Überblick
Wenn Scrum nicht im kleinen lokalen Team, sondern in verteilten, hybrid arbeitenden oder größeren Organisationen zum Einsatz kommt, stellen sich ganz andere Fragen als beim Einstieg in die Methodik. Dieser Kurs richtet sich an Personen, die Scrum bereits kennen und es nun in komplexen digitalen Projektumfeldern — mit Remote-Teams, asynchroner Kommunikation und skalierungsbedürftigen Strukturen — professionell anwenden wollen. Ein besonderer Fokus liegt auf Skalierungsansätzen wie SAFe, Nexus und LeSS sowie auf dem gezielten Einsatz von KI-Werkzeugen auf Basis der Zertifikatsinhalte AI-900, AIBIZ und GenAIBIZ.
Kursinhalte & Lernziele
Agile Prinzipien im digitalen Projektumfeld Scrum im verteilten Kontext funktioniert nur, wenn die agilen Grundwerte nicht als Lippenbekenntnis behandelt werden, sondern als konkretes Arbeitsversprechen im Alltag. Dieser Block beschäftigt sich damit, was Scrum-Werte — Commitment, Fokus, Offenheit, Respekt, Mut — im Kontext virtueller Teams bedeuten und wie sich Selbstorganisation über Zeitzonen hinweg strukturieren lässt.
- Scrum-Werte im virtuellen Teamalltag: was sich verändert, was bleibt
- Kommunikationsmuster in remote und hybrid arbeitenden Scrum-Teams
- Selbstorganisation ohne gemeinsamen Büroalltag — Strukturhilfen und Rituale
- Asynchrone und synchrone Kollaboration: wann welches Format sinnvoll ist
- Digitale Transparenz: wie Teams über Entfernungen hinweg Vertrauen aufbauen
- Umgang mit Zeitzonen, Sprachbarrieren und kulturellen Unterschieden
Scrum-Strukturen und skalierbare Frameworks Ab einer bestimmten Größe stoßen einzelne Scrum-Teams an ihre Grenzen: Wenn mehrere Teams am selben Produkt arbeiten, entsteht Koordinationsbedarf. Dieser Block führt in die gängigsten Skalierungsansätze ein und hilft, die Unterschiede zu verstehen.
- Scrum-Rollen, Events und Artefakte im Überblick — Wiederholung mit Erweiterungsfokus
- Warum Skalierung? Typische Herausforderungen größerer Produktteams
- SAFe (Scaled Agile Framework): Programmebene, Agile Release Trains, PI Planning
- Nexus: Scrum auf mehrere Teams ausweiten ohne völlig neues Framework
- LeSS (Large-Scale Scrum): radikale Vereinfachung als Gegenmodell zu SAFe
- Entscheidungskriterien: Welches Framework für welche Organisationsform?
- Koordinationsstrukturen zwischen Scrum-Teams — Abhängigkeiten managen
Toolgestützte Umsetzung agiler Projekte Verteilte Teams brauchen besonders verlässliche Werkzeuge. Dieser Block zeigt, wie Jira, MS Project und Excel im Kontext hybrider Projekte professionell eingesetzt werden — nicht isoliert, sondern als integriertes Toolset.
- Jira: Teamübergreifendes Board-Design und Aufgabenverteilung in verteilten Setups
- Jira: Transparenz für alle Stakeholder — Dashboards, Filters und Reporting
- MS Project: Zeitrahmenplanung bei hybriden Projekten mit agilen und klassischen Teilen
- MS Project: Abhängigkeiten zwischen Arbeitspaketen visualisieren
- Excel: Burn-Down-Charts für mehrere parallele Sprints vergleichen
- Excel: Task-Board-Auswertungen und Fortschrittsanalysen erstellen
Künstliche Intelligenz im agilen Alltag KI-Werkzeuge werden für agile Teams zunehmend relevant — nicht als Buzzword, sondern als konkrete Unterstützung. Dieser Block vermittelt das nötige Grundverständnis und zeigt praxisnahe Anwendungsfälle im Scrum-Kontext, basierend auf den Inhalten der Zertifikatsprogramme AI-900, AIBIZ und GenAIBIZ.
- AI-900: maschinelles Lernen, neuronale Netze und Cognitive Services im Überblick
- Predictive Analytics: wie KI Risiken in Projekten frühzeitig sichtbar machen kann
- AIBIZ: wirtschaftliche Bewertung von KI-Einsatz in agilen Organisationen
- GenAIBIZ: generative KI für Backlog-Vorschläge, Akzeptanzkriterien und Meeting-Zusammenfassungen
- Automatisierung im Sprint-Alltag: Statusberichte, Protokolle, Risikoprognosen
- Grenzen und Risiken von KI im Projektmanagement realistisch einschätzen
Praxisanwendungen An konkreten Szenarien verteilter digitaler Projekte wenden die Teilnehmenden das Gelernte an: sie planen Remote-Scrum-Events, richten Jira für mehrere Teams ein und bewerten, welcher Skalierungsansatz für eine gegebene Ausgangssituation sinnvoll wäre.
- Planung und Moderation eines Remote Sprint-Planning
- Jira-Konfiguration für ein verteiltes Zwei-Teams-Setup
- Nexus-Koordinationsmechanismen an einem Fallbeispiel nachvollziehen
- Risikoprognose mit KI-Unterstützung erproben
- Burn-Down-Vergleiche über mehrere Teams in Excel visualisieren
- Synchrone und asynchrone Retrospektive-Formate entwerfen
- Scrum-of-Scrums: Koordinationsmeeting zwischen Teams konzipieren
- Impediment-Management im verteilten Kontext
- Kommunikationsplan für hybride Projektsituationen erstellen
- Stakeholder-Reports aus Jira-Daten ableiten
- KI-Werkzeug für Backlog-Vorschläge testweise einsetzen
- Skalierungsframework-Vergleich anhand eines konkreten Organisationsbeispiels
Die Bearbeitung der Fallaufgaben erfolgt in der Regel auf Basis realistischer Projektbeschreibungen aus dem digitalen Umfeld. Die Teilnehmenden erhalten Feedback zu ihren Lösungen und können Unsicherheiten in den synchronen Kurseinheiten klären.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, die folgenden Kompetenzen einzusetzen
- agile Werte und Scrum-Prinzipien auf digitale und remote Arbeitsumfelder zu übertragen
- spezifische Herausforderungen verteilter Teams zu benennen und gezielt adressieren
- Skalierungsframeworks wie SAFe, Nexus und LeSS in ihren Grundzügen zu vergleichen
- zu entscheiden, welches Skalierungsmodell für welchen Organisationstyp geeignet ist
- Scrum-Prozesse — Rollen, Events, Artefakte — im Kontext größerer Teams oder Programmebenen anzupassen
- Jira für transparentes Tracking in verteilten Setups einzusetzen
- MS Project zur Zeitrahmenplanung in hybriden Projekten zu nutzen
- Excel für Burn-Down-Analysen und Task-Board-Auswertungen zu verwenden
- KI-Konzepte (maschinelles Lernen, Cognitive Services) im agilen Kontext einzuordnen
- generative KI für Backlog-Vorschläge und Risikoprognosen konkret einzusetzen
- Remote-Scrum-Events effizient zu moderieren und Selbstorganisation im Team zu fördern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen mit bereits vorhandener Scrum-Erfahrung oder agilen Grundkenntnissen, die in ihrem beruflichen Alltag mit verteilten, remote oder hybrid arbeitenden Teams in Berührung kommen. Angesprochen sind auch Projektverantwortliche, die ihre Organisationen auf skalierte agile Strukturen vorbereiten wollen.
- Erfahrene Scrum Master und Product Owner in größeren Organisationen
- Agile Coaches, die Scrum in remote oder hybrid arbeitende Teams einführen
- IT-Projektleitende mit Verantwortung für verteilte Entwicklungsteams
- Personen in Übergangsphasen von lokalem zu verteiltem Arbeiten
- Fachkräfte, die sich mit Skalierungsframeworks wie SAFe oder Nexus vertraut machen wollen
Grundkenntnisse in Scrum oder agilen Methoden werden empfohlen — wer bereits als Scrum-Teammitglied gearbeitet oder einen Einführungskurs absolviert hat, steigt in den Kurs mit dem besten Vorwissen ein. Erfahrungen mit Remote-Arbeit oder digitalen Kollaborationstools sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Grundlegende PC-Kenntnisse werden vorausgesetzt. Vorkenntnisse in Jira, MS Project oder Excel erleichtern die Tool-Abschnitte, sind aber nicht Bedingung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist als Combined Learning konzipiert und verknüpft Online-Lehreinheiten mit praxisorientierten Aufgaben und Fallstudien. Synchrone Phasen dienen der Diskussion komplexerer Fragen — etwa welches Skalierungsframework für eine konkrete Situation passt oder wie Remote-Retrospektiven produktiv gestaltet werden. In den selbstgesteuerten Teilen arbeiten die Teilnehmenden an realistischen Szenarien. Der Kurs wird überwiegend in Vollzeit absolviert; Teilzeitvarianten sind ebenfalls möglich.
Die Laufzeit des Kurses ist auf Vollzeitbasis ausgelegt, wobei Teilzeitvarianten je nach Anbieterangebot buchbar sind. Interessierte sollten direkt beim Anbieter anfragen, welche Starttermine und Kursformate aktuell verfügbar sind.
Nach Kursabschluss erhalten die Teilnehmenden ein Lehrgangszertifikat, das die erworbenen Kompetenzen in den Bereichen skaliertes Scrum, Remote-Kollaboration und digitale Tools bestätigt. Da der Kurs Inhalte aus AI-900, AIBIZ und GenAIBIZ integriert, kann er als Vorbereitung auf die entsprechenden Herstellerprüfungen dienen — je nach individuellem Abschlussrahmen.
Nutzen & Perspektiven
Wer Scrum erfolgreich in einem kleinen lokalen Team einführt, hat damit erst einen Teil der Herausforderung gelöst. Der deutlich anspruchsvollere Schritt ist, agile Strukturen in Organisationen zu verankern, die über mehrere Standorte, Zeitzonen oder Teams verteilt arbeiten. Genau diese Kompetenz — Scrum im verteilten Kontext zu führen, zu skalieren und weiterzuentwickeln — wird auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt und ist in klassischen Einführungskursen kaum abgedeckt. Das Wissen um Skalierungsframeworks wie SAFe, Nexus oder LeSS eröffnet neue Perspektiven: wer versteht, wie mehrere Scrum-Teams ihre Arbeit koordinieren, kann in Rollen wechseln, die über das einzelne Team hinausgehen — als Agile Coach, Release Train Engineer oder Programm-Manager. Diese Rollen sind gut vergütet und in großen Unternehmen gefragt. Die Kombination aus Skalierungsverständnis, professionellem Tool-Einsatz und KI-Grundkompetenz macht die Teilnehmenden zu Multiplikatoren, die nicht nur selbst agil arbeiten, sondern auch andere Teams dabei unterstützen können. Das ist ein klarer Vorteil in Unternehmen, die ihre agile Reife insgesamt steigern wollen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem Scrum-Einführungskurs?
Dieser Kurs setzt Grundkenntnisse in Scrum voraus und geht deutlich über die Einführungsebene hinaus. Im Mittelpunkt stehen Skalierungsframeworks für größere Organisationen, Remote-Kollaboration in verteilten Teams und der KI-gestützte Einsatz von Scrum-Werkzeugen.
Welche Skalierungsframeworks werden verglichen?
Der Kurs behandelt die drei wichtigsten Ansätze: SAFe (Scaled Agile Framework) mit seinen Programm- und Portfolioebenen, Nexus als schlankes Erweiterungsmodell für mehrere Scrum-Teams sowie LeSS (Large-Scale Scrum) als radikal vereinfachter Ansatz. Die Teilnehmenden lernen Kriterien kennen, anhand derer sie das passende Framework für ihren Kontext auswählen können.
Wie wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Kurs behandelt?
Auf Basis der Inhalte von AI-900, AIBIZ und GenAIBIZ lernen die Teilnehmenden, wie KI-Werkzeuge Backlog-Vorschläge generieren, Risikoprognosen unterstützen und Routineaufgaben wie Meeting-Protokolle oder Statusberichte automatisieren. Der Fokus liegt auf praxisnahen Anwendungsfällen im agilen Alltag.
Eignet sich der Kurs für Personen, die bisher nur in lokalen Teams gearbeitet haben?
Ja. Wer solide Scrum-Kenntnisse mitbringt und auf Remote- oder verteilte Arbeitsstrukturen vorbereiten möchte, profitiert besonders. Der Kurs zeigt konkret, was sich bei der Übertragung von Scrum auf digitale und verteilte Umgebungen verändert.
Welches Zertifikat wird nach Kursabschluss ausgestellt?
Die Teilnehmenden erhalten ein Lehrgangszertifikat. Da Kursanteile aus AI-900, AIBIZ und GenAIBIZ enthalten sind, kann der Kurs je nach Belegungsform als Vorbereitung auf die zugehörigen Herstellerprüfungen dienen.
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