Überblick
Dieser Kurs ist ein komplettes agiles Qualifizierungsprogramm für Personen, die Scrum und Kanban von der Pike auf lernen wollen — von den Grundlagen des agilen Manifests über alle Scrum-Rollen bis hin zur Zertifizierung als Scrum Master oder Product Owner. Er deckt das gesamte Scrum-Framework ab: Werte, Ereignisse, Artefakte und Verantwortlichkeiten — und ergänzt es um Kanban als komplementäre Methode für kontinuierliche Lieferung. Wer nach dem Kurs eine oder mehrere Zertifizierungen anstrebt, erhält dafür die notwendige Tiefe. Die Bezeichnung „Foundation, Master, Product Owner & Kanban" steht für die Breite des Programms: Der Foundation-Teil vermittelt das gemeinsame Basisverständnis. Der Scrum-Master-Anteil vertieft die Rolle der Prozessverantwortlichen. Der Product-Owner-Anteil schärft das Verständnis für Backlog-Arbeit und Stakeholder-Kommunikation. Kanban schließlich erweitert das Methodenarsenal um Pull-basierte Visualisierung. Das Ergebnis: Teilnehmende verstehen nicht nur ein Rollenmodell, sondern das gesamte agile Ökosystem.
Kursinhalte & Lernziele
Scrum Foundation — Grundlagen und Rahmenwerk Dieser erste Block legt das konzeptionelle Fundament. Das Scrum-Framework wird vollständig erschlossen: Werte (Mut, Fokus, Offenheit, Respekt, Commitment), die drei Scrum-Rollen (Scrum Master, Product Owner, Entwicklerteam), alle fünf Ereignisse und die drei Artefakte. Besonderes Augenmerk liegt auf den häufigen Missverständnissen rund um Scrum — etwa die Fehlvorstellung, Scrum sei ein Prozess mit festen Schritten, oder die Verwechslung von Scrum Master und Teamleitung.
- Agiles Manifest: Entstehung, vier Werte und zwölf Prinzipien
- Scrum Guide als Referenz: Aufbau und Schlüsselbegriffe
- Die fünf Scrum-Werte und ihre Bedeutung für die Teamkultur
- Scrum vs. klassisches Projektmanagement: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- Empirismus als Grundlage: Transparenz, Überprüfung, Anpassung
- Sprint: Timebox, Ziel und Abgrenzung zu Projektphasen
Scrum Master — Rolle, Verantwortlichkeiten und Servant Leadership Der Scrum Master ist kein Projektmanager, kein Teamleiter und keine Koordinationsstelle — sondern Prozessverantwortliche:r, Coach und Hindernisbeseitiger:in. Dieses Modul klärt, was die Rolle ausmacht, wie sie sich in der täglichen Arbeit äußert und wie ein Scrum Master Teams befähigt, ohne Entscheidungen abzunehmen. Fallszenarien zu typischen Impediments helfen, das Rollenverständnis zu schärfen.
- Scrum-Master-Verantwortlichkeiten gegenüber Team, Product Owner und Organisation
- Servant-Leadership-Konzept: Grundlagen und Praxisbeispiele
- Daily-Scrum-Moderation: Struktur, häufige Fehler, Anti-Patterns
- Impediment-Backlog führen und Hindernisse eskalieren
- Retrospektiven gestalten: Formate, Methoden, psychologische Sicherheit
- Scrum Team entwickeln: Phasen nach Tuckman, Interventionsmöglichkeiten
Product Owner — Produktvision, Backlog und Stakeholder Der Product Owner verantwortet den Wert des Produkts. Dieses Modul zeigt, wie eine tragfähige Produktvision entwickelt wird, wie das Product Backlog strukturiert und gepflegt wird und wie Anforderungen in umsetzbare User Stories übersetzt werden. Die Zusammenarbeit mit Stakeholdern — von der Anforderungserhebung bis zur Sprint-Review-Moderation — steht ebenso im Mittelpunkt wie die Priorisierungsentscheidungen, die täglich anfallen.
- Produktvision entwickeln: Elevator Pitch, Product Vision Board
- User Stories schreiben: Format, Akzeptanzkriterien, INVEST-Kriterien
- Story Mapping: Epics, Features und Stories im Überblick behalten
- Backlog Refinement als kontinuierlicher Prozess
- Priorisierungsmethoden: MoSCoW, WSJF, Kano-Modell
- Sprint Review als Feedback-Mechanismus: Einladung, Struktur, Entscheidungen
Kanban — Visualisierung, Fluss und Metriken Kanban ist keine Vereinfachung von Scrum, sondern eine eigenständige Methode mit eigenen Werten und Praktiken. Es eignet sich besonders für kontinuierliche Arbeit ohne feste Iterationen — und ergänzt Scrum hervorragend in gemischten Umgebungen. Dieses Modul führt in die Kanban-Methode ein und zeigt, wie Teams ihren Workflow visualisieren, Bottlenecks erkennen und die Lieferzeit systematisch verkürzen.
- Kanban-Werte: Transparenz, Balance, Kollaboration, Kundenfokus, Arbeitsfluss
- Kanban-Praktiken: Workflow visualisieren, WIP limitieren, Fluss managen, Regeln explizit machen
- Kanban-Board-Typen: einfaches Board vs. mehrstufige Workflowdarstellung
- Metriken: Cycle Time, Lead Time, Throughput, Cumulative Flow Diagram
- Kanban-Meetings: Daily Kanban, Replenishment Meeting, Retrospektive
- Scrum und Kanban kombinieren: wann was hilft und wie Scrumban entsteht
Praxisintegration — agile Projektarbeit von der Idee bis zum Sprint-Ergebnis In diesem abschließenden Block wenden die Teilnehmenden das Gelernte in einem realitätsnahen Projektszenario an. Ein Softwareprojekt (oder ein analoges Produktszenario) wird über mehrere Sprints hinweg gemeinsam gesteuert. Alle Rollen werden abwechselnd eingenommen, alle Ereignisse durchgeführt, alle Artefakte gepflegt.
- Produktvision formulieren und Sprint-0-Planung durchführen
- Product Backlog aufbauen und mit priorisierten User Stories befüllen
- Sprint Planning durchführen: Sprintziel, Aufgabenaufteilung, Kapazitätsplanung
- Daily Scrums im Stundenformat moderieren
- Sprint Review vorbereiten und mit fiktiven Stakeholdern durchführen
- Sprint Retrospektive moderieren: Was gut lief, was verbessert werden kann
- Kanban-Board für einen Maintenance-Track einrichten
- Definition of Done für verschiedene Aufgabentypen formulieren
- Impediment-Backlog aus echten Übungssituationen ableiten
- Priorisierungsentscheidungen im Backlog begründen und dokumentieren
- Velocity über mehrere Sprints berechnen und als Planungsgrundlage nutzen
- Abschlusspräsentation des Scrum-Teams für die fiktive Stakeholder-Gruppe
Die Praxisphase ist das Herzstück der Weiterbildung. Nur wer Rollen wirklich gelebt hat — mit den dazugehörigen Spannungen, Entscheidungen und Diskussionen — versteht Scrum über das Faktenwissen hinaus. Der Kurs legt darauf großen Wert. Begleitend zur Praxis wird die Vorbereitung auf externe Zertifizierungsprüfungen (z. B. PSM I oder PSPO I bei scrum.org) systematisch eingebettet: Prüfungsformat, häufige Fragentypen und typische Fallstricke werden im Kontext des jeweiligen Lernstoffs besprochen, nicht als separates Kapitel angehängt.
Lernziele:
- Das agile Manifest mit seinen vier Werten und zwölf Prinzipien erläutern und auf Projektsituationen beziehen
- Das Scrum-Framework vollständig beschreiben: Rollen, Ereignisse, Artefakte und deren Zusammenspiel
- Die Verantwortlichkeiten des Scrum Masters von denen des Product Owners klar abgrenzen
- Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospektive moderieren und gestalten
- Ein Product Backlog aufbauen, priorisieren und mit User Stories befüllen
- User Stories mit Akzeptanzkriterien und Story Points bewerten
- Das Definition-of-Done-Konzept für ein Team entwickeln und anwenden
- Impediments identifizieren und als Scrum Master systematisch beseitigen
- Kanban-Boards einrichten, WIP-Limits festlegen und Flussmetriken erheben
- Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Scrum und Kanban erklären
- Sich auf externe Scrum-Zertifizierungsprüfungen vorbereiten
- Agile Werte im Team verankern und Rückfälle in alte Muster erkennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen ohne oder mit geringer Vorerfahrung in agilen Methoden, die sich eine solide und zertifizierbare Grundlage in Scrum aufbauen wollen. Geeignet ist er für alle, die in Zukunft als Scrum Master, Product Owner oder Mitglied eines Scrum-Teams arbeiten möchten — unabhängig vom bisherigen Berufsfeld.
- Berufseinsteiger und Umsteiger, die in agile Projektrollen wechseln wollen
- Projektmitarbeitende, die bisher ohne agile Methodik gearbeitet haben
- Softwareentwickler ohne formale Scrum-Ausbildung
- Fach- und Führungskräfte, die ihre Teams in Richtung Agilität entwickeln wollen
- Personen in Transfergesellschaften oder Berufsveränderungsphasen mit Interesse an Projektmanagement
Scrum-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit PC und Internet reichen aus. Wer berufliche Erfahrung in Projekten, Teams oder Entwicklungsumgebungen mitbringt, kann diese aktiv in die Diskussionen einbringen — ist aber keine Voraussetzung. Der Kurs ist ausdrücklich für den Einstieg konzipiert.
Ablauf & Abschluss
Agile Methoden lernt man nicht durch Zuhören allein. Der Kurs setzt daher auf eine konsequent handlungsorientierte Didaktik: Methoden werden zunächst erklärt, dann sofort in Gruppen- oder Einzelübungen erprobt. Rollenspiele, Sprint-Simulationen und Retrospektiven gehören zum festen Programm. Der Kursaufbau folgt — passenderweise — einem iterativen Prinzip: Themen werden eingeführt, angewendet, reflektiert und vertieft. Der Kurs ist je nach Anbieter in Präsenz oder als Online-Livekurs verfügbar.
Das Programm umfasst alle vier Themenblöcke in vollständiger Tiefe. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter und Lernformat. Wer die externe Prüfung ablegen möchte, sollte zusätzliche Zeit für eigenständige Vertiefung und Übungsaufgaben einplanen.
Die Weiterbildung bereitet auf externe Scrum-Zertifizierungsprüfungen vor, z. B. Professional Scrum Master I (PSM I) und Professional Scrum Product Owner I (PSPO I), beide bei scrum.org angesiedelt. Die Prüfungen werden in englischer Sprache online absolviert. Der durchführende Anbieter stellt nach Abschluss des Kurses eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung aus.
Nutzen & Perspektiven
Agiles Arbeiten ist kein Trend mehr — es ist die dominante Arbeitsweise in Produktentwicklung, IT-Projekten und zunehmend auch in nicht-technischen Bereichen wie Marketing, HR und Produktmanagement. Wer Scrum wirklich versteht — Framework, Rollen, Werte und Dynamiken — öffnet sich ein breites Feld von Jobmöglichkeiten, die gezielt nach dieser Qualifikation suchen. Scrum Master und Product Owner gehören seit Jahren zu den gefragtesten Rollen im deutschen Arbeitsmarkt. Der besondere Wert dieses Kurses liegt in der Vollständigkeit: Statt nur eine Rolle zu trainieren, werden alle drei Scrum-Verantwortlichkeiten plus Kanban abgedeckt. Das gibt die Flexibilität, je nach Teamkonstellation und Aufgabe verschiedene Rollen kompetent zu übernehmen — ein Vorteil in kleinen Teams und beim Berufseinstieg, wo Rollengrenzen oft noch fließend sind. Hinzu kommt der Kanban-Anteil: In der Praxis arbeiten viele Teams in Hybrid-Setups, die Scrum und Kanban kombinieren. Wer beide Methoden kennt und ihr Zusammenspiel versteht, kann souverän in unterschiedlichen Unternehmensumgebungen arbeiten — ob im klassischen zweiwöchigen Sprint oder im kontinuierlichen Kanban-Fluss.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen kann ich nach diesem Kurs ablegen?
Der Kurs bereitet auf die Prüfungen PSM I (Professional Scrum Master Level I) und PSPO I (Professional Scrum Product Owner Level I) bei scrum.org vor. Beide Prüfungen werden online in englischer Sprache abgelegt. Ob die Prüfungsgebühren im Kurspreis enthalten sind, ist beim jeweiligen Anbieter zu erfragen.
Was ist der Unterschied zwischen Scrum Master und Product Owner?
Der Scrum Master ist für den Prozess verantwortlich — er schützt das Team, beseitigt Hindernisse und sorgt dafür, dass Scrum korrekt angewendet wird. Der Product Owner verantwortet den Wert des Produkts — er pflegt das Backlog, priorisiert Anforderungen und kommuniziert mit Stakeholdern. Beide Rollen sind in einem Scrum-Team gleichberechtigt und unverzichtbar.
Ist Scrum nur für Softwareentwicklung geeignet?
Nein. Scrum entstand im Softwarebereich, wird aber heute in Produktentwicklung, Marketing, HR, Behörden und vielen anderen Bereichen eingesetzt. Der Kurs erklärt die Grundprinzipien so, dass sie auf unterschiedliche Domänen anwendbar sind.
Was ist der Unterschied zwischen diesem Kurs und dem PSM-II-Kurs?
Dieser Kurs richtet sich an Einsteiger ohne Scrum-Vorkenntnisse und deckt Foundation, beide Hauptrollen und Kanban ab. Der PSM-II-Kurs setzt bestehendes Scrum-Wissen und praktische Erfahrung voraus und geht wesentlich tiefer in Coaching, Skalierung und systemisches Denken — er ist der sinnvolle nächste Schritt nach diesem Kurs.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf die Scrum-Zertifizierungsprüfungen?
Das hängt vom individuellen Lerntempo und der beruflichen Vorerfahrung ab. Erfahrungsgemäß reichen die Kursinhalte als Grundlage; zusätzliches Üben mit scrum.org-Übungstests ist empfehlenswert. Die Prüfungen können zeitnah nach Kursabschluss abgelegt werden.
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