Überblick
Dieses Kombinationsprogramm verbindet die Rolle des Scrum Masters mit den zentralen Prinzipien von DevOps. Teilnehmende lernen zunächst, wie sie agile Teams nach Scrum anleiten und Hindernisse aus dem Weg räumen, und vertiefen anschließend, wie Entwicklung und Betrieb durch DevOps-Praktiken enger zusammenwachsen. Im Mittelpunkt stehen Kultur, Automatisierung und Kennzahlen, mit denen sich die Qualität und Geschwindigkeit der Softwareauslieferung nachhaltig verbessern lassen.
Kursinhalte & Lernziele
Der Scrum-Master-Teil beginnt mit einer vertieften Betrachtung der Rolle und ihrer Aufgaben im Team.
- Aufgaben und Grenzen der Scrum-Master-Rolle
- Unterschied zwischen dienender Führung und klassischem Projektmanagement
- Umgang mit Konflikten innerhalb des Entwicklungsteams
- Moderation von Sprint-Ereignissen wie Planning und Review
- Förderung der Selbstorganisation im Team
- Zusammenarbeit mit dem Product Owner bei der Backlog-Pflege
Im zweiten Modul stehen typische Hindernisse im Scrum-Alltag und ihre Lösung im Fokus.
- Erkennen von Blockaden im Sprint-Verlauf
- Eskalationswege bei organisatorischen Hindernissen
- Umgang mit externen Abhängigkeiten des Teams
- Schutz des Teams vor Störungen von außen
- Förderung kontinuierlicher Verbesserung durch den Kursrückblick
- Aufbau von Vertrauen zwischen Team und Stakeholdern
Der DevOps-Teil führt in die kulturellen und technischen Grundlagen moderner Softwareauslieferung ein.
- Das CALMS-Modell als Orientierungsrahmen für DevOps
- Zusammenspiel von Entwicklungs- und Betriebsteams
- Grundidee kontinuierlicher Integration und Auslieferung (CI/CD)
- Automatisierung wiederkehrender Arbeitsschritte
- Infrastructure as Code zur reproduzierbaren Systemkonfiguration
- Site Reliability Engineering als Bindeglied zwischen Entwicklung und Betrieb
Der vierte Themenblock vertieft technische Werkzeuge und Kennzahlen, mit denen sich DevOps-Praktiken im Team etablieren lassen.
- Grundlagen von Containern und deren Orchestrierung
- Aufbau einfacher CI/CD-Pipelines im Überblick
- Monitoring und Logging als Basis für schnelle Fehlererkennung
- DORA-Metriken wie Deployment-Häufigkeit und Wiederherstellungszeit
- Aufbau einer sachlichen, nicht schuldzuweisenden Fehlerkultur
- Ableitung von Verbesserungsschritten aus wiederkehrenden Vorfällen
Der praxisorientierte Abschlussblock verzahnt beide Programmteile und überträgt sie auf konkrete Teamsituationen.
- Durchspielen eines Sprints mit integrierten DevOps-Praktiken
- Simulation eines Post-Mortems nach einem fiktiven Ausfall
- Erarbeitung eines Vorschlags zur Automatisierung eines Arbeitsschritts
- Diskussion, wie Scrum-Master-Aufgaben und DevOps-Kultur zusammenwirken
- Bewertung eines Beispielteams anhand von DORA-Kennzahlen
- Analyse von Reibungspunkten zwischen Entwicklung und Betrieb
- Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen zur Auslieferungsgeschwindigkeit
- Übertragung der CALMS-Prinzipien auf ein eigenes Beispielszenario
- Diskussion von Grenzen der Automatisierung in regulierten Umgebungen
- Zusammenfassende Einordnung von Scrum Master und DevOps als komplementäre Ansätze
- Erstellung eines persönlichen Aktionsplans für die Anwendung im eigenen Team
- Klärung offener Fragen zu beiden Themenfeldern
Die Verbindung beider Bereiche ist bewusst gewählt: Ein Scrum Master, der zusätzlich die technischen und kulturellen Grundlagen von DevOps versteht, kann Teams nicht nur bei der Prozessgestaltung, sondern auch bei der technischen Umsetzung besser unterstützen. Diese Doppelperspektive wird in den Übungen immer wieder eingeübt, damit die Inhalte nicht getrennt nebeneinanderstehen, sondern als zusammenhängendes Bild vermittelt werden. Abschließend wird betrachtet, wie sich die erlernten Konzepte in unterschiedlich reifen Organisationen einführen lassen – von kleinen Start-up-Teams bis zu etablierten IT-Abteilungen mit gewachsenen Strukturen.
Lernziele:
- Die Rolle des Scrum Masters von der des Product Owners und des Entwicklungsteams klar abgrenzen
- Hindernisse im Sprint-Ablauf erkennen und systematisch beseitigen
- Ein Scrum-Team bei der Selbstorganisation unterstützen, ohne klassische Führungsrollen zu übernehmen
- Die Grundwerte von DevOps anhand des CALMS-Modells einordnen
- Den Zusammenhang zwischen agiler Teamarbeit und kontinuierlicher Softwareauslieferung erklären
- Grundprinzipien von CI/CD-Pipelines und ihren Nutzen für Teams beschreiben
- Infrastructure as Code als Konzept von manueller Serverkonfiguration abgrenzen
- Container-Technologien wie Docker und Kubernetes in ihren Grundzügen einordnen
- DORA-Metriken zur Bewertung der Team-Performance heranziehen
- Den Ablauf einer sachlichen Fehleranalyse nach einem Ausfall (Post-Mortem) nachvollziehen
- Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Betrieb und Qualitätssicherung fördern
- Ansätze zur Verbindung von Scrum-Ritualen mit DevOps-Praktiken im Teamalltag entwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm richtet sich an Personen, die bereits erste Berührungspunkte mit agiler Teamarbeit oder Softwareentwicklung haben und ihre Kompetenzen um die Scrum-Master-Rolle sowie DevOps-Grundlagen erweitern möchten.
- Angehende oder aktive Scrum Master, die ihr technisches Verständnis vertiefen wollen
- Entwickler:innen, die stärker in Prozess- und Teamverantwortung hineinwachsen möchten
- IT-Fachkräfte, die Entwicklung und Betrieb enger verzahnen sollen
- Projektkoordinator:innen in Unternehmen mit agiler Softwareentwicklung
- Personen im Rahmen beruflicher Weiterbildung, etwa während Kurzarbeit oder im Kontext von Transfergesellschaften
Vorausgesetzt werden gute Deutsch- oder Englischkenntnisse in Wort und Schrift sowie grundlegende Computerkenntnisse. Erste Erfahrung mit agilen Arbeitsweisen oder Softwareentwicklung ist hilfreich, aber keine zwingende Bedingung für den Einstieg. Wichtiger als Vorwissen ist die Bereitschaft, sich sowohl mit organisatorischen als auch mit technischen Themen auseinanderzusetzen.
Ablauf & Abschluss
Das Programm gliedert sich in einen prozessorientierten Scrum-Master-Teil und einen technisch geprägten DevOps-Teil, die inhaltlich aufeinander aufbauen. Theorieeinheiten wechseln sich mit Fallbeispielen und Gruppenübungen ab, in denen Teilnehmende reale Teamsituationen nachstellen. Durch diesen Wechsel aus Prozess- und Technikperspektive wird die Verbindung beider Themenfelder greifbar statt rein abstrakt vermittelt.
Die Weiterbildung wird überwiegend in Teilzeit angeboten, teilweise auch in Vollzeit, abhängig vom gewählten Termin. Beide Programmteile – Scrum Master und DevOps – sind im Kursumfang enthalten und bauen inhaltlich aufeinander auf.
Der Kurs schließt mit einem international anerkannten Herstellerzertifikat sowie einem Lehrgangszertifikat ab, das die Teilnahme an beiden Programmteilen bestätigt. Die genaue Zertifikatsbezeichnung richtet sich nach dem gebuchten Modul und wird zu Kursbeginn mitgeteilt.
Nutzen & Perspektiven
Wer dieses Kombinationsprogramm abschließt, verbindet zwei Kompetenzfelder, die in der modernen Softwareentwicklung eng zusammengehören, in der Praxis aber oft getrennt betrachtet werden. Als Scrum Master lässt sich ein Team nicht nur organisatorisch begleiten, sondern durch das zusätzliche DevOps-Verständnis auch bei technischen Verbesserungen der Auslieferungskette unterstützen. Gerade in Teams, in denen Entwicklung und Betrieb bislang getrennte Abteilungen mit eigenen Zielen waren, hilft diese Doppelrolle, Reibungsverluste an der Schnittstelle sichtbar zu machen und schrittweise abzubauen. Die Kenntnis von DORA-Metriken und einer sachlichen Fehlerkultur hilft dabei, Verbesserungen im Team datenbasiert statt nach Bauchgefühl zu begründen. Das macht die eigene Arbeit im Team sichtbarer und nachvollziehbarer, gerade gegenüber Stakeholdern, die an konkreten Kennzahlen interessiert sind. Wer Deployment-Häufigkeit, Vorlaufzeit für Änderungen und Wiederherstellungszeit regelmäßig auswertet, erkennt Engpässe frühzeitig und kann Verbesserungsvorschläge fundiert begründen, statt sich auf subjektive Eindrücke zu verlassen. Langfristig eröffnet die Kombination aus Prozess- und Technikkompetenz Entwicklungsperspektiven Richtung Platform Engineering oder Agile Coaching, da beide Rollen zunehmend voraussetzen, dass organisatorische und technische Fragestellungen gemeinsam gedacht werden. Auch für Organisationen, die noch am Anfang ihrer DevOps-Reise stehen, liefert das Programm einen realistischen Fahrplan: von ersten Automatisierungsschritten über den Aufbau einer offenen Fehlerkultur bis zur schrittweisen Einführung von Kennzahlen, an denen sich Fortschritt objektiv ablesen lässt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet dieses Programm von einem reinen Scrum-Master-Kurs?
Neben der Scrum-Master-Rolle vermittelt der Kurs zusätzlich DevOps-Grundlagen wie CI/CD, Container-Technologien und DORA-Metriken, um Prozess- und Technikperspektive zu verbinden.
Brauche ich Programmiererfahrung für den DevOps-Teil?
Nein, der DevOps-Teil vermittelt Grundlagen und Zusammenhänge. Erste Erfahrung mit Softwareentwicklung ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Der Kurs schließt mit einem international anerkannten Herstellerzertifikat sowie einem Lehrgangszertifikat ab, das beide Programmteile bestätigt.
Für wen eignet sich das Programm besonders?
Für angehende oder aktive Scrum Master sowie Entwickler:innen, die stärker in Prozess- und technische Verantwortung hineinwachsen und Entwicklung enger mit dem Betrieb verzahnen möchten.
Baut das Programm auf Scrum-Grundlagenwissen auf?
Erste Berührungspunkte mit agiler Teamarbeit sind hilfreich. Die Scrum-Master-Inhalte werden im Kurs jedoch von Grund auf vertieft behandelt.
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