Überblick
Was Scrum-Zertifizierungen allein nicht abdecken, ist die zwischenmenschliche Seite agiler Arbeit: Wie baut man belastbare Arbeitsbeziehungen auf? Wie geht man mit unterschiedlichen Arbeitsstilen, Ego-Zuständen und Netzwerken im Berufsumfeld um? Dieser Lehrgang verbindet drei Scrum-Zertifizierungen – Foundation, Product Owner und Scrum Master – mit dem Business-Skills-Modul „Erfolgreiche Arbeitsbeziehungen aufbauen", das genau diese Fragen in den Mittelpunkt stellt. Unter den Geschwisterkursen dieser Reihe, die jeweils ein anderes Soft-Skill-Thema mit Scrum kombinieren, ist dieser Kurs derjenige, der sich auf das Beziehungsgefüge im Arbeitsumfeld konzentriert: Netzwerke aufbauen, Arbeitsstile überbrücken, kollaborative Vereinbarungen treffen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Business Skills: Erfolgreiche Arbeitsbeziehungen aufbauen Dieser Baustein stellt das Soft-Skill-Thema dieses Kurses in den Mittelpunkt: professionelle Beziehungsgestaltung im Arbeitsumfeld. Die Inhalte sind in sieben thematisch aufeinander aufbauende Einheiten gegliedert, die von der grundlegenden Bedeutung von Arbeitsbeziehungen bis zur aktiven Netzwerkpflege führen.
- Die Bedeutung von Arbeitsbeziehungen: effektive Teamarbeit unterstützen, den Wert von Beziehungen für Leistung und Zusammenhalt verstehen
- Zwischenmenschliche Dynamik: Ego-Zustände erkennen und produktiv damit umgehen; Durchsetzungsfähigkeit entwickeln, ohne autoritär zu wirken
- Professionelles Verhalten demonstrieren: Verlässlichkeit, Respekt und Ergebnisorientierung als sichtbare Haltung; Einstellung, Handlung und wahrgenommene Wirkung bewusst verknüpfen
- Arbeitsnetzwerk abbilden: Interdependenzen im eigenen Berufsumfeld identifizieren, auf den gemeinsamen Zweck fokussieren
- Überbrückung von Arbeitsstilen: Unterschiede in Arbeits- und Kommunikationsstilen erkennen, akzeptieren und den eigenen Stil situativ anpassen
- Netzwerk aufbauen: Bedürfnisse und Werte anderer wertschätzen, das eigene Netzwerk und die eigene Reputation bewusst gestalten
- Kollaboration für den Erfolg: Zusammenarbeit aktiv fördern, Arbeitsvereinbarungen im Team schaffen, zu einer kollaborativen Teamkultur beitragen
Modul 2 – Scrum Foundation Scrum Foundation legt das methodische Fundament für die gesamte Lehrgangsreihe. Ohne das gemeinsame Verständnis der Scrum-Grundlagen können die Folgemodule (Product Owner, Scrum Master) nicht aufgebaut werden.
- Agile Werte und Prinzipien: Ursprung von Scrum, Unterschied zu klassischen Projektmodellen
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam – Verantwortlichkeiten im Überblick
- Scrum-Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Inkrement; Definition of Done als Qualitätsmaßstab
- Scrum-Ereignisse: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospektive
- Scrum-Planung und Schätzung: Velocity, Story Points, Kapazitätsplanung
- Fortschrittsverfolgung: Burn-down-Charts und Impediment-Management
Modul 3 – Product Owner Der Product Owner ist die Stimme des Kunden im Scrum-Team. Er oder sie trifft tägliche Priorisierungsentscheidungen und hält die Produktvision aufrecht – eine Rolle, die hohe kommunikative Kompetenz und das Verständnis von Business Cases erfordert.
- Die Rolle des Scrum Product Owner: Verantwortung für das Product Backlog, Entscheidungsautorität und Abgrenzung zum Scrum Master
- Business Case Tracking: Nutzenerwartungen formulieren, Investitionen und Ergebnisse im agilen Umfeld kommunizieren
- Backlog-Management: Priorisierungstechniken (MoSCoW, Value versus Effort), User Stories formulieren
- Kommunikation im agilen Umfeld: mit Stakeholdern, dem Entwicklungsteam und dem Scrum Master produktiv interagieren
Modul 4 – Scrum Master Der Scrum Master ist Servant Leader und Coach des Teams zugleich. Er oder sie räumt Hindernisse aus dem Weg, schützt das Team vor externen Störungen und fördert die kontinuierliche Verbesserung.
- Agiles Denken: Selbstorganisation, kontinuierliche Verbesserung und psychologische Sicherheit im Team fördern
- Rolle des Scrum Masters: Unterschied zu einem klassischen Projektmanager, Servant-Leadership-Prinzipien
- Agile Schätzung, Planung, Überwachung und Kontrolle: Methoden für zuverlässige Sprint-Lieferung
- Komplexe Projekte: Scrum in schwierigen Teamkonstellationen und unter externem Druck
- Anwendung agiler Methoden: Retrospektiven moderieren, Verbesserungsmaßnahmen ableiten und nachverfolgen
Lernziele:
Dieser Lehrgang entwickelt gleichzeitig methodische Scrum-Kompetenz und die Fähigkeit, professionelle Arbeitsbeziehungen bewusst zu gestalten. Die Lernziele spannen sich über alle vier Bausteine.
- die drei Scrum-Rollen (Foundation, Product Owner, Scrum Master) inhaltlich vollständig beschreiben und die jeweiligen Verantwortungsbereiche klar abgrenzen
- eigene Arbeitsbeziehungen im beruflichen Umfeld systematisch analysieren und Interdependenzen sichtbar machen
- mit unterschiedlichen Ego-Zuständen im Teamumfeld konstruktiv umgehen und durchsetzungsfähig kommunizieren
- Professionalität als Haltung entwickeln: Verlässlichkeit, Respekt und Ergebnisorientierung als persönliche Standards verankern
- unterschiedliche Arbeitsstile im Team erkennen, akzeptieren und gezielt darauf eingehen
- ein berufliches Netzwerk strategisch aufbauen, pflegen und die eigene Reputation darin gestalten
- kollaborative Arbeitsvereinbarungen im Team schaffen und zu einer kollaborativen Kultur beitragen
- als Scrum Master agile Methodik am Arbeitsplatz anwenden und das Team bei der Selbstorganisation begleiten
- als Product Owner Produktvisionen entwickeln, Backlogs priorisieren und im agilen Umfeld kommunizieren
- Beziehungsdynamiken in Scrum-Teams gezielt nutzen, um Retrospektiven produktiver zu gestalten und Impediments frühzeitig zu erkennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Lehrgang richtet sich an Fachleute, die in agilen Projekten eine aktive Rolle übernehmen oder ausbauen wollen – und die verstehen, dass methodische Zertifizierungen allein noch keine guten Teamarbeitsbeziehungen produzieren. Der Kurs ist besonders geeignet für Personen, die merken, dass technische oder methodische Kompetenz in der Zusammenarbeit auf Grenzen stößt.
- Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter, die in Richtung Scrum Master oder Product Owner wachsen möchten
- Personen aus Nicht-IT-Bereichen, die in agilen Teams eingesetzt werden
- Fachleute, die ihre beruflichen Netzwerke bewusster gestalten und pflegen möchten
- Berufseinsteiger, die Scrum von Grund auf lernen und gleichzeitig professionelle Beziehungskompetenzen aufbauen wollen
- Führungskräfte aus mittleren Ebenen, die agile Teams coachen oder unterstützen
Der Lehrgang setzt keine Vorkenntnisse in Scrum, agilem Projektmanagement oder den Soft-Skill-Themen voraus. Berufserfahrung in der Zusammenarbeit in Teams ist hilfreich, aber nicht zwingend. Der Lehrgang wird in Vollzeit und im Combined-Learning-Format durchgeführt und erstreckt sich über mehr als einen Monat.
Ablauf & Abschluss
Der Soft-Skill-Anteil arbeitet mit strukturierten Reflexionseinheiten, in denen das eigene Arbeitsnetzwerk kartiert, Ego-Zustandsanalysen durchgeführt und kollaborative Vereinbarungen im Rollenspiel erprobt werden. Die Scrum-Bausteine verbinden theoretische Grundlagenarbeit mit praxisorientierten Fallszenarien: Backlog-Priorisierung, Retrospektiven-Moderation und Sprint-Planungen werden simuliert. Die enge Verbindung beider Themenstränge – agile Methodik und Beziehungsgestaltung – macht einen wesentlichen Teil des didaktischen Konzepts aus.
Der Lehrgang dauert mehr als einen Monat und wird in Vollzeit absolviert. Die Dauer spiegelt die drei Scrum-Zertifizierungsmodule plus das Soft-Skill-Modul wider; jeder dieser Bausteine erfordert ausreichend Lernzeit für die jeweiligen Zertifizierungsprüfungen.
Der Lehrgang schließt mit einem Lehrgangszertifikat des Bildungsträgers ab. Darüber hinaus bereitet er auf die Zertifizierungsprüfungen für Scrum Foundation, Scrum Product Owner und Scrum Master vor; bei Bestehen werden die jeweiligen international anerkannten Zertifizierungen vergeben. Das Soft-Skill-Modul „Erfolgreiche Arbeitsbeziehungen aufbauen" ist nicht mit einer eigenständigen Prüfung verbunden, sondern in die Gesamtbewertung des Lehrgangs integriert.
Nutzen & Perspektiven
Wer alle drei Scrum-Zertifizierungen – Foundation, Product Owner und Scrum Master – in einem Lehrgang erwirbt, versteht das gesamte Scrum-System aus jeder Perspektive. Das ist für die tägliche Arbeit im agilen Team ein erheblicher Vorteil: Ein Scrum Master, der versteht, wie ein Product Owner priorisiert, kann das Team viel gezielter unterstützen. Ein Product Owner, der die Scrum-Master-Sicht kennt, formuliert User Stories, die das Team direkt aufnehmen kann. Das Soft-Skill-Modul zu Arbeitsbeziehungen unterscheidet diesen Kurs innerhalb der Scrum-mit-Softskills-Reihe klar von anderen Varianten. Während Geschwisterkurse etwa Themen wie Konfliktlösung oder Führungskompetenz behandeln, steht hier die Netzwerkperspektive im Mittelpunkt: Wie baut man berufliche Beziehungen so auf, dass sie tragfähig bleiben – auch wenn sich Projekte, Teams oder Aufgaben ändern? Das ist eine Frage, die besonders für Scrum Master und Product Owner relevant ist, weil beide Rollen von ihrer Vernetzung innerhalb der Organisation abhängen. Für Personen, die in agilen Unternehmen Karriere machen möchten, ist die Kombination aus methodischer Dreifach-Zertifizierung und bewusst entwickelten Beziehungskompetenzen eine seltene Qualifikationskombination. Arbeitgeber suchen nicht nur jemanden, der Scrum erklärt – sie suchen jemanden, der Teams zusammenhält, Vertrauen aufbaut und Netzwerke nutzt, um Hindernisse zu überwinden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das Soft-Skill-Thema in diesem Kurs – und warum Arbeitsbeziehungen?
Das Thema dieses Kurses ist gezielt auf den Aufbau und die Pflege professioneller Beziehungen im Arbeitsumfeld ausgerichtet: Netzwerke kartieren, Arbeitsstile überbrücken, kollaborative Vereinbarungen treffen. Andere Kurse in dieser Reihe behandeln andere Soft-Skill-Themen; dieser hier konzentriert sich auf das Beziehungsgefüge im Team und in der Organisation.
Drei Scrum-Zertifizierungen in einem Lehrgang – ist das nicht zu viel auf einmal?
Foundation, Product Owner und Scrum Master bauen inhaltlich aufeinander auf. Foundation vermittelt das gemeinsame Vokabular; Product Owner und Scrum Master vertiefen dann jeweils eine spezifische Rollenperspektive. Wer alle drei zusammen lernt, versteht das System als Ganzes und spart im Vergleich zu getrennten Buchungen erheblich an Zeit.
Welche Zertifizierungsprüfungen gehören zum Lehrgang?
Der Lehrgang bereitet auf drei separate Zertifizierungsprüfungen vor: Scrum Foundation, Scrum Product Owner und Scrum Master. Alle drei werden von einem Zertifizierungsanbieter (z. B. EXIN oder einem äquivalenten Anbieter) abgenommen. Das Soft-Skill-Modul ist nicht eigenständig geprüft.
Wie unterscheidet sich der Scrum Master vom Product Owner?
Der Product Owner verantwortet das Was: Er priorisiert das Backlog, hält die Produktvision aufrecht und trifft Entscheidungen über Inhalt und Reihenfolge der Arbeit. Der Scrum Master verantwortet das Wie: Er begleitet das Team bei der Anwendung von Scrum, räumt Hindernisse aus dem Weg und schützt das Team vor Störungen von außen.
Kann ich mit diesem Lehrgang sofort als Scrum Master arbeiten?
Die Zertifizierungen belegen das methodische Verständnis. Für die praktische Rolle als Scrum Master ist Projekterfahrung der entscheidende Faktor. Viele Arbeitgeber erwarten mindestens Foundation plus Scrum-Master-Zertifizierung; dieser Lehrgang deckt das vollständig ab und gibt darüber hinaus Werkzeuge für die Beziehungsarbeit, die in der Scrum-Master-Rolle täglich gefragt ist.
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