Überblick
Dieser Kurs vermittelt Quereinsteigern das vollständige Scrum-Framework in einer geschlossenen Lerneinheit, die mit drei aufeinander aufbauenden EXIN-Zertifikaten abschließt: Scrum Foundation, Scrum Master und Scrum Product Owner. Der Schwerpunkt liegt ausschließlich auf dem agilen Scrum-Framework — PRINCE2 oder klassisches Projektmanagement werden hier nicht behandelt. Wer gezielt in die Scrum-Welt einsteigen und alle drei zentralen Scrum-Rollen aus eigener Erfahrung kennenlernen möchte, findet in diesem Kurs die dichte, rollenbezogene Ausbildung, die dafür nötig ist.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen agilen Arbeitens Der Kurs beginnt mit einem kompakten Überblick über die Entstehungsgeschichte des Agilen Manifests und die vier Werte, die dahinterstehen. Dabei werden klassische Wasserfallprojekte und ihre typischen Schwachstellen direkt mit dem iterativen Scrum-Ansatz verglichen, um den konkreten Nutzen agiler Methoden nachvollziehbar zu machen.
- Ursprung und Werte des Agilen Manifests
- Vergleich Wasserfall vs. iteratives Vorgehen
- Wo Scrum besonders gut funktioniert und wo es an Grenzen stößt
- Einführung in die Sprache und Terminologie des Frameworks
- Agile Prinzipien als Grundlage für alle weiteren Module
Modul 2 — Das Scrum-Framework und seine drei Rollen Dieser Block behandelt das Herzstück des Kurses: die drei Scrum-Rollen und deren spezifische Verantwortlichkeiten. Besonderes Gewicht liegt auf dem Unterschied zwischen Scrum Master und Product Owner, da diese beiden Rollen in der Praxis häufig verwechselt oder vermischt werden.
- Scrum Master: Servant Leadership, Moderationsverantwortung, Hindernisse beseitigen
- Product Owner: Produktvision, Backlog-Verwaltung, Stakeholder-Kommunikation
- Entwicklungsteam: Selbstorganisation, Cross-Funktionalität, gemeinsame Verantwortung für das Increment
- Zusammenspiel der drei Rollen im laufenden Sprint
- Häufige Rollenkonflikte und wie sie gelöst werden
Modul 3 — Artefakte und Events in der Praxis Scrum-Artefakte und Sprint-Events werden nicht nur theoretisch erklärt, sondern anhand simulierter Projektszenarien durchgespielt. Das gibt den Teilnehmenden ein Gefühl dafür, wie Scrum im Arbeitsalltag tatsächlich abläuft.
- Product Backlog: Aufbau, Verfeinerung (Refinement), Definition of Ready
- Sprint Backlog: Aufgabenzerlegung, Kapazitätsplanung, Burndown-Chart
- Increment und Definition of Done
- Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective
- Häufige Dysfunktionen in Sprint-Events und wie Scrum Master sie adressieren
Modul 4 — Erweiterte agile Techniken Über das Basis-Framework hinaus deckt dieser Block Schätzmethoden, Priorisierungstechniken und hybride Ansätze ab, die in realen Projekten regelmäßig eingesetzt werden.
- Planning Poker und T-Shirt Sizing als Schätzmethoden
- MoSCoW-Methode und WSJF für die Backlog-Priorisierung
- Kanban-Boards: Spalten, WIP-Limits, Flussoptimierung
- ScrumBan als Übergangsmodell zwischen Scrum und Kanban
- Skalierte Agile Frameworks: Grundprinzipien von LeSS und SAFe im Überblick
Praxisblock — Simulation und Toolarbeit Im abschließenden Praxisblock wenden die Teilnehmenden alle Methoden in vollständigen Fallstudien an. Mit Excel werden einfache Scrum-Boards gebaut, Sprint-Burndowns erstellt und mit MS Project Projektpläne für agile Projekte angelegt.
- Scrum-Board in Excel aufbauen und für einen simulierten Sprint befüllen
- Burndown-Chart in Excel erstellen und interpretieren
- MS-Project-Grundlagen für agile Projekte: Milestones, Tasks, Ressourcenansicht
- Fallstudie 1: Agile Produktentwicklung — vom leeren Backlog zum ersten Release
- Fallstudie 2: Sprint-Durchführung mit Daily Scrum, Impediment Log und Retrospektive
- Fallstudie 3: Stakeholder-Workshop zur Backlog-Priorisierung mit der MoSCoW-Methode
- Gruppenübung: Sprint Review präsentieren und Feedback strukturiert aufnehmen
- Erstellung eines kurzen Projektsteckbriefs als Abschlussarbeit
Nach den Fallstudien werden die Ergebnisse im Plenum besprochen und typische Fehler aus realen Projekten analysiert. Die Simulation macht deutlich, welche Stolpersteine in frühen Scrum-Teams besonders häufig auftreten und wie erfahrene Scrum Master sie proaktiv adressieren.
Lernziele:
- Das Agile Manifest mit seinen vier Werten und zwölf Prinzipien erläutern und von klassischen Vorgehensmodellen abgrenzen
- Das Scrum-Framework in seiner Gesamtheit beschreiben und die Verantwortlichkeiten jeder Rolle benennen
- Als Scrum Master ein Entwicklungsteam durch alle Sprint-Events moderieren und dysfunktionale Muster frühzeitig erkennen
- Als Product Owner ein Product Backlog strukturieren, priorisieren und gegenüber Stakeholdern vertreten
- Schätzverfahren wie Planning Poker und T-Shirt Sizing korrekt anwenden und Ergebnisse mit dem Team diskutieren
- Priorisierungstechniken (MoSCoW, WSJF) situationsgerecht einsetzen
- Kanban-Boards zur Visualisierung von Arbeitsflüssen aufbauen und Engpässe identifizieren
- ScrumBan-Hybridmodelle und skalierte Scrum-Ansätze einordnen und deren Einsatzszenarien beschreiben
- Sprint-Zeremonien eigenständig gestalten und häufige Stolpersteine im Daily Scrum benennen
- Arbeitsfortschritte mit Excel-Boards und einfachen MS-Project-Plänen transparent darstellen
- Die EXIN-Prüfungsanforderungen für Foundation, Scrum Master und Product Owner kennen und sich strukturiert vorbereiten
- Agile Praktiken in ein bestehendes, nicht-agiles Arbeitsumfeld einführen und Widerstände konstruktiv begegnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Menschen, die ohne Vorkenntnisse im Projektmanagement neu in die agile Arbeitswelt einsteigen wollen. Quereinsteiger aus Bereichen wie Vertrieb, Verwaltung, Soziales, Logistik oder Handwerk sind ausdrücklich willkommen.
- Berufswechsler, die gezielt Scrum-Kenntnisse für eine neue Stelle aufbauen möchten
- Absolventinnen und Absolventen, die agile Methoden praxisnah erlernen wollen
- Beschäftigte, die ihr bestehendes Team auf agile Arbeitsmethoden umstellen sollen
- Teamleitungen, die Scrum-Prozesse in ihrem Umfeld einführen wollen
- Personen mit Interesse an den Rollen Scrum Master oder Product Owner
IT-Kenntnisse oder Programmiererfahrung sind für diesen Kurs nicht erforderlich. Auch ein betriebswirtschaftliches Studium ist keine Voraussetzung. Hilfreich sind Grundkenntnisse im Umgang mit PC und Standardsoftware sowie die Bereitschaft, sich auf neue Denk- und Arbeitsweisen einzulassen. Wer bereits Erfahrungen in Teams oder im koordinierenden Bereich hat, bringt eine gute Ausgangsbasis mit — ist aber keine Pflicht. Der Kurs ist explizit für Menschen konzipiert, die von einem anderen Berufsfeld wechseln.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, das Präsenzphasen und begleitetes Online-Lernen kombiniert. Theoretische Einheiten werden durch moderierte Gruppenübungen ergänzt, in denen reale Sprint-Abläufe simuliert werden. Die Teilnehmenden übernehmen dabei wechselnde Scrum-Rollen, um ein echtes Gefühl für die Perspektive jeder Rolle zu entwickeln. Die Angebote laufen meist in Vollzeit, teils auch in Teilzeitvarianten.
Der Kurs umfasst Lernphasen von mehr als einem Monat bis hin zu drei Monaten, abhängig vom gewählten Anbieter und dem Lernformat. Vollzeitvarianten sind in der Regel kürzer und intensiver, Teilzeitvarianten erlauben eine bessere Vereinbarkeit mit anderen Verpflichtungen. Enthalten sind Vorbereitungsmaterialien für alle drei EXIN-Prüfungen sowie Übungsphasen, in denen die Prüfungsformate geübt werden.
Der Kurs bereitet auf drei EXIN-Zertifizierungsprüfungen vor: Scrum Foundation, Scrum Master und Scrum Product Owner. Diese Zertifikate werden von EXIN, einem international anerkannten IT-Zertifizierungsanbieter, ausgestellt und sind branchenübergreifend anerkannt. Daneben erhalten die Teilnehmenden eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsanbieters. Die EXIN-Prüfungen sind separat abzulegen; Prüfungsgebühren sind nicht automatisch im Kurspreis enthalten — das variiert je nach Anbieter.
Nutzen & Perspektiven
Wer alle drei Scrum-Zertifikate in einem einzigen Lehrgang erwirbt, spart Zeit gegenüber dem schrittweisen Einzelerwerb und kann nach Abschluss des Kurses sofort nachweisen, dass er oder sie in allen drei Scrum-Kernrollen ausgebildet ist. Das ist im Bewerbungsprozess ein echter Unterschied: Viele Unternehmen suchen Bewerberinnen und Bewerber, die sowohl die Perspektive des Scrum Masters als auch die des Product Owners kennen. Gerade für Quereinsteiger hat diese Rollentiefe einen praktischen Vorteil. Wer noch keine Berufserfahrung in der agilen Welt hat, kann mit drei zertifizierten Rollen zeigen, dass die Kenntnis des Frameworks nicht nur oberflächlich ist. Das erhöht die Glaubwürdigkeit in Vorstellungsgesprächen und macht es leichter, auch in Unternehmen einzusteigen, die bereits agil arbeiten und ein Mindestmaß an Methodenwissen voraussetzen. Langfristig bildet das erlernte Wissen eine stabile Grundlage für alle agilen und hybriden Projektmanagement-Aufgaben. Ob spätere Spezialisierung als Scrum Master, als Product Owner oder als agiler Projektmanager: die in diesem Kurs aufgebauten Fähigkeiten sind in allen drei Richtungen unmittelbar anschlussfähig.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Keine IT- oder Programmierkenntnisse erforderlich. Grundlegende PC-Kenntnisse reichen aus. Der Kurs ist explizit für Quereinsteiger aus beliebigen Berufsfeldern konzipiert.
Welche Zertifikate kann ich mit diesem Kurs erwerben?
Der Kurs bereitet auf drei EXIN-Prüfungen vor: Scrum Foundation, Scrum Master und Scrum Product Owner. Die Prüfungen werden separat bei EXIN abgelegt; Prüfungsgebühren variieren je nach Anbieter.
Was ist der Unterschied zum Junior Scrum Profi-Kurs?
Der Scrum Experte-Kurs läuft überwiegend in Vollzeit und legt den Fokus auf das vollständige Scrum-Framework ohne PRINCE2-Anteile. Der Junior Scrum Profi ist auf Teilzeitformate ausgelegt und richtet sich an Berufstätige, die neben ihrer aktuellen Stelle lernen.
Wird PRINCE2 in diesem Kurs behandelt?
Nein. Dieser Kurs konzentriert sich ausschließlich auf das Scrum-Framework. PRINCE2 und klassisches Projektmanagement sind nicht Bestandteil. Wer beides erlernen möchte, sollte einen kombinierten Lehrgang wählen.
Wie lange dauert der Kurs?
Die Dauer liegt je nach Anbieter und Format zwischen einem und drei Monaten. Vollzeitvarianten sind kompakter; Teilzeitvarianten verteilen den Lernstoff über einen längeren Zeitraum.
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