Überblick
Wer Scrum wirklich versteht, kennt nicht nur das Framework, sondern auch die spezifischen Verantwortlichkeiten der zentralen Rollen. Diese Weiterbildung führt in aufeinander aufbauenden Modulen durch die gesamte Scrum-Methodik – von den Grundprinzipien über die Arbeit als Scrum Master bis zur Produktverantwortung als Product Owner. Alle drei Stufen schließen mit einer Zertifizierungsprüfung ab. Der strukturierte Aufbau ermöglicht es, Scrum nicht nur konzeptuell zu begreifen, sondern die einzelnen Rollen aus der Innenperspektive zu verstehen. Wer sowohl Foundation, Master als auch Product Owner zertifiziert ist, kann in agilen Teams flexibel eingesetzt werden und hat ein vollständiges Bild des Scrum-Prozesses.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Scrum Foundation – Grundlagen und Rahmenwerk Der Einstieg vermittelt das konzeptuelle Fundament von Scrum: Warum wurde Scrum entwickelt, welchen Problemen klassischer Projektplanung begegnet es, und wie ist das Framework strukturiert? Teilnehmende lernen, Scrum als Ganzes zu verstehen, bevor sie in die Rollenarbeit einsteigen.
- Entstehung und Leitprinzipien von Scrum: Empirismus, Transparenz, Überprüfung, Anpassung
- Die fünf Scrum-Werte: Mut, Fokus, Offenheit, Respekt, Verbindlichkeit
- Rollen im Scrum-Team: Scrum Master, Product Owner, Entwicklungsteam
- Scrum Events: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Auswertung
- Scrum Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment und Definition of Done
- Simulation eines vollständigen Sprints: von der Planung bis zur Auswertungsrunde
- Prüfungsvorbereitung und Scrum Foundation Examen
Modul 2: Scrum Master – Rolle, Facilitation und Coaching Der Scrum Master ist keine klassische Führungskraft, sondern ein dienender Begleiter des Teams. Dieses Modul vertieft, wie der Scrum Master seine Rolle ausfüllt: als Moderator, Hindernisentferner und Hüter des Scrum-Prozesses.
- Aufgaben und Verantwortlichkeiten des Scrum Masters im Team und gegenüber der Organisation
- Facilitation-Techniken: Moderation von Daily Scrum, Sprint Planning und Sprint Auswertung
- Hindernisse (Impediments) identifizieren, dokumentieren und systematisch beseitigen
- Coaching agiler Teams: psychologische Sicherheit, Teamdynamik, Konfliktmoderation
- Scrum in großen und verteilten Teams: Abhängigkeiten erkennen und koordinieren
- Einführung von Scrum in Organisationen mit klassischen Strukturen begleiten
- Praxisübung: Moderation eines vollständigen Daily Stand-Ups und Sprint Reviews
- Prüfungsvorbereitung und Scrum Master Examen
Modul 3: Product Owner – Produktführung und Backlog Management Der Product Owner ist die Stimme des Kunden und trägt die Verantwortung für den wirtschaftlichen Wert des Produkts. Dieses Modul vermittelt, wie der Product Owner strategische Produktziele in konkrete Arbeitspakete übersetzt und das Team mit klaren Anforderungen versorgt.
- Die Rolle des Product Owners: Verantwortung, Entscheidungsbefugnis, Stakeholder-Vermittlung
- Vision und Produktziel formulieren und kommunizieren
- Product Backlog aufbauen: Struktur, Granularität und Pflegepraktiken
- User Stories schreiben: Format, Akzeptanzkriterien, INVEST-Kriterien
- Priorisierungstechniken: MoSCoW, Kano-Modell, Value vs. Effort
- Stakeholder-Kommunikation: Erwartungen managen, Feedback einholen, Abhängigkeiten klären
- Sprint Planning aus Product-Owner-Perspektive: Backlog refinement und Sprintziel
- Praxisübung: Product Backlog für ein Softwareprodukt strukturieren und priorisieren
- Prüfungsvorbereitung und Product Owner Examen
Praxisanteile und Übungsformate Die Übungsaufgaben sind so gestaltet, dass Teilnehmende beide Rollen wechselseitig einnehmen.
- Sprint-Simulation im Team: vollständiger Durchlauf von Planung über Daily bis zur Auswertungsrunde
- Daily Stand-Up als Scrum Master moderieren
- Product Backlog für ein fiktives Softwareprojekt aufbauen und drei Sprints priorisieren
- User Stories für verschiedene Nutzergruppen formulieren und in Gruppen bewerten
- Impediment-Liste erstellen und Lösungsstrategien entwickeln
- Sprint Review mit einem Stakeholder-Rollenspiel durchführen
- Konfliktszenarien im Team analysieren und Moderationsansätze entwickeln
- Priorisierungsübung mit MoSCoW und Kano-Modell an einem realen Produktbeispiel
- Fallstudie: Einführung von Scrum in einem Unternehmen mit klassischen Strukturen
- Übungsaufgaben im Prüfungsformat für alle drei Zertifizierungsstufen
Die Praxisanteile sind so gestaltet, dass Teilnehmende beide Rollen – Scrum Master und Product Owner – wechselseitig einnehmen und so ein vollständiges Bild der agilen Teamdynamik entwickeln.
Lernziele:
- Die Prinzipien, Werte und Leitlinien von Scrum erklären und anwenden
- Den Scrum-Rahmen mit seinen Rollen, Events und Artefakten vollständig beschreiben
- Sprints planen, durchführen und mit dem Team auswerten
- Die Rolle des Scrum Masters inhaltlich und praktisch ausfüllen
- Teams als Scrum Master durch agile Hindernisse begleiten und coachen
- Daily Stand-Ups, Sprint Reviews und Auswertungsrunden wirksam moderieren
- Die Rolle des Product Owners gegenüber Stakeholdern vertreten
- Ein Product Backlog strukturieren, priorisieren und pflegen
- User Stories und Akzeptanzkriterien formulieren
- Anforderungen aus Stakeholder-Perspektive in umsetzbare Einheiten übersetzen
- Die Zertifizierungsprüfungen Foundation, Scrum Master und Product Owner ablegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die agile Arbeitsweisen nicht nur kennenlernen, sondern zertifiziert nachweisen möchten.
- IT-Fachkräfte und Entwicklerinnen bzw. Entwickler, die in agilen Projekten eine dedizierte Rolle übernehmen möchten
- Projektleiterinnen und Projektleiter, die von klassischen zu agilen Methoden wechseln
- Fachkräfte aus nicht-technischen Bereichen, die in agilen Teams mitarbeiten
- Quereinsteiger mit Projekterfahrung, die Scrum systematisch erlernen wollen
- Personen, die alle drei Scrum-Zertifikate in einem zusammenhängenden Lernpfad erwerben möchten
Erste Erfahrungen in der Projektarbeit sind hilfreich, aber keine formale Voraussetzung. Das Foundation-Modul beginnt bei den Grundlagen und setzt keine Scrum-Vorkenntnisse voraus. Für das Scrum-Master- und Product-Owner-Modul bauen die Inhalte auf dem Foundation-Modul auf – deshalb sollte dieses zuerst abgeschlossen werden. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt; Englischkenntnisse sind hilfreich, da Prüfungsunterlagen je nach Anbieter auf Englisch verfügbar sind.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung findet im Combined-Learning-Format statt, mit Anteilen in Vollzeit und je nach Anbieter auch in Teilzeit. Unterrichtsphasen wechseln mit Gruppenübungen und Simulationen. Die Scrum-Simulationen (Sprint-Planung, Daily, Auswertungsrunde) sind in Gruppen aufgebaut, um das kollaborative Arbeiten zu üben. Am Ende jedes Moduls wird die jeweilige Zertifizierungsprüfung abgelegt. Alle drei Prüfungen sind im Lehrgang enthalten.
Der Lehrgang deckt drei aufeinander aufbauende Zertifizierungsstufen ab und erstreckt sich entsprechend über mehrere Wochen. Die genaue Gesamtdauer ist vom jeweiligen Anbieter und der gewählten Zeitform (Vollzeit/Teilzeit) abhängig. Termine und Stundenumfang sind beim Anbieter zu erfragen.
Der Lehrgang bereitet auf drei anerkannte Scrum-Zertifizierungen vor: Scrum Foundation, Scrum Master und Scrum Product Owner. Alle drei Prüfungen sind im Lehrgang eingeschlossen. Zusätzlich erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat über den vollständigen Lernpfad.
Nutzen & Perspektiven
Agile Arbeitsweisen sind in der Softwareentwicklung längst Standard – und breiten sich in Branchen wie Finanzen, Gesundheitswesen und Produktentwicklung kontinuierlich aus. Scrum-Zertifizierungen sind dabei der meistgefragte Nachweis: Arbeitgeber erkennen Foundation, Scrum Master und Product Owner als verlässliche Qualifikationssignale an. Der Vorteil eines kombinierten Lernpfads gegenüber einzeln gebuchten Kursen liegt im inhaltlichen Zusammenhang: Wer alle drei Stufen durchläuft, versteht, wie die Rollen ineinandergreifen, wo Verantwortlichkeiten überlappen und wie Konflikte zwischen Scrum Master und Product Owner produktiv gelöst werden. Dieses Systemverständnis fehlt oft, wenn Zertifikate isoliert erworben werden. Mit drei Scrum-Zertifikaten eröffnen sich konkrete Rollen: als Scrum Master in Entwicklungsteams, als Product Owner in Produktorganisationen oder als agile Transformationsbegleitung in Unternehmen, die Scrum gerade einführen. Wer beide Rollenperspektiven kennt, kann flexibel eingesetzt werden und ist auch für Führungsaufgaben im agilen Kontext gut positioniert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Müssen alle drei Module nacheinander absolviert werden?
Ja. Der Lehrgang ist als aufbauender Lernpfad konzipiert: Scrum Foundation zuerst, dann Scrum Master, dann Product Owner. Jedes Modul schließt mit einer eigenen Prüfung ab, bevor das nächste beginnt.
Sind alle drei Prüfungen im Lehrgang enthalten?
Ja. Die Prüfungen für Scrum Foundation, Scrum Master und Product Owner sind alle im Lehrgang eingeschlossen. Es fallen keine separaten Prüfungsgebühren an.
Für welche Berufsfelder sind die Scrum-Zertifizierungen relevant?
In erster Linie für IT- und Softwareentwicklungsumgebungen, aber zunehmend auch in Produktentwicklung, Marketing, Finanzen und anderen Branchen, die agile Methoden einführen. Scrum Master und Product Owner sind eigenständige Berufsbezeichnungen mit klarem Marktbedarf.
Was ist der Unterschied zwischen Scrum Master und Product Owner?
Der Scrum Master sorgt dafür, dass das Team Scrum korrekt anwendet, beseitigt Hindernisse und schützt das Team vor externen Störungen. Der Product Owner ist für den Wert des Produkts verantwortlich – er entscheidet, was gebaut wird und in welcher Reihenfolge. Beide Rollen ergänzen sich.
Sind Vorkenntnisse in Projektmanagement notwendig?
Nein. Das Foundation-Modul setzt keine Scrum- oder Projektmanagement-Kenntnisse voraus. Erste Berufserfahrung in kollaborativen Umgebungen ist hilfreich, aber kein formales Zulassungskriterium.
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