Überblick
In modernen Softwareentwicklungsorganisationen greifen Agilität und DevOps-Kultur untrennbar ineinander. Wer als Scrum Master Teams durch Sprints führt und Hindernisse beseitigt, stößt zwangsläufig auf CI/CD-Pipelines, Build-Automatisierung und die Frage, wie Entwicklung und Betrieb (Dev und Ops) näher zusammenrücken können. Umgekehrt brauchen DevOps-Praktiker ein Verständnis für agile Teamdynamik, Retrospektiven und das Scrum-Regelwerk, um kulturellen Wandel nachhaltig zu verankern. Diese Weiterbildung bringt beide Welten gezielt zusammen: Sie verbindet die systematische Vorbereitung auf die Professional Scrum Master I (PSM I) Prüfung des Scrum.org-Frameworks mit den Grundlagen der DevOps Foundation, wie sie etwa durch das DevOps Institute vermittelt werden. Das Ergebnis ist ein breites, praxisrelevantes Methodenportfolio, das in agilen IT-Projekten unterschiedlichster Branchen unmittelbar anwendbar ist.
Kursinhalte & Lernziele
Scrum-Framework im Detail Scrum ist das weltweit meistgenutzte agile Rahmenwerk — doch trotz seiner scheinbaren Einfachheit (der Scrum Guide umfasst nur 15 Seiten) liegt der Teufel im Detail. Dieser Modulblock erarbeitet das gesamte Scrum-Regelwerk systematisch: Rollen, Ereignisse, Artefakte und die Commitment-Strukturen, die 2020 mit der Überarbeitung des Scrum Guide eingeführt wurden (Product Goal, Sprint Goal, Definition of Done).
- Die fünf Scrum-Werte (Mut, Fokus, Commitment, Respekt, Offenheit)
- Drei Rollen: Scrum Master, Product Owner, Entwicklungsteam
- Fünf Events: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospektive
- Drei Artefakte und ihre Commitments: Product Backlog / Product Goal, Sprint Backlog / Sprint Goal, Increment / Definition of Done
- Empirische Prozesskontrolle: Transparenz, Überprüfung, Anpassung
- Häufige Scrum-Dysfunktionen und wie der Scrum Master sie adressiert
Die Rolle des Scrum Masters Der Scrum Master ist kein Projektmanager und kein Teamleiter — seine Wirkung entfaltet er durch Servant Leadership, Coaching und die systematische Beseitigung von Impediments. Dieser Block vertieft die Haltung und die konkreten Werkzeuge des Scrum Masters.
- Servant Leadership als Führungsphilosophie
- Coaching vs. Mentoring vs. Facilitating — situationsgerecht wählen
- Impediment-Backlog führen und eskalieren
- Sprint Retrospektiven moderieren: Techniken und Anti-Patterns
- Umgang mit Störungen von außen (Management-Eingriffe, Scope Creep)
- PSM I Prüfungsformat: 80 Fragen, 60 Minuten, 85 % Bestehensquote
DevOps Foundation: Kultur, Prinzipien und Praktiken DevOps ist keine Tool-Sammlung, sondern ein kultureller Wandel. Dieser Block legt die konzeptionellen Grundlagen: das CALMS-Modell (Culture, Automation, Lean, Measurement, Sharing) und die Drei Wege, die Gene Kim in „The DevOps Handbook" beschrieben hat.
- CALMS-Framework und DevOps-Kultur im Unternehmenskontext
- Die Drei Wege des DevOps: Flow beschleunigen, Feedback verstärken, Kontinuierliches Lernen fördern
- Wertströme und Wertstromanalyse im Software-Delivery-Prozess
- Lean-Prinzipien in der Softwareentwicklung: WIP-Limits, Batch-Größen, Handoff-Reduktion
- Sicherheit und Compliance in DevOps-Umgebungen (DevSecOps-Grundgedanke)
- DevOps-Metriken: Deployment Frequency, Lead Time, MTTR, Change Failure Rate
Continuous Integration, Delivery und Automation Dieser Block gibt den technischen Unterbau für DevOps-Praktiken: Wie sehen CI/CD-Pipelines konzeptionell aus, welche Arten von Tests gehören in welche Stufe, und wie ermöglicht Infrastruktur as Code eine zuverlässige Umgebungsverwaltung? Kein tiefer Tool-Drill, aber solides konzeptionelles Verständnis für die Zusammenarbeit mit Engineering-Teams.
- Continuous Integration: Trunk-Based Development, automatisierte Tests, Build-Pipelines
- Continuous Delivery vs. Continuous Deployment: Unterschiede und Voraussetzungen
- Teststrategie im DevOps-Kontext: Unit, Integration, End-to-End, Contract Testing
- Infrastructure as Code: Grundprinzip und Vorteile für Stabilität und Reproduzierbarkeit
- Feature Flags und progressive Delivery als Risikominimierung
- Monitoring und Observability: Logs, Metrics, Traces als DevOps-Feedback-Schleifen
Scrum und DevOps als komplementäre Ansätze Abschließend werden beide Frameworks zusammengeführt: Wie unterstützt eine gut funktionierende CI/CD-Pipeline die Sprint-Qualität? Wie helfen Scrum-Retrospektiven dabei, DevOps-Praktiken kontinuierlich zu verbessern? Und wie sieht ein Entwicklungs-Setup aus, in dem Scrum Master und DevOps Engineer Hand in Hand arbeiten?
- Zusammenspiel von Scrum-Sprint-Rhythmus und Deployment-Pipelines
- Definition of Done in DevOps-Reifegradumgebungen
- Conway's Law und Teamstrukturen für effektives DevOps
- Organisationale Hürden bei der Einführung von Scrum und DevOps
- Rollenklärung: Wer entscheidet was im agilen DevOps-Team?
- Fallbeispiele und Best Practices aus der Praxis
Lernziele:
- Das Scrum-Framework nach Scrum.org vollständig verstehen und beschreiben können
- Die Rolle des Scrum Masters von Product Owner und Entwicklungsteam klar abgrenzen
- Sprint-Artefakte (Product Backlog, Sprint Backlog, Increment) und Events (Sprint Planning, Daily, Review, Retrospektive) sicher anwenden
- Empirische Prozesskontrolle und die drei Säulen Transparenz, Überprüfung und Anpassung in der Teampraxis verankern
- Den DevOps-Gedanken als kulturelle Bewegung (CALMS-Modell) verstehen
- Kernprinzipien von Continuous Integration (CI) und Continuous Delivery (CD) benennen
- Die Drei Wege des DevOps (Flow, Feedback, Continual Learning) erklären und anwenden
- Wertströme identifizieren und Verschwendung in Entwicklungsprozessen reduzieren
- Scrum und DevOps als komplementäre, sich ergänzende Ansätze einordnen
- Typische Herausforderungen bei der Einführung agiler und DevOps-Praktiken in Organisationen kennen
- Sich für die PSM I Zertifizierungsprüfung inhaltlich und formal vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die in IT-Projekten Verantwortung übernehmen oder ihre Kenntnisse in agilen und DevOps-Methoden auf ein anerkanntes Niveau bringen möchten. Besonders angesprochen sind Berufserfahrene aus dem IT-Umfeld, die sich als Scrum Master profilieren oder DevOps-Grundlagen fundiert verstehen wollen.
- IT-Fachkräfte, Entwickler und Administratoren, die in agile Projekt- und Organisationsrollen wechseln möchten
- Projektmanager und Teamleiter, die ihr Methodenportfolio um Scrum und DevOps erweitern wollen
- Quereinsteiger mit technischer Affinität, die in die Rollen Scrum Master oder Agile Coach einsteigen möchten
- Personen, die gezielt die PSM I Zertifizierung von Scrum.org anstreben
- IT-Fachkräfte, die DevOps-Projekte verstehen, begleiten oder steuern wollen
Grundlegende Computerkenntnisse und gute Deutsch- oder Englischkenntnisse werden vorausgesetzt. Kenntnisse in Softwareentwicklung oder IT-Projektarbeit sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig — der Kurs erklärt das Scrum-Framework und DevOps-Konzepte von Grund auf. Für die PSM I Prüfung (Scrum.org) ist kein offizieller Kursbesuch vorgeschrieben; die Prüfung wird eigenverantwortlich über die Scrum.org-Plattform abgelegt und separat bezahlt.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung verbindet Lehreinheiten zu Rahmenwerken und Prinzipien mit Übungsaufgaben im PSM-I-Format sowie Diskussions- und Fallbeispielrunden zu DevOps-Praktiken in der Praxis. Der Aufbau folgt einem klaren inhaltlichen Bogen: zuerst Scrum vertieft, dann DevOps-Grundlagen, dann die Zusammenführung beider Ansätze. Das Format (Präsenz, virtuell oder kombiniert) richtet sich nach dem beauftragten Anbieter.
Die genaue Kursdauer variiert je nach Anbieter und Fördermodell. Beide Themenbereiche — Scrum Master (PSM) und DevOps Foundation — erfordern ausreichend Unterrichtstiefe, weshalb der Kurs typischerweise mehrere Wochen umfasst. Die PSM I Zertifizierungsprüfung wird extern bei Scrum.org abgelegt; die DevOps Foundation Prüfung wird durch das DevOps Institute oder einen vergleichbaren Anbieter ausgerichtet.
Die Weiterbildung schließt mit einem trägerinternen Lehrgangszeugnis ab. Darüber hinaus bereitet sie auf zwei externe Zertifizierungsprüfungen vor: die Professional Scrum Master I (PSM I) Prüfung bei Scrum.org sowie die DevOps Foundation Prüfung. Beide Prüfungen werden separat und eigenverantwortlich abgelegt. Ein international anerkanntes Herstellerzertifikat wird nach Bestehen der jeweiligen externen Prüfung ausgehändigt.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus Scrum Master und DevOps Foundation ist auf dem Arbeitsmarkt besonders attraktiv, weil beide Kompetenzen für moderne IT-Organisationen unverzichtbar sind — einzeln für sich. Wer beides beherrscht, kann in hybriden Rollen agieren, die in schnell skalierenden Teams besonders gefragt sind: als Brückenbauer zwischen Entwicklungsteams, Betrieb und Management. Der Scrum-Teil des Kurses bereitet direkt auf die PSM I Prüfung vor, die von Scrum.org angeboten wird und weltweit zu den anerkanntesten Scrum-Zertifizierungen zählt. Das offene, prüfungsbasierte Format (kein Kursbesuch offiziell vorgeschrieben) bedeutet: Das Zertifikat signalisiert echtes Wissen, nicht nur Kursbesuch. Arbeitgeber schätzen das. DevOps Foundation-Kenntnisse sind heute nahezu branchenübergreifend relevant — von Fintech über Automobilindustrie bis in die öffentliche Verwaltung, die zunehmend agile und DevOps-Praktiken einführt. Wer versteht, wie Flow, Feedback und kontinuierliches Lernen in Entwicklungsorganisationen zusammenwirken, wird sowohl in agilen Teams als auch in klassischen Umgebungen, die sich transformieren, als wertvoller Impulsgeber wahrgenommen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen kann ich nach diesem Kurs ablegen?
Der Kurs bereitet auf zwei externe Prüfungen vor: die Professional Scrum Master I (PSM I) von Scrum.org und die DevOps Foundation Prüfung. Beide werden separat abgelegt und separat bezahlt. Das trägerinterne Lehrgangszeugnis erhalten alle Teilnehmenden nach Kursabschluss unabhängig von den externen Prüfungen.
Was ist der Unterschied zwischen Scrum Master und Product Owner?
Der Scrum Master sorgt für die Einhaltung des Scrum-Prozesses, coacht das Team und beseitigt Hindernisse — er ist kein Projektmanager. Der Product Owner verantwortet den Product Backlog und priorisiert den Mehrwert aus Kundensicht. Beide Rollen sind im Scrum-Framework klar definiert und ergänzen sich.
Muss ich für die PSM I Prüfung einen Kurs belegen?
Nein — Scrum.org stellt die PSM I Prüfung jedem offen, ohne dass ein offizieller Kursbesuch nachgewiesen werden muss. Dieser Kurs bereitet inhaltlich auf die Prüfung vor, ist aber keine formale Voraussetzung. Die Prüfung wird eigenverantwortlich und separat bei Scrum.org gebucht.
Ist dieser Kurs auch für Nicht-Entwickler geeignet?
Ja. Scrum Master-Rollen werden oft von Personen ohne Coding-Hintergrund sehr erfolgreich ausgeübt. Der DevOps Foundation Teil erklärt technische Konzepte konzeptionell, nicht als praktische Implementierung. IT-Affinität ist hilfreich, tiefe Programmierkenntnisse sind keine Voraussetzung.
Wie unterscheidet sich DevOps von Scrum?
Scrum ist ein agiles Rahmenwerk für die Teamorganisation und iterative Produktentwicklung. DevOps ist eine kulturelle Bewegung, die die Zusammenarbeit von Entwicklung und IT-Betrieb verbessern soll, getragen von Automatisierung, Messpraktiken und einer Lernkultur. Beide Ansätze ergänzen sich und werden in modernen IT-Organisationen oft gemeinsam eingesetzt.
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