit intensiver Projektarbeit. Der Anteil an eigenständigen Aufgaben ist hoch, die Lehrenden begleiten als Coaches und geben regelmäßiges Feedback. KI-Tools sind fester Bestandteil der Übungsumgebung und werden sowohl als Werkzeug als auch als Lerngegenstand behandelt. Der Kurs ist in kombinierten Lernformen sowie im virtuellen Klassenzimmer verfügbar; die konkrete Form hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Der Aufbau folgt einem klaren Rhythmus aus Theorieinput, geführter Übung und eigenständiger Projektarbeit. Jede neue Methode wird zunächst erklärt und demonstriert, dann in einer betreuten Übung ausprobiert, bevor sie im Projekt-Kontext selbstständig angewendet wird. Dieser dreischrittige Lernzyklus stellt sicher, dass Methoden nicht nur verstanden, sondern auch angewendet werden können — ein Unterschied, der sich im ersten realen RE-Auftrag deutlich zeigt. Die entstehenden Projektartefakte (Anforderungsdokumentation, Backlog, Use Cases) bilden einen handfesten Leistungsnachweis über die reine Kursabschluss-Bescheinigung hinaus.
Der genaue Zeitumfang variiert je Anbieter. Typische Bootcamp-Formate liegen im Vollzeitbereich bei wenigen Wochen; Teilzeitvarianten verlängern sich entsprechend. Konkrete Angaben zu Terminen sind bei den Anbietern verfügbar.
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab, das den Titel „Requirements Engineer Bootcamp" trägt und die erworbenen Kompetenzen dokumentiert. Ein staatlich anerkannter Abschluss oder eine externe Verbandsprüfung ist nicht Bestandteil des Formats.
Nutzen & Perspektiven
Requirements Engineering ist eine der wenigen IT-Querschnittsrollen, in der Kommunikationsstärke und methodische Präzision gleichermaßen gefragt sind. Wer diese Kombination beherrscht, ist in Entwicklungsteams, Produktorganisationen und Beratungsumfeldern dauerhaft gefragt. Das Bootcamp liefert dafür das handwerkliche Fundament in konzentrierter Form — ohne den Umweg über eine mehrjährige Vollausbildung. Besonders wertvoll ist das praxisorientierte Format für alle, die schnell einsatzbereit sein wollen. Die erstellten Anforderungsdokumentationen aus dem Kurs können direkt als Arbeitsproben genutzt werden, was den Einstieg in erste Projekte erleichtert. Statt nur Theorie zu kennen, kann man Ergebnisse vorweisen. Die Integration von KI-Tools ist kein Gimmick, sondern bereitet auf die tatsächliche Arbeitswirklichkeit vor. Wer versteht, wie KI die Anforderungsarbeit beschleunigt und wo sie versagt, hat einen deutlichen Vorsprung gegenüber Fachleuten ohne dieses Wissen — und dieser Vorsprung wächst, je mehr Teams KI-gestützte Werkzeuge in ihren Entwicklungsprozess integrieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich eine IT-Ausbildung für dieses Bootcamp?
Nein, das Bootcamp richtet sich auch an Quereinsteiger ohne IT-Hintergrund. Grundkenntnisse digitaler Werkzeuge und Interesse an präziser Dokumentation genügen als Einstiegsvoraussetzung.
Welche Tools lerne ich im Bootcamp zu nutzen?
Im Kurs werden Werkzeuge wie Jira, Confluence, Azure DevOps, Miro und KI-Assistenten (ChatGPT, Claude) eingesetzt. Die Auswahl orientiert sich an dem, was in der Berufspraxis als Requirements Engineer typischerweise genutzt wird.
Gibt es einen anerkannten Abschluss nach dem Bootcamp?
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab. Eine externe Verbandsprüfung (z. B. IREB CPRE) ist nicht Bestandteil, kann aber im Anschluss separat abgelegt werden.
Ist der Kurs auch in Teilzeit verfügbar?
Ja, je nach Anbieter sind sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitvarianten verfügbar. Die Kursdauer verlängert sich bei Teilzeit entsprechend.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Digitale Mediengestaltung, UX/UI, Social-Media-Content und Webdesign bleiben gefragt — aber AI-Tools verändern die Arbeit grundlegend. Wer Adobe/Figma mit AI-Workflows (Midjourney, ChatGPT, Runway) kombiniert, sichert sich überdurchschnittliche Position.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print Fachrichtung Projektmanagement4.528 Stellen
- IT-Manager/IT-Managerin878 Stellen
- Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print Fachrichtung Printmedien860 Stellen
- Mediengestalter/Mediengestalterin Digital und Print Fachrichtung Digitalmedien250 Stellen
- Requirement-Manager/Requirement-Managerin103 Stellen
- Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Wirtschaftstechnik/Bachelor Professional in Technik15 Stellen