Überblick
Dieser Kurs ist auf zwei Ziele ausgerichtet: die Zertifizierung als Scrum Master und als Product Owner, jeweils abgenommen von EXIN. Im Unterschied zu breiten Agile-Lehrgängen konzentriert er sich auf genau diese beiden Scrum-Rollen — ihre Aufgaben, ihre Kompetenzen, ihr Zusammenspiel und die Werkzeuge, die sie täglich einsetzen. Die Inhalte basieren auf den von Ken Schwaber und Jeff Sutherland konzipierten Grundregeln des Scrum-Frameworks; das Lehrbuch „Essential Scrum" begleitet den Kurs inhaltlich.
Kursinhalte & Lernziele
Scrum-Grundlagen und Framework-Überblick Der Einstieg schafft ein gemeinsames Verständnis des Scrum-Frameworks. Grundlage sind die Originalregeln aus dem Scrum Guide und das begleitende Lehrbuch „Essential Scrum" — ein in der Praxis bewährtes Kompendium, das weit über reine Definitionen hinausgeht.
- Das Scrum-Manifest: Entstehung, vier Werte, zwölf Prinzipien
- Die drei Scrum-Rollen im Überblick: Abgrenzung und Zusammenspiel
- Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Inkrement — Aufbau und Bedeutung
- Events: Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective
- Definition of Done: praktische Festlegung und konsequente Anwendung
- Scrum im IT-Kontext und in anderen Branchen
Scrum-Master-Kompetenz Der erste Schwerpunktblock widmet sich der Scrum-Master-Rolle in ihrer ganzen Breite. Ein Scrum Master ist kein klassischer Teamleiter, sondern ein Dienender des Teams — mit klarem Verantwortungsbereich und spezifischen Werkzeugen.
- Dienende Führung: Was bedeutet „Servant Leadership" in der Praxis?
- Impediments erkennen, dokumentieren und systematisch beseitigen
- Das Entwicklungsteam bei Selbstorganisation und Cross-Funktionalität unterstützen
- Sprint-Zeremonien moderieren und Ergebnisse sichern
- Verhaltenskompetenzen: Zuhören, Fragen stellen, Feedback geben
- Konfliktlösungstechniken für agile Teams: eskalieren oder moderieren?
- Zusammenarbeit mit Product Owner und externen Stakeholdern
Product-Owner-Kompetenz Der zweite Schwerpunktblock beleuchtet die Product-Owner-Rolle. Der Product Owner ist die Stimme des Kunden im Team und trägt die Verantwortung für den Produkt-Wert — eine anspruchsvolle Position an der Schnittstelle von Fachlichkeit, Technik und Stakeholder-Management.
- Produktvision entwickeln und als Nordstern kommunizieren
- Business Case Tracking: Produkt-Nutzen kontinuierlich überprüfen
- Product Backlog aufbauen: User Stories, Epics, Akzeptanzkriterien
- Priorisierung: welche Anforderungen zuerst, und warum?
- Stakeholder-Kommunikation: Erwartungen managen, Konflikte vermeiden
- Sprint-Review moderieren und Feedback in den Backlog überführen
- Zusammenarbeit mit dem Scrum Master und dem Entwicklungsteam
Praktische Scrum-Werkzeuge Beide Rollen nutzen konkrete Werkzeuge, die in diesem Block hands-on erarbeitet werden. Theorie und Werkzeugkompetenz gehören zusammen — wer einen Burn Down-Chart nie erstellt hat, kann ihn als Steuerungsinstrument nicht effektiv einsetzen.
- Burn Down-Chart: Aufbau, Datenbasis, typische Interpretationsmuster
- Velocity: berechnen, historisch entwickeln, für Planung nutzen
- Planning Poker: Ablauf, Faustregel bei Ausreißern, Fibonacci-Reihe
- Kanban-Boards: Spaltenstruktur, WIP-Limits, Flussvisualisierung
- Aufwandsschätzung: relativer vs. absoluter Aufwand, Story Points
Lernziele:
Am Ende dieses Kurses können Sie die Rolle des Scrum Masters und des Product Owners eigenständig übernehmen und in Projekten ausfüllen. Sie kennen die Gemeinsamkeiten und die klaren Unterschiede beider Rollen und wissen, wie sie im Scrum-Team zusammenarbeiten. Die nachstehende Liste fasst die konkreten Lernziele zusammen.
- Scrum-Manifest, Prinzipien und Artefakte vollständig beschreiben
- Aufgaben und Kompetenzen des Scrum Masters praxisnah anwenden
- Verhaltenskompetenzen für Teamführung und Konfliktlösung einsetzen
- Burn Down-Charts anlegen, führen und als Steuerungsinstrument nutzen
- Planning Poker als Schätzmethode im Team moderieren
- Kanban-Boards für parallele Aufgabenverfolgung einrichten
- Aufgaben und Entscheidungskompetenzen des Product Owners ausüben
- Produktvision formulieren und mit dem Backlog verknüpfen
- Stakeholder-Anforderungen aufnehmen, priorisieren und kommunizieren
- Beide EXIN-Prüfungen (Scrum Master, Product Owner) gezielt vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die in Projekten bereits mitwirken und sich in den beiden zentralen Scrum-Rollen zertifizieren lassen möchten. Er ist kein Einstiegskurs für Agilität von Grund auf, sondern ein fokussierter Zertifizierungslehrgang für SM und PO.
- Projektmanager, die auf agile Methoden umsteigen möchten
- IT-Fachkräfte, die in Scrum-Rollen wechseln wollen
- Coaches und Berater, die eine formale Scrum-Qualifikation erwerben möchten
- Personen mit PRINCE2- oder PMP-Hintergrund, die Scrum als Ergänzung erlernen
- Führungskräfte, die ihre Teams in Scrum-Projekten kompetent unterstützen wollen
Sehr gute Deutschkenntnisse sind erforderlich, da Unterricht, Materialien und Prüfungsunterlagen auf Deutsch geführt werden. Erste Berufserfahrung in Projekten oder im IT-Umfeld ist hilfreich, um die Inhalte auf den eigenen Arbeitskontext beziehen zu können. Ein Agile-Grundkurs ist keine Pflicht, erleichtert aber den Einstieg in die spezifischen Scrum-Rollendiskussionen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Hybrid-Learning-Format statt, das Präsenz- und Online-Phasen verbindet. Theorie wird in strukturierten Lerneinheiten vermittelt, die direkt mit praktischen Übungen verknüpft werden. Das Lehrbuch „Essential Scrum" dient als inhaltlicher Anker und stellt sicher, dass die Inhalte über die Kursdauer hinaus nachschlagbar bleiben. Die Vollzeitstruktur ermöglicht eine intensive, konzentrierte Auseinandersetzung mit beiden Rollen.
Der Kurs dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit absolviert. Das Hybrid-Learning-Format kombiniert Präsenzeinheiten mit betreuten Online-Phasen. Die kompakte Vollzeitstruktur ist bewusst gewählt, um die inhaltliche Dichte der beiden Rollen-Schwerpunkte ohne lange Unterbrechungen zu vermitteln.
Nach bestandenen Prüfungen erhalten Sie die EXIN-Zertifikate für Scrum Master und Product Owner — jeweils eigenständige Nachweise, die von EXIN als international anerkanntem IT-Zertifizierer ausgestellt werden. Zusätzlich erhalten Sie ein Lehrgangszeugnis des Bildungsträgers mit Angabe der Lehrgangsinhalte. Hinweis: EXIN ist nicht identisch mit Scrum.org (PSM/PSPO) oder der Scrum Alliance (CSM/CSPO) — die Zertifikate unterschiedlicher Anbieter variieren in ihrer Anerkennung je nach Branche und Arbeitgeber.
Nutzen & Perspektiven
Was diesen Kurs auszeichnet, ist die klare Rollenfokussierung. Viele Scrum-Kurse erklären das Framework als Ganzes, bleiben bei den einzelnen Rollen aber oberflächlich. Hier werden Scrum Master und Product Owner je mit eigenen inhaltlichen Schwerpunkten behandelt — inklusive der spezifischen Werkzeuge, Kompetenzen und Entscheidungssituationen, die diese Rollen in der Praxis definieren. Die EXIN-Doppelzertifizierung ist ein konkreter Vorteil für Bewerberinnen und Bewerber: Beide Rollen in einem Lehrgang abgeschlossen zu haben zeigt, dass man das Scrum-Framework nicht nur aus einer Perspektive kennt, sondern das Zusammenspiel von SM und PO wirklich durchdrungen hat. Das ist besonders wertvoll in kleineren Teams, wo eine Person beide Rollen phasenweise ausfüllen muss. Das Lehrbuch „Essential Scrum" als Kursgrundlage ist ein qualitativer Anker, der über viele rein folienbezogene Kurse hinausgeht. Es stammt aus der Praxis, enthält konkrete Fallbeispiele und bleibt nach dem Kurs als Nachschlagewerk nutzbar. Wer beide Zertifikate ablegt, kann dokumentieren, dass seine Kenntnisse geprüft und nicht nur bestätigt wurden. Wer Scrum Master und Product Owner in einem Kurs lernt, erkennt schnell: Die Spannung zwischen diesen beiden Rollen ist produktiv und gewollt. Der Scrum Master schützt das Team vor äußerem Druck; der Product Owner bringt diesen Druck in Form von Prioritäten und Geschäftswert hinein. Beide Rollen müssen konstruktiv zusammenarbeiten, um Sprints nicht nur abzuschließen, sondern echten Nutzen zu erzeugen. Dieses Zusammenspiel versteht man vollständig erst, wenn man beide Perspektiven selbst eingenommen hat — und genau das ermöglicht dieser Kurs.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungsstelle stellt die Prüfungen aus?
Die Prüfungen werden von EXIN, einem international anerkannten IT-Zertifizierungsanbieter, abgenommen. Die Zertifikate EXIN Scrum Master und EXIN Product Owner sind eigenständige Qualifikationsnachweise, die von EXIN ausgestellt werden — nicht von Scrum.org oder der Scrum Alliance.
Kann ich beide Prüfungen in diesem Kurs ablegen?
Ja, der Kurs bereitet auf beide EXIN-Prüfungen vor — Scrum Master und Product Owner — und schließt mit beiden Zertifikaten ab. Zusätzlich erhalten Sie ein Lehrgangszeugnis des Bildungsträgers.
Auf welcher Grundlage basieren die Kursinhalte?
Die Inhalte richten sich nach den von Ken Schwaber und Jeff Sutherland entwickelten Scrum-Regeln, Artefakten und Rollenbeschreibungen. Als Begleitmaterial dient das Lehrbuch "Essential Scrum", das praxiserprobtes Wissen aus realen Scrum-Projekten zusammenfasst.
Für wen ist dieser Kurs besonders geeignet?
Besonders geeignet für Projektmanager, IT-Fachkräfte und Coaches, die sich in Scrum zertifizieren lassen möchten, ohne ein langes Vollprogramm zu durchlaufen. Der Kurs ist fokussiert auf die beiden zentralen Scrum-Rollen und deren Zusammenspiel.
Unterscheidet sich EXIN von Scrum.org?
Ja. Scrum.org (gegründet von Ken Schwaber) bietet PSM I/II/III und PSPO I/II/III an und gilt als die ursprünglichste Scrum-Zertifizierungsinstanz. EXIN ist ein etablierter IT-Zertifizierer, der eigene Scrum-Prüfungen anbietet. Beide sind international anerkannt; welche besser passt, hängt von der Branche und dem Arbeitgeber ab.
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